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LEBENDIG BEGRABEN
- Eine Untersuchung der Natur und Ursachen des Scheintodes und der Mittel zur Verhütung des Lebendigbegrabenwerdens -

Hrsg: Franz Hartmann - 1896

 Leipzig: Theosophisches Verlagshaus Vollrath, 1896
Bearbeitung und Neuausgabe, Hrsg:
Nicolaus Equiamicus, Diedorf: UBooks, 2010 - ISBN: 978-3-86608-122-2

UBooks: Das hier vorliegende Buch des bekannten Theosophen Franz Hartmann erschien in deutscher Sprache erst- und einmalig vor mehr als einhundertzehn Jahren. Trotz seines hohen Alters hat es nichts von seiner Aktualität und Brisanz verloren. Hartmanns Werk stellt in seiner Eindringlichkeit und den fürchterlichen Fallbeispielen die ganze Unzulänglichkeit der damaligen Schulmedizin bezüglich der Feststellung des Todes bloß und beweist stichhaltig, dass der Mensch weit mehr ist als reine Materie, wie die anerkannte Wissenschaft uns glauben machen will.
Franz Hartmann widmete sein Werk den Feuerbestattern.
(2010)

bibliothèque: Erneut fand Nicolaus Equiamicus ein älteres Werk, dass zudem in Deutschland vorher nur ein einziges Mal veröffentlicht wurde, und stellte sich in gewohnt gekonnter Weise dieser Herausforderung, so dass das Buch trotz des schwierigen Themas gut verständlich ist.
Ich will aber nicht verhehlen, dass ich zunächst mit einiger Skepsis an das Buch heranging. Doch wenngleich Hartmann immer wieder - und nur zu verständlich - die Theosophie heranzieht, hält er sich eng an seine in diesem Buch durch ihn selbst gesetzten Grenzen: Er will nicht ins theosophische und andere Wissenschaften abdriften, sondern beim Thema bleiben - dem Horror des Lebendigbegrabenwerdens.
Im gesamten Werk zählt Hartmann um die hundert Fallbeispiele des Scheintodes auf und schildert in diesen Berichten auch schonungslos die unschönen Vorkommnisse, die mit der Grablegung eines Lebenden einhergehen. Es wird sehr schnell deutlich, dass ein solches Schicksal nur schwerlich wünschenswert ist, weder für andere noch für einen selbst - auch heute noch.
Hartmann beschreibt und widerlegt dreißig "sichere" Anzeichen des natürlichen Todes, so dass nur der Verwesung des Körpers als sicheres Zeichen des tatsächlichen Todes geglaubt werden kann. Doch selbst dieses nur, wenn lebenswichtige Organe der Verwesung unterliegen. Er rät zu allergrößter Vorsicht und Prüfung aller Indizien, um die Wahrscheinlichkeit des Scheintodes möglichst auszuschließen. Da aber auch er keinen sicheren Beleg für den Tod liefern kann, plädiert er, wenn die Bestattung schon in wenigen Tagen erfolgen soll, zu der einzigen sicheren Methode: der Feuerbestattung. In diesem Fall wäre die scheintote Person zwar nun doch verstorben, aber das Martyrium eines Aufwachens in einer engen Kiste "six feet under" wäre damit unweigerlich ausgeschlossen. Damit ist die zuerst seltsam anmutende Widmung den Feuerbestattern auch hinreichend er- und geklärt.
Wie es bei der relativen und weltweiten Häufigkeit dieser Geschehnisse (manche sagen: bis zu 2 % aller Beerdigungen) in der Vergangenheit zu den Mythen und Legenden über Widergänger, Untote, Gespenster, Vampire ... kommen konnte, erklärt sich fast von selbst. Hartmann geht auch kurz auf die Vampire ein. Als Beispiel für die Verknüpfung von Scheintod und Vampir bezieht er sich auf das bekannte Beispiel des Peter Plogojowitz aus Kisolova. Die Vampire gehören für ihn jedoch in das "Gebiet der Metaphysik und der okkulten Wissenschaft" und er verbietet sich selbst in diesem Buch in diese Bereiche abzuschweifen (ausführlicher beschäftigte er sich mit dem Thema Vampirismus in dem Aufsatz "Seelenbräute und Vampirismus").
(2010)


Autor

Dr. med. Franz Hartmann - * 1838, † 1912. Zunächst arbeitete er als Mediziner u.a. in den USA, bis er mit Helena P. Blavatsky die Zentrale der Theosophischen Gesellschaft in Indien führte. Anschließend gründete er die Theosophische Gesellschaft Deutschlands und war Mitbegründer des "Ordo Templi Orientis". Neben der Veröffentlichung eigener Schriften und Vorträge zur Theosophie übersetzte er auch verschiedene Sanskrit-Texte ins Deutsche. - Deutschland

Nicolaus Equiamicus - * 1974. Deutschsprachiger Forscher, Sammler und Übersetzer verschiedener historischer Werke zu Themen wie Vampire, Hexen, Dämonen und/oder Geister. Neben den historischen Bearbeitungen veröffentlicht er auch Kurzgeschichten und wissenschaftliche Beiträge. Ein Teil seiner Veröffentlichungen erschien unter dem Namen Abraham Silberschmidt. 2013 stellt er sein Archiv zum Vampir-Thema der bibliothèque freundlich zur Verfügung. "Mir geht es darum, die historischen Quellenwerke wieder zugänglich zu machen", sagt er über seine Arbeit. - BRD


weiterführende Links

mehr von Franz Hartmann : Seelenbräute und Vampirismus - 1895

mehr von Nicolaus Equiamicus : Gelehrte Verhandlung der Materie von den Erscheinungen der Geister, und der Vampire in Ungarn und Mähren - Augustin Calmet - 1746 - Bearbeitung A. und Irina Silberschmidt (2006)
Gründlicher Bericht von den sogenannten Blutsaugern, Vampiren, oder in der walachischen Sprache Moroi - Georg Tallar - 1784 - Bearbeitung N. Equiamicus (2013)
Traktat von dem Kauen und Schmatzen der Toten in Gräbern - Michael Ranft - 1734 - Bearbeitung N. Equiamicus (2006)
Vampire - Von damals bis(s) heute - N. Equiamicus - 2010
Von den blutsaugenden Toten oder: philosophische Schriften der Aufklärung zum Vampirismus. - Bearbeitungen und Übertragungen A. und Irina Silberschmidt - 2006
Von den sogenannten Vampiren oder zurückkommenden Verstorbenen in Ungarn und Mähren - Augustin Calmet - 1746 - Bearbeitung N. Equiamicus (2013)
Dunkle Kulturgeschichte - Sammlung Nicolaus Equiamicus in der bibliothèque des vampires


Diese Seite entstand auch in Zusammenarbeit mit Nicolaus Equiamicus. Dafür noch einmal allen Dank.