MORELLA

Edgar Allan Poe

1835

bibliothèque: Durch Zufall oder Schicksal findet der Erzähler eine Freundin, Morella, die ihn mit deutschen Philosophen bekannt macht. Er heiratet sie ohne Liebe und wird zu ihrem Schüler. Im Lauf der Zeit wird die Zuneigung zu Verachtung und Hass, bis er ihr den Tod wünscht. Tatsächlich stirbt Morella dann und mit ihrem letzten Atemzug, gebiert sie eine Tochter und weissagt dem Erzähler seine Zukunft mit ihrer beiden Tochter. Bis zu ihrem zehnten Geburtstag wächst die Tochter namenlos auf, bis er sie endlich taufen lässt und ihm nur der Name Morella einfällt. In dem Moment, da er diesen Namen ausspricht, verstirbt die Tochter. Bei der Beerdigung stellt der Erzähler fest, dass der Leichnam der Mutter fehlt.
Die Deutungen und Hintergründe dieser Geschichte sind vielfältig. Im Allgemeinen wird angenommen, dass sie - literarisch verpackt - unmittelbaren Bezug zu Poes eigenem Leben nimmt. Ebenso wird eine "Abrechnung" mit der Philosophie der Identität im "Deutschen Idealismus" und dessen Vertretern J.G. Fichte und F.W.J. Ritter von Schelling angenommen.
Die Erzählung "Morella" findet heute nicht zuletzt durch die ungeklärte Eindeutigkeit des "Morella ist Morella" Einzug in Sammlungen um Seelenwanderung, (Familien-)Grusel/Horror, Hexen und Vampiren. Besonders zum letzten Bezug wird die Beschreibung Morellas (Mutter) - bleich und kalt -, die Abhängigkeit des Erzählers und das letztlich leere Grab angeführt.
Sei es wie es sei - die Erzählung ist ein weiteres Stück meisterlichen E.A. Poe und schon allein daher lesenswert und angenehm schaurig.
(2014)

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Volltext "Morella" deutsch

zitiert nach: Edgar Allan Poe: "Geschichten von Schönheit, Liebe und Wiederkunft." Bd. 2, Hrsg. v. Theodor Etzel, Berlin o. J.

Αυτο χαθ αυτο μεθ' αχτου, μονο ειδες αιει ον. Plato, Symposion

Ein Gefühl tiefer, jedoch höchst seltsamer Zuneigung verband mich mit meiner Freundin Morella. Ein Zufall war's , der mich vor vielen Jahren mit ihr zusammenführte, aber seit unserer ersten Begegnung brannte meine Seele in fremder, entfesselter Glut. Das war nicht die Flamme des Eros, das war ein seltsam wilder Seelenbrand, und bitter und qualvoll war meinem Geist die wachsende Überzeugung, dass ich das rätselhafte Wesen dieser Gluten auf keine Weise zu ergründen noch ihr Aufflammen und Niedersinken zu beherrschen vermochte.

Und das Schicksal, das uns zueinander geführt hatte, band uns am Altar zusammen. Doch sprach ich nie ein Wort, das Leidenschaft gewesen wäre, dachte nie einen Gedanken, der Liebe bedeutet hätte. Morella aber floh jede Geselligkeit und schloss sich innig an mich an und machte mich glücklich - denn Staunen und Träumen ist Glück.

Morellas Gelehrsamkeit war unergründlich. Bei meinem Leben! Ihre vielseitige Begabung war geradezu übernatürlich - ihre Verstandeskräfte waren gigantisch! Ich wusste das und wurde in vielen Dingen ihr Schüler. Es begann damit, dass sie mir eine Anzahl jener mystischen Schriften vorlegte, die man gemeiniglich nur als den Abschaum der frühen deutschen Literatur ansieht. Das Studium dieser Werke - aus mir unverständlichen Gründen - bildete ihre liebste und andauerndste Beschäftigung, und dass es auch die meine wurde, ist einfach dem unwiderstehlichen Einfluss von Beispiel und Gewohnheit zuzuschreiben.

Mit alledem hatte, wenn ich nicht irre, mein Verstand wenig zu schaffen. Soviel ich weiß, stimmte meine Weltanschauung durchaus nicht mit den Idealen dieser Leute überein, und auch in meinem Tun und Denken war keine Spur von ihrem Mystizismus zu entdecken. Ich wenigstens hatte diese Überzeugung und überließ mich daher ruhig und blindlings der Führung meiner Frau, der ich unerschrocken in allen ihren Studien folgte. Und dann - dann, wenn ich, über geächtete, verderbliche Blätter gebeugt, fühlte, wie ein verderblicher Geist sein Feuer in mir entzündete, kam Morella und legte ihre kalte Hand auf meine heiße Hand und entfachte aus der Asche einer toten Philosophie irgendwelche fast bedeutungslosen, doch eigentümliche Worte, deren seltsamer Sinn sich flammend in mein Gedächtnis grub. Und dann - dann ging ich Stunde um Stunde nicht von ihrer Seite und berauschte mich am Wohlklang ihrer Stimme, bis diese mir zum Überdruss und schließlich zum Entsetzen wurde und schwarze Schatten sich auf meine Seele lagerten und bis ich erbleichte und tief im Innern vor den fast überirdischen Lauten schauderte. Und so wurden plötzlich Glück und Freude zu Entsetzen und namenlosem Abscheu, und Schönheit weckte Grauen, so wie einst aus dem Tale Hinnom das Gehenna geworden war.

Es ist unnötig, über die einzelnen Probleme, die jene alten Bücher in uns anregten und die lange, lange Zeit fast das einzige Thema unserer Gespräche bildeten, viel zu sagen. Alle die, die etwas von "theologischer Moral" verstehen, kennen diese Fragen sehr gut, und jene, die darin unerfahren sind, würden mich sicherlich kaum verstehen. Der wilde Pantheismus Fichtes, die gemäßigtere Lehre der Pythagoräer von der Wiederkunft und vor allem die Identitätsdoktrinen, wie Schelling sie aufstellte, bildeten den hauptsächlichsten Stoff für unsere Diskussionen und schienen die phantasievolle Morella am tiefsten und schönsten anzuregen. Jene sogenannte persönliche Identität definiert Locke, wie ich glaube, als das dauernde Bestehen eines jeden vernunftbegabten Daseins. Und da wir unter "Person" ein intelligenz- und vernunftbegabtes Wesen verstehen und da alles Denken stets von Bewusstsein begleitet ist, so formt dieses beides gemeinsam unser "Ich" und unterscheidet uns durch Verleihung unserer "persönlichen Identität" von anderen denkenden Wesen. Doch das "principium individuationis", der Begriff dieser Identität, die mit dem Tode verloren oder nicht verloren geht, war mir stets ein Problem von außerordentlicher Bedeutung, nicht allein wegen seiner verwirrenden und aufregenden Konsequenzen, sondern auch wegen der sonderbaren und eifrigen Art und Weise, in der Morella es behandelte.

Doch die Zeit war gekommen, in der das Geheimnisvolle im Wesen meines Weibes mich wie ein Alp, ein Zauber bedrückte. Ich konnte die Berührung ihrer bleichen Finger nicht ertragen, ich konnte den sanften Klang ihrer tönenden Sprache, den Glanz ihrer melancholischen Augen nicht ertragen. Und sie wusste all dies und hielt es mir doch niemals vor. Sie schien meine Schwäche, meine Manie zu kennen und nannte es lächelnd "Schicksal". Selbst die mir unbekannte Ursache für meine sich steigernde Abneigung schien sie zu kennen, doch machte sie nie eine Andeutung, die mir auf die Spur geholfen hätte. Aber sie war Weib und härmte sich und schwand hin und welkte von Tag zu Tag. Mit der Zeit erschien und blieb auf ihren Wangen eine bedeutungsvolle Röte, und die blauen Adern auf ihrer bleichen hohen Stirn schwollen an. Und wenn mein Wesen für einen Augenblick in Mitleid schmolz, so traf mich im nächsten das Aufleuchten ihrer bedeutsamen Augen - und meine Seele entsetzte sich und wurde von einem Schwindel ergriffen, wie er uns befällt, wenn wir hinab in einen grausig düsteren, unergründlichen Abgrund spähen.

Muss ich noch sagen, dass ich mit tiefem, aufreibendem Verlangen die Stunde von Morellas Ableben herbeiwünschte! Ich tat es. Aber der schwache Geist klammerte sich noch Tage, Wochen, Monate an seine zerbrechliche Hülle; und es kam so weit, dass meine gemarterten Nerven Herrschaft über mich gewannen. Dies Hinzögern machte mich rasend, und mein teuflisches Herz verfluchte die Tagen und die Stunden und die bitteren Minuten, die länger und länger zu werden schienen, je mehr ihr zartes Leben dahinschmolz, wie Schatten länger und länger werden im sterbenden Tag.

Aber eines Herbstabends, als alle Winde im Himmelsraum schliefen, rief mich Morella an ihr Bett. Ein trüber Nebel lagerte über der Erde und ein warmer Glanz auf den Wassern, und die Farben des herbstlichen Waldes glühten so bunt, als sei ein Regenbogen vom Firmament herabgefallen und in Millionen bunte Scherben zersplittert.

"Dies ist der Tag der Tage," sagte sie, als ich zu ihr trat. "Der Tag der Tage - sei es zum Leben oder Sterben. Ein schöner Tag für die Söhne der Erde und des Lebens - ah, schöner noch für die Töchter des Himmels und des Todes!"

Ich küsste sie auf die Stirn, und sie fuhr fort:
"Ich sterbe, dennoch werde ich leben!"
"Morella!"
"Die Tage, da du mich lieben konntest, sind nie gekommen - doch sie, die du im Leben verabscheutest - im Tode sollst du sie anbeten."
"Morella!"
"Ich wiederhole es: - ich sterbe. Doch in mir lebt ein Unterpfand der Neigung, die du - ach wie gering! - für mich, Morella, fühltest. Und wenn mein Geist entflieht, wird das Kind leben - dein Kind und meines, Morellas! Doch deine Tage werden Tage der Sorge sein - der Sorge, die beständiger ist als alles andere, gleichwie die Zypresse ausdauernder ist als alle anderen Bäume. Denn die Stunden deines Glückes sind vorüber, und Freude erblüht nicht zweimal im Leben, nicht zweimal, wie die Rosen im Paestum zweimal blühen im Jahre. Rebe und Myrte werden dir unbekannt sein, und du wirst, gleich den Moslem in Mekka, auf Erden schon dein Leichentuch mit dir herumtragen."
"Morella!" schrie ich auf, "Morella! Wie kannst du das wissen?"
Aber sie wendete das Gesicht ab, und ein leises Zittern überlief ihre Glieder. Sie starb, und ihre herrliche, ihre entsetzliche Stimme war tot.

Doch wie sie es vorausgesagt hatte, geschah es. Ihr Kind, das sie sterbend geboren hatte und das den ersten Atemzug tat, als seine Mutter den letzten tat, dies Kind, ein Mädchen, lebte. Und es entwickelte sich geistig und körperlich außerordentlich schnell, war das vollkommene Ebenbild von ihr, die jetzt dahingeschieden war, und ich liebte es mit der Liebe, deren Glut und Innigkeit mir oft wie eine Kraft aus einer anderen Welt erschien.

Doch nicht lange, da verdunkelte sich der Himmel dieser reinen Zuneigung, denn Grausen und Kummer jagten wie ungeheure verderbenbringende Wolken darüber hin. Ich sagte schon, das Kind entwickelte sich außerordentlich früh an Körper und Geist. Und in der Tat, sein schnelles leibliches Wachstum war geradezu befremdend. Aber schrecklich, o schrecklich waren die tobenden Gedanken, die mich überstürzten, wenn ich des Kindes geistiger Entwicklung folgte. Wie konnte es anders sein? Entdeckte ich doch täglich in den Vorstellungen der kindlichen Seele die abnorme Begabung und das ausgereifte Wissen des Weibes, vernahm aus dem kindlichen Munde die genialsten Erfahrungssätze, die Menschen jemals aufgestellt haben, und sah im Auge des Kindes die Weisheit und Leidenschaftlichkeit vollkommener Reife glühen.

Als diese Erscheinungen meinen erschreckten Sinnen offenbar wurden, als meine Seele sie in sich aufgenommen hatte - war es da zu verwundern, dass ein entsetzlicher Argwohn mich befiel in der quälenden Erinnerung an die grausigen Phantasien und unerhörten Theorien der verstorbenen Morella?

Und ich verbarg dies junge Wesen, das ich anbetete, vor den Blicken und Einflüssen der Welt, und in der vollständigen Abgeschlossenheit meines Heims wachte ich mit aufreibender Sorge über alles, was dieses geliebte Wesen betraf.

Und wie die Jahre dahinflossen und ich Tag um Tag in ihr heiliges und mildes und beredtes Antlitz spähte und Tag um Tag ihr Wachsen und Reifen bemerkte, geschah es, dass ich Tag um Tag neue Dinge fand, in denen die Tochter vollständig ihrer Mutter - der schwermütigen und toten - glich. Und stündlich verdichteten sich diese Schatten einer unnatürlichen Ähnlichkeit und wurden immer tiefer und immer bestimmter und immer beängstigender - und immer grauenvoller anzusehen. Dass ihr Lächeln dem Lächeln ihrer Mutter vollkommen glich, das hätte ich ertragen können; aber dann, plötzlich, schauderte ich, denn ihr Lächeln war nicht nur dem Morellas gleich - es war mit ihm identisch! Dass ihre Augen den Augen Morellas glichen, konnte ich hinnehmen, aber manchmal, oft, drang der Tochter Blick in die Tiefen meiner Seele mit einer verwirrenden Eindringlichkeit, wie sie eben nur Morella eigen sein konnte. Und in den Umrissen der hohen Stirn und in den seidigen Locken ihres Haares, in den bleichen Fingern, die mit diesen Locken spielten, und in der klagenden Musik ihrer Stimme und vor allem - o! vor allem in den Redewendungen der Toten, die von den Lippen der Lebenden und Geliebten flossen, fand ich Nahrung für die aufregendste Gedankenarbeit und für das rastloseste Entsetzen - für den Wurm, der niemals sterben wollte!

So vergingen die ersten zehn Jahre ihres Lebens, und noch immer hatte meine Tochter keinen Taufnamen. "Mein Kind" und "mein Liebling" sind ja übliche Benennungen, wie Vaterliebe sie findet, und die strenge Abgeschlossenheit, in der sie lebte, schloss jeden weiteren Verkehr aus und machte daher einen anderen Namen überflüssig. Morellas Name war mit ihr gestorben. Ich hatte der Tochter niemals von der Mutter gesprochen; es war unmöglich, von ihr zu sprechen. Tatsächlich hatte also das Kind in seinem jungen Leben keine anderen Eindrücke empfangen als diejenigen, die sich ihm in den engen Grenzen unserer Zurückgezogenheit bieten konnte.

Doch schließlich vermeinte mein abgehetzter Geist durch die Zeremonie der Taufe Erlösung zu finden. So führte ich also das Kind zur Taufe. Und als ich vor dem Taufbecken stand, suchte ich nach einem Namen. Viele Namen voll Weisheit und Schönheit, aus alter und neuer Zeit, aus meiner Heimat und aus fremden Ländern, drängten sich mir auf die Lippen, und viele, viele Namen für Sanftes und Frohes und Gutes. Was trieb mich nur dazu an, die Ruhe der Toten und Begrabenen zu stören? Welcher Dämon veranlasste mich, jenen Namen zu flüstern, bei dessen Erinnerung schon das Blut mir stürmend zum Herzen schoss? Welcher Unhold sprach aus den Tiefen meiner Seele, als ich in schweigender Nacht mitten im düsteren Kreuzgang in das Ohr des heiligen Mannes die Silben flüsterte: "Morella!" Und wer anders als Satan selbst veranlasste mein Kind, bei diesem kaum vernehmbaren Laut zusammenzuschrecken, die verglasten Blicke gen Himmel zu heben und mit zuckendem Gesicht, auf dem die Schatten des Todes kämpften, auf die schwarze Marmorplatte unserer Familiengruft niederzusinken und zu antworten: "Hier bin ich!"

Klar, kalt und vollkommen deutlich trafen diese einfachen Worte mein Ohr und rollten von da wie geschmolzenes Blei zischend in mein Gehirn. Jahr um Jahr kann dahingehen, doch niemals die Erinnerung an diesen Augenblick! Wahrlich, noch wusste ich nichts von Blumen und Reben - doch Zypresse und Schierling umdrohten mich Tag und Nacht. Und ich wusste nichts mehr vom Wandel der Zeit, und der Stern meines Schicksals losch aus dem Firmament, und die Erde verlor ihr Licht, und die Gestalten, die sie belebten, glitten an mir vorbei wie Schatten, und mitten unter ihnen sah ich nur - Morella! Die himmlischen Winde atmeten nur einen Laut, und die rieselnden Wellen der ewigen Wasser murmelten immerfort - Morella! Aber sie starb; und mit meinen eigenen Händen trug ich sie zu Grab. Und ich lachte ein langes, bitteres Lachen, als in der Gruft, in die ich die zweite bettete, nicht eine Spur zu finden war von der ersten - Morella.

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Volltext "Morella" Original

zitiert nach: Edgar Allan Poe: "Works – Tales - Morella", Edgar Allan Poe Society of Baltimore, 1850

Αυτο χαθ' αυτο μεθ' αυτου, μονο ειδες αιει ον. (Itself, by itself, solely, ONE everlasting, and single.) Plato. Sympos.

With a feeling of deep yet most singular affection I regarded my friend Morella. Thrown by accident into her society many years ago, my soul, from our first meeting, burned with fires it had never before known; but the fires were not of Eros, and bitter and tormenting to my spirit was the gradual conviction that I could in no manner define their unusual meaning, or regulate their vague intensity. Yet we met; and fate bound us together at the altar; and I never spoke of passion, nor thought of love. She, however, shunned society, and, attaching herself to me alone, rendered me happy. It is a happiness to wonder; - it is a happiness to dream.

Morella's erudition was profound. As I hope to live, her talents were of no common order - her powers of mind were gigantic. I felt this, and, in many matters, because her pupil. I soon, however, found that, perhaps on account of her Presburg education, she placed before me a number of those mystical writings which are usually considered the mere dross of the early German literature. These, for what reason I could not imagine, were her favorite and constant study - and that, in process of time they became my own, should be attributed to the simple but effectual influence of habit and example.

In all this, if I err not, my reason had little to do. My convictions, or I forget myself, were in no manner acted upon by the ideal, nor was any tincture of the mysticism which I read, to be discovered, unless I am greatly mistaken, either in my deeds or in my thoughts. Persuaded of this, I abandoned myself implicitly to the guidance of my wife, and entered with an unflinching heart into the intricacies of her studies. And then - then, when, pouring over forbidden pages, I felt a forbidden spirit enkindling within me - would Morella place her cold hand upon my own, and rake up from the ashes of a dead philosophy some low, singular words, whose strange meaning burned themselves in upon my memory. And then, hour after hour, would I linger by her side, and dwell upon the music of her voice - until, at length, its melody was tainted with terror, - and there fell a shadow upon my soul - and I grew pale, and shuddered inwardly at those too unearthly tones. And thus, joy suddenly faded into horror, and the most beautiful became the most hideous, as Hinnon became Ge-Henna. It is unnecessary to state the exact character of those disquisitions which, growing out of the volumes I have mentioned, formed, for so long a time, almost the sole conversation of Morella and myself. By the learned in what might be termed theological morality they will be readily conceived, and by the unlearned they would, at all events, be little understood. The wild Pantheism of Fichte; the modified Παλιγγενεσια of Pythagoreans; and, above all, the doctrines of Identity as urged by Schelling, were generally the points of discussion presenting the most of beauty to the imaginative Morella. That identity which is termed personal, Mr. Locke, I think, truly defines to consist in the sameness of rational being. And since by person we understand an intelligent essence having reason, and since there is a consciousness which always accompanies thinking, it is this which makes us all to be that which we call ourselves - thereby distinguishing us from other beings that think, and giving us our personal identity. But the principium individuationis - the notion of that identity which at death is or is not lost for ever, was to me - at all times, a consideration of intense interest; not more from the perplexing and exciting nature of its consequences, than from the marked and agitated manner in which Morella mentioned them.

But, indeed, the time had now arrived when the mystery of my wife's manner oppressed me as a spell. I could no longer bear the touch of her wan fingers, nor the low tone of her musical language, nor the lustre of her melancholy eyes. And she knew all this, but did not upbraid; she seemed conscious of my weakness or my folly, and, smiling, called it Fate. She seemed ,also, conscious of a cause, to me unknown, for the gradual alienation of my regard; but she gave me no hint or token of its nature. Yet was she woman, and pined away daily. In time, the crimson spot settled steadily upon the cheek, and the blue veins upon the pale forehead became prominent; and one instant, my nature melted into pity, but, in the next, I met the glance of her meaning eyes, and then my soul sickened and became giddy with the giddiness of one who gazes downward into some dreary and unfathomable abyss.

Shall I then say that I longed with an earnest and consuming desire for the moment of Morella's decease? I did; but the fragile spirit clung to its tenement of clay for many days - for many weeks and irksome months - until my tortured nerves obtained the mastery over my mind, and I grew furious through delay, and, with the heart of a fiend, cursed the days, and the hours, and the bitter moments, which seemed to lengthen and lengthen as her gentle life declined - like shadows in the dying of the day.

But one autumnal evening, when the winds lay still in heaven, Morella called me to her bed-side. There was a dim mist over all the earth, and a warm glow upon the waters, and, amid the rich October leaves of the forest, a rainbow from the firmament had surely fallen.

"It is a day of days," she said, as I approached; "a day of all days either to live or die. It is a fair day for the sons of earth and life - ah, more fair for the daughters of heaven and death!"

I kissed her forehead, and she continued:
"I am dying, yet shall I live."
"Morella!"
"The days have never been when thou couldst love me - but her whom in life thou didst abhor, in death thou shalt adore."
"Morella!"
"I repeat I am dying. But within me is a pledge of that affection - ah, how little! - which thou didst feel for me, Morella. And when my spirit departs shall the child live - thy child and mine, Morella's. But thy days shall be days of sorrow - that sorrow which is the most lasting of impressions, as the cypress is the most enduring of trees. For the hours of thy happiness are over, and joy is not gathered twice in a life, as the roses of Paestum twice in a year. Thou shalt no longer, then, play the Teian with time, but, being ignorant of the myrtle and the vine, thou shalt bear about with thee thy shroud on the earth, as do the Moslemin at Mecca."
"Morella!" I cried, "Morella! how knowest thou this?" - but she turned away her face upon the pillow, and, a slight tremor coming over her limbs, she thus died, and I heard her voice no more.

Yet, as she had foretold, her child - to which in dying she had given birth, which breathed not until the mother breathed no more - her child, a daughter, lived. And she grew strangely in stature and intellect, and was the perfect resemblance of her who had departed, and I loved her with a love more fervent than I had believed it possible to feel for any denizen of earth.

But, ere long, the heaven of this pure affection became darkened, and gloom, and horror, and grief, swept over it in clouds. I said the child grew strangely in stature and intelligence. Strange, indeed, was her rapid increase in bodily size - but terrible, oh! terrible were the tumultuous thoughts which crowded upon me while watching the development of her mental being. Could it be otherwise, when I daily discovered in the conceptions of the child the adult powers and faculties of the woman? - when the lessons of experience fell from the lips of infancy? and when the wisdom or the passions of maturity I found hourly gleaming from its full and speculative eye? When, I say, all this became evident to my appalled senses - when I could no longer hide it from my soul, nor throw it off from those perceptions which trembled to receive it - is it to be wondered at that suspicions, of a nature fearful and exciting, crept in upon my spirit, or that my thoughts fell back aghast upon the wild tales and thrilling theories of the entombed Morella? I snatched from the scrutiny of the world a being whom destiny compelled me to adore, and in the rigorous seclusion of my home, watched with an agonizing anxiety over all which concerned the beloved.

And, as years rolled away, and I gazed, day after day, upon her holy, and mild, and eloquent face, and poured over her maturing form, day after day did I discover new points of resemblance in the child to her mother, the melancholy and the dead. And, hourly, grew darker these shadows of similitude, and more full, and more definite, and more perplexing, and more hideously terrible in their aspect. For that her smile was like her mother's I could bear; but then I shuddered at its too perfect identity - that her eyes were like Morella's I could endure; but then they too often looked down into the depths of my soul with Morella's own intense and bewildering meaning. And in the contour of the high forehead, and in the ringlets of the silken hair, and in the wan fingers which buried themselves therein, and in the sad musical tones of her speech, and above all - oh, above all - in the phrases and expressions of the dead on the lips of the loved and the living, I found food for consuming thought and horror - for a worm that would not die.

Thus passed away two lustra of her life, and, as yet, my daughter remained nameless upon the earth. "My child," and "my love," were the designations usually prompted by a father's affection, and the rigid seclusion of her days precluded all other intercourse. Morella's name died with her at her death. Of the mother I had never spoken to the daughter; - it was impossible to speak. Indeed, during the brief period of her existence, the latter had received no impressions from the outward world, save such as might have been afforded by the narrow limits of her privacy. But at length the ceremony of baptism presented to my mind, in its unnerved and agitated condition, a present deliverance from the terrors of my destiny. And at the baptismal fount I hesitated for a name. And many titles of the wise and beautiful, of old and modern times, of my own and foreign lands, came thronging to my lips, with many, many fair titles of the gentle, and the happy, and the good. What prompted me, then, to disturb the memory of the buried dead? What demon urged me to breathe that sound, which, in its very recollection was wont to make ebb the purple blood in torrents from the temples to the heart? What fiend spoke from the recesses of my soul, when, amid those dim aisles, and in the silence of the night, I whispered within the ears of the holy man the syllables - Morella? What more than fiend convulsed the features of my child, and overspread them with hues of death, as starting at that scarcely audible sound, she turned her glassy eyes from the earth to heaven, and, falling prostrate on the black slabs of our ancestral vault, responded - "I am here!"

Distinct, coldly, calmly distinct, fell those few simple sounds within my ear, and thence, like molten lead rolled hissingly into my brain. Years - years may pass away, but the memory of that epoch - never! Nor was I indeed ignorant of the flowers and the vine - but the hemlock and the cypress overshadowed me night and day. And I kept no reckoning of time or place, and the stars of my fate faded from heaven, and therefore the earth grew dark, and its figures passed by me, like flitting shadows, and among them all I beheld only - Morella. The winds of the firmament breathed but one sound within my ears, and the ripples upon the sea murmured evermore - Morella. But she died; and with my own hands I bore her to the tomb; and I laughed with a long and bitter laugh as I found no traces of the first, in the charnel where I laid the second - Morella.

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Autor

Edgar Allan Poe - amerikanischer Altmeister des Horror (1809 - 1849), erzählte aber auch meisterliche Abenteuergeschichten. Zudem schuf er noch die Vorlage des Meisterdetektive. Neben der dichterischen Arbeit machte er sich auch einen Namen als Kritiker, Literaturtheoretiker und Lyriker und Erzähler.

Übersetzung: Gisela Etzel

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weiterführende Links

erschienen u.a. in: "Works – Tales - Morella" - Edgar Allan Poe - Edgar Allan Poe Society of Baltimore - 1850
"Geschichten von Schönheit, Liebe und Wiederkunft." Bd. 2 - Edgar Allan Poe - Hrsg. v. Theodor Etzel - Berlin - o. J.

mehr vom selben Autor: Berenice 1835. // Ligeia 1838.

in der 'gallery': Edgar Allan Poe von W.S. Hartshorn, 1848.

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