MEGADRACULA vs GODZILLA

- Fragmente -

Hartmut Gr

2008

in Erinnerung des Vampiremeetings der "Verdammten".

In den vergangen Tagen, zwischen den Herbststürmen oder waren es Winter-, Frühlings-, oder Sommerstürme? Welche Jahreszeit haben wir eigentlich? Egal, es hat zumindest mal nicht geregnet und ich ging am Ufer des Rheins entlang. Da wurde ich aufmerksam auf einige lose Blätter, die am Ufer herumlagen. In einem Anfall von ökologischem Bewusstsein begab ich mich hinunter an das Wasser, um die Blätter in einen nahe gelegenen Abfallkorb zu werfen. Ich schob sie also zusammen und während ich die Böschung wieder hinaufkletterte, siegte die Neugier. So warf ich zuerst nur einen kurzen Blick auf die durchweichten Papiere. Nicht alles war mehr zu lesen, doch hin und wieder erkannte ich Wörter und Sätze. Schnell war meine Neugier gefesselt und ich ließ mich auf einer noch immer klammen Bank nieder. Immer vorsichtiger und gewissenhafter las ich die Überreste der kaum noch erkennbaren Zeilen.
Schließlich brachte ich all diese Papiere in mein Heim und übte mich in der Kunst der Papiertrocknung. Das Ergebnis fiel nicht ganz so erfolgreich aus, wie ich mir erhoffte. Doch konnte ich die lesbaren Reste in eine mir sinnvoll erscheinende Reihenfolge bringen, ab und zu riet ich die vermutlich passenden Wörter und Wortfetzen und erhielt damit diese Bruchstücke …

 

An der Pazifikküste, einige Meilen vor Osaka,
in der Nacht von F [… es folgt unleserliches]
bis zum Morgen des darauffolgenden Tages.

 

17:58 Uhr - Sonnenuntergang

Ihre Eltern waren vor sechs Monaten von einem Besuch eines Fischspezialitätenrestaurants nicht zurückgekehrt und Natzunaki musste umziehen. Sie fand einen Job im wissenschaftlichen Institut für afrikanische Legenden. Dort übersetzte sie nubische Sagen ins japanische.
Am Abend stand Natzunaki am Fenster ihres 1¾-Zimmer-Apartments im zwölften Stock des Kushimoto-Towers und schaute in den Sturm. Die schwarzen Wolken fetzten über den Himmel, der Regen goss in Strömen und die Wellen des Pazifiks schäumten hoch auf. Ab und zu zerriss ein Blitz den Sturm und erleuchtete für wenige Sekunden die Szenerie, rasch gefolgt von einem Donner der die Möbel im Zimmer wie bei einem leichten Erdbeben erzittern ließ.
In den Sekunden der Helligkeit glaubte Natzunaki riesenhafte Gestalten über dem Ozean auf sie zukommen zu sehen und erschaudernd wandte sie sich vom Inferno ab, um sich einer Anime-Serie im TV zu widmen.

[… unleserlich]

Durch den Sturm kam die Fledermaus geflogen. Über dem Land setzte sie zur Landung an und als sie den Boden zu berühren schien, richtete sich ein turmhohes großes Monster auf. Gehüllt in einen europäischen Abendanzug und ein Cape, wehten silberne Haare im Sturm nur aufgehalten durch den meterhohen Stehkragen. Das blasse Gesicht war gekennzeichnet durch die auffällig spitze Nase und über die Unterlippe ragende Fangzähne. […] Megadracula öffnete die Augen und sein hypnotischer Blick strich durch die japanische Nacht. Der riesenhafte Vampir übertönte mit seinem Ruf den Sturm:
„Man brringe mirr eine Jungfrrau. Icch brraucche einen frrischen Trrunk!“ Doch Osaka lag noch etwa drei Autostunden entfernt und selbst Megadracula hätte für diese Strecke länger gebraucht, als es seine Kräfte noch zu ließen.

[…]

 „Rrenfield! Brringe err mirr eine Jungfrrau!“ brüllte der Vampir durch die stürmische Nacht. Zugleich griff er sich einen vollbesetzten Wagon und schüttelte den Rest des Zuges mit einer geschickten Handbewegung ab. Mit der scharfen Spitze eines Fingernagels riss Megadracula die Seite des Wagons auf und schüttete die Menschen in seinen Mund. Dort zerdrückte er die Sterblichen mit der Zunge und schluckte die winzigen Tropfen Blut, die seine etwa 50 Opfer für ihn darstellten, hinunter. Die menschlichen Reste spie er anschließend wieder aus und schleuderte den leeren Wagon über das Land.

[…]

An der internationalen freien Universität hatten die Wissenschaftler endlich ein Bild des Monsters gefunden und konnten den Vampir identifizieren. Noch einmal überprüften sie die Live-Übertragungsbilder im TV mit der Beschreibung des Monsters. Doch es blieben keine Zweifel übrig: Es konnte nur Dracula sein. Eine europäische Legende, doch nun turmhoch mutiert. Der ehrenwerte Vorsitzende wischte sich den Schweiß von der Stirn, bevor er zum Telefon griff um Kaiser und Premier zu informieren. Während er auf die Verbindung wartete, zogen vor seinem inneren Auge Bilder von selbstmörderischen Samurai und Kamikazefliegern vorbei.

[…]

Die Wissenschaftler betraten das Konferenzzimmer. Dort saßen bereits Militärexperten und berieten, wie Megadracula zu stoppen sei. Offensichtlich waren sie sich nicht einig und unterbrachen ihre freundlichen Anfeindungen beim Aufmarsch der Wissenschaftler. Als jeder Platz genommen hatte, begrüßte Professor Miniakai die Anwesenden und erklärte die Existenz Megadraculas für wissenschaftlich nicht erklärbar und somit einen Ausnahmefall. Am ehesten noch sei die Entstehung dieses Riesenmonsters mit dem Zusammenbruch des Kommunismus in Südosteuropa zum Ende des 20. Jahrhunderts zu erklären. Nach Auswertung aller zur Verfügung stehenden Fakten seien die Wissenschaftler, so erklärte Professor Miniakai weiter, zu der Ansicht gekommen, dass eine mit Knoblauch gefüllte Bombe die besten Erfolgsaussichten versprach. […]

Die Militärs, die bisher eher die Zerstückelung mittels Dauerbeschuss aus Jagdfliegern und Hubschraubern diskutiert hatten, waren von dieser Entwicklung beeindruckt. Doch taten sich die Strategen, trotz der Unterstützung des wissenschaftlichen Rates, schwer, eine geeignete Formel zur Berechnung der nötigen Knoblauchmenge zu finden.

[…]

Yuuki hörte der noch immer schluchzenden Natzunaki zu, während er sich die neuesten Fernsehbilder der Invasion Megadraculas ansah.
„Jetzt kann uns nur noch Godzilla helfen“, sagte er endlich. Seine Kollegen der Wetterstation nickten und sie starten eine Frequenz, die durch die auf dem Meeresboden aufgebauten Lautsprecher übertragen wurde und den Saurier wecken sollte.
Lange geschah jedoch rein gar nichts während Megadracula weiterhin die Küstengebiete auf dem Weg in Richtung Osaka verwüstete und für seine Verhältnisse einige wenige Tropfen zu sich nahm.

[…]

Der monströse Fürst der Finsternis war ungehalten. Renfield war irgendwo verloren gegangen. Oder hatte sich dieses Gewürm aus dem Staub gemacht, seinen Meister allein im Land der aufgehenden Sonne den Gefahren einer neuen Welt überlassend. Hoffte dieses kriecherische Faktotum am Ende gar auf das Ableben des Meisters?

Megadracula säuberte seinen Stehkragen von einigen Hubschraubern, deren Rotoren sich in den Falten verfangen hatten.

[…]

Mit einem Hubschrauber flogen Yuuki und Natzunaki nach Osaka. Sie waren bereits angekündigt und gelangten ohne Aufenthalt in das vorläufige Hauptquartier dieser Operation. Techniker stellten an allen Orten Fernsehschirme auf und verlegten Kabel. Nach und nach versenkten die Bilder der Kameras auf Gebäuden, an Helikoptern, von Fernsehstationen und eigenen Leuten, die sich in der Nähe des Geschehens aufhielten, die gesamte Etage in flimmerndes blaues Licht.
Natzunaki fühlte sich in diesem Treiben höchst überflüssig, doch Yuuki griff nach ihrer Hand und zog sie mit sich. Vor zwei älteren Herren, der eine in Militäruniform, der andere in einem schlecht sitzenden Anzug und mit Glatze, blieben sie stehen.
Noch bevor sie sich gegenseitig vorstellen konnten, erlosch einer der Fernsehschirme und nur noch weiße Streifen waren zu erkennen. Der Militär zuckte mit Bedauern die Achseln und sagte zu einem seiner Leute, dass jemand die Familie des Kameramannes benachrichtigen müsse.
„Sagen Sie denen, dass er zum Wohle unseres Landes starb.“ Seiner Stimme nach schien er jedoch selbst nicht an eine tröstende Wirkung dieser Worte zu glauben.
„Also, wo bleibt jetzt die versprochene Geheimwaffe?“ wandte er sich an Yuuki.
„General, verstehen Sie denn nicht!“ begann der Glatzköpfige noch bevor der Meteorologe zu einer Antwort ansetzen konnte. „Godzilla kann man nicht einfach rufen und schon ist er da. Wir können nur hoffen, dass er unsere Signale hört und erscheint. Mehr leider nicht.“
Die Augen des Generals funkelten:
„Mit Hoffnung allein können wir diesen … dieses Monster aber nicht aufhalten. Ich schicke die Panzer los. Mögen die Götter den armen Seelen gnädig sein.“ Seine Augen richteten sich wieder auf die Bildschirme, während er einen kleinen blassrosa Knopf drückte.

[…]

Der Saurier erreichte das Land und richtete sich zu seiner vollen Größe auf. Er brüllte auf und Megadracula sah sich verwundert um.
„Lass es den Lärrm!“ schrie er über die Schulter und schüttelte sich die Insassen eines Nissans in den Rachen, drückte kurz mit der Zunge gegen die Leiber und spie die blutleeren Menschlein in hohem Bogen aus.

Godzilla lenkte seine Schritte, nun auf das andere Monster aufmerksam geworden, in dessen Richtung und zerschlug dabei einige Häuser, deren Bewohner sich nur mit Mühe in Sicherheit bringen konnten.

Die Monster standen nun einander gegenüber und beäugten sich fast ungläubig.

„Was bist du denn?“ wollte der Blutsauger hämisch auflachend wissen.
Godzilla fauchte.
„Etwas undeutliche Aussprracche“, stellte Megadracula sich blutige Tränen aus den Augen wischend fest.
Godzilla stieß Rauchschwaden aus seinen Nüstern.
„Soll dies mich nun beeindrrucken. Ha. ICCH bin derr Meisterr der Verrwandlung.“ Megadracula begann sich in Nebelschwaden zu hüllen, doch darauf schien Godzilla gewartet zu haben und stürzte auf den Grafen los. Nur mir Mühe konnte Dracula sich auf den Beinen halten.

[…]

Die Vororte Osakas lagen in Sichtweite. Abermals stürmte Godzilla auf den Vampir zu und brachte ihn nun doch zu Fall. Sein Gebiss verfing sich im Umhang des Herrn der Nacht. Fetzen wickelten sich um die Füße des Grafen und hinderten ihn am Aufstehen. Godzilla ließ nicht locker und Megadracula brüllte infernalisch auf.

Die Luftwaffe jagte durch die Nacht über den Monstern, […] doch trauten sie sich nicht das Feuer zu eröffnen. Ihr Befehl war deutlich: „Nur das europäische Monster! Unser eigenes auf jeden Fall schützen!“ Kein Pilot wollte versehentlich Godzilla verwunden und damit die Rache des Kaisers auf sich und seine Familie ziehen.

[…]

Der Sturm schien noch an Kraft zu gewinnen. Die Elemente schienen sich mit dem Kampf der Monster zu verbinden. Doch die Menschen trotzten weiter und auch der einsetzende Schneesturm konnte sie nicht von ihren vermeintlich sicheren Plätzen vertreiben.
 „Es hat seinen Stehkragen zerrissen!“ jubelten die Zuschauer. Megadracula quittierte den Angriff Godzillas jedoch mit einem unheimlich höllischen Dröhnen und bekam Godziallas Schwanz zu fassen. Mit einem rotglühenden Augenrollen versenkte der Vampir seine Zähne darin. Godzilla schrie auf und stieß eine nukleare Rauchwolke aus seinen Nüstern. Ein nahe gelegenes Kraftwerk ging in Flammen auf.

[…]

Millionen hielten vor den Fernsehschirmen den Atem an. Die Zuschauer am Rande Osakas vergaßen auf die Auslöser ihrer Fotoapparate zu drücken und so manche Videokamera verließ das Auge des Besitzers, um ungläubigen Staunen Platz zu machen. Godzillas Schwanz hatte sich um den Hals des Vampirs gelegt und nun zog der Saurier das fremde Monster über die Hochgeschwindigkeitstrasse. Währenddessen ruderte Megadracula hilflos mit seinen Armen und rief röchelnd nach Renfield. Doch dann konnte ein Arm den Fuß des Vorzeitmonsters packen und festhalten. Godzilla mühte sich den Fürsten abzuschütteln und ließ dazu die Schlinge um den Hals los. Megadracula richtete sich auf und stürzte sich auf Godzilla, die Fänge weit ausgefahren. Doch auch Godzilla riss das Maul auf und die beiden verbissen sich jeweils in der Schulter des anderen. Noch einige Augenblicke standen sie umschlungen, doch dann krachten sie zur Erde. Die seismologischen Stationen weltweit meldeten ein Erdbeben von bisher ungeahnter Stärke.

[…]

Trotz der infernalischen Bosheit, mit der sich die Monster bekämpften und der Gier der Menschen, sich an diesem Schauspiel zu ergötzen, gelang es einigen sich aus dem Bann des Duells zu lösen und an ihren eigenen Vorteil zu denken. Zwischen den Zuschauermassen am Rande Osakas liefen einige geschäftstüchtige Menschen herum und boten ihre Waren feil. Teenager priesen „Speicherkarten für Kamera und Video in allen Größen  - 100% kompatibel zu ihrem Gerät“ an. Sie machten damit gute Geschäfte, denn niemand wollte sich die Schnappschüsse seines Lebens entgehen lassen. Fotoapparate und Videokameras wurden zu leicht überhöhten Preis als „Schnäppchen“ angeboten … und gekauft. Einige Zuschauer warfen ihre alten Kameras weg, da sie offensichtlich ungeachtet der digitalen Spielereien nur verwackelte Bilder lieferten. Es liefen chinesische Exilanten herum und boten „Flühlingslollen - fast walm und knusplig“ an. Andere Verkäufer offerierten „Hot Dogs, frische Hot Dogs - frisch aus Amerika“. Irgendwo hat irgendwer einen Karaoke-Stand aufgebaut und ein bleiches Männlein schrie in Mitten des Gedränges: „Gratisgutscheine! Kommen Sie nach Patagonien! Erleben Sie den nächtlichen Kuss Südamerikas. Jungfrauen reisen gratis bis zu vier Wochen!“ So hatten auch die Zuschauer an den schlechteren Plätzen ihre Unterhaltung und alle waren dabei.

[…]

Die Massen jubelten. Godzilla hielt den Blutsauger in seinen kurzen Armen. Sein Gebiss hatte sich in der Schulter des Gegners verbissen und mit wütendem Kopfschütteln, versuchte das Urzeitmonster das Fleisch herauszureißen. Megadracula wurde mächtig durchgeschüttelt. Sein gesamter riesiger Körper schwankte mit dem Reißen des Sauriers.
Doch plötzlich versteifte sich die Statur des Grafen, seine Füße bohrten sich in die Erde, die dem Druck nicht gewachsen war und auf einer Länge von fast einer Meile aufriss, als sei ein überdimensionierter Pflug durchgezogen worden.
Überrascht löste Godzilla sein Maul von der Schulter des Grafen, dessen Wunden sich fast sofort wieder verschlossen. Megadracula griff mit einer Hand an das kleine Ohr des Gegners und zog daran, so dass sich der Kopf zur Seite neigte. Seine langen Fingernägeln bohrte der Vampir unter die Schuppen und brach eine Anzahl von ihnen heraus. In weitem Bogen flogen sie davon und spitze Fangzähne durchbrachen die nun freiliegende Haut. Die Arme des Meisters legten sich fast zärtlich um die Gestalt Godzillas.
Die Zuschauer hielten den Atem an und durch die Stille erklang ein tiefes wohliges Schnurren nur unterbrochen von weithin hörbaren Schluckgeräuschen.

[…]

Der Premierminister griff bei neusten Bildern seufzend zum Telefon und bot kurz darauf dem ebenfalls unglücklichen Kaiser seinen Rücktritt an, während eine Sondermeldung am unteren Bildschirm kundtat, dass der Verteidigungsminister leblos aufgefunden worden sei.

[…]

Die Gestalt Godzillas sank in den Armen Megadraculas zusammen und riss dabei mit seinen spitz hervorstehenden Rückenplatten einen Arm des Vampirs auf. Überrascht lies dieser von seinem Opfer ab, das zur Erde kippte. Als Godzilla aufschlug, löste er ein kleineres Erdbeben aus. Durch die bereits entstandenen Beschädigungen sanken doch einige Häuser in sich zusammen.
Megadracula besah sich kurz seinen Arm, der allerdings bereits wieder verheilte und blickte dann fast ungläubig staunend auf die Kreatur zu seinen Füßen hinab.

[…]

Ein beherzter  Feldherr hatte längst die Entscheidung getroffen, auf die er bereits die gesamte Nacht vergeblich wartete und nun eigenmächtig alle Truppen zu Boden, zu Wasser und aus der Luft auf das ultimative Ziel losgejagt:
„Ich erwarte keine Gefangenen! Kollateralschäden sind unvermeidlich! Gegebenenfalls werde ich für den Tod Godzillas die volle Verantwortung übernehmen.“
Nun war die Streitmacht eingetroffen und feuerte aus allen Rohren. Konventionelle Raketen flogen genauso durch die langsam endende Nacht, wie gerade noch aus dem Versuchslabor gelieferte, mit Unmengen von Knoblauch und Weihwasser präparierte Geschosse.

Den Beginn der Attacke schien Megadracula nicht zu bemerken. Noch immer sah er auf Godzilla hinab und schien zu überlegen, was er als nächstes tun solle. Doch schließlich pfiff der Geschosshagel immer stärker um seine Ohren und die ersten Kugeln hatten ihr Ziel getroffen. Megadracula sah auf und überblickte die Lage sofort: Im Osten über dem Pazifischen Ozean begann sich der Himmel zu erhellen. Unwirsch wedelte er mit seinen Armen, das Cape flatterte und einige Flugzeuge stürzten ab, andere konnten sich nur mit waghalsigen Flugmanövern in Sicherheit bringen. Die Gestalt des Vampirs wurde undeutlich in den Bewegungen und schien sich zu verwandeln.

[…]

07:04 Uhr - Sonnenaufgang

Der vom Blutverlust geschwächte Godzilla stampfte in die von den ersten Sonnenstrahlen erleuchtete See und ließ sich endlich mit einem noch am entfernten Strand gut hörbaren Bauchklatscher in den Ozean fallen. Da war die Reisenfledermaus schon längst hinterm westlichen Horizont verschwunden.

Erleichtert sank Natzunaki in die Arme Yuukis, der sanft ihren Rücken streichelte und ihr einen Kuss auf die Stirn drückte.

Noch zur selben Stunde begann ein streng geheimes Cleaning-Kommando mit den Aufräumarbeiten und Spezialeinheiten stürmten weltweit die Nachrichtensender und hackten sich auf einer Unzahl von Webseiten ein. Sie beschlagnahmten und vernichteten jede visuelle Aufzeichnung über die Ereignisse der Nacht. In Osaka bekamen jede Menge Leute unverhofft Besuch einer Gratisputzkolonne und konnten sich anschließend an nichts mehr der letzten 15 Stunden erinnern.

An den Hängen des Fudschijama schrie eine verzweifelte Stimme „Meister! Meister!“ und das Echo verklang in den undurchdringlichen Wäldern.

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