HYMNEN AN DIE NACHT

- 4. (Auszug: Hinüber wall ich) -

Novalis
(Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg)

1797

 

[...]

Hinüber wall ich
Und jede Pein,
Wird einst ein Stachel
Der Wollust sein.
Noch wenige Zeiten
So bin ich los
Und liege trunken
Der Lieb' im Schoß.
Unendliches Leben
Kommt über mich,
Ich sehe von oben
Herunter auf Dich.
An jenem Hügel
Verlischt dein Glanz,
Ein Schatten bringet
Den kühlen Kranz
O! sauge Geliebter
Gewaltig mich an,
Dass ich bald ewig
Entschlummern kann.
Ich fühle des Todes
Verjüngende Flut,
Zu Balsam und Äther
Verwandelt mein Blut;
Ich lebe bei Tage
Des Lebens voll Mut.
Und sterbe die Nächte
In heiliger Glut.

auch erschienen in:

Von den Vampiren oder Menschensaugern

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