THE VAMPYRE

Rudyard Kipling

1897

bibliothèque: Den Berichten nach soll dieses Gedicht von Kiplings Cousin Philip Burne-Jones Gemälde "A Vampire" inspiriert worden sein. Auf der Grundlage dieser Verse entstand das Theaterstück "A Fool There Was" (Uraufführung 1909), welches die Vorlage für den gleichnamigen Stummfilm-Klassiker von 1915 bildete. Auch wenn dabei die Vamp dem liebeskranken Narren gegenübersteht, kommt man bei der Beschäftigung mit Vampiren an all diesen Werken - von Gemälde bis Film -  nicht vorbei.
Die hier vorgelegte Übertragung des Gedichtes in die deutsche Sprache, sollte einen groben Eindruck vom behandelten Thema geben können.
(2011)

The Vampyr (engl.)

Der Vamp (dt.)

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Autor

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Die Übertragung des Textes erfolgte für die bibliothèque des vampires durch H. Grosch, 2011.

THE YAMPYRE

A fool there was and he made his prayer
(Even as you and I!)
To a rag and a bone and a hank of hair
(We called her the woman who did not care),
But the fool he called her his lady fair
(Even as you and I!)

Oh the years we waste and the tears we waste
And the work of our head and hand,
Belong to the woman who did not know
(And now we know that she never could know)
And did not understand.

A fool there was and his goods he spent
(Even as you and I!)
Honor and faith and a sure intent
But a fool must follow his natural bent
(And it wasn't the least what the lady meant),
(Even as you and I!)

Oh the toil we lost and the spoil we lost
And the excellent things we planned,
Belong to the woman who didn't know why
(And now we know she never knew why)
And did not understand.

The fool we stripped to his foolish hide
(Even as you and I!)
Which she might have seen when she threw him aside -
(But it isn't on record the lady tried)
So some of him lived but the most of him died -
(Even as you and I!)

And it isn't the shame and it isn't the blame
That stings like a white hot brand.
It's coming to know that she never knew why
(Seeing at last she could never know why)
And never could understand.

DER VAMP

Ein Narr war er und betete sie an
(Genau wie du und ich!)
verehrte ihr Kleid, ihr Bein, ihr Haar
(wir nannten sie die Frau, die sich nichts daraus machte),
und der Narr nannte sie eine wohlanständige Dame.
(Genau wie du und ich!)

Oh, die Jahre vergingen und die Tränen trockneten
durch die Arbeit von Kopf und Hand.
Die Frau, sie tat, als ob sie nichts merke
(und nun wissen wir, was sie nicht wusste)
und als ob sie es nicht verstünde.

Ein Narr war er und gab sein Vermögen aus
(genau wie du und ich!)
für Ehre und Vertrauen und ein sicheres Ziel,
aber ein Narr muss seiner Neigung folgen
(und er war nicht der Schwächste, dem die Dame etwas bedeutete)
(ebenso wie dir und mir!)

Oh, die Mühe war vergebens
und der Erfolg der großartigsten Pläne blieb aus
von denen die Frau nicht wusste.
(Und jetzt wissen wir, was sie nicht wusste.)
Es gab für sie nichts zu verstehen.

Der Narr entblößte seine törichte Seele
(Fast genau wie du und ich!)
die sie hätte sehen können, als sie ihn ins Abseits schob
(und die Dame ging dabei nicht zimperlich vor).
So starb er jedes Mal ein bisschen mehr.
(Genau wie du und ich!)

Und es ist keine Schande und es gibt keine Schuld,
der Kummer hinterlässt ein weißes heißes Muster
beim Erkennen, dass sie nie wusste, weshalb
(zuletzt sah, was sie nie wusste)
und es nie konnte verstehen.

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Autor

Rudyard Kipling - 1865 - 1936. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Indien und England. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Das Dschungelbuch", "Kim" und "Der Mann, der König sein wollte". 1907 erhielt er den Literaturnobelpreis.

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