Gefährlich - Geheimnisvoll - Erotisch

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Sie ist ein Wesen der Dämmerung - halb Mensch, halb Vampir. So lebt sie in einer feindlichen Welt und kämpft gegen ihr eigenes Stiefvolk. Eine dunkle Bestimmung lastet auf ihr, eine Mission, die beide Welten verändern wird!

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Folge 1 - 50            Heftromane im Bastei-Verlag            Folge 1 - 50

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1 (Heftroman 1) DAS ERWACHEN: Ein Geheimnis, aus Träumen geboren. Eine junge Frau, bar jeder Erinnerung. Das furchtbare Erbe einer Rasse, so alt wie die Wurzeln der Menschheit. Eine Bestimmung, die nach hundert Jahren Schlaf ihre Erfüllung finden soll. Vampira erwacht. Und macht sich auf, eine feindliche Welt zu entdecken. Begleiten Sie sie auf ihrem gefährlichen und leidenschaftlichen Weg. Folgen Sie den Vampiren auf ihren nächtlichen Pfaden ... Lilith erwacht. Das Abenteuer beginnt ...

2 (Heftroman 2) DER MOLOCH: Lilith wagt den Schritt in die Wirklichkeit - in eine Welt, die sie nur aus ihren Träumen kennt. Unvorbereitet steht sie ihren Feinden und tausend Gefahren gegenüber, noch verwirrt von den Enthüllungen ihrer toten Mutter. Und während sie noch ihr erstes Opfer sucht, um den brennenden Durst nach Sex und Blut zu löschen, hinterlässt sie einen Moloch, der ebenfalls auf Opfer aus ist. Doch dessen Gelüste sind gänzlich anderer Natur - verhängnisvoll und grausam für alle, die ihn betreten. Er ist das Haus. Ein Vampir ganz besonderer Art: Der Moloch!
In Leroy Harps kochte die Lust hoch. Gebannt hing sein Blick an der Schönen im Mauerblümchen-Look. Sein Kennerblick brauchte keine Sekunde, um sie vom Kopf bis zu den Zehen zu Taxieren. Die meiste Bewunderung zollte er den unübersehbaren Rundungen und dem anmutig-unschuldsvollen Gesicht. »Gäbe es dich nicht«, murmelte er selbstvergessen, »müsste man dich erfinden ...« Harps wusste, wovon er sprach. Er war immer auf der Suche nach geeignetem »Material«. Harps wusste nicht, dass er im Begriff stand, sich auf ein ganz besonderes Abenteuer einzulassen. Ein Rendezvous mit dem Tod ...

3 (Heftroman 3) BESESSEN: Nur knapp ist Lilith ihren Verfolgern entkommen - um vom Regen in die Traufe zu geraten. Denn als Zwitterwesen, halb Mensch, halb Blutsauger, muss sie nicht nur die Vampire fürchten. Ihre Zuflucht in höchster Not ist eine Kirche. Vor dem Priester bricht sie zusammen. Pater Lorrimer erkennt sofort, was für ein Wesen da vor ihm liegt. Und fasst einen folgenschweren Entschluss: durch einen Exorzismus ihre verderbte Seele zu retten. Er ahnt nicht, welche Mächte draußen vor dem Tor lauern, als er den jungen Priester-Aspiranthen Duncan Luther losschickt, die nötigen Utensilien zu besorgen. Und das Unheil nimmt seinen Lauf ...
Der Sonnenschein beschönigte nichts. Es war und blieb der schlimmste Montag seit mindestens tausend Jahren. Ein Tag, der besser nie in den Kalendern aufgetaucht wäre. Police-Detective Jeff Warner hatte Aberglauben stets abgelehnt. Er hatte mit beiden Beinen fest im Leben gestanden, bis ... ja, bis sein glattes, berechenbares Weltbild binnen eines einzigen Tages von einem Sturm der Unmöglichkeiten hinweggefegt worden war! Needles war tot. Sein Assistent lag vermutlich schon unter Hendriks Messer. Warner hatte den Polizei-Pathologen selbst darum gebeten. Schlimmer aber noch wog die Vorstellung, nie zu erfahrn, woran Needles zugrunde gegangen war.

4 (Heftroman 4) LANDRUS ANKUNFT: Sie sind auf der Flucht - der junge Priester-Aspirant und die Halb-Vampirin. Verfolgt von einer Macht, die über Mittel und Wege verfügt, die die beiden Flüchtenden nicht einmal erahnen können. Der Weg hinter ihnen liegt in Scherben: Das Haus, in dem Lilith fast 100 Jahre lang geborgen war, ist versunken, Duncan Luthers Laufbahn zerstört. Und in der Stadt breitet sich das Grauen aus. Irgend etwas geht von der Paddington Street aus, das immer weitere Kreise zieht und Unheil heraufbeschwört. Doch das wahre Unheil hat noch gar nicht begonnen. Es nimmt erst seinen Lauf, als ein Wesen in Sydney eintrifft, dessen Stärke und Bosheit unbeschreiblich ist ...
Die Bewegung in der städtischen Kanalisation war kaum wahrnehmbar. Nichts Hörbares begleitete das langsame Dahinkriechen neben dem Abwasserstrom, dessen Rauschen dem asthmatischen Atem eines Giganten glich. Das Netz der Schächte wucherte wie die hohlen Wurzeln eines monströsen Baumes unter Sydneys Straßen, Plätzen und Bauten. Die Kälte und Nässe, das Verdorbene und Modrige behagte dem Ding, das über den glitschigen Beton kroch. Es hatte keine Ohren zu Hören, keine Augen zu Sehen und keine Nase zum Riechen - nichts, was den Sinnen eines Tieres oder Menschen glich. Seine Möglichkeiten der Orientierung waren andere. Beharrlich folgte es der Spur ...

5 (Heftroman 5) NIEMANDES FREUND: Das tödliche Netz zieht sich um Lilith zusammen. Landru hat Witterung aufgenommen; es ist nur noch eine Frage kurzer Zeit, bis er sie aufspürt. Nicht um sie zu töten. So leicht will er es ihr nicht machen. Hilfe erhofft Lilith sich von Espen Storm, den sie als den geheimnisvollen Aboriginal erkannt hat, der schon mehrmals ihren Weg kreuzte, sich aber nie offenbarte. Nun sucht sie ihn auf. Doch Storm ist niemandes Freund. Und als er Lilith mitnimmt auf eine phantastische Geistreise auf den Traumzeitpfaden seiner Ahnen, ahnt sie nicht, in welch tödliches Abenteuer sie sich wagt ....
Die Kreatur kauerte hinter dem wuchtigen Schreibtisch. Sie sprach leise ins Telefon. Nervosität schwang in ihrer Stimme mit, tiefe Besorgnis. Ihre Augen glommen dunkel. »Hora ist tot. Alles zerfällt. Und unsere Herren warten nur ab und hoffen, dass Landru das Desaster beseitigt.« - »Was können wir beitragen?« fragte die Stimme am anderen Ende der Leitung. »Das Grundstück entzieht sich immer noch jeder Untersuchung. Alle, die es betraten, sind verschwunden ...« - »Das stimmt. Aber wir müssen erfahren, was dort vorgeht«, pflichtete die erste Kreatur bei. Und fügte seufzend hinzu: »Ich werde mich darum kümmern ...« Als der Bürgermeister von Sydney schwieg, legte Polizeichef Codd auf.

6 (Heftroman 6) BLUTSPUR (TIBET-TRILOGIE 1): Es ist ein Weg in die Höhle des Löwen - vielleicht sogar ohne Wiederkehr. Als Lilith die Gefahr mit jeder Faser ihres Körpers spürt, weiß sie, dass sie zu weit gegangen ist. Doch da ist es bereits zu spät. Sie befindet sich in Landrus Gemächern unter der entweihten Kirche, dem Unterschlupf der Blutsippe, nur wenige Meter vom mächtigsten aller Vampire entfernt. Nach ahnt er - im Liebesspiel mit einer Werwölfin gefangen - nichts von ihrer Anwesenheit. Doch wie lange noch ...? Dabei hat Lilith gerade erst eine Spur entdeckt, die es ihr ermöglicht, Landrus Pläne zu durchkreuzen. Die Spur des sagenumwobenen Lilienkelchs. Nun sieht es so aus, als würde sie ihre Entdeckung mit in den Tod nehmen ...
Die meisten Dorfbewohner schliefen noch, als Rani aufbrach, um die Scherben des Femegerichts einzusammeln. Sein Blut war der Schlüssel zum steinernen Obelisken in der Mitte des Dorfes. Sechs weitere, identische Obelisken waren über die anderen Gebirgsdörfer verstreut. Und in jedem Ort gab es einen Jungen oder Mann wie Rani. Die grausame Aufgabe wurde von einer Generation auf die nächste vererbt. Vor Rani hatten schon sein Vater, Großvater und Urgroßvater dasselbe getan. Man konnte der Bestimmung nicht entgehen. Als sein Vater vor einer Woche gestorben war, hatte Rani in dessen Rolle schlüpfen müssen. Er durfte nicht länger Kind sein. Von nun an war er der Todesbote.

7 (Heftroman 7) DER KULT (TIBET-TRILOGIE 2): Ein uralter Ritus aus Terror und Unterdrückung wurde unwissentlich durch Landru gestört und unterbrochen: das Scherbengericht. Die Folgen sind Chaos und Tod. Noch kann niemand ermessen, welche Ausmaße seine Tat noch annehmen wird. Lilith und Luther sind ahnungslos, als sie in New Dehli anlangen. Sie folgen Landrus Fährte, solange sie noch warm ist. Doch sie sollen bald am eigenen Leib die Macht des Kults erfahren. Gleich nach der bösen Erkenntnis, dass Landru sehr wohl mit Verfolgern gerechnet und tödliche Vorkehrungen getroffen hat ...

8 (Heftroman 8) DIE BLUTBIBEL (TIBET-TRILOGIE 3): Die Göttliche verließ die Sänfte, die von ihren Inkarnationen ins Tempelinnere getragen worden war. Hoch über ihr schwebte das Opfer, das die Bewohner des Dorfes Yakshamalla als Ersatz gewählt hatten, um die Forstschreibung der EWIGEN CHRONIK zu sichern. Während Onans Blicke sich an der makellosen, nackten Gestalt weideten, studierte ihr drittes - das unsichtbare - Auge anderswo die blutbeschriebenen Seiten eines monströsen Buches. Der Befehl, das Opfer zu häuten, war bereits ergangen, als Onan den Betrug erkannte, der ihren Inkarnationen verborgen geblieben war. Sie bebte vor Zorn. Und mit ihr bebten Luft und Raum, Tempel und Berg ...

9 (Heftroman 9) DIENER DES BÖSEN: Lilith kehrt nach Sydney zurück - und hier schließt sich der erste Kreis. Sie wird erwartet, nicht nur von Beth. Die Reporterin beherrbergt einen Gast, dem die geheimnisvollste Rolle im Spiel um Leben, Tod und Erlösung zukommt: Jeff Warner. Was ist im Garten der Dämmerung mit dem ehemaligen Police Detective geschehen? In wessen Auftrag handelt er? Und noch jemand geht in Sydney um. Ein Mann, an dem Lilith kurz nach ihrem Erwachen ihren Durst stillte. Leroy Harps ist - auch durch Liliths Schuld - zur reißenden Bestie geworden, zu einer Dienerkreatur ohne Herrn. Und zu einer tödlichen Gefahr ...
Die Siegel der Nacht öffneten sich ihr bereitwillig. Dunkel war für sie nicht dunkel, Tod nicht Tod. Sie labte sich an Pesthauch und Alter. Ihre Streifzüge durch das Labyrinth, das den Lebenden verschlossen blieb, waren von Einsamkeit geprägt. Hier gab es nur Stille. Manchmal nach das hörbare Echo ihrer Gier, die sie immer wieder dorthin lockte, wo sie den Tisch reich gedeckt wusste. Wo jene hausten, die sie eigentlich verachteten. Und die auch sie verachtete. Tapsig wankte sie das Labyrinth entlang. Durch ewig finstere Gänge. Grunzend. Getrieben von der tumben Sehnsucht eines Monsters ...

10 (Heftroman 10) DAS DORF DER TOTEN (1/2): Eine erste konkrete Spur des Lilienkelchs! Fieberhaft machen sich Lilith und Beth daran, Warners Informationen zu nutzen. Ihr Weg führt sie nach Wales im Südwesten Englands. Und in ein Dorf, das eigentlich schon seit zweieinhalb Jahrhunderten nicht mehr existiert. Wo es sich einst erhob, finden die Halbvampirin und die Reporterin nur noch Heidekraut und Felsen - nicht einmal Ruinen. Trotzdem geben sie nicht auf. Ihr Lohn ist Erkenntnis ... die Erkenntnis, in eine Falle zu geraten, aus der es nur noch einen Ausweg gibt: den Tod.

11 (Heftroman 11) HINTER DEN SPIEGELN (2/2): Die gespenstische Szene wiederholte sich immer und immer wieder vor Liliths geistigem Auge: Sie trat vor den Spiegel der Dorfpfarrei und sah sich selbst in gestochener Schärfe ! das bleiche, anmutige Gesicht mit den hohen Wangenknochen. Die leicht schrägstehenden, grünen Augen. Die volle schwarze Haarmähne ... Doch dann verwischte das Bild unvermittelt und wurde von der Darstellung des Lilienkelchs abgelöst. Das Unheiligtum der Vampir-Rasse, dem Liliths Suche galt! In einem Reflex hatte sie danach gegriffen - und war in den Spiegel getaucht. Zunächst nur mit den Händen und Armen, dann aber ... mit Haut und Haar und ganzer Seele!

12 (Heftroman 12) FREAKS: Aus dem Dorf zwischen den Zeiten entkommen, stellt sich Lilith und Beth ein neues Rätsel: Wer hat Tom Grimaldi, dem greisen Jungen, die Vampirmale zugefügt? Ist ein Blutsauger in der Nähe, der Liliths Fährte gefunden hat - oder eigene, schreckliche Ziele verfolgt? Sie begleiten Tom zu dem Festplatz, wo die Freak-Show, mit der er durch die Lande reist, gastiert. Doch die Schau ist verschwunden. Und mit ihr der Vampir? Als die drei sich zur Verfolgung aufmachen, können sie nicht ahnen, wie groß das Rätsel wirklich ist, dem sie auf der Spur sind. Ein Geheimnis, das vor Jahrzehnten schon begann und seitdem eine blutige Spur über die britischen Inseln gezogen hat ...
Jahr um Jahr zogen die altertümlichen Zirkuswagen ihre Spur durch die meist kleinen, verschwiegenen Ortschaften der Insel. Die Monstrositäten-Schau lockte ihr Publikum mit aberwitzigen Launen der Natur und badete Sensationshungrige in wohligem Schauder. Kleine Fluchten aus dem Alltag, die sich jeder leisten konnte. Wer sein Billet an der Kasse löste, hatte weder Auge noch Sinn für die Tragödien, die sich hinter den bestaunten Schicksalen verbargen. Für die meisten zählte nur der blanke Nervenkitzel. Zur Zeit gastierte die Show in Corris Uchaf, Wales ...

13 (Heftroman 13) TRAUMZEIT-DÄMONEN (1/2): Es begann mit ihrem Erwachen. Als Lilith die Pforten des Hauses öffnete und die Magie, von der sie fast ein Jahrhundert lang geschützt worden war, hinausströmte in die Wirklichkeit. Das hatte schreckliche Auswirkungen auf die andere Magie, die diesen Kontinent beseelte. Die Magie der Wondjinas, der australischen Schöpferwesen. Zuerst waren die Auswirkungen gering und kaum zu bemerken. Dann mutierten die infizierten Wondjinas und begannen die Menschen zu beeinflussen, diese fremde, aggressive Rasse, die sich auf dem Land breitgemacht hatte und die Heiligtümer mit Füßen trat. Eine Apokalypse bahnte sich an. Die dunkle Epoche der Traumzeit-Dämonen.
Sydney, Stadtteil Kensington: Geoff Molyneux durchschritt unruhig die dunklen Gänge des Instituts. Er hatte Nachricht erhalten. Nachricht von den Herren. Seit Virgil Codds kurzem Besuch vor nunmehr sieben Wochen hatte Molyneux weder zu ihnen noch zu anderen Dienerkreaturen Kontakt erhalten. Man hatte ihn mit seinen Sensationen kaltlächelnd in der Luft hängen lassen! Das würde sich ändern. Sie, die wahren Beherrscher dieser Stadt und dieses Planeten, hatten es versprochen.

14 (Heftroman 14) DIE APOKALYPSE (2/2): Allen Religionen der Welt ist eins gemein: Sie glauben an eine Schöpfung, an den Akt eines oder mehrerer Wesen, die die Erde einst gestaltet haben. In Australien waren dies die Wondjinas, die vor Jahrzehntausenden auf Traumzeit-Pfaden wandelten und allen Dingen ihre Namen gaben. Nach dem Glauben der Aborigines, der Ureinwohner, leben die Wondjinas auch heute noch - zurückgezogen in ihre Schöpfungen. Was aber passiert, wenn ein Schöpferwesen verrückt wird? Wenn es sein Werk plötzlich nicht mehr gutheißt - und es neu erschaffen will? Eine wahrlich biblische Frage ... mit der sich Lilith Eden beschäftigen muss! Denn es naht der Tag des Jüngsten Gerichts.
Der Wald starb. Die Nadeln der Huon-Kiefern wurden dunkel und regneten wie Teertropfen herab. Wo sie auftrafen, fauchte und zischte es, als würde aggressive Säure das Unterholz zerfressen. Der weiche Boden erzitterte. Ein Beben, stärker und vernichtender als alle vorherigen, kündigte sich an. Die Kiefernstämme - in Wahrheit Triebe eines einzigen Baumes - knirschten, als würden ihre Jahresringe von monströser Gewalt gegeneinandergerieben und verdreht. Sie stemmten sich wie lebendige Wesen gegen das Verhängnis, das über sie gekommen war. Eine Krankheit, gegen die es kein Mittel gab. Das Böse ...

15 (Heftroman 15) ICH, CREANNA: Eine Blutlinie, die im Jahre des Herrn 1728 ihren Anfang nahm - mit der »Geburt« von Liliths Mutter Creanna. Endlich kommt Klarheit in die Abstammung der Heldin Lilith und es wird ein Zipfel des Geheimnisses um ihre Bestimmung gelüftet. Wie wuchs Creanna heran? Welche Rolle spielte Landru in ihrem Leben? Was brachte sie zu dem Entschluss, sich selbst zu opfern bei der Geburt eines lebenden Kindes?

16 (Heftroman 16) DIE PEST IN SYDNEY: Er war der Erbe eines dämonischen Gottes. Eines der entarteten Schöpferwesen, die das Zeitalter des Menschen beenden wollten - und gescheitert waren -, hatte ihn erwählt, kurz bevor es starb. Er fraß das dämonische Aas im Schatten der zehntausendjährigen Huon-Kiefer, oben an den Hängen des Mount Reid. Er fraß die Schläue und den Hass, den Wahnsinn und die unsterbliche Rachsucht des hier verendeten Wondjinas. Er hatte vier Beine, messerscharfe Zähne und den Körper einer großen Ratte. Er war ein Tasmanischer Teufel, bereits so groß wie ein Hund vom überaus nahrhaften Aas, und er wuchs beständig weiter ...

17 (Heftroman 17) DER SCHATTENBOTE: Die magische Pest ist überwunden, doch sie hat einen dramatischen Nebeneffekt: Die Gefühlswelt der Geheilten hat sich ins Gegenteil verkehrt. Menschen, denen sie vorher zugetan waren, wecken nun Ekel und Hass in ihnen! Beth macht da keine Ausnahme; sie kann Liliths Gegenwart nicht ertragen, wendet sich von ihr ab. Lilith ist verzweifelt. Sie ahnt nicht, dass dies erst die Spitze des Eisbergs ist. Denn ein Gegner, der die letzten Wochen nur beobachtet hat, sieht die Gelegenheit gekommen, einzugreifen. Sein Besuch bei Beth McKinsey hat schreckliche Folgen - für sie und Lilith ...

18 (Heftroman 18) DAS ELFENSCHWERT: Sie kamen. Sie folgten der Spur durch den Schnee, begleitet von einem immerwährenden Wispern und Raunen. Bäume und Büsche wogten heftig trotz der fast vollkommenen Windstille und wiesen in ihre Richtung. Ein auf- und abschwellendes Sirren von vielen tausend Flügeln erfüllte die Luft. Unerbittlich holten sie auf. Und sie entdeckten den Schatten in der Spur, ähnlich einem Wild. Doch sie waren keine Jäger. Sie kamen, um einen Dieb zu stellen.

19 (Heftroman 19) WOLFSMOND: Lebt Duncan Luther tatsächlich noch? Oder ... ist er wieder am Leben? Dann wäre er mit Sicherheit eine Dienerkreatur der Vampire, mit dem Auftrag, die verhasste Halbvampirin in eine Falle zu locken! Lilith ist auf alles gefasst, als sie in Mauretanien anlangt. Und gerät doch in ein Abenteuer, das sie nie erwartet hätte. Dafür sorgen ein geheimnisvoller Magier namens El Nabhal und eine Wölfin, die schon früher Liliths Weg kreuzte. Duncan Luther dagegen ist unauffindbar. Doch seine Spur weist zu einer Oase inmitten der hitzeflirrenden Wüste. Eine Oase, wo sich das Schicksal zweier Kampfgefährten entscheiden soll.

21 (Heftroman 21) TATTOO: Die Landschaft glich einem gewaltigen Friedhof. Böiger Wind trieb dürres Gestrüpp über rotverkrusteten Boden. Die grabsteinartigen Hügel warfen das Bild eines fremden Planeten mitten auf der Erde. In den Hügeln summte und tickte Leben, das unermüdlich schien und an ein milliardenfach aufgespaltenes Gehirn erinnerte. In diesem bizarren Szenario bewegten sich Gestalten, manche auf ihre Art nicht weniger bizarr, nicht weniger fremdartig ...

22 (Heftroman 22) AUSGELIEFERT!: Der Kampf mit Tattoo hat Lilith - und dem Symbionten - das Letzte abverlangt. Bewusstlos bricht sie auf der Straße zusammen. Dort wird sie bald befunden - und in ein Krankenhaus eingeliefert. Der behandelnde Arzt müsste blind sein, um nicht zu bemerken, dass mit seiner Patientin etwas nicht stimmt. Doch anstatt sie der Polizei zu melden, erkennt er die Sensation, die hinter seiner Entdeckung steckt. Eine einmalige Chance: ein Wesen zu erforschen, das ewig lebt und anderen als menschlichen Naturgesetzen gehorcht. Für Lilith wird die Zeit nach ihrem Erwachen zum Horror-Trip.
Eigentlich waren ihre Augen geschaffen für die Nacht. Doch jetzt kamen dunkle Schatten von allen Seiten ihres Gesichtsfeldes her und schlugen über ihr zusammen. Lilith Eden wankte. Die Beine versagten ihr den Dienst, während ihr Gehirn in Flammen stand. Schmerz! Alles verschlingend, alles beherrschend. Mit dem letzten Funken Bewusstsein ahnte sie, dass es nicht nur ihre eigenen Schmerzen waren. Es war die Agonie des Symbionten. Feyn hatte ihm tiefe Wunden gerissen; Wunden, die vielleicht nie wieder heilen würden. Das war ihr letzter Gedanke, bevor es vollends dunkel um sie wurde. Die hastigen Schritte und die aufgeregten Stimmen, die sich ihr näherten, bemerkte sie schon nicht mehr ...

23 (Heftroman 23) FELIDAE: Zwei Tote sind unterwegs. Ihr Ziel liegt im Irak, dem früheren Mesopotamien. Warum sie dorthin streben, bleibt ihnen selbst verschlossen. Sie wissen nicht, dass sie einer magischen Programmierung folgen, dass sie einen Plan erfüllen, der vor über 260 Jahren ersonnen wurde. Von einer geheimnisvollen, rothaarigen Frau, die damals auch nur einem Plan folgte, der noch weitaus älter ist. Und als die Toten den Ort ihrer Bestimmung erreichen, erwacht sie.
Es begann Anno Domini 1727. Nicht in Llandrinwyth, sondern an einem völlig anderen Ort und Monate früher. Dort nahm das Schicksal seinen Anfang. Mit einem Raub, der an Dreistigkeit schwer zu überbieten war: Der magische Lilienkelch der Vampire wurde aus der Obhut des Kelchhüters gestohlen! Seine Diebin schuf damit viele dunkle Leben - nicht nur Creanna, Liliths Mutter. Die Spur jener rothaarigen Unbekannten verlor sich aber im Hochland von Beinn Dearg. Zwei Kontinente und eine Insel waren unsichtbar miteinander verwoben, als das, was erstarrt schien, doch wieder in Fluss geriet.

24 (Heftroman 24) DUELL DER WÄCHTER: Endlich stehen sie sich gegenüber: die Kelchdiebin Felidae und ihr Geschöpf, die Halbvampirin Lilith. All das Wissen, das Lilith bislang entbehren musste, die Erkenntnis, zu welchem Zweck sie auf dieser Welt wandelt, das Rätsel um ihre Existenz - Felidae hat die Antworten darauf. Doch wie wird die Wahrheit Lilith verändern? Ist ihre wahre Bestimmung der Dienst am Bösen? War sie bisher nur fehlgeleitet in ihrem Tun? Und noch eine zweite Entscheidung steht an - ein Kampf um Leben und Tod, der vor 267 Jahren begann. Denn auch Landru hat die Botschaft des Kelches empfangen ...
Landrus Erinnerung: Nicht einmal ich weiß, wie es dereinst begann. Niemand, der die Anfänge unserer schwermütigen Rasse kannte, wäre heute noch da, um zu berichten. Auch bin ich unsicher, ob wir Kelchhüter jemals, wie andere Vampire, ursprünglich Menschen waren - bis der magische Ritus uns über die Schwäche der Geburt erhob. Dieser Ritus, er ist ein bitterer Akt. Man trinkt den Tod und gewinnt allmählich Macht über seinen wiedererwachenden, kindlichen Körper. Und über die Sterblichkeit. Doch als ich erwachte, war ich bereits voll entwickelt, kein Kind mehr, das zum fertigen Vampir reifen musste. Ich schlug die Augen auf und kannte meine Bestimmung.

25 (Heftroman 25) DER EWIGE KRIEG: - ausgetragen nicht nur zwischen Menschen und Vampiren, sondern auch von zwei der mächtigsten Blutsauger um ein äonenaltes Kleinod: den Lilienkelch. Nach 267 Jahren treffen sie wieder aufeinander: der Kelchhüter und die Diebin. Und der Ewige Krieg entflammt erneut. Der Ewige Krieg hat Konsequenzen auch für drei Tote, die im Irak mit geheimnisvollen Ausgrabungen begonnen haben. Was sie dort unter dem Wüstensand finden werden, wird die Geschicke von Menschen und Vampiren gleichermaßen bestimmen.
Ich bin der Wächter des Tores. Ich wache seit Äonen. Zeit ist mein Gefängnis. Zeit ist mein Blut. Hinter mir beginnt der Korridor. Was vor mir liegt, weiß ich nicht. Ich hause in diesem Schacht, jenseits von allem Irdischen. Aber ich kenne nur ein kurzes Stück davon. Er ist lang wie die Ewigkeit, und er besitzt Ausgänge. Nicht nur an seinem Ende, auch in seinem Verlauf. Schlupflöcher ins ... Ich weiß nicht, wohin. Vielleicht habe ich es auch vergessen, in all den Äonen. Ich bin der Wächter. Ich wache und warte. Ich kenne keine Ungeduld.

26 (Heftroman 26) LILTH x 2 = ?: Landru ist am Ziel seiner Wünsche. Mit dem Lilienkelch macht er sich davon. Lilith kann sich nicht um die schwerverletzte Felidae kümmern. Wenn sie verhindern will, dass Landru als Kelchhüter eine neue Generation Vampire erschafft, muss sie ihn aufhalten. Doch so leicht lässt Landru sich nicht stoppen. Als Lilith sich ihm entgegenwirft, aktiviert er die Magie des Kelches - und schafft eine zweite Lilith aus deren Spiegelbild. Damit trennt er die Gene ihrer Abstammung. Die eine Lilith wird wie ihr Vater zum Menschen: gut, verletzlich, ohne jede Magie. Während die zweite erfüllt ist vom erbe ihrer Mutter. Ein hundertprozentiger - und böser - Vampir. Ein undeutlicher Schemen huschte durch die nächtlichen Gassen, dicht an die Häuserwände gedrängt. Auf den ersten Blick hätte man ihn für einen großen Hund halten können, aber es war kein Hund und auch kein Dingo. Es war ein Wolf. Mitten in Sydney. Er mied die größeren Straßen und hielt sich ständig im Schatten, obwohl weit und breit keine Menschenseele zu sehen war. Wäre ein Beobachter zugegen gewesen, hätte er erkannt, dass das Tier offensichtlich krank war. Es taumelte und knickte immer wieder in den Hinterläufen ein.

27 (Heftroman 27) LANDRUS SOHN: Während Lilith mit ihrem bösen Selbst beschäftigt ist, hat sich Landru an einen sicheren Ort zurückgezogen, um einen uralten Ritus durchzuführen: vampirisches Leben zu schaffen mit dem Lilienkelch! In Masuren, im heutigen Polen, liegt eine seiner Zufluchten. Dort wählt er einen Knaben aus, der sein schwarzes Blut aus dem Kelch trinken und zum ersten neuen Vampir nach 268 Jahren werden soll. So erschafft er Lazarus. Seinen Sohn. Doch etwas läuft falsch - ganz schrecklich falsch ...
Das Gelände des Sydneyer Museumsdorfes lag taghell eingebettet in die Nacht. Insbesondere die Halle, in der die meisten Skelette gefunden worden waren, war in grelles Kunstlicht getaucht. Der Gestank von alten, ohne Sinn und Verstand geöffneten Gräbern schwebte in der Luft. Joe Hardley hatte sich einen Mundschutz vor Lippen und Nase gespannt und sich dadurch Spott und Hohn einiger Kollegen zugezogen. Er glaubte auch jetzt noch den abartigen Geruch wahrnehmen zu können. Aber wenigstens wähnte er sich sicher vor den Bakterien, die sich in diesem Schlaraffenland der Würmer und Maden tummelten.

28 (Heftroman 28) FÜNF TAGE TOD: Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Landru will unter allen Umständen den Lilienkelch zurückholen. Er kann nicht glauben, dass das Kleinod nach seinem Sieg über Felidae schon wieder für ihn verloren sein soll. Lilith weiß, dass ihr nur eine kurze Frist bleibt, ihrerseits - und vor Landru - den Kelch zu finden. Sie eilt einer Spur der Vernichtung und des Todes entgegen. Und Lazarus schließlich folgt dem Auftrag, den er durch den Lilienkelch erhalten hat: das Unheiligtum zurückzubringen zu Felidae. Unaufhaltsam, Unbesiegbar. Denn sein Körper verbraucht die Energie eines ganzen Lebens innerhalb kürzester Zeit ...
Ein Junge von höchstens sechzehn Jahren stand im Morgengrauen an einer verlassenen polnischen Landstraße - ein einsames, dem Untergang geweihtes Geschöpf. Etwas, das unsichtbar an dem Knaben haftete, schien die Luft im weiten Umkreis zu verpesten, Insekten und Getier zu vertreiben und das Gras am Wegrand zum Dorren zu bringen. Als könnte auch andere Nahrung als Blut den kranken, nie endenden Hunger stillen, der in ihm wütete. Doch das war ein Trugschluss ...

29 (Heftroman 29) DAS DUNKLE TOR: Sie sind schon lange unterwegs. Aber Tote haben keine Eile. Sie folgen einem Gang, der Meile um Meile in die Unendlichkeit zu führen scheint. Aber Tote spüren keine Müdigkeit. Einer der beiden war einmal Priesteranwärter, der andere Arzt. Beide verbindet ein Schicksal: Sie wurden von Lilith gebissen und mit deren magischem Keim infiziert. Von Zeit zu Zeit durchbricht ein Tor die Eintönigkeit des Ganges. An vielen sind die beiden Toten schon vorbeigegangen. Jetzt endlich entschließen sie sich, eine der Pforten zu öffnen. Sie führt nicht in eine Kammer. Sie führt in eine Welt! Und in eine längst vergangene Epoche ...
Die beiden Männer, die auf so seltsam unterschiedliche Weise tot waren, schritten andächtig und schweigend durch den unterirdischen Korridor. Tief in sich spürten sie, dass dies hier das eigentliche Ziel ihrer langen Reise war. Sie waren nicht gemeinsam hierher nach Uruk - jener uralten Ruinenstadt im Staatsgebiet des heutigen Iraks - gekommen, sondern einzeln und unabhängig voneinander. Ihr Ziel war dennoch dasselbe gewesen: ein Bauwerk, das seit Tausenden von Jahren im Wüstensand begraben lag. Hier hatten sie sich getroffen. Ein innerer, übermächtiger Drang, der sich nicht mit Worten beschreiben ließ, hatte sie hergeführt und veranlasst, mit Grabungen zu beginnen.

30 (Heftroman 30) DER HEXER: Er ist ein Suchender auf der Spur des Ewigen Lebens. Ein Reisender, dessen verwegene Abenteuer in fast jedes Land der Erde führten. Ein Wissender, der ein Geheimnis hütet, das die Welt, wie wir sie kennen, vernichten könnte. Und ein Sterblicher, dem nicht mehr viel Zeit bleibt. Sein Leben währt seit nunmehr 137 Jahren, doch seine Bestimmung hat sich noch nicht erfüllt. Er darf nicht sterben, denn niemand ist da, um sein Erbe anzutreten. Der Vampirkeim gäbe ihm Zeit, aber auch Verdammnis. Es gibt nur zwei Wesen, die ihm helfen können. Eines ist die Halbvampirin Lilith Eden ...
London, Whitechapel - 9. November 1888 - »Jack« Der Winter kam spät in diesem Jahr. Zwar hing der Geruch von Schnee schon seit Wochen über der Stadt, aber bisher war noch keine Flocke vom Himmel gefallen. Doch es war kalt, und um diese Zeit, kurz vor Mitternacht, hatten sich die Temperaturen fast bis auf den Gefrierpunkt gesenkt. Nicht, dass mir die Kälte etwas ausmachte. Vor meinem Mund war nicht einmal der zarte Hauch des Rauhreifs zu sehen. Was nicht zuletzt daran lag, dass ich das Atmen vor langer Zeit aufgegeben hatte.

31 (Heftroman 31) DER BLUTSCHÄDEL: Eigentlich wäre für Lilith und Beth jetzt der Weg nach Japan - und in eine neue Existenz - frei. Ist es Neugierde oder Sentimentalität, die die Halbvampirin veranlasst, dennoch im Lande zu bleiben? Sie sucht das Geburtshaus ihres menschlichen Vaters auf. Hier macht sie eine erschreckende Entdeckung. Im nahen Dorf gilt das Anwesen als verflucht. Und der neue Besitzer des Hauses scheint kein Mensch zu sein! Auf der Suche nach einer Erklärung wagt sich Lilith zu weit vor. Die Türen des Hauses schließen sich hinter ihr. Für immer?
Überall war Blut. Es lief aus den Wänden. Es tropfte von der hohen stuckverzierten Decke. Und es wälzte sich in zähem Strom über schwere Brokatteppiche. Was habe ich getan? dachte Lilith Eden und fühlte ohnmächtig die magische Anziehungskraft der lebendigen Nässe. Unsichtbare Dämme brachen. Das Haus der Marionetten wurde von Beben erschüttert, die keinen natürlichen Ursprung hatten. Beth war vielleicht schon tot, und möglicherweise war dieses Schicksal soagr allem vorzuziehen, was ihr sonst gedroht hätte. Marionetten ...

32 (Heftroman 32) DAS TUCH DES MAGIERS (1/2): Als der Magier starb schien dies das Ende seiner finsteren Herrschaft aus Furcht und Grauen zu sein. Doch nur El Nabhals Körper war tot. Sein Geist lebte - gefangen in dem Tuch, mit dem die Werwölfin Nona ihn getötet hatte. Der Körper verging. Die Stadt verging. Die Oase verging. Doch El Nabhal wartete. Und mit jedem Tag wuchs seine Gier nach blutiger Rache an der Frau, die einst seine Vertraute gewesen war und die ihn verraten hatte. Wo sich einst die lebensspendende Oase aus dem Wüstensand erhoben hatte, wuchs ein Sumpf, dunkel und geheimnisvoll und von rätselhaftem Leben erfüllt. Ein Sumpf mitten in der Wüste? El Nabhal würde nicht mehr lange auf Neugierige warten müssen, derer er sich bedienen konnte ...
Damals... Noch einmal, vor dem endgültigen Verlassen der Oase, betrat die Werwölfin das Gemach des Magiers. El Nabhal lag mit gebrochenen Augen vor dem Schrank, in dem er seine Zaubertücher aufbewahrt hatte. Das Glückstuch stak wie ein Knebel im alterszerfressenen Mund. Das Hasstuch lag daneben. Nona bückte sich, hob es auf breitete es über die Fratze des Todes. Schaudernd wandte sie sich sodann  zur Tür, ahnend, dass mancher Fluch auch mit dem Tod nicht endet ...

33 (Heftroman 33) DER TRAUM DER GEISHA (2/2): Ungewollt hat Lilith in Tokio einen Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen entfacht. Noch belauern sich beide Parteien, aber es ist nur noch eine Frage von Stunden, wann der Sturm losbrechen wird. Nona kommt gerade zurecht, um zwischen den Feinden zu vermitteln. Doch sie steht allein gegen eine Mauer aus Hass und Rachsucht. Rache treibt auch Nonas »Schatten« an: El Nabhal. Der Geist des Magiers, in einem seiner Tücher gefangen, bedient sich fremder Körper, um seiner Mörderin zu folgen. Und als er von der Lage in Tokio erfährt, nutzt er die Gelegenheit. Im Leib einer Vampirin führt er Liliths Werk fort. Das Töten hat gerade erst begonnen ...
Das Winseln um Gnade und die Schreie der Kreaturen durchschnitten die helle Wüstennacht. Dünne Zelthäute brannten lichterloh, und der flackernde Schein beleuchtete ein bizarres Szenario: Gnomenhafte Ungeheuer beugten sich über in Ketten geschlagene Mischwesen, halb Mensch, halb Wolf, und verrichteten ein grausiges Werk. Monster quälte Monster. Und inmitten der grausamen Verhöre stand das schlimmste der Ungeheuer: eine wunderschöne, amazonenhaft gekleidete Frau.

34 (Heftroman 34) 666: Es beginnt mit einer Katze. Auf ihrer nächtlichen Jagd nach Blut beobachtet Lilith eine junge Frau, die das streunende Tier einfängt. Neugierig geworden folgt sie ihr. Was so harmlos beginnt, endet in einem blutigen Desaster. Die junge Frau gehört einer Satanssekte an. In ihrer Wohnung findet Lilith eine Flugkarte nach Wien - eine von 666 Einladungen zu einem Satanistentreffen. Neugierig geworden, nimmt die Halbvampirin den Platz der Frau ein - und rührt an Dinge, die besser unangetastet geblieben wären. An ein Geheimnis, das vor über 50 Jahren seinen Anfang nahm und sich nun schrecklich offenbaren soll ...
Die Hand des Magiers senkte sich herab und schrieb dem Golem das Lebensspendende Zeichen auf die Stirn. Dass der Magier nur ein kleiner Schuhmacher war, tat dabei nichts zur Sache. Er war der Erbe des Maharal, des Hohen Rabbi Judah Loew ben Bezalel, der dieses Wesen einst aus Lehm erschaffen hatte. Ihm allein war es gegeben, den Formlosen nach seinem jahrhundertenlangen Schlaf zu neuem Leben zu erwecken. Ob zum Guten oder zum Bösen, vermochte er noch nicht zu sagen. Sein tastender Finger vollendete den hebräischen Buchstaben, und das Wort auf der Stirn lautete nun wieder WAHRHEIT. Die graue Gestalt schlug die Augen auf.

35 (Heftroman 35) TOTE HERZEN: Ihr Name ist Laila. Einst wat sie ein einfaches Mädchen aus einem kleinen rumänischen Dorf: Râcâsdia. Doch dann wurde sie von wesen entführt und geknechtet, die sich von Blut und Qualen ernähren. Die einen unheiligen Keim in sie pflanzten, der ewiges Leben, aber auch ewige Verdammnis versprach. Ihre Folterknechte wurden selbst gerichtet, von einer Frau, die wie aus dem Nichts auftauchte und die gesamte Vampirsippe vom Antlitz der Erde tilgte. Laila überlebte als Einzige. Und starb. Der Keim erweckte sie zu einem zweiten, grausamen Leben. Und nun kehrt sie nach Râcâsdia zurück ...
»Sie sind zurückgekehrt«, sagte der Mann düster. »Wahrscheinlich waren sie nie fort, sondern haben nur so getan. Du hast uns belogen, Pope!« Die Augen der Anwesenden richteten sich auf den dicken Mann in der Priesterrobe. Er saß an der Stirnseite des Tisches, wo sie noch vor wenigen Wochen mit selbstgebackenem Brot und saurem Wein ihre Befreiung von dem Joch gefeiert hatten, das eine Frau mit Namen Lilith von ihren genommen hatte. Das unselige Joch, einer Vampirsippe als Sklaven und Nahrung zu dienen. Zumindest hatten sie damals gedacht, es wäre vorbei. Nun aber ...

36 (Heftroman 36) DER GEIST DER VAMPIRIN: Der Ruf erreichte sie im Schlaf. Als Lilith erwachte, war das Feldermaustattoo auf ihrer Handfläche, ihr magischer Scout, verschwunden. Und seine Eindrücke drangen wie aus weiter Ferne, aber mit solcher Wucht in Liliths Bewusstsein, dass sie aufschrie. Beth kümmerte sich besorgt um ihre Freundin, aber auch sie konnte den Schmerz nicht mindern. »Es ist, als würde ich bei lebendigem Leibe ausgehölt«, stöhnte Lilith. »Als würde ein stumpfes Messer in mir wühlen ...« Sie presste die Lippen zu einem dünnen Strich zusammen. Schließlich sagte sie tonlos: »Es ist Creanna ... Meine Mutter hat sich bei mir gemeldet ....«
Jerusalem, 1071 Golgatha war eingeebnet, die Grabmalskirche abgetragen, und sämtliche Reliquien hatte man verbrannt. Dennoch floss der Pilgerstrom fast wie zu Zeiten, da dies alles noch existiert hatte. Das Grab Jesu Christi zu sehen, selbst über den Boden, den er einst beschritten hatte, zu wandeln, den Staub zu küssen und mit der Zunge zu schmecken - dafür opferte manch einer all sein Hab und Gut. Und Tausende ihr Leben.

37 (Heftroman 37) GEDANKENGIFT: Ein neues Geheimnis lässt Lilith nicht zur Ruhe kommen: der Schlangenstab, den sie in Râcâsdia erbeutete. Kommen von ihm die blutigen Alpträume, die sie jede Nacht peinigen? Um endlich Klarheit zu schaffen, spielt Beth den Stab einem Experten zu - und beschwört damit eine Katastrophe herauf. Unter dem unseligen Einfluss des Artefakts verändert sich der alte Sammler. In wirren Träumen gefangen, macht er sich auf, die Bestimmung des Stabes zu erfüllen. Bis jetzt ahnen die Tokioter Vampire nichts von der Existenz der mysteriösen Waffe. Wie lange noch ...?
Lilith wehrte sich mit allem, was ihrem Fledermauskörper zur Verfügung stand. Als sich die Fänge des Uhus in ihre Schwingen bohrten, reagierte sie sofort, und senkte auch ihre Krallen in das Gefieder des Angreifers. Ineinander verschlungen fielen sie beide wie ein Stein zu Boden. Die Wucht des Aufpralls trieb sie auseinander. Sofort suchte Lilith mit ihren verletzten Flügeln der wesentlich plumper wirkenden Eule zu entkommen. Doch schneller als erhofft erhob sich der riesige Uhu wieder in die Lüfte. Wenige Schläge seiner Fittiche genügten, Liliths Vorsprung aufzuheben. Von oben spreizten sich erneut die Fänge nach ihr ...

38 (Heftroman 38) GEFANGEN IN DER ZEIT: Es begann vor genau 100 Jahren, in einem Zug nach Kyôto. Und es endete nie. Damals wurde eine eigene, beengte Welt geboren, bestehend nur aus den Waggons des Zuges, seiner Passagiere und seiner düsteren Geheimnisse. Eine nur Stunden währende und doch unvergängliche Welt. Bis Lilith Eden einbricht in den Rhythmus des Lebens und Vergehens - und in ihm gefangen wird. Nun ist sie selbst Bestandteil dieser Welt des Jahres 1896, auf dem Weg von Tokio nach Kyôto. Es gibt kein Entkommen, weder aus dem Zug noch vor den Schrecken, die darin lauern ...
Als ich erwache, spüre ich, dass sich etwas verändert hat. Mein erster Blick gilt Mitsou, aber der Sarg, in dem sie liegen müsste, ist leer. Ich spüre, wie der Boden des Waggons unter meinem Körper leicht vibriert und jede einzelne Bahnschwelle eine leichte Erschütterung auslöst. Ich befinde mich im Gepäckwagen. Meine Augen haben sich längst an die ewige Dunkelheit gewöhnt. Ich kenne jeden Winkel und den Inhalt aller hier aufbewahrten Gepäckstücke. In den Nächten habe ich mir oft einen Spaß daraus gemacht, sie zu öffnen und ihren Inhalt zu erforschen. Es war ein netter Zeitvertreib zwischen den Liebesspielen in Mitsous Armen.

39 (Heftroman 39) LILITHS OPFER: Nick Czerkasny war Taxifahrer in Sydney, Australien. Ein nicht gerade aufregender Job. Nur einmal, vor anderthalb Jahren, war etwas Bizarres geschehen. Eine bildhübsche junge Frau hatte ihn erst in seinem Taxi verführt - und dann in den Hals gebissen, ganz wie ein Vampir aus einem dieser Gruselfilme. Nick war der offensichtlich Verrückten entkommen: die Wunde war rasch verheilt. Inzwischen dachte er kaum noch an den Vorfall. Bis heute. Die Adresse, zu der er gerufen wurde, weckte unangenehme Assoziationen. Zur Paddington Street hatte damals auch die junge Frau gewollt. Und wieder geschah etwas, das Nick sein ganzes Leben lang nicht vergessen sollte. Und darüber hinaus. Er war das erste Opfer - aber längst nicht das letzte ...
Ich bin viele. Ich trage viele Namen und mehr als ein Gesicht. Dreimal gestorben, dreimal wiedergeboren. Jedes Mal neu, jedes Mal anders. Nun bin ich, was ich nie sein wollte. Und tue, was getan werden muss. Ich bin das Unvollendete. Ich folge den Fährten derer, die mich anziehen wie ein Magnet das Eisen. Ich komme! Ich bin unterwegs! Ihr, die es betrifft: Ordnet eure Angelegenheiten, nehmt Abschied von den euren. Ich bin viele, und nichts kann mich stoppen ...

40 (Heftroman 40) DIE DUNKLE ARCHE: Der Korridor war breit wie ein Eisenbahntunnel. Seine Wände bestanden aus einer glatten, undefinierbaren Masse. Es gab weder Licht noch Dunkel; zumindest vermochten Duncan Luther und George Romano, die beiden so unterschiedlichen Toten, problemlos darin zu sehen. Was sie sahen, war ein in Wegrichtung leicht geneigter Korridor, lang wie die Ewigkeit, der hie und da finstere Torausgänge besaß - Schlupflöcher in die Epochen. Vom fernen Ende dieses Korridors aber lockte etwas Unwiderstehliches und erfüllte die Wanderer durch die Zeit mit bitterer, zwanghafter Sehnsucht ...

41 (Heftroman 41) DIE RÜCKKEHR DER KATZE: Was geschah mit Felidae, nachdem sie den Lilienkelch von Lazarus übernommen hatte und spurlos verschwand? Ist Landru noch auf ihrer Fährte, oder hält er sie für tot und hat sich unbemerkt an Liliths Fersen geheftet? Welches Schicksal ist den Toten bestimmt, die Liliths Keim in sich tragen und die ebenfalls nach Uruk streben, wo der wiederweckte Duncan Luther den Zeitkorridor freigelegt hat? Welche Rolle spielt er in Landrus Plänen? Bei der biblischen Ausgrabungsstätte im ehemaligen Mesopotamien laufen die Fäden zusammen, die sich wie ein Netz um Lilith gesponnen haben ...
RÜCKBLENDE - Flughafen Sydney - Felidae, gerade erst von ihren schweren Verletzungen genesen, hob den Lilienkelch vom Kabinenboden auf. Lazarus, jene von Landru erschaffene Missgeburt, hatte ihn zu ihr zurückgebracht, dem im Kelch verankerten Befehl gehorchend. Inzwischen war der >Fünf-Tage-Vampir< tot, zu Staub zerfallen. Nur das stählerne Korsett erinnerte noch an seine im Zeitraffer verflogene Existenz. Ungesehen, wie sie gekommen war, verließ Felidae das Flugzeug. Bis auf Lazarus' Opfer, denen niemand mehr helfen konnte, blieben alle in Warschau gestarteten Passagiere hypnotisiert, aber unversehrt auf ihren Plätzen zurück. Durchaus zu Feldaes Bedauern, die keine Zeit mehr hatte, sich um sie zu kümmern ...

42 (Heftroman 42) DER NEXIUS (1/2): Seit über 3'300 Jahren ruht er in seinem steinernen Gefängnis unter dem Wüstensand, eingeschlossen vom Pharao Echnaton im Auftrag der Alten Rasse. Seit über 3'300 Jahren wirken die magischen Siegel, bannen ein amorphes Wesen, das sich einst von Vampiren ernährte und praktisch unzerstörbar ist. Bis heute. Um von den Geschehnissen in Uruk abzulenken, erhält Lilith den Auftrag, die Kreatur zu befreien. Doch eine Gruppe Grabräuber hat die umgedrehte Pyramide bereits entdeckt ... Der Nexius wartet seit Äonen auf seine Befreiung. Doch er ist nicht allein in seinem Kerker!
Mit ohrenbetäubendem Knattern setzte der Hubschrauber zur Landung an. McClusky stemmte sich gegen den Sturmwind und schirmte seine Augen mit der Hand gegen den Wüstensand ab, der von den Rotorblätter aufgewirbelt und ihm entgegenpeitschte. Bei der Maschine handelte es sich um einen großen, zweirotorigen Transporthelikopter in saharabeigem Tarnanstrich, und an beiden Seiten prangten Kennziffern der ägyptischen Luftwaffe. Wie ein mechanisches Tier der Neuzeit sank er auf den Wüstenboden nieder - ein Eindringling in diese Welt der Legenden ... und längst vergessener Schrecken.

43 (Heftroman 43) DIE EWIGE KÖNIGIN (2/2): Die Grabräuber um El-Ammein stehen kurz davor, in die Pyramide einzudringen, als Lilith in Kairo anlangt. Nicht ahnend, dass der Nexius jede Minute freigesetzt werden kann, machte sie sich auf den weg zur Ausgrabungsstätte - einer Gefahr entgegen, die das Ende fü alle Vampire im weiten Umkreis bedeuten kann. Bis auf diesen entscheidenden Punkt scheint Felidaes Plan durchaus zu funktionieren: Auch Landru hat von der Bedrohung erfahren und eilt nach Ägypten. Vielleicht ist er der Einzige, der den Nexius stoppen kann. Doch beide Feinde können eines nicht vorausahnen: Dass etwas - jemand - gemeinsam mit dem Nexius in dessen Kerker die Jahrtausende überdauert hat ...
Der Kairoer Stadtteil El-Kalifa gehörte zu denjenigen Vierteln der ausufernden ägyptischen Metropole, in deren schmalen Gassen sich selbst bei Tageslicht kaum ein Tourist freiwillig hineingewagt hätte. Schäbige Wohnhäuser und Baracken reihten sich endlos aneinander, und jetzt - kurz vor Sonnenaufgang - herrschte in den schmutzigen, verwinkelten Straßenzügen tiefstes Dunkel. Ab und zu huschte eine einsame Gestalt umher, und nur aus ganz wenigen Fenstern war Lichtschein zu erkennen.

44 (Heftroman 44) DAS STRAFGERICHT: Nicht nur für das Menschengeschlecht ist der Ararat, das in der Türkei gelegene Gebirge, seit jeher ein mystischer Ort. Hier soll Noahs Arche nach der Sintflut wieder trockenes Land erreicht haben. Und hier befindet sich auch die Heimstatt der Hüter, jener legendären Vampire, die mit dem Lilienkelch über die Erde zogen, um die Alte Rasse zu mehren. Lilith wird an diesen sagenumwobenen Ort befohlen. So nah war sie noch nie an der Wahrheit  - über ihre Bestimmung, über den Kelch und die geheimnisvolle Macht, der sie ihr Dasein verdankt. Sie will die Chance nutzen, endlich mehr zu erfahren. Ein verhängnisvoller Fehler! Das Strafgericht kommt über Lilith!
Ägypten - Wann immer sie die Augen schloss, geschah das Gleiche: Die Dunkelheit hinter den Lidern geriet in brodelnde Bewegung und krümmte sich zu einem langen Tunnel, von dessen Ende ein kaltes, gefräßiges Licht auf sie zuraste ... Jedes Mal riss Beth MacKinsey in dem spartanisch eingerichteten Zimmer der koptischen Mission die Augen weit auf. Aber ein Entkommen auf Dauer gab es nicht. Spätestens im Schlaf kam das Schreckliche über sie, erstickte die Gedanken, die die blonde Reporterin bewegten, seit sie hier erwacht war, und ersetzte sie durch andere, fremdartige Gedankenmuster. Muster, die nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Umgebung auszuhöhlen und zu verändern begannen ..

45 (Heftroman 45) SKLAVIN DES LICHTS: Als Lilith Eden in die Türkei aufbrach, um die Agrippa zu finden, ließ sie Beth MacKinsey in einer Kairoer Missionsstation zurück. Hier sollte die verletzte Freundin versorgt werden - geschützt durch die zahlreichen heiligen Symbole, die in allen Zimmern hingen und ein wirksames Mittel gegen die hiesige Vampirsippe darstellten. Lilith konnte nicht ahnen, dass ein Teil des LICHTs auf Beth übergegangen war. Eine Kraft, die nun auf die Kreuze und Insignien reagiert! Die Mission im Herzen Kairos wird zu einem Hort des Wahnsinns. Dinge geschehen, die sich jeder Logik entziehen; Menschen verändern sich auf furchtbare Weise. Und mit Beth selbst geht der erschreckendste Wandel vor. Was wird Lilithvorfinden, wenn sie zurückkehrt?
Türkei, am Fuße des Berges Ararat - Mein eigener Schrei stürmte als weitere Marter von allen Seiten auf mich ein. Aber er war ein Nichts im Vergleich zu dem Schmerz, der in mir tobte! Etwas wie ein unsichtbares Eisen wurde mir von Geisterhand in den Leib getrieben und schien jede Faser meines Körpers in weißer Glut zu verzehren. Längst war ich zu Boden gestürzt. Ich wälzte mich brüllend im Staub. Jemand, der zur Gänze Mensch war, musste an dieser Qual unweigerlich zugrunde gehen. Ich wünschte mir in diesen endlosen Augenblicken nichts sehnlicher, als dass mein vampirisches Erbe mich nicht länger vor dem Tod - der Erlösung! - geschützt hätte.

46 (Heftroman 46) DER BITTERE KELCH: Aller Widerstand hilft Lilith nicht. Einer Marionette gleich, ohne Kontrolle über ihren Körper, muss sie Beth gehorchen - oder vielmehr der fremden Macht in Beth. Ihrer beider Weg endet in Uruk, bei dem Korridor durch die Zeiten. Hier also soll Lilith aus dem Lilienkelch trinken, soll sich ihrer wahren Bestimmung bewusst werden - und alle Menschlichkeit verlieren! Es wird eine neue Lilith sein, die aus dem Kelchritual hervorgeht. Eine Lilith die nach dem Willen des LICHTs lebt und handelt. Eine Vampirin ohne Moralvorstellungen und Gewissen ...
Die indische Hauptstadt Delhi war ein Monster. Aber das wurde den Touristenschwärmen, die seine orientalischen Viertel, die engen Gassen und Basare, Tempel und Moscheen bei Tag besuchten, niemals bewusst. Man musste die alte Kernstadt am Rande der Ganges-Ebene schon bei Nacht und in ihren Abseits gelegenen Winkeln erleben, um den fauligen Atem des Todes und das verborben pulsierende Herz roher Gewalt aufzuspüren. Doch wer mochte das schon ...?

47 (Heftroman 47) LEBENDE RUNEN: Manchmal hat das Schicksal einfach ein schlechtes Timing. Gerade als Lilith sich aufmacht, den Korridor zu betreten, stürmt eine Armee-Einheit die unterirdische Anlage. Obwohl viele der Soldaten unter den Pranken des neuen Wächterwesens sterben, gelingt es ihnen, beim Rückzug die Agrippa mit sich zu nehmen. Und Lilith, die alles versucht, das mysteriöse »Ei« wiederzuerlangen, wird von Schüssen niedergestreckt und ebenfalls mitgezerrt. Aber es kommt noch schlimmer. Dank Tanor hat Landru die Spur nach Uruk gefunden. Wird er den Plan des LICHTs doch noch in letzter Sekunde vereiteln können?
Ich bin Chiyoda. Ich sehe ... Ich sehe eine Zukunft. Ich sehe Unheil kommen. Großes Unheil. Schon bald wird nichts mehr sein, wie es seit Urzeiten war. Die Veränderungen betreffen nicht ... mein Volk. Aber jene anderen, die mir und meiner Art in Hassfreundschaft nahe stehen. Jene Wesen, die wie die Meinen in der Nacht jagen. Nicht nur zum vollen Mond, sondern in jeder Nacht. Vielleicht in Zukunft auch in keiner Nacht mehr. Was wird geschehen? Ich sehe eine Zukunft. Aber ich sehe in ihr - die Brüder der Nacht nicht mehr ...

48 (Heftroman 48) ZUM ANFANG DER ZEIT: Unterwegs im Korridor der Zeiten ... im Korridor der Leiden, errichtet aus Magie und den Seelen der Kinder, die durch den Kelch sterben mussten, um eine zweite, böse Existenz als Vampire zu erlangen. Lilith hört ihr Klagen, ihr Flehen. Und je länger sie in dem schier endlosen Gang unterwegs ist, um so unerträglicher werden die Stimmen. Schließlich sieht sie nur noch eine Chance, ihnen zu entkommen: Sie flieht durch einen der Ausgänge, die vom Korridor abzweigen. Und findet sich in einer bizarren Welt wieder, die in keiner Schöpfungsgeschichte verzeichnet ist. Eine Welt mit Kreaturen, die einst erschaffen ... und von Gott vergessen wurden!
Uruk - Landru wankte, ohne in seinem Vorwärtsdrang innezuhalten. Seit er den Marsch durch diesen endlosen Korridor angetreten hatte, überfielen ihn immer neue, wundersame Impressionen. Seine Hände verkrampften sich um das Artefakt aus grauer Vergangenheit: die Opferschlange. Der breite Pfad war nicht still, nicht friedlich. Denn von überall her bettelten die Seelen der Kinder, die der Lilienkelch auf seinen Reisen durch die Welt verschlungen hatte! Sie flehten um nichts geringeres als ihre Erlösung. Doch dafür, dachte Landru, bin ich kaum die richtige Adresse. Vielleicht wäre SIE es, Lilith, von der ich immer noch nicht weiß, was sie im Schilde führt. Warum sie sich einen runenübersäten Dämon zum Komplizen genommen hat und mit ihm vorauseilt ... ... WOHIN?

49 (Heftroman 49) DAS RITUAL: Nachdem der unglaubliche Korridor ihn ausgespieen hatte, fühlte sich Landru schier überwältigt von der Nacht, die ihn umgab. Von der Luft, die er einsog und die eine schwindelerregende Frische besaß - zugleich aber ebenso fremd, ebenso abstoßend war wie alles um ihn herum! Wo - bin ich? Wie geschieht mir ...? Landrus Blicke bohrten sich in die Nacht. Er fühlte sich erdrückt von diesem Gebirge aus Schwärze, in dem kaum ein Stern leuchtete und auch kein Mond! Kein sichtbarer Mond, versuchte er sich zu beruhigen. Doch eine untrügliche Ahnung sagte ihm, dass es keinen Mond gab ...! Nirgends über dieser Welt! Und er begriff, dass es falsch war, sich zu fragen, wo er sich aufhielt. Richtiger musste es heißen: WANN BIN ICH?
Sydney, Salem Enterprises - Steuart Goldenberg erstarrte, als jemand lautlos in den scharf gebündelten Reizstrahl trat, der auf das gläserne Bassin gerichtet war, und dabei keinen Schatten warf. »Ich hoffe, ich habe dich erschreckt!« kam es kalt über dunkle Lippen. »Ich liebe diesen gehetzten Ausdruck auf deinem sonst so abgeklärten Gesicht, Professor!« Auf Goldenbergs Stirn glitzerten plötzlich Schweißperlen. Er verkrampfte, als der Untote sich penetrant an ihn drängte, in den Behälter mit dem Nährbrei wies und in klirrendem Ton sagte: »Es ist schon erstaunlich groß geworden! Ich wusste ja, dass ich mich auf dich verlassen kann, Steuart! Dein hübsches Töchterchen und deine hinreißend verdorbene Frau werden es dir ewig danken ...«

50 (Heftroman 50) DAS ERWACHEN  - DER KREIS SCHLIESST SICH!: Nunmehr erwacht Lilith Eden nicht aus todesgleichem Schlaf, sondern jene Macht, die hinter ihrer Existenz steht und deren Geist durch das LICHT ein geheimnisvolles Ritual vorbereitet hat.
Der wahnsinnige Sturm peitschte Sand und Steine durch die Luft - eine Luft, die zu  kochen schien, die heulte und fauchte und schwefelig roch, als wäre sie der Atem eines unglaublichen, zürnenden Wesens, das die Geduld mit dem, was sich unter seinen Blicken zutrug, verloren hatte. Dort, wo die Toten gegraben hatten und wo sie während der Beschwörung verbrannt waren, brach jetzt etwas aus dem Schoß der Erde und stieg empor, kahl runenübersät, groß wie ein Haus. Das Grab eines Geschöpfes, das weder leben noch sterben durfte und hier ewig für seine Sünden büßen sollte ...

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Gesamtverzeichnis aller Titel

→VAMPIRA (Teil 1 - 50, Bastei Heftroman)

→VAMPIRA (Teil 51 - 110, Bastei Taschenheft)

→DAS VOLK DER NACHT (Teil 111 ff., Zaubermond)

→VAMPIRA-LEXIKON

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