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bibliothèque des vampires : Literatur   

DER SUKKUBUS (Le Succube)

Honoré de Balzac - 1837

 Auszug aus : "Les Contes drolatiques", Secund Dixain, 1882-37

Manfred Kluge: Gleichzeitig mit der Idee einer 'Comédie humaine' entwicklete Honorè de Balzac seinen Lieblingsplan, die wunderbaren alten »schlüpfrigen Geschichten« neu zu beleben, in denen er Rittern und Edelfräulein, Mönchen und Nonnen, Bauern und Stallmägden reichlich Gelegenheit gibt, ihre derben erotischen Vergnügungen im Sinne altfranzösischer Ungezwungenheit auszuleben. Nach dem Vorbild der 'Cent nouvelles nouvelle' schrieb er seine "Hundert tolldreisten Geschichten" (1852/53) [d.i.: " Les Contes drolatiques" (1882-37)], aus denen die Geschichte vom Prozess und Tod des Sarazenenmädchens herausragt, das als Dämon der Sinnlichkeit verbrannt wird. (1978)

bibliothèque: Im Stil einer Dokumentation mit Zeugenvernehmung, Anlageschrift und Gerichtsverlauf wird zunächst der Beweis geführt, dass es sich bei der Beklagten eindeutig um einen teuflischen Succubus handelt, die Priestern und anderen hochwerten Herren nicht nur das Geld, sondern auch das Leben mittels wollüstiger Verführungen aussaugt. Die später in einem Nachlass gefundene Schrift zeigt jedoch eine ganz andere Seite der Medaille, die von Neid, Gier und Machtstreben handelt und, bei Veröffentlichung, die schöne Frau rehabilitieren könnte.
Balzac zeigt meisterhaft am frivolen Beispiel die Ränkespiele um die Hexenverfolgung und den dahinterstehenden Motiven.
(2015)

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Titelverzeichnis

1 - Der Sukkubus (Le Succube) - Volltext, 1911

2 - Le Succube - Volltext, franzöisch, 1837

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Volltext

1 - Der Sukkubus (Original) - Übersetzung: Benno Rüttenauer - 1911

bibliothèque: Der vorliegende Text folgt weitgehend der Übersetzung durch Benno Rüttenauer (* 1855, † 1940) in: "Die dreißig tolldreisten Geschichten, genannt Contes drolatiques" (Insel Verlag, Leipzig, 1911) und wurde in Rechtschreibung und dem heutigen Sprachgebrauch nur leicht angepasst. (2017)

Prolog

Einige Herren und Damen aus unserm edlen Tourainer Land waren so begeistert von dem Autor und seinem patriotischen Werk, in dem soviel Altertümer, Aventiuren, gelungene Streiche und Schwänke aus jenen Gegenden von neuem aufleben, dass sie nicht anders meinten, als der genannte Autor müsse alles wissen, was nur irgendwie mit jenem gesegneten Land zusammenhängt, und eines Tags, nach reichlichem Trinken versteht sich, wandten sie sich an ihn mit der Frage, ob er nicht den etymologischen Grund wisse, warum eine Straße in Tours Rue Chaulde, die Brenzelgasse, heiße, worüber sich besonders die Damen schon oft den Kopf zerbrochen hätten. Er hat ihnen zur Antwort gegeben, wie sehr er sich verwundern müsse, dass selbst die ältesten Bewohner der Stadt die zahlreichen Klöster vergessen hätten, die man vor Zeiten in dieser Straße gefunden, wo denn die notgedrungene Enthaltsamkeit der Mönche und Nonnen die ganze Gegend also brenzlig gemacht habe, dass einige Frauen, die etwas langsam aus der Vesper zurückkehrten, in dieser Straße schwanger geworden sind.
Ein Landjunker, der sich als ein Gelehrter aufspielte, bestritt aber diese Konjunktur; nicht die Klöster, behauptete er, sondern alle Hurenhäuser der Stadt hätten in der Straße gelegen. Ein anderer verlor sich ganz und gar in dem Irrgarten der Wissenschaft und kramte eine solche Gelehrsamkeit aus, dass ihn kein Mensch verstand. Er sprach von Wortwurzeln und Wortstämmen, von Suffixen und Präfixen, von Lautwandlungen und Lautverschiebungen, von Alliteration und Assimilation und was dergleichen Gallimathias mehr ist. Er zog hundert Beispiele aus allen Sprachen der Welt seit der Sintflut sozusagen an den Haaren herbei, aus dem Hebräischen, Chaldäischen, Ägyptischen, Griechischen und Lateinischen; er sprach von Turnus, der die Stadt Tours gegründet hat, und endete damit zu behaupten, dass Brenzel ein ganz verderbtes Wort sei und dass die Straße ehemals Brünzelgasse geheißen habe. Die Damen begriffen von alldem nur den Schluss.
Ein Greis aber stimmte ihm zu und versicherte, dass es ehemals einen warmen Brunnen in dieser Straße gegeben, wovon sein Ur-Urgroßvater noch getrunken habe. Kurz, in weniger Zeit, als ein Mückerich braucht, um seine Frau Nachbarin zu notzüchtigen, kam ein solcher Sack voll Etymologien zusammen, dass eine Laus im schmutzigen Bart eines Kapuziners leichter zu finden gewesen wäre als die Wahrheit in diesem bunten Haufen von Meinungen und Ansichten.

Da befand sich aber auch ein wirklicher Gelehrter, der dafür bekannt war, dass er mehr Groschen für Öl ausgegeben als für Wein, mehr dicke Folianten verschlungen als fette Schnepfen und aus alten Klöstern und Sakristeien mehr altes Gerümpel und verstaubte Pergamente, mehr Tryptiken, Dyptiken, mehr Archivkästen und Aktentruhen, mehr Regesten und Registraturen über die Geschichte des Tourainer Lands zusammengetragen hatte als ein Hamster Weizenkörner im Monat August. Dieser Kauz, ganz Haut und Knochen, mit der Gicht in allen Gliedern, schlürfte still in der Ecke seinen Wein. Doch lag um seine Lippen ein verächtliches Lächeln, das richtige verächtliche Gelehrtenlächeln, bis ihm zuletzt der Ausruf "Dummes Volk!“ entfuhr, woraus der Autor schloss, dass der Mann im geheimen mit dem Embryo einer guten und wahrhaftigen Historie schwanger gehen müsse, die ihm für seine gegenwärtige Sammlung vielleicht willkommen sein dürfte. Kurz, er besuchte am andern Morgen das Gichtmännlein, als welches ihm die folgende Rede hielt:
»Durch Euer Gedicht "Die lässliche Sünde"«, so begann er, »habt Ihr für immer meine Hochachtung gewonnen, weil darin von A bis Z alles wahr ist, was bei einem solchen Gegenstand nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Aber, wie mir scheint, ist Euch ganz und gar unbekannt, was sich mit jener Mohrin, die durch den Herrn Bruyn von La Roche-Corbon eine Nonne bei den Karmeliterinnen wurde, weiterhin zugetragen hat. Ich kann Euch darüber aufklären. Wenn Euch also jene Straßenetymologie wie auch das Schicksal der ägyptischen Nonne ernstlich am Herzen liegen, so will ich Euch ein sehr kurioses, uraltes Aktenbündel leihen, das aus den Altertümern des erzbischöflichen Palastes stammt, dessen Archiv und Bücherei in jenen Tagen, wo niemand am Morgen wusste, ob ihm am Abend der Kopf noch zwischen den Schultern säße, ein wenig in alle Winde zerstreut worden ist. Würde Euch die Sache Spaß machen?«
»Sehr!« antwortete der Autor.
Und also übergab dieser würdige Sammler von Dokumenten der Wahrheit dem Autor einige staubige Pergamente, welche dieser, ich kann es euch gestehen, nicht ohne große Mühe übertragen hat. Es waren uralte Aktenstücke eines geistlichen Gerichtsverfahrens. Der Autor war der Meinung, dass es nichts Verwunderlicheres und Kurioseres geben könne als die Auferweckung aus Staub und Moder dieser seltsamen Stücke, die ein so grelles Licht werfen auf die kindische Unwissenheit der guten alten Zeit. Höret also! Ich bringe die Schriftstücke in der Ordnung, in der ich sie vorgefunden; nur habe ich sie mir auf meine Weise zurechtgemacht, denn die Originale waren in einem teufelsmäßig brenzligen Stil abgefasst.

 

I. Was das war, der Sukkubus

In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

Im Jahre nach Unseres Herrn Geburt Eintausendzweihundertundeinundsiebzig. Vor Uns, Hieronymus Cornill, Groß-Pönitentiario und oberstem Strafrichter in kirchlichen Angelegenheiten und Bevollmächtigtem des Kapitels von St-Maurice, der Kathedrale von Tours, sind heute auf Unsre Vorladung, nachdem Wir zuvor Beratschlagung gepflogen mit Unserem gnädigen Herrn, dem Erzbischof, über die Beschwerden mehrerer Bürger der Stadt, deren Klageschrift unten angefügt ist: sind erschienen einige Edelleute, Bürger und Bauern der Diözese und haben die unten folgenden Aussagen gemacht über die großen Ausschweifungen und Ausschreitungen eines Dämons in Weibsgestalt, der den Seelen der Diözese ein groß und schwer Ärgernis gegeben und in diesem Augenblick festgehalten ist in dem Gefängnis des Kapitels. Und haben Wir darum zur Feststellung und Bekräftigung der Wahrheit am heutigen Montag, dem 11. Dezember, nach der Messe dies gegenwärtige Verhör eröffnet und zu Protokoll gebracht zu dem Zweck und Ende, dass die Aussagen der Geladenen und Augenzeugen dem Dämon zur Beantwortung vorgelegt und das Urteil über ihn gefällt werde kraft Unserer Gesetze contra daemonios.

Bei diesem Verhör war gegenwärtig und mit der Niederschrift des Protokolls beauftragt der gelehrte Herr Guillaume Tournebouche, Rubrikator im Archiv des Kapitels, ein gelehrter Mann.

Es ist als erster vor Uns erschienen ein gewisser Jehan Tortebras, ein Bürger von Tours, der mit obrigkeitlicher Genehmigung die Herberge "Zum Storchen" auf dem Platz bei der großen Brücke hält, und hat, seine rechte Hand auf den heiligen Evangelien, beim Heil seiner Seele geschworen, dass er nichts aussagen wolle, als was er selber gesehen und gehört hat. Er hat dann ausgesagt und bezeugt wie folgt:
»Ich sage aus, dass ungefähr zwei Tage vor Sankt Johannis, wo wir die Freudenfeuer anzünden, ein Edelmann mich aufsuchte, der mir beim ersten Blick unbekannt vorkam, der aber, wie ich nachher erfuhr, zum Hof des Königs gehörte und vor kurzem aus dem Heiligen Lande zurückgekehrt war. Dieser Edelmann machte mir den Vorschlag, ihm ein mir gehöriges und von mir selber erbautes Landhaus bei Saint-Etienne, das dem Kapitel zinspflichtig ist, zur Miete zu überlassen, und hat dieser Edelmann besagtes Landhaus für die Dauer von neun Jahren in Pacht genommen und dafür drei gute goldene Pfennige hinterlegt, worauf er mit einem sehr schönen Weibsbild, das ihm zu gehören schien, sich dort eingerichtet hat.
Dieses Luder hatte ganz das Aussehen einer leibhaftigen Frau, war nach sarazenischer und mohammedanischer Mode gekleidet, hatte einen seltsamen Kopfputz aus bunten Federn, eine unnatürliche Hautfarbe und Augen, die so verzehrend brannten wie das höllische Feuer, was ich alles nur in einem kurzen Augenblick wahrnehmen konnte, da der edle jetzt verstorbene Herr, mein Mieter, niemand dieser schönen Zauberin weiter, als eine Armbrust trägt, nahe kommen ließ und jeden mit dem Tode bedrohte, der es sich einfallen lassen sollte, an besagtes Haus auch nur von ferne zu schnüffeln. So habe ich aus großer Furcht mich ferngehalten und habe bis zum heutigen Tage meine Vermutungen und Zweifel über die seltsame Frauensperson, die so schön war, wie ich nie etwas Ähnliches gesehen, in meinem Innern verwahrt.
Gegenüber den Reden gewisser Leute von allerlei Herkunft, welche behaupten, der edle Herr sei überhaupt schon tot gewesen und nur durch Salben, zauberische Tränklein und teuflische Hexereien von diesem Satan, der in Weibsgestalt unser Land heimsuchen wollte, bei einem künstlichen Leben erhalten worden, erkläre ich hiermit, dass ich den edlen Herrn immer so bleich gesehen, dass ich seine Gesichtsfarbe nur mit der Farbe einer Osterkerze vergleichen konnte. Wie alle meine Leute in der Herberge "Zum Storchen" wissen, hat man den Ritter neun Tage nach seiner Ankunft begraben. Nach Aussage seines Stallmeisters ist der Verstorbene vor seinem Tode ohne Unterbrechung volle sieben Tage in der Verkuppelung mit der genannten Mohrin verharrt, und ich selber habe das Geständnis dieser Scheußlichkeit, als ihm schon der Tod auf den Lippen saß, aus seinem eignen Munde vernommen.
Einige sagten damals, dass diese Teufelin den edlen Herrn mit ihren langen Haaren über sich festgebunden; dass in diesen Haaren das höllische Feuer wohnt, das sich in Gestalt von Liebesraserei den armen Christenmenschen mitteilt und ihnen so lange zusetzt, bis ihnen die Seele aus dem Leibe fährt, eine reife Frucht für die Hölle. Aber ich muss bekennen, dass ich davon nichts wahrgenommen, dass ich aber den Ritter gesehen, wie er, halbtot, ausgemergelt, hüftlahm, nicht mehr imstande sich zu rühren, in Gegenwart seines Beichtvaters immer wieder nach dem Weibsbild verlangte. Dieser Ritter aber wurde als der edle Herr von Bucil erkannt, der ins Heilige Land gezogen war und der dort, so sagen die Leute, in dem Lande Damaskus oder anderswo im Asiatischen dem Zauber eines Dämons anheimgefallen ist.
Gemäß den Klauseln, wie sie in unserm Mietvertrag verzeichnet waren, habe ich der unbekannten Dame mein Haus überlassen, und da der Gestrenge nicht mehr am Leben war, habe ich es gewagt, mich in mein Haus zu begeben, um die Fremde zu fragen, ob sie den Wunsch habe, ferner in meiner Wohnung zu verbleiben. Es gelang mir nur unter vielen Schwierigkeiten, sie zu sehen. Ich wurde durch einen halbnackten schwarzen Mann mit weißen Augen zu ihr geführt. Da saß sie auf einem asiatischen Teppich, in einem mit Gold und Edelsteinen übersäten Gewand, das seltsam flimmerte und glitzerte, aber sie nur wenig bekleidete, und neben ihr ein neuer Edelmann, der seine Seele, das sah ich, bereits ganz und gar an sie verloren hatte. Ich wagte kaum sie anzuschauen, da ich merkte, wie mich schon ihre Augen behexten, wie ihre Stimme mir das Herz im Leibe umdrehte, das Gehirn verwirrte und die Seele verbrannte. Ich lief also auf und davon aus Furcht Gottes und der Hölle, überließ ihr mein Haus, solange sie es haben wollte, und hatte seitdem nie mehr den Mut, es wieder zu betreten, so sehr fürchtete ich mich davor, diese braunhäutige Mohrin zu sehen, die wie geladen schien mit Feuer und Funken, diesen kleinen Fuß, der viel zu klein ist, als dass er einer wahrhaftigen Frau gehören könnte, diese Stimme zu hören, die alle Eingeweide in Aufruhr brachte. Und wahrlich, ich hätte gefürchtet, mich geradewegs in den Abgrund der Hölle zu stürzen, wenn ich es gewagt haben würde, den Fuß über die Schwelle meines Hauses zu setzen. Ich habe gesprochen.«
Dem genannten Jehan Tortebras haben Wir sodann einen abessinischen, äthiopischen oder nubischen Mann vorgeführt, der schwarz vom Kopf bis zu den Füßen war und beraubt seiner Vorteile der Männlichkeit, mit denen gute Christenmenschen sonst versehen sind. Und haben Wir aus diesem schwarzen Afrikaner nach mehrfach angewandter Tortur, wobei er viel gestöhnt und gejammert, aber nichtsdestoweniger in ein hartnäckiges Stillschweigen sich versteift hat, so viel herausgebracht und ihn überführt, dass er die Sprache unsres Landes nicht sprechen konnte.
Besagter Tortebras hat ausgesagt und beglaubigt, den abessinischen Heiden in seinem Hause in Gesellschaft des weiblichen Teufels gesehen zu haben, und nun liegt daher die Vermutung nah, dass dieser Teufel in schwarzer Gestalt dem andern Helfershelfer und Sozius war.
Darauf hat besagter Tortebras bei dem heiligen katholischen Glauben geschworen, außer den bereits notierten Punkten nichts weiter zu wissen, als vom Hörensagen die verschiedenen umlaufenden Gerüchte, wie sie jedermann bekannt sind.

Sodann ist auf Unsere Vorladung erschienen ein sicherer Mann namens Matthias, genannt Cognefestu, Tagelöhner auf dem Kirchengut von Saint-Etienne, welcher, nachdem er auf die heiligen Evangelien geschworen, die Wahrheit zu sagen, Uns gestanden hat, dass er die Wohnung des genannten fremden Weibes immer hell erleuchtet gesehen, dass er bei Tag und bei Nacht, an den heiligen Festtagen, den höchsten Feiertagen und insbesondere in der Woche vor Weihnacht und der heiligen Karwoche tolles und teuflisches Lachen von dort vernommen, wie wenn eine große Anzahl von Menschen daselbst versammelt gewesen wäre. Sodann hat er behauptet, durch die Fensterläden des besagten Hauses frische Blumen gesehen zu haben, jede Art von schönen Blumen, besonders Rosen, die zu ihrem Wachstum eine große Wärme nötig haben, und dies alles mitten im Winter, bei frostigem Wetter, einzig durch Zaubermittel hervorgebracht. Aber darüber habe er sich nicht so sehr verwundert, da er bemerkt, dass die sonderbare fremde Person eine solche Hitze um sich verbreitet, dass von einem Tag zum andern ihre Gemüse gewachsen, an denen sie am Abend entlanggegangen, und dass jedes mal, wenn ihr Gewand die Bäume gestreift, der Saft aus den Zweigen gequollen und die Knospen hervorgebrochen seien. Zum Schluss hat der genannte Cognefestu erklärt, nichts weiter zu wissen, außer dass er vom frühen Morgen an arbeite und abends mit den Hühnern zu Bett gehe.
Danach ist die Ehefrau des Genannten aufgerufen worden, auf Eid auszusagen, was in Sache dieses Prozesses zu ihrer Kenntnis gekommen, und hat solche beteuert und sich darauf versteift, nichts als Gutes von der Fremden aussagen zu können, da seit der Ankunft der schönen Fremden, die um sich her Liebe verbreite wie die Sonne Strahlen und Wärme, sogar ihr Mann sie besser behandle, und anderes ungereimtes Zeug, das Wir nicht von Belang und der Mühe wert gefunden, hier aufgezeichnet zu werden.
Dem vorhin genannten Cognefestu und seiner Ehefrau haben Wir danach den besagten unbekannten Afrikaner vorgeführt, der von ihnen beiden in den Gärten des Hauses gesehen und als dem weiblichen Dämon zugehörig erkannt worden ist.

Als dritter ist vor Uns erschienen der edle Herr Harduin V., Schloßherr von Mayen, und wurde in schuldiger Ehrfurcht von Uns gebeten, seinen katholischen Glauben zu bekennen. Dazu hat derselbige sich bereit erklärt und Uns noch obendrein sein ritterliches Ehrenwort verpfändet, nichts andres auszusagen, als was er gesehen hat.
Erklärte und bezeugte er darauf, den Dämon, um den es sich hier handelt, in dem Heer der Kreuzfahrer gesehen zu haben. In der Stadt Damaskus war er Zeuge, wie der verblichene Herr von Bueil sich vor den Schranken in den Zweikampf begeben zu dem Zweck, der alleinige Herr des besagten Teufels in Weibsgestalt zu sein, das um diese Zeit dem Herrn Geoffroy IV., Schlossherrn von Roche-Pozay, gehörte, als welcher die Teufelin, wie er sagte, obwohl sie eine Sarazenin und Mohammedistin war, aus unsrem Touraine mit ins Heilige Land genommen hatte. Darüber haben sich die Edelleute von Frankreich höst verwundert, ebenso sehr wie über die Schönheit der Teufelin, die großes Aufsehen im Feldlager machte und Veranlassung zu viel Ärgernis und tausend tollen Händeln gab. Schon auf der Fahrt war die Hexe Schuld und Ursache von verschiedenen Morden gewesen, indem der edle Herr von Roche-Pozay mehrere Kreuzfahrer erschlug, die die Absicht verraten hatten, das Teufelsweib für sich gewinnen zu wollen, als welches, wie einige insgeheim von ihr begünstigte Edelleute aussagten, den Männern eine Wollust zu kosten gab wie kein andres Weib der Welt.
Aber zuletzt war es der Herr von Bueil, der, nachdem er seinen Nebenbuhler, den von Roche-Pozay, aus dem Wege geräumt, alleiniger Besitzer und Herr dieser mörderischen Weibsperson wurde und sie in ein Kloster oder, wie man auf sarazenisch sagt, in einem Harem einschloss. Wer sie vorher bei ihren Festen gekannt, der hat sie in den verschiedensten transmediterranischen Sprachen kauderwelschen hören als: Arabisch, Neugriechisch, Latein, Maurisch, bis auf unser christliches Tourainisch und das besser als irgendeiner im Kriegsvolk der Christen, auch wenn einer sein Französisch noch so gut konnte, woraus zuerst der Glaube aufgetaucht ist, dass sie mit dem Teufel im Bund sein müsse.
Der genannte Herr Harduin hat ferner ausgesagt: Wenn er selber nicht ihrem Zauber verfallen sei im Heiligen Land, so schreibe er das nur einem Splitter des heiligen Kreuzes zu, den er immer auf seinem Herzen getragen, und außerdem der Liebe eines griechischen Weibes, das ihn solchergestalt mit Zärtlichkeit eingehüllt Tag und Nacht und ihm von seinem Herzen und sonst so viel weggenommen, dass ihm für kein andres Weib mehr etwas übriggeblieben.
Derselbige Herr Harduin hat die Dame in dem Hause des Jehan Tortebras als diejenige erkannt, die er in dem Lande Syrien gesehen. Diese Bewahrheitung hat er konstatiert bei Gelegenheit eines Gastmahls, das der junge Herr von Croixmare ihr gegeben, allwo er, Herr Harduin, unter den Geladenen gewesen. Dieser Jungherr von Croixmare aber sei sieben Tage nach jenem Festmahl gestorben, beraubt von allem durch jene Teufelin, wie die Dame von Croixmare, seine Mutter, aussagte: von seinen Lebensgeistern und Lebenskräften nicht nur, sondern auch von seinen guten goldenen und silbernen Gulden.
Hierauf, von neuem von Uns befragt in seiner Eigenschaft als Mann von Rang, Wissenschaft und Ansehen in diesem Land und aufgefordert, über die Meinung, die er von der genannten Dame hege, alles zu bekennen, was ihm noch auf der Seele liege, in Anbetracht dessen, dass es sich um einen ganz außerordentlich peinlichen Fall handle in Sachen der christlichen Kirche und der göttlichen Gerechtigkeit, hat Uns der edle Herr Harduin erwidert: Von all den Kreuzfahrern, die sich mit der Teufelin eingelassen, sei behauptet worden, dass sie für jeden immer wieder von neuem eine Jungfrau war, dass Mohammed ihr für jeden neuen Liebhaber wieder eine neue Jungfernschaft gemacht habe und was dergleichen Geschwätz mehr ist unter berauschten Männern, deren Aussagen nicht, so sagte Herr Harduin, als ein fünftes Evangelium aufgenommen zu werden brauchen.
Aber soviel sei wahr und sicher, dass er selber, ein Greis auf der Neige seiner Tage, der nichts mehr habe wissen wollen von den Weibern und der Liebe, sich auf jenem Gastmahl des Herrn von Croixmare wieder plötzlich als Jüngling gefühlt, dass die Stimme der Teufelin, ohne seine Ohren zu berühren, ihm gerade ins Herz gedrungen und er eine so brennende Liebe in seinem Körper gefühlt, infolge davon alles Leben an dem einen Punkt zusammenströmt, von wo das Leben ausgeht, in einem solchen Grad, dass, wenn er sich nicht dem Wein von Zypern mit Leidenschaft hingegeben und davon, um die flammenden Augen der teuflischen Gastgeberin nicht mehr zu sehen, so viel getrunken hätte, bis er unter den Tisch gesunken, er gewiss den Herrn von Croixmare umgebracht haben würde, um die schöne Hexe auch nur ein einziges Mal besitzen zu können. Inzwischen habe er alles getan, diese bösen Gedanken zu beichten und abzubüßen. Auch habe er auf höhere Eingebung seinen Splitter vom heiligen Kreuze von seiner Gemahlin zurückverlangt, wieder an sich genommen und sei ruhig auf seinem Schloss verblieben; aber trotz dieser christlichen Vorsichtsmaßregeln klinge ihm noch manchmal die süße Stimme der Teufelin im Ohr, und oft des Morgens sehe er das Weib vor sich, an dem das Herz des Manns sich entzünde wie Zunder am springenden Funken.
Und deswegen, weil die schöne Hexe ein solches Feuer ausstrahle, dass sie ihm, dem schwachen Greis, der schon bald ein Toter, noch einmal wie einem Jüngling das Herz versengt hatte, nicht anders als wie einer grauen Motte geschieht in flackernder Flamme: hat Uns der edle Herr ersucht, ihn nicht dieser Allgewaltigen in der Liebe gegenüberzustellen, die, wenn nicht vom Teufel, so doch sicher von Gottvater mit übernatürlicher Macht über die Menschen begabt worden sei, also dass er um Seele und Leben Schlimmstes befürchten müsste. Hierauf, nach Lesung des Protokolls, hat sich der Herr Harduin von Mayen zurückgezogen, nicht ohne vorher den afrikanischen Mann als Diener und Leibwächter der Dame erkannt zu haben.

Als vierter ist sodann vor Unserm Richterstuhl erschienen und von Uns versichert worden im Namen des Kapitels und Unsres Herrn Erzbischofs, dass er nicht gefoltert noch mit glühenden Eisen gepeinigt, dass er weder an seiner Person oder seiner Habe in irgendeiner Weise geschädigt noch auch nach getaner Aussage verhindert werden solle, frei von hinnen zu gehen und seinen Reisen und Handelsgeschäften unbelästigt zu obliegen: ein Jude mit Namen Salomon al Rastschild.
Dieser genannte Jude ist trotz der Ehrlosigkeit seiner Person und seines judäischen Glaubens zu dem Zwecke verhört worden, um alles zu erfahren, was über die Aufführungen des in Frage kommenden Teufels in Weibsgestalt einige Aufklärungen geben könnte. Nicht aufgefordert worden ist genannter Salomon, irgendeinen Eid zu schwören, da er außerhalb unsrer Kirche steht und durch das Blut Unsres Herrn und Heilands von uns getrennt ist (trucidatus Salvator inter nos).
Von Uns befragt, warum er ohne die grüne Mütze auf dem Kopf und ohne das gelbe Rad auf der Brust, wie es die königlichen und geistlichen Gesetze vorschreiben, erschienen sei, hat Uns der besagte Salomon Rastschild einige von Unserm Herrn König ausgefertigte und von den Herren Seneschallen von Touraine und Poitou bestätigte Freistellung und Verbriefungen vorgezeigt.
Uns hat dann der vorher genannte Jude bekannt, mit der im Hause des Meisters Tortebras wohnhaften Dame ein großes Geschäft gemacht und ihr eine Menge Kostbarkeiten, als wie verschiedene kunstreich gearbeitete Leuchter, silberne Teller und Schüsseln, reiche, mit Smaragden und Rubinen geschmückte Trinkgefäße, goldene Kannen und Kelche, ferner aus der Levante eine Unmenge kostbarer Stoffe, persische Teppiche, leinene und seidene Gewänder, endlich so prächtige Geräte für Haus und Küche verhandelt zu haben, dass keine Königin der Christenheit sich rühmen könne, mit Zierschmuck, Kleinodien und Hausrat so wohl versehen zu sein; auch dass er allein für allerlei seltene Spielereien, wie indische Blumen, Papageien und andere fremdartige Vögel, Straußenfedern, Diamanten, Spezereien, Gewürze und griechische Weine an Geldwert dreihunderttausend Tourainer Pfund von ihr erhalten habe.
Von Uns, dem Richter, aufgefordert zu bekennen, ob er ihr keine Ingredienzen zu zauberischen Tränklein wie Blut von Neugeborenen, keinerlei Zauberbücher oder ähnliche Dinge, wie sie Hexen brauchen, verschafft habe, hat der Jude Rastschild, nachdem Wir ihm versichert, dass er weder bestraft noch verfolgt, noch sonst beunruhigt werden solle, auf seinen hebräischen Glauben geschworen, keinerlei Handel dieser Art zu treiben. Dann hat er erklärt, dass er viel zu sehr von großen Wertpapierhandel und Geschäften von hoher Wichtigkeit in Anspruch genommen sei, um sich mit solchen Lappalien abzugeben; er sei der Bankmann und Geldversorger verschiedener, sehr mächtiger Herren wie des Markgrafen von Montserrat, des Königs von England, des Königs von Zypern und Jerusalem, des Grafen von der Provence, des Hohen Rats von Venedig und vieler deutscher Fürsten. Er sei außerdem der Besitzer einer Flotte von Handelsschiffen, die unter dem Schutze des Sultans nach Ägypten und andern Ländern des Morgenlands ginge. Besonders handle er mit Gold und sonstigen edlen Metallen, durch welchen Handel er öfter mit der Münze von Tours geschäftlich verkehre. Zum Überfluss hat er noch versichert, dass er die genannte Dame, um die es sich handelt, für sehr redlich und durchaus für ein natürliches Weib halte; allerdings mit soviel Liebreiz der Form und solcher Grazie des Wesens, wie er noch keine gekannt habe; er hat auch gestanden, dass er, angezogen von ihrem Ruf, eine Zauberin, Hexe oder teuflischer Dämon zu sein, und auch aus Verliebtheit, sie eines Tags, da sie gerade ledig war, um ihre Gunst angegangen, die ihm denn auch nicht verweigert worden sei.
Aber obwohl er die Wirkungen jener Nacht noch lange Zeit in seinen Knochen und Lenden gespürt, habe er doch keineswegs die Erfahrung gemacht, wovon so viele fabelten, dass der Mann, der sich einmal mit ihr abgegeben, nicht mehr von ihr loskommen könne, sondern von ihr verzehrt werde und hinschmelze wie Blei in dem Tiegel eines Alchimisten.
Obwohl die Aussagen des genannten Salomon Rastschild mehr als zur Genüge sein Einverständnis und seine Mitschuld an dem satanischen Komplott bewiesen und bis zur unbezweifelbaren Einsicht belegten, da er heil davongekommen, wo alle guten Christen ihr Verderben gefunden, konnten Wir infolge des ihm zugesagten freien Geleits ihn in seiner Person nicht behelligen oder beeinträchtigen, und hat Uns derselbe darauf einen Vertrag in Sachen des obengenannten Dämons unterbreitet, dahin lautend, dass er das Anerbieten mache, dem Kapitel der Kathedrale für den genannten Dämon in Weibsgestalt, wenn solcher zum Scheiterhaufen verurteilt werden sollte, als Lösegeld eine hinlängliche Summe zu bezahlen, damit der eben in Angriff genommene höchste Turm der Kathedrale von Saint-Maurice bis zu seiner Vollendung ausgebaut werden könnte.
Diesen seinen Vorschlag haben Wir zu den Akten genommen, um ihn dem versammelten Kapitel, wenn es an der Zeit wäre, zur Beratung vorzulegen. Hat sich alsdann der genannte Salomon Rastschild zurückgezogen, sich aber hartnäckig geweigert, Uns seine Wohnung zu bezeichnen, sondern nur bemerkt, dass er von den Entschlüssen des Kapitels durch einen Juden der Tourainer Judenschaft mit Namen Tobias Nathan unterrichtet werden könne. Dem genannten Juden Salomon ist vor seinem Abtritt der Afrikaner gegenübergestellt worden, den er als den Diener jenes Dämons erkannt hat. Er hat Uns erklärt, dass die Sarazenen ihre Sklaven, die zur Überwachung der Frauen bestimmt sind, auf diese Weise ihrer Männlichkeit beraubten, als welches ein uralter Brauch sei, wie aus verschiedenen weltlichen Erzählungen, zum Beispiel der Geschichte des Narses, eines konstantinopolitanischen Feldherrn, unter anderem hervorgehe.

Am andern Tag nach der Messe ist in fünfter Linie vor Uns erschienen die sehr edle und hochgeborene Dame von Croixmare. Die selbige hat auf ihren Glauben und die heiligen Evangelien geschworen und weinenden Auges ausgesagt, dass sie erst jüngst ihren ältesten Sohn begraben, als welcher an der seltsamen und extravaganten Liebe zu einem weiblichen Dämon gestorben war. Der junge Edelmann stand im Alter von dreiundzwanzig Jahren, so sagte die Mutter aus, war von männlich kräftiger Gestalt und starkem Bartwuchs wie sein verstorbener Vater. Ungeachtet seiner gesunden Natur sei er in einem Zeitraum von neunzig Tagen langsam dahingesiecht, ganz verstört durch seine Verbindung mit dem Sukkubus in der Brenzelgasse, wie das gemeine Volk allenthalben erzähle.
Ihre mütterliche Autorität habe keinerlei Einfluss mehr auf diesen Sohn ausüben können, und in seinen letzten Tagen habe er nur noch einem halbtoten Nachtfalter geglichen, den die Stubenmagd beim Reinmachen manchmal in einer Zimmerecke findet und hinauskehrt. Aber solange noch ein Fünkchen Leben in dem Armen gefunden worden, habe er sich nicht enthalten können, mit der verfluchten Hexe zusammenzukriechen.
Sein ganzes väterliches Erbe sei ebenfalls in diesem Abgrund versunken. Nachher, so fuhr die Dame von Croixmare fort, als er sich nicht mehr vom Lager erheben konnte und sein letztes Stündlein herannahen fühlte, fluchte er, tobte, raste, sagte mir, seiner Mutter, seinen Geschwistern, ja dem Priester tausend Beleidigungen und harte Worte ins Gesicht, verleugnete Gott und wollte als Verdammter sterben, so dass alle Diener des Hauses entsetzt waren und zur Rettung seiner Seele aus den Qualen der Hölle zwei jährliche heilige Messen in der Kathedrale von Saint-Maurice gestiftet haben. Um dem Armen ein Begräbnis in geweihter Erde zu sichern, habe das Haus Croixmare sich verpflichtet, dem Kapitel für seine Kirche nebst sämtlichen Kapellen auf hundert Jahre hinaus das Wachs zu den Osterkerzen zu liefern. Zum Schluss hat die edle Dame beteuert: Abgesehen von den gottlosen und erschrecklichen Reden, die ihr der Beichtvater ihres Sohns von ihm berichtet, der hochwürdige Luis Pot, ein Benediktiner von Marmoustiers, der dem Unglücklichen in seiner letzten Stunde beigestanden, habe sie selber aus seinem Munde kein einziges Wort vernommen, so sich auf die Teufelin, die sein Leben ausgetrunken, bezogen hätte.
Daraufhin hat sich die sehr edle und hochgeborne Dame in großer Trauer zurückgezogen.

Zum sechsten ist sodann vor Uns erschienen Jacquette, genannt Dreck-Schminke, die als Putz- und Spülmagd von Haus zu Haus ihr Brot sucht und gegenwärtig am Fischmarkt wohnt. Und hat dieselbe auf ihren heiligen Glauben geschworen, nichts anderes zu sagen, als was sie für wahr hält. Folgendes aber hat die Genannte ausgesagt: Eines Tags, als sie sich in der Küche des besagten weiblichen Dämons befand, will sie die Angeklagte gesehen haben, die ihr, als nur den Männern gefährlich, keinerlei Furcht eingeflößt. Jene Hexe sei ganz wie eine vornehme Dame reich gekleidet und in Gesellschaft eines jungen Edelmanns, mit dem sie scherzte und lachte wie eine natürliche Frau, in ihrem Garten spazieren gegangen. Die genannte Dreck-Schminke habe bei dieser Gelegenheit in dem angeklagten weiblichen Dämon das wahre Ebenbild einer Mohrin erkannt, die man zu ihrer Zeit in dem Kloster Notre-Dame zu Esgrinolles als Nonne eingekleidet hatte. Diese Mohrin sei vor ungefähr achtzehn Jahren von einer Truppe Ägypter im Dom an Stelle des Bildes der Heiligen Jungfrau und Mutter Unsres gebenedeiten Heilands in der Mauernische zurückgelassen und durch den Herrn Bruyn, Seneschallen von Touraine und Poitou, Grafen von La Roche-Corbon, vor dem Scheiterhaufen bewahrt worden, indem sie, anstatt lebendig gebraten zu werden, die heilige Taufe empfangen, wobei der selige Herr Seneschall und die selige Frau Seneschallin selber in Person zu Gevatter gestanden. Durch anderweitige große Unruhen in der Stadt sei es gekommen, dass dieses Höllenkind, ungefähr zwölf Jahre alt bei seiner Taufe, nachher gänzlich vergessen worden. Sie aber (die Zeugin), damals als Spülmädchen im Kloster angestellt, erinnere sich noch an die Flucht, die, zwanzig Monate nach ihrer Einkleidung, von besagter Ägypterin so fein ins Werk gesetzt worden ist, dass man nie herausgebracht hat, auf welche Weise und durch welchen Ausgang sie so spurlos entkommen sein mochte. Von allen Einwohnern des Klosters wurde angenommen, dass sie mit Hilfe des Teufels durch die Luft geflogen sei, da trotz Nachforschung und Untersuchung keinerlei Spur mehr von ihr zu finden und im Kloster alles in unverrückter Ordnung geblieben war.
Nachdem Wir der Sprecherin den Afrikaner vorgeführt, hat sie ausgesagt, ihn nicht gesehen zu haben, trotzdem sie sehr neugierig danach gewesen wäre, da dieser Afrikaner als Wache an dem Platz aufgestellt war, wo die Mohrin mit den eingefangenen Männern ihre Ludereien trieb.

Als siebenter ist vor Uns geführt worden der zwanzigjährige Sohn des Herrn von Bridoré, Hugo Dufou, der, als der väterlichen Gewalt unterstellt, von seinem für ihn verantwortlichen und mit seiner ganzen Herrschaft für ihn haftenden Vater hierher geleitet worden, weil er verdächtigt und überführt war, dass er mit Hilfe einiger schlimmer Gesellen unbekannten Namens das Gefängnis des erzbischöflichen Kapitels belagert und mit Gewalt zu erbrechen gesucht, um den mehrfach genannten Dämon zu befreien und der kirchlichen Justiz zu entziehen. Ungeachtet seiner bösen Absichten haben Wir den ebengenannten Hugo Dufou aufgefordert und ermahnt, der Wahrheit gemäß alles zu bekennen, was er von dem besagten Dämon wisse, mit dem viel verkehrt zu haben er im Ruf stehe, und haben Wir nicht versäumt, ihm einzuschärfen, dass es sich um sein ewiges Heil und um das Leben der genannten Teufelin handle. Hat selbiger danach auf seinen Schwur hin ausgesagt:
»Ich schwöre bei meiner ewigen Seligkeit und bei den heiligen Evangelien, auf denen meine Hand liegt, dass ich die Frau, die im Verdacht steht, eine Teufelin zu sein, für einen Engel halte, für eine Frau mit allen Vollkommenheiten, noch mehr der Seele wie des Körpers; für eine Frau, die, aufrichtig und edel, keinen bösen Gedanken im Herzen hat, die mildtätig und hilfreich gegen die Armen und Elenden sowie voll Sanftmut und tausend anmutiger Liebreize ist. Ich bezeuge hiermit, dass ich sie bittere Tränen vergießen sah, beim Tode meines Freundes, des Herrn von Croixmare, und dass sie an diesem Tage das Gelübde zu Unsrer Lieben Frau getan hat, keine jungen Edelleute mehr zu ihrem Körper zuzulassen, die des harten Dienstes nicht gewachsen wären. Sie hat mir mit großer Beständigkeit den Genuss ihres Schoßes verweigert und hat mir bloß den Besitz ihres Herzens gewährt, in dem ich den ersten Platz einnehmen durfte. Meiner wachsenden Liebe hartnäckigen Widerstand entgegensetzend, ist sie ohne einen andern Mann in ihrer Wohnung verblieben, in der ich den größten Teil meiner Tage in ihrer Gesellschaft verbrachte, zufrieden, sie nur zu sehen und zu hören, dieselbe Luft zu atmen, die sie atmet, das Licht zu sehen, wie es sich in ihren Augen spiegelt, und mich glücklicher fühlend als die Engel im Paradies. Ich Armer, der ich mir sie erwählt habe, für immer meine Dame zu sein, meine Geliebte, meine Freundin, mein Ein und alles, ich armer Tor, ich habe von ihr noch nicht die geringste kleine Abschlagszahlung auf künftige Freuden bekommen, dafür aber tausend tugendhafte Ratschläge: wie ich ein tapferer Ritter werden solle, ein starker, schöner Mann, der nichts fürchtet außer Gott, der die Frauen ehrt, aber in Erinnerung ihrer, der Mohrin, nur einer dient und sie liebt; wenn ich aber, gestärkt und gestählt durch das Kriegshandwerk, eines Tags zurückkehren sollte und ihr Herz dem meinigen immer noch wert und teuer sei, dann wolle sie mir gehören; sie könne auf mich warten, denn ihre Liebe zu mir sei stark genug...«
So sprechend, weinte der junge edle Herr, und fügte hinzu, dass diese zarte Frau, deren weißen Arm schon die leichte Last ihrer goldenen Zierraten hart zu drücken schien, nun in eisernen Ketten liege und im Düster des Gefängnisses unschuldig schmachte: diesen Gedanken habe er nicht zu ertragen vermocht und darum den Versuch gemacht, sie mit Gewalt zu befreien. Hier aber, angesichts des kirchlichen Gerichts, erkläre er frei heraus: So eng verbunden hänge sein Leben mit dem seiner geliebten Herrin und Freundin zusammen, dass er an dem Tage, wo ihr ein Leid geschehen würde, sich unfehlbar das Leben nehmen wolle.
Hat auch des weiteren besagter junger Edelmann noch tausend Lobpreisungen über den genannten Dämon hervorgebracht, was augenfällig aufs neue beweist, wie schrecklich, teuflisch, trügerisch, wie unerhört der höllische Zauber sein maß, dem er zum Opfer gefallen ist. In dieser Sache wird Unser gnädiger Herr, der Erzbischof, das Urteil fällen und dem armen Verführten zu dem Zwecke, diese junge Seele aus den Klauen der Hölle zu befreien, die geeigneten Bußen und Exorzismen auferlegen.
Hierauf haben Wir den edlen Jungherrn, nachdem von ihm der Afrikaner als Diener der Angeklagten erkannt worden ist, dem Herrn von Bridore, seinem Vater, wieder überantwortet.

Zum achten haben die Diener Unsres gnädigen Herrn, des Erzbischofs, in großer Ehrfurcht vor Uns geführt die hochgeborene und hochwürdige Dame Jacqueline von Champchevrier, Äbtissin des Klosters Notre-Dame zu Esgrinolles, Filiale der Kongregation vom Mont-Carmel, deren Händen die genannte Ägypterin, die in der Taufe den Namen Blancheflor Bruyn erhalten, als Novize übergeben worden durch den Herrn Seneschallen von Tours, den Vater des gegenwärtigen Grafen von Schloss Roche-Corbon, zur Zeit Vogt des genannten Klosters.
Der hochwürdigen Dame haben Wir in einer Zusammenfassung erklärt, dass es sich in dem gegenwärtigen Fall um die heilige christliche Kirche, um den Ruhm Gottes, um das ewige Heil unzähliger Menschen unserer Diözese, die von einem Teufel in Weibsgestalt beunruhigt werden, und um das Leben eines Geschöpfs handle, dessen Unschuld möglicherweise bewiesen werden kann. Hierauf, nachdem Wir den Fall also vorgetragen, haben Wir die hochgeborene und hochwürdige Frau Äbtissin ersucht, Uns mitzuteilen, was zu ihrer Kenntnis gelangt sei über das wunderbare und unerklärliche Verschwinden ihrer Tochter in Gott Blancheflor Bruyn, als Braut Unsers Heilands Schwester Claire genannt.
Hierauf hat die sehr edle, hochgeborne und hochwürdige Dame ausgesagt wie folgt:
»Schwester Claire, von unbekannter Herkunft und also wahrscheinlich von ketzerischen Eltern und Feinden unsrer christlichen Religion abstammend, ist schlecht und recht in dem Kloster eingekleidet worden, dessen Regierung und Verwaltung mir, obwohl ich dessen unwürdig bin, nach den Vorschriften des kanonischen Rechts übertragen worden ist. Sie hat ihr Noviziat tapfer bestanden und dann nach der heiligen Regel des Ordens ihre Gelübde abgelegt. Bald darauf aber ist sie in große Traurigkeit verfallen und ist hingewelkt vor unsern Augen. Von mir, der Äbtissin, über ihre Krankheit und Melancholie befragt, hat sie unter Tränen geantwortet, dass sie selber nicht wisse, warum, dass sie aber manchmal meine, an ihren Tränen ersticken zu müssen, wenn sie ihre schönen Haare nicht mehr auf dem Kopfe fühle; dass sie außerdem eine unbezwingbare Sehnsucht nach der freien Luft und den unwiderstehlichen Drang in sich spüre, zu springen, auf Bäume zu klettern, sich zu schaukeln und im Tanz ihre Glieder zu üben, wie sie es von ihrem Leben unter freiem Himmel gewohnt war; dass sie ganze Nächte mit Weinen verbringe und von den Wäldern träume, in denen sie einst im Laub übernachtet, dass sie in solchen Erinnerungen die eingeschlossene klösterliche Luft entsetzlich finde, dass sie oft meine, nicht mehr atmen zu können und ersticken zu müssen; dass sie oft in der Kirche und im Gebet auf die tollsten Gedanken verfalle und manchmal ganz und gar den Kopf verliere. Ich habe dann die Arme auf die heiligen Lehren der Kirche hingewiesen, habe sie an die unaussprechliche Seligkeit erinnert, deren die gottgeweihten, reinen Jungfrauen im Paradies teilhaftig werden, und wie vergänglich das irdische Leben, wie unerschöpflich und ohne Grenzen aber die Güte Gottes sei, der uns in seiner unendlichen Liebe für die flüchtigen Entbehrungen im Diesseits ewige Freuden bereitet hat im Jenseits. Ungeachtet dieser mütterlichen Zusprüche verharrte die Unglückliche in ihrer boshaften Verstocktheit. Immer sah sie während der Messe und dem Gebet durch die Fenster nach dem Laub der Bäume und den Blumen der Wiese. Aus reiner Bosheit wurde sie immer blasser wie Linnen auf der Bleiche, um zuletzt die Erlaubnis zu erhalten, in ihrem Bette bleiben zu dürfen. Dann wieder lief sie durch die Säle und Kreuzgänge des Klosters wie eine Ziege, die sich von ihrem Pflock losgerissen hat. Zuletzt ist sie ganz abgemagert, hat ihre Schönheit, die von allen bestaunt wurde, verloren und ist umhergeschlichen wie der Schatten an der Wand. In diesem Zustand haben Wir, als die Äbtissin und Mutter, weil Wir fürchteten, dass sie Uns unter den Händen wegsterbe, verordnet, dass sie in den Saal der Kranken gebracht werde. Und dann, eines Morgens im Winter, war sie spurlos verschwunden, ohne dass eine Tür erbrochen, ein Riegel abgerissen, ein Fenster geöffnet, worden oder sonstige Anzeichen sich gezeigt, die auf ihre Flucht hätten hindeuten können. Es war ein unheimlich grausig Ding um diese Flucht, und Wir konnten nicht anders glauben, als dass der Dämon, der sie so lange behelligt und gequält hat, ihr dabei behilflich war. Unterdessen wurde von den höchsten Autoritäten unserer Metropolitankirche der schreckliche Fall so erklärt, dass dieses Kind der Hölle die Sendung erhalten habe, unsre Nonnen von ihrem heiligen Wege abspenstig zu machen, und dann, geblendet von unserm Leben in der Reinheit, durch die Luft wieder zurückgekehrt sei zu den unreinen Geistern und Zauberern, die sie, um unsre katholische Religion zu verhöhnen, seinerzeit in der Kathedrale an Stelle der Heiligen Jungfrau zurückgelassen hatten.«
Nachdem die edle Frau Äbtissin so gesprochen, ist sie gemäß der Weisung Unsres gnädigen Herrn, des Erzbischofs, mit großen Ehren zu ihrem Kloster, als welches Notre-Dame vom Mont-Carmel genannt wird, zurückgeleitet worden.

Als neunter ist auf Vorladung vor Uns erschienen ein gewisser Joseph, genannt der Ruderer, Wechsler seines Zeichens und wohnhaft oberhalb der Brücke in dem Haus "Besant d'Or", der, nachdem er auf seinen katholischen Glauben geschworen, in Sachen des Prozesses, der vor Unserm geistlichen Gericht zur Verhandlung steht, nichts andres auszusagen als die Wahrheit, soweit er sie wisse, gesprochen hat wie folgt:
»Ich bin ein armer, von Gott geschlagener Mann. Vor der Erscheinung des Sukkubus in der Brenzelgasse hatte ich als einziges Gut einen Sohn, der schön war wie nur ein Edelmann und gelehrt wie ein studierter Herr, da er weit in der Welt herumgekommen und viel von den fremden Ländern erzählen konnte. Als ein guter katholischer, Christ, der er war, hielt er sich fern von den Lockungen der Liebe und war auch jedem Gedanken an eine Heirat abhold. Er zog es vor, die Stütze meiner alten Tage, die Freude meiner Augen, das Glück meines Herzens zu sein. Er war ein Sohn, auf den der König von Frankreich hätte stolz sein können, ein Sohn mit einem goldenen Herzen, voll Mut und Tugend, die Freude des Hauses, die Seele des Geschäfts, mit einem Wort: ein unschätzbarer Reichtum in Anbetracht dessen, dass ich allein bin auf dieser Welt, da ich zu meinem Unglück meine Gefährtin verloren habe und zu alt bin, mir eine andre zu suchen. Dieser Schatz ohnegleichen ist mir durch einen Teufel verführt worden und muss nun in der Hölle braten. Oh, mein Herr Richter, von dem Augenblick an, wo mein armes Kind auf diese Teufelin gestoßen ist, auf diese Scheide für tausend Klingen, diese Werkstatt der Wollust, diesen Ausbund von Verderbnis, diese mörderische Schlinge, diese giftige Schlange, an der alles Verführung, alles Versuchung ist, stürzte der Unglückliche mit seinem ganzen Hunger nach Liebe hinein in diese Fanggrube, in diesen weiblichen Zwinger und lebte seitdem einzig in diesem Tempel der Venus und lebte nicht lange darin, denn an diesem Ort brennt eine solch höllische Glut, dass die Quellen der ganzen Welt sie nicht löschen würden. Ach, mein armer Sohn, all sein Ehrgeiz, seine Hoffnung auf Nachkommenschaft, all sein Vermögen, sein ewiges Heil, sein ganzes Sein, mehr noch, alles verlor sich in diesem Abgrund wie ein Körnchen Hirse im Rachen eines Stiers.
So bin ich verwaist worden in meinen alten Tagen, und nun hab ich keinen andern Wunsch mehr, als diese Blutsaugerin, die mehr Christenmenschen ausgesaugt hat, mehr Ehen zerstört, mehr Brautfackeln ausgelöscht, als es Aussätzige gibt in allen Hospitälern der Welt, diese Giftspinne, sage ich, die sich nährt von Blut und Gold, lebendig braten und schmoren zu sehen. Martert diese Hexe, rädert sie, röstet sie lebendigen Leibs, diese blutdürstige Tigernatur, diese giftgeschwollene Schlange! Verschüttet ihn, diesen Schlund, wo kein Mann sich wieder herausfindet! Ich will euch das Holz zum Scheiterhaufen liefern, ich will ihn selber anzünden ... Bindet sie mit Ketten, die Teufelin, sie hat die Kraft des Samson in ihren Haaren, sie hat das Feuer der Hölle in ihrem Schoß, sie scheint euch himmlische Musik in ihrer Stimme zu haben, sie tötet mit ihrem Hexenzauber Körper und Seele. Ihr Lächeln schon ist Verderben, und ihre Küsse wollen euch verschlingen. Sie würde einen Heiligen verführen und ihn zum Gottesleugner machen.
Mein Sohn, mein Sohn! Wo bist du jetzt, du Blume meines Lebens, nun vergiftet vom Biss einer Schlange, der deinen Saft vertrocknete und deine Kraft ausdorrte mit dem Pesthauch seines Odems? Meine hohen Herren, warum habt ihr mich gerufen? Könnt ihr mir meinen Sohn wiedergeben, dessen Seele von einem Leibe verschlungen worden, der allen das Leben nimmt und keinem das Leben gibt? Unfruchtbar aber ist allein der Teufel. Dies ist mein Zeugnis, ihr Herren, und ich bitte den Meister Tournebouche, kein Jota davon auszulassen in seiner Niederschrift. Auch bitte ich ihn, mir eine Abschrift davon zu geben, um sie täglich in meinen Gebeten Gott vorzutragen, damit das vergossene Blut der Unschuld zum Himmel schreie und ich von seiner unendlichen Barmherzigkeit die Verzeihung erflehe für meinen Sohn.«

Danach folgen im Protokoll des Meisters Tournebouche noch siebenundzwanzig andere Aussagen, die hier wiederzugeben nach ihrem Wortlaut und vollem Umfang den Verlauf der Geschehnisse zu sehr in die Länge ziehen, den Faden unsres prozessualen Verfahrens verwirren und unsre seltsame Geschichte vom geraden Ziel ablenken würde, da doch, wie schon die Akten in ihren Vorschriften betonen, eine gute Geschichte darin einem Stier gleichen soll, der geradeaus und ohne Umschweife auf die Sache losgeht. Es sei also in wenigen Worten nur die Quintessenz dieser verschiedenen Zeugenaussagen niedergelegt.
Durch eine große Anzahl guter Christen, Bürger und Bürgerinnen, Bewohner der edlen Stadt Tours, wurde eidlich ausgesagt:
Dieser Dämon habe tagtäglich tolle Hochzeiten und wahrhaft königliche Feste gehalten; niemals habe man ihn in einer Kirche gesehen; er habe Gott verflucht; er habe über die Priester gespottet; er habe sich niemals mit dem Zeichen des Kreuzes bezeichnet; er habe in allen Zungen der Erde geredet, welche Gnade doch allein den Aposteln von Gott verliehen worden; er sei oft im Freien gesehen worden, reitend auf einem seltsamen fremden Tier, das vor den Wolken herzog; er sei nie gealtert, sondern immer jung geblieben in seinem Aussehen. Dieses Weib, eigentlich der Teufel, habe sich den Gürtel lösen lassen von Vater und Sohn an demselben Tage und gesagt, bei ihr sei das keine Sünde; sichtbar sei ein bösartiger und zwingender Zauber von ihr ausgegangen, dergestalt, dass ein Schneider, an dessen Bude sie vorübergegangen, so durch ihren Anblick von der Brunst übermannt worden, dass er sich auf seine Frau gestürzt und am andern Morgen tot aufgefunden worden, das Weib immer noch umschlingend im Starrkrampf der Liebe. Alte Männer der Stadt hätten den schwachen Rest ihrer Tage und ihrer Taler ihr zugetragen, um noch einmal in den Sünden ihrer Jugend zu schwelgen, und seien darüber gestorben wie die Mücken zum Gewinn der Hölle, wobei einige schwarz geworden gleich den Mohren. Niemals habe dieser weibliche Dämon jemand bei seinen Mahlzeiten zugelassen, Frühstück, Mittagsmahl oder Vesperbrot, sondern habe stets einsam und allein gespeist, weil er sich von menschlichem Gehirn genährt. Er sei öfter bei Nacht auf Kirchhöfen gesehen worden, wo er junge männliche Leichname ausgegraben, da der Teufel, der wie ein eingeschlossener Gewittersturm in den Eingeweiden dieses Weibes hauste, sich an den Lebendigen nicht genug tun konnte. Durch diesen Teufel in ihrem Leib sei die Hexe zu einer wahren Furie und Windsbraut geworden in ihren Umarmungen, Umklammerungen und sonstigen Teufeleien der Liebe und Wollust, aus denen die Männer zurückkamen mit blauen Malen und zerschlagenen Gliedern, zerrissen, zerkratzt, zerquetscht, also dass seit der Zeit, da Unser Heiland den Oberteufel in eine Sauherde verbannt, kein so bösartiges, giftiges, unheilvolles Tier auf dieser Erde gesehen worden, dergestalt, dass, wenn man ihm die ganze Stadt Tours zum Fraß hinwürfe, die Bestie sie wegschnappen würde nicht anders wie eine Erdbeere.
Außerdem standen noch eine ganze Menge anderer Aussagen, Zeugnisse und Beweise in dem genannten richterlichen Instrumentum, aus denen die infernalische Abstammung dieser Tante, Schwester, Hausfrau, Großmutter oder Tochter des Teufels klar erhellt, abgesehen von den schon an und für sich genügenden Proben ihrer bösartigen Handlungen und des vielerlei Unglücks, das sie über zahlreiche Familien der Stadt gebracht. Und wenn es möglich wäre, allen diesen Missetaten und Gräueln hier Raum zu geben, so wie sie in der Anklageschrift eins nach dem andern von Meister Guillaume Tournebouche aufgeführt sind und mehrere Hefte füllen, würde man einen Begriff bekommen von dem furchtbaren Entsetzen der Ägypter am Tag ihrer siebenten Plage. Denn wahrlich, der genannte Meister Tournebouche hat sich keinen kleinen Ruhm erworben und ein wahres Meisterstück geleistet mit seinen Protokollen.

Nach dem zehnten Tag wurden die Zeugenverhöre abgeschlossen, da nun genügend Material von authentischen Zeugnissen, Einzelheiten, Behauptungen, Gegenbehauptungen, Anklagen, öffentlichen und geheimen Beichten, Schwüren, Vergleichen und Kontroversen, Vertagungen, Vorladungen et cetera sich angehäuft hatten, auf die der Dämon nun zu erwidern haben wird; kurz, soviel schriftliches Beweismaterial, dass die Bürger von Tours den Ausspruch getan: auch wenn diese Frau eine wirkliche Teufelin und mit inwendigen Krallen und Hörnern versehen sein sollte, womit sie die Männer gegabelt und zerbrochen, würde es ihr doch schwer werden, sich durch dieses Maschenwerk von geschriebenen Anklagen hindurchzuwinden, um heil und sicher die Hölle wieder zu erreichen.

 

II. Wie dem Teufel in Weibsgestalt nun der Prozeß gemacht wurde

In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

Im Jahre nach Unsres Herrn Geburt Eintausendzweihundertundeinundsiebzig sind vor Uns, Hieronymus Cornill, Groß-Pönitentiario und Strafrichter in Sachen der kirchlichen Gerichtsbarkeit, erschienen:
Der edle Herr Philippe von Ydré, Amtmann der Stadt Tours und Kreishauptmann der Provinz Touraine, wohnhaft in seinem Hause an der Rue de la Rostisserie zu Chasteauneuf; Meister Jehan Ribou, Schöffe und Gildemeister der Tuchmacherbruderschaft, aus dem Hause mit dem Bild der "Befreiung Petri" am Quai de Bretagne; Meister Antoine Jahan, Obmann und Zunftrichter der Wechslerinnung, wohnhaft vor der Brücke, in dem Hause mit dem Bild des "Heiligen Markus, wie er Tourainer Gulden aufzählte"; Meister Martin Maupertuis, Hauptmann der städtischen Bogenschützen, mit seinem Quartier im Schloss; Jehan Rabelais, Schiffbaumeister und Schatzhalter der Schifferbruderschaft, mit einem eignen Hause am Hafen der Insel Saint-Jacques; Markus Hieronymus, genannt Maschefer, Schuster im Hause "Zum heiligen Sebastian" und Vorstand der Zunftmeister; und endlich Jacques, genannt Villedomer, Weinbauer und Herbergsvater "Zum goldenen Tannenzapfen" in der Hauptstraße:
Diesen genannten edlen Herrn von Ydré, Kreishauptmann, wie den genannten Bürgern von Tours haben Wir die folgende Beschwerdeschrift vorgelesen, die von ihnen aufgesetzt und unterzeichnet worden, um dem geistlichen Gerichtshof vorgelegt zu werden.

Klageschrift

"Wir Endesunterzeichnende, Bürger von Tours, haben uns im Hause unsres gnädigen Herrn von Ydré, Kreishauptmanns von Tourains in Abwesenheit unsres Herrn Bürgermeisters versammelt und haben ihn ersucht, unsre Beschwerden und Klagen entgegenzunehmen über die folgenden Tatsachen, die wir dem geistlichen und erzbischöflichen Gericht zu unterbreiten gewillt sind, als welches in dieser Materie zuständig ist.
Seit einer geraumen Zeit lebt in unsrer Stadt auf dem Gute Saint-Étienne, in dem Hause des Schankwirts Jehan Tortebras, zur Domäne des erzbischöflichen Kapitels gehörig und unter der weltlichen Gerichtsbarkeit des Erzbischofs stehend, ein Teufel in Weibsgestalt. Diese Braut des Satans treibt das Handwerk einer öffentlichen Hure, das sie solchergestalt überbietet und missbraucht, dass diejenigen, so hingehen, sie zu besuchen, mit verlorener Seele zurückkehren und in grässlicher Weise die heilige Kirche und ihre Hilfe verspotten, woraus unsrer heiligen katholischen Religion große Gefahr erwächst.
In Anbetracht nun, dass eine Anzahl derjenigen, die sich mit ihr verbunden, gestorben sind und dass diese Teufelin, die nackt und bloß in unsre Stadt gekommen, nach dem Sagen der Leute unermessliche Reichtümer besitzt, königliche Schätze, die sie im Verdacht steht, mit teuflischen Mitteln und durch übernatürliche und zauberische Anziehungskraft, wenn nicht durch Diebstahl erworben zu haben;
In Anbetracht, dass es sich um die Ehre und Sicherheit unserer Familien handelt, da man niemals in dieser Stadt eine Frau oder öffentliches Weib gekannt hat, welches das Gewerbe der Hurerei so auf den Gipfel getrieben und so offenkundig und schmählich die Sitten, die Religion, die Keuschheit, das Vermögen und die Gesundheit der Bewohner gefährdet hätte;
In Anbetracht, dass es dringend geboten ist, die Person, die Habe und die Ausschreitungen dieses Weibsbilds einer Untersuchung zu unterziehen, um den Umstand aufzuklären, ob man ihre Aufführung in Sachen der Liebe, dergestalt es den Anschein hat, ihrer teuflischen Natur zuschreiben muss, wie denn oft solche Teufel in Gestalt von Weibern die Christenheit heimsuchen und es auch in den Evangelien geschrieben steht, dass Unser Heiland auf einen Berg geführt worden, von wo ihm Luzifer oder Astaroth die fruchtbaren Gegenden von Judäa gezeigt, und wie es auch sonst an andern Orten Hexen und Teufel gegeben, die in weiblicher Gestalt umgegangen sind und nicht mehr in die Hölle zurückkehren wollten, sondern ihren heißen höllischen Hunger mit christlichen Seelen gestillt haben;
In Anbetracht ferner, dass dem besagten Weibe tausend Teufeleien nachgewiesen werden können, von denen jedermann offen spricht, und dass schon zur eigenen Sicherheit des genannten Weibsbilds eine gründliche Untersuchung und Schlichtung der Sache notwendig ist, damit nicht eines Tages diejenigen über sie herfallen, die sie durch ihre Gräuel ins Unglück gebracht hat:
In Anbetracht alles dessen bitten wir untertänigst, dass es Euer Hochehrwürden gefalle, diese unsre Klage unserm gnädigen Herrn und geistlichen Vater, dem sehr edlen und hochwürdigen Herrn Erzbischof Jehan von Monsoreau vorzutragen, damit er der Bedrängnis seiner betrübten Herde abhelfe, und Ihr hiermit die Pflichten Eures Amts erfüllt, ebenso wie wir als Diener der Sicherheit dieser Stadt mit dem Gegenwärtigen die unsrigen erfüllen, jeder im Umkreis seiner amtlichen Befugnisse und Obliegenheiten. Und haben wir Gegenwärtiges unterzeichnet im Jahre nach Unsres Herrn Geburt Eintausendzweihundertundeinundsiebzig, am Tage Allerheiligen, nach der Messe.
(Folgend die Unterschriften.)"
Nachdem nun von Meister Tournebouche die Verlesung beendet worden, wurde von Uns, Hieronymus Cornill, also zu den Klägern gesprochen:
»Besteht ihr, liebe Herren, auch heute noch auf euren Aussagen, habt ihr noch andere Beweise als die Uns zur Kenntnis gekommenen, und verpflichtet ihr euch, die Wahrheit zu bekennen vor Gott, vor den Menschen und vor der Angeklagten?«
Alle außer Meister Rabelais sind bei ihren Aussagen geblieben, der genannte Rabelais aber hat sich von der Anklage zurückgezogen, indem er sagte, dass er jene Mohrin für eine natürliche Frau und ein gutmütiges Weibsbild halte, das keinen andern Fehler habe, als dass die Temperatur ihrer Liebe ein wenig allzu hitzig sei.
Also haben Wir, der beauftragte Richter, nach reiflicher Überlegung beschlossen, der Anklage der genannten Bürger Folge zu geben und anzuordnen, dass der Frau, die im Gefängnis des Kapitels in Gewahrsam gehalten wird, nach den kanonischen Vorschriften und der Lex contra daemonios der Prozess gemacht wird. Und sollen darum die genannten Vorschriften und Verordnungen in Form einer Vorladung veröffentlicht und vom Ausrufer der Stadt unter Trompetenstößen auf allen Märkten und Plätzen öffentlich ausgerufen werden, dass jeder davon Kenntnis nehme und ein jeglicher Zeuge mit seinem Gewissen zu Rat gehe, bevor er dem genannten Dämon Aug in Aug gegenübergestellt wird. Soll auch der genannten Angeklagten nach Brauch und Herkommen ein Verteidiger zugesprochen werden und darauf Verhör und Prozess, Unsern Satzungen und Ordnungen gemäß, ihren Verlauf nehmen.
(Gezeichnet:) Hieronymus Cornill.
(Weiter unten:) Tournebouche.

In nomine Patris , et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

Im Jahre nach Unsres Herrn Geburt Eintausendzweihundertundzweiundsiebzig, am zehnten Februar, nach der Messe, ist Uns, Hieronymus Cornill, geistlichem Straf-Oberrichter, auf Unsern Befehl aus dem Gefängnis des Kapitels vorgeführt worden die Frau, welche, als wohnhaft in dem Hause des Gastwirts Tortebras, das auf der Domäne des Kapitels der Kathedrale von St-Maurice gelegen ist und unter die herrschaftliche und weltliche Jurisdiktion Unsres gnädigen Herrn Erzbischofs gehört, während das ihr vorgeworfene Verbrechen seiner Natur nach der geistlichen Gerichtsbarkeit unterliegt, was Wir ihr zu wissen und kundgetan haben, damit sie darüber nicht im unklaren sei.
Nachdem Wir diesem Weibsbild zuvörderst die Anklageschrift der Stadt und hierauf alle Aussagen und Zeugnisse, Anschuldigungen, Prozeduren und Verhöre, wie sie in zweiundzwanzig Heften von Meister Tournebouche niedergeschrieben worden und vorstehend eingeheftet sind, in allen Teilen ernst und deutlich vorgelesen und die Angeklagte versichert hat, alles verstanden zu haben, haben Wir unter Anrufung Gottes und des Beistands seiner Kirche das inquisitorische Verfahren, der Wahrheit auf den Grund zu kommen, eingeleitet und haben zunächst der Angeklagten folgende Fragen vorgelegt.
In erster Linie haben Wir an die Angeklagte die Aufforderung gerichtet, Uns zu sagen, in welcher Stadt und in welchem Land sie geboren sei.
Von ihr, der Angeklagten, wurde geantwortet:
»In Mauretanien.«
Wir haben sodann die Angeklagte aufgefordert, Uns zu sagen, ob sie Vater, Mutter oder sonstige Anverwandte besitze, und es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
»Ich habe sie nie gekannt.«
Dann haben Wir sie gefragt, welches ihr Name sei. Es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
»Zulma in arabischer Sprache.«
Wir haben weiterhin dann die Frage an sie gerichtet, warum sie die Sprache unsres Landes spreche, und es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
»Weil ich in diesem Lande gewohnt habe.«
Dann haben Wir, der Richter, sie gefragt, zu welcher Zeit sie in das Land gekommen.
Es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
»Vor ungefähr zwölf Jahren.«
Wir haben sie weiterhin gefragt, wie alt sie damals war, und es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
»Ungefähr fünfzehn Jahre.«
Dann haben Wir erwidert:
»Also gebt Ihr zu, siebenundzwanzig Jahre alt zu sein?«
Und es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet: »Ja.«
Wir haben weiterhin die Frage gestellt:
»So seid Ihr also die Mohrin, die in der Nische Unsrer Lieben Frau gefunden, die durch den Herrn Erzbischof getauft und über das Taufbecken gehalten worden ist von dem verstorbenen Herrn Grafen von Roche-Corbon und dem Fräulein von Azay, seiner zukünftigen Gemahlin; dieselbe Mohrin, die hierauf in dem Kloster vom Mont-Carmel eingekleidet worden und unter Namensanrufung und Beistand der heiligen Klara die Gelübde der Keuschheit, Armut, Schweigsamkeit und des Gehorsams in Gott abgelegt hat?«
Es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
»Die bin ich.«
Weiter haben Wir gefragt, ob die Angeklagte die Aussagen der hochwürdigen und hochedlen Frau Äbtissin vom Kloster Mont-Carmel und ebenso die Aussage der Jacquette, genannt Dreck-Schminke, ehemaligen Küchenmagd daselbst, für wahr anerkenne?
Es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
»Sie sind zum größten Teil wahr.«
Wir haben dann gefragt:
»Also seid Ihr Christin?«
Es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
»Ja, mein Vater.«
Hier wurde die Angeklagte von Uns aufgefordert, das Zeichen des Kreuzes zu machen und aus einem Becken, das ihr Meister Tournebouche gereicht, Weihwasser zu nehmen. Solches tat sie, und haben Wir dies mit eigenen Augen gesehen, worauf von Uns festgestellt wurde: dass die hier gegenwärtige Zulma, Mauretanierin von Geburt, die hierzulande unter dem Namen Blancheflor Bruyn getauft, später in dem Kloster der Karmeliterinnen als Schwester Claire eingekleidet worden und die der Ketzerei und Zauberei beschuldigt vor Uns steht, die Kompetenz Unseres geistlichen Gerichts über sich anerkennt.
Wir sind dann in Unserm Verhör fortgefahren.
»Meine Tochter, durch die ganz und gar übernatürliche Weise, wie Ihr aus dem Kloster entkommen seid, habt Ihr den Verdacht auf Euch gezogen, mit dem Teufel im Bündnis zu stehen und Euch seines Beistandes zu erfreuen.«
Es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
Sie sei auf ganz natürliche Weise und gemeinem Weg und Ausgang entkommen, indem sie nach der Vesper, verborgen unter der Soutane des klösterlichen Visitators, des Herrn Jehan von Marsilis, das Freie gewonnen habe. Dieser Herr von Marsilis habe sie dann in einem kleinen, ihm gehörigen Häuschen in der Rue du Cupidon nahe beim Stadttor versteckt gehalten und habe sie da sehr gründlich und mit viel Eifer in die süßen Mysterien der Liebe eingeweiht, die ihr, der Angeklagten, bis dahin ganz und gar unbekannt geblieben waren, ihr jedoch sehr schnell eingeleuchtet hätten.
Da habe sie eines Tages durch den Fensterladen der Herr von Amboise bemerkt und sei von einer großen Liebe zu ihr ergriffen worden. Und da ihr der edle Herr besser gefallen als der Mönch, der sie zu seinem Vergnügen gefangengehalten, sei sie in großer Eile nach Amboise, dem Schloss des genannten Edelmanns, geflohen, wo man ihr tausend vergnügliche Arten des Zeitvertreib geboten, wie die Jagd, den Tanz, und wo sie sich habe schmücken dürfen wie eine Königin. Eines Tags aber war, wie die Angeklagte weiter erzählt, der Herr von Roche-Pozay von dem Herrn von Amboise zu Gast geladen worden, und als diese beiden vergnüglich beim Becher und Würfelspiel saßen, sei ihrem Herrn und Gebieter der Gedanke gekommen, sie, die Sprecherin, ohne ihr Wissen seinem Gast zu zeigen, wie sie nackt aus dem Bade gestiegen; da habe den von Roche-Pozay bei ihrem Anblick eine so heftige Liebe zu ihr erfasst, dass er am andern Tage im Zweikampf seinen Freund erschlagen und sie selber trotz ihres heftigen Sträubens mit Gewalt an sich gerissen und mit sich ins Heilige Land genommen habe, wo sie das Leben derjenigen Frauen geführt, die dort ihrer Schönheit halber mit großer Liebe und Rücksicht behandelt werden. Nach vielen Abenteuern und seltsamen Erlebnissen sei sie, die Sprecherin, trotz Widerstrebens, da ihr Schlimmes ahnte, wieder in unser Land zurückgekommen, weil es der Wunsch ihres derzeitigen Gebieters, des Herrn von Bueil, gewesen, der sich in Asien krank sehnte nach dem Schloss seiner Väter und ihr versprochen habe, sie vor jeder Unbill zu schützen; das habe sie im guten Vertrauen geglaubt, um so mehr, da sie ihn sehr geliebt. Aber kaum in seinem Vaterland angekommen, sei der Herr von Bueil vom Fieber ergriffen worden und eines elenden Todes gestorben, da er trotz ihrer flehenden Bitten keinerlei heilsame Medizin zu sich genommen, auch von keinem Doktor, Physikus und Apotheker etwas habe wissen wollen. Alles dies sei die reine Wahrheit.
Wir haben hierauf die Angeklagte gefragt, ob sie die Aussagen des Herrn Harduin und des Gastwirts Tortebras als der Wahrheit entsprechend anerkenne, und die Angeklagte antwortete, dass sie dieselben zum Teil für wahr und richtig, zum andern Teil aber für verleumderisch, boshaft und dumm bezeichnen müsse.
Wir haben ferner die Angeklagte aufgefordert zu erklären, ob sie all den Edelleuten, Bürgern und andern, die in den Zeugenaussagen und Klagen der Einwohner mit Namen angeführt werden, in Liebe und fleischlicher Vereinigung angehört habe?
Und es wurde von ihr, der Angeklagten, mit frechem Ton geantwortet:
»In Liebe, ja. Aber von weiterem weiß ich nichts.«
Wir haben sodann der Angeklagten vorgehalten, dass diese alle durch sie das Leben verloren hätten.
Es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet:
Die Besagten seien nicht von ihr und nicht durch ihre Schuld getötet worden; vielmehr habe sie, die Sprecherin, sich ihnen immer verweigert. Aber je heftiger sie selber sich gesträubt, um so dringender seien die andern geworden und hätten sie in ungestümer Leidenschaft bedroht und zuletzt sich ihrer, der Angeklagten, mit Gewalt bemächtigt. Einmal so weit, habe sie sich allerdings in Gottes Namen selber mit größter Leidenschaft hingegeben, da sie eine große Freude darin gefunden und keine höhere Lust gekannt als diese. Wenn sie aber hier ihre heimlichsten Gefühle vor dem Richter entblöße, so tue sie das nur, weil ihr von Uns anempfohlen worden, in allem die Wahrheit zu sagen, und weil sie große Angst vor den Foltern und Torturen habe, mit denen man ihr gedroht.
Wir haben die Angeklagte unter Androhung der Tortur gefragt, was sie darüber zu sagen wisse, dass so viele junge Edelleute an den Folgen des Verkehrs mit ihr gestorben, und es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet: sie sei darüber selber in die größte Trauer verfallen und habe oft daran gedacht, sich den Tod zu geben; sie sei sich vorgekommen wie eine bösartige Kreatur, die eine ansteckende Krankheit verbreitet, weil die edlen und tugendhaften Jünglinge, die sie geliebt, alle nach kurzer Zeit hingesiecht sind, worüber sie in großem Schmerz zu Gott, der Jungfrau Maria und den Heiligen gebetet habe, sie auch zu sich ins Paradies zu nehmen.
Dann ist die Angeklagte von Uns gefragt worden, wo sie denn ihre Gebete verrichte.
Und es wurde von ihr, der Angeklagten, geantwortet, dass sie in ihrem Kämmerlein auf den Knien zu Gott bete, der nach den heiligen Evangelien alles sieht und hört und überall allgegenwärtig ist.
Ferner wurde die Angeklagte von Uns befragt, warum man sie nie in einer Kirche gesehen, weder an niedern noch an hohen Festtagen, worauf die Angeklagte geantwortet, dass diejenigen, die sie um der Liebe willen besuchten, am liebsten an Sonn- und Feiertagen zu ihr kamen und dass sie, die Sprecherin, in allem deren Willen getan.
Hierauf haben Wir der Angeklagten christlich ins Gewissen geredet, dass sie also dem Gebote der Menschen mehr gefolgt sei, als den Geboten Gottes.
Es wurde von ihr, der Angeklagten, erwidert, dass sie für diejenigen, die sie geliebt, sich hätte in Stücke hauen und verbrennen lassen, dass sie in allem nur ihrer Natur gehorcht und dass sie sich um keine Schätze der Welt einem Manne, auch wenn es der König gewesen wäre, ohne Liebe hingegeben hätte, kurz, dass sie nie das Gewerbe einer Dirne getrieben und einem Ungeliebten nicht um einen Deut Liebe verkauft habe. Aber wer sie einmal in seinen Armen gehalten, wer ihr einmal nur ein wenig die Lippen geküsst, dem habe sie angehört für sein ganzes Leben.
Sodann haben Wir gefragt, woher all die Schätze, wie goldene und silberne Schüsseln, kostbare Steine, prächtige Teppiche et cetera, nach dem Urteil von Sachverständigen im Werte von zweihunderttausend Dublonen, stammen, die Wir in ihrer Wohnung gefunden und dem Schatzmeister des Kapitels zur Aufbewahrung anvertraut haben; worauf die Sprecherin antwortete: dass sie nebst Gott in Uns all ihre Hoffnung setze, dass sie aber dieser Frage nicht Rede stehen könne, da es sich um die süßesten Erinnerungszeichen der Liebe handle, die ihr teurer seien als das Leben selber. Hierauf, von Uns zum zweiten Male aufgefordert zu sprechen, hat die Angeklagte folgendermaßen geantwortet:
»Wenn Ihr, hochehrwürdiger Herr Richter, wüsstet, wie sehr ich denen ergeben bin, die ich liebe, wie ich ihnen gehorsam folge auf guten und bösen Wegen, wie ich an ihrem Munde, an ihren Augen hänge, um jeden ihrer leisesten Wünsche zu erraten, ja, wie ich sie anbete, so würdet selbst Ihr, hochehrwürdiger Herr, so alt Ihr seid, anerkennen müssen, dass kein Gold und keine Schätze eine solche Liebe erkaufen können. Von keinem Manne, den ich geliebt, habe ich je ein Geschenk erbeten, es war mir genug, dass sein Herz mir gehörte, und ich fand in diesem Besitz so köstliche, so unvergängliche Freuden, dass ich an nichts andres dachte, als ihm diese Freuden tausendfältig wiederzuschenken. Aber trotz meiner Weigerungen bestanden die Liebenden darauf, mich zu beschenken. Einmal kam der eine mit einem Perlenhalsband und sagte: "Lass sehen, mein Liebchen, ob deine Haut nicht glänzender ist als das Perlengeschmeide", und indem er mir den Zierrat um den Nacken legte, küsste er mich und war so glücklich, mich dergestalt geschmückt zu sehen, dass ich ihm seine Freude nicht hätte trüben mögen, indem ich sein Geschenk verweigerte. Ein jeder von ihnen hatte einen andern phantastischen Gedanken. Der eine bekam die Laune, die kostbaren Gewänder, mit denen ich mich für ihn herausgeputzt, zu zerreißen, und der andere, mich vom Kopf bis zu den Füßen, am Hals, an Armen und Beinen und in den Haaren mit Edelsteinen und Perlen zu bedecken. Ein andrer wieder breitete die kostbarsten Teppiche vor mir aus und bettete mich auf lange seidene Tücher und schwarzen Samt und verweilte ganze Tage lang in Anbetung meiner Schönheit zu meinen Füßen: alles was mich denn überaus glücklich machte und ich ihnen gern alles zuliebe tat ...
... Und«, so fuhr die Sprecherin fort, »da wir nichts so sehr liebten wie unser Vergnügen und da es uns wohltut, wenn nach außen und nach innen alles in Schönheit und Harmonie leuchtet und zusammenstimmt, da alle, die mich liebten, mein Gewand mit den schönsten Dingen geschmückt sehen wollten, da alle sich vereinigten, mich mit Gold und Juwelen, mit Blumen, kostbaren Stoffen und Wohlgerüchen zu überschütten, und da ich sah, dass diese Dinge nichts verdarben, so hatte ich keine Kraft mehr, einem Edelmanne oder auch reichen Bürger, sein Geschenk zurückzuweisen. So wurden mir teure Spezereien, die ich so liebe, und andere Kostbarkeiten zuteil, und daher stammen die goldenen Geräte, die von den Personen des Gerichts bei mir gefunden worden sind.«
Hiermit schließt das erste Verhör der genannten Schwester Claire, die der Hexerei angeklagt ist, und da Wir, der Richter, und Meister Tournebouche von großer Müdigkeit überwältigt, auch durch beständiges Anhören der Stimme der Angeklagten in Unsern Gedanken verwirrt wurden, so ist von Uns, dem Richter, bestimmt worden, das zweite Verhör auf heute in drei Tagen anzusetzen, um weitere Beweise zu finden, ob die genannte Angeklagte von einem Teufel besessen ist.
Besagte Angeklagte wurde sodann auf Unsern, des Richters, Befehl und unter Führung des Meisters Tournebouche in ihr Gewahrsam zurückgeleitet.

In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

Am dreizehnten Tage des genannten Monats Februar ist Uns, Hieronymus Cornill et cetera, die vorhergenannte Schwester Claire zum anderen mal vorgeführt worden, zu dem Zweck, über die ihr zur Last gelegten und nachgewiesenen Missetaten verhört zu werden. Und es wurde durch Uns, den Richter, der Angeklagten erklärt, dass es nicht in der Macht eines natürlichen Weibes liege, welches auch ihre Fähigkeiten und ihr Beruf seien, solch vollkommene Bezauberungen und Behexungen zu bewirken, die sie selber durch ihre eignen Antworten auf Unsre Fragen zugegeben, und so viel Menschen in den Tod zu treiben, außer unter dem Beistand eines Dämons oder Teufels, der in ihrem Körper Wohnung genommen und dem sie durch Vertrag ihre Seele verkauft hat; also dass es vollkommen erwiesen sei, dass unter ihrer, der Angeklagten, Maske und Gestalt ein Teufel sein Wesen treibe, der all das Übel angestiftet. Die Angeklagte werde demnach hiermit aufgefordert zu offenbaren: in welchem Alter sie die Verbindung mit besagtem Dämon eingegangen; welche die Bedingungen gewesen, unter denen sie ihm ihre Seele verkauft; wie auch über ihre gemeinsamen Missetaten die genaue Wahrheit auszusagen.
Die Angeklagte hat hierauf erwidert, dass sie Uns, dem Richter, antworten wolle, wie wenn sie vor Gott stünde, der unser aller Richter ist. Sodann hat die Sprecherin behauptet, niemals besagten Teufel gesehen oder gehört, noch ihn zu sehen oder mit ihm zu sprechen je gewünscht zu habe. Auch das Handwerk einer öffentlichen Hure ausgeübt zu haben, bestreitet die Angeklagte, da sie sich den genannten Freuden und Wollüsten der Liebe nur des Vergnügens wegen hingegeben, das Gott in diese Dinge gelegt hat, und mehr aus dem Wunsch, gut und sanft gegen ihren geliebten Herrn zu sein als aus einem sie beständig drängenden Bedürfnis. Auch bitte sie Uns zu bedenken, dass sie, eine arme Afrikanerin, dergestalt von Gott mit heißem Blut und leichtem Auffassungsvermögen in Sachen der Liebe begabt worden sei, dass oft schon beim Anblick eines Mannes ihr Herz in hellen Aufruhr gerate. Sowie aber ein Verliebter sie an irgendeiner Stelle des Körpers berührt, sie streichelnd mit seiner Hand, sei sie ganz schwach geworden und ohne Kraft des Widerstands ihm verfallen. Allein schon durch eine solche Berührung seien in ihr alle Seligkeiten der Liebe zum Leben erweckt worden und hätten ein solches Feuer in ihren Adern entzündet, dass sie sich vom Kopf bis zu den Füßen wie eine einzige große Flamme gefühlt habe. Und seit dem Tage, wo Dom Marsilis sie die Freuden der Liebe gelehrt, habe sie keinen andern Gedanken mehr gehegt und sei ihr zum klaren Bewusstsein gekommen, wie ihr Wesen recht eigentlich zur Liebe geschaffen wäre und wie sie ohne Genuss des Mannes in jenem Kloster, in das die Menschen sie eingesperrt hatten, hätte elend dahinwelken und sterben müssen. Dagegen sei ihr (wie sie zur Bekräftigung dessen mit großer Freudigkeit versicherte) seit ihrer Flucht aus dem Kloster nicht Tag noch Stunde mehr in Traurigkeit hingegangen. Nicht ein Hauch von Melancholie habe sie mehr angeflogen; freudigen Herzens habe sie Gottes Willen erfüllt, der sie sichtbar entschädigen wollte für die im Kloster verlorene Zeit.
Hierauf wurde von Uns, Hieronymus Cornill, dem genannten Dämon erwidert, dass diese Rede eine offenkundige Blasphemie und Gotteslästerung sei, da wir alle zu Gottes Ruhm geschaffen sind, um ihn zu ehren und zu preisen, um seine heiligen Vorschriften vor Augen zu haben und ein heiliges Leben zu führen eingedenk unsres zukünftigen Heils; nicht aber dazu, das ganze Leben hindurch immerfort nur das zu tun, was selbst die Tiere nur zu einer gewissen Zeit des Jahres bedürfen. Worauf besagte Schwester Claire geantwortet hat, dass sie, die Sprecherin, Gott alle Ehre erwiesen habe, dass sie in allen Ländern die Armen und Kranken gepflegt, sie mit Kleidern und Almosen beschenkt, dass sie geweint habe beim Anblick ihres Elends und dass sie hoffe, es werden am Tage des Jüngsten Gerichts ihre barmherzigen Werke auch da sein und Gott um Gnade für sie anflehen. Und wenn sie nicht gefürchtet hätte, den geistlichen Herren vom Kapitel zu missfallen, würde es ihr eine Freude gewesen sein, sich von all ihren Reichtümern zu entblößen, um eine Stiftung zum Heil ihrer Seele zu machen, womit die Kathedrale von St-Maurice vollendet werden könnte. Wenn ihr dieser Lieblingswunsch hätte erfüllt werden können, so würde sie an ihren Liebesnächten doppelte Freude gefunden haben, da jede von ihnen einen Stein bedeutet hätte zur Errichtung des heiligen Baus. Alle ihre Liebhaber würden zu diesem Zweck und zum ewigen Heil ihrer Seele bereit gewesen sein, freudigen Herzens ihr ganzes Vermögen zu opfern. Hierauf wurde von Uns, dem Richter, besagter Hexe zur Antwort gegeben, dass sie sich dadurch nicht von dem Verdachte, mit dem Satan im Bunde zu stehen, reinigen könne, da ungeachtet ihrer vielen Liebesnächte nie ein Kind aus ihrem Leibe hervorgegangen, was allein schon beweise, dass dieser Leib von einem Teufel bewohnt sein müsse. Zum Überfluss wisse jedermann, dass es außer den heiligen Aposteln nur dem Teufel Astaroth gegeben sei, in allen Sprachen der Welt zu reden; sie, die Angeklagte, aber wisse in der Zunge jeden Landes zu sprechen, was wiederum beweise, dass sie von einem Dämon besessen sei.
Hierauf hat die Angeklagte erwidert, dass sie, was ihre Kenntnis der Sprachen betreffe, vom Griechischen nicht mehr wisse als "Kyrie eleison", wovon sie oft im Gebet Gebrauch mache, und vom Lateinischen nicht mehr als "Amen", als welches sie hiermit an Gott richte in der festen Hoffnung auf ihre Lossprechung und Befreiung. Und hat darauf die Angeklagte hinzugefügt: Dass sie kein Kind empfangen könne, sei ihr größter Schmerz, den sie aber in Ergebung in Gottes Willen ertrage, weil sie ja auch gewiss mehr Lust bei der Sache habe als die guten Hausmütter, denen Gott dafür Kinder schenkt. Und gewiss liege darin eine von Gott gewollte Ausgleichung, weil die Welt verderben müsste, wenn es all zuviel Glück in ihr gäbe.
Indem Wir dies alles und tausend andere Gründe angehört, die alle nur ein Beweis dafür sind, dass der Körper der Schwester Claire wirklich von einem Teufel besessen sein muss, da es die Eigenschaft Luzifers ist, solche häretische Gründe der Verteidigung zu finden, die der Wahrheit auf ein Haar ähnlich sehen: haben Wir angeordnet, dass die Angeklagte in Unsrer Gegenwart der Tortur unterzogen werde, um den ihr innewohnenden Dämon durch Schmerzen zu bezwingen und unter die Autorität der Kirche zu beugen.
Zu diesem Zwecke haben Wir den Meister Medicus des Kapitels, Herrn François de Hangest, zugezogen und ihn durch eine weiter unten beschriebene Vollmacht beauftragt, die weibliche Natur und Beschaffenheit (virtutes vulvae) der Angeklagten zu begutachten, um unsre heilige Religion darüber aufzuklären, mit welchen Kunstgriffen sich der Teufel die Schlinge zubereitet, in welche sich so viele Seelen verfangen haben.
Die Angeklagte hat sehr geweint und im voraus gestöhnt und mit verzweifelten Bitten und Schreien den Widerruf Unsres Befehls zur Folterung zu erreichen gesucht. Und sie hat sich trotz ihrer Ketten Uns zu Füßen geworfen und Uns angefleht, ihr diese Tortur zu ersparen, da ihre Glieder so zart und schwach seien, dass sie dabei zerbrechen würden wie Glas; sie wolle sich mit all ihrem Gut vom Kapitel loskaufen und für immer das Land verlassen.
Wurde dieselbe des weiteren von Uns aufgefordert, freiwillig zu bekennen, dass sie immer ein Dämon gewesen von der Natur der Sukkubi, welche als weibliche Teufel dazu ausersehen sind, die Christenmenschen durch die Verblendungen und Bezauberungen der Liebe zu verderben, worauf die Angeklagte entgegnet hat, dass dieses zu bekennen eine ganz abscheuliche Lüge sein würde, da sie sich immer als ein natürliches Weib gefühlt habe.
Hierauf, nachdem ihr durch den Folterknecht die Ketten abgenommen worden, hat die Angeklagte sich ihrer Kleider entledigt und hat durch die brennende Pracht ihres Körpers, der in Wahrheit einen übernatürlichen Zwang auf den Mann ausübt, in teuflischer Bosheit und bewusster Absicht Uns den Geist verdunkelt und ganz und gar den Verstand verwirrt. Meister Tournebouche hat, überwältigt von der Natur, seine Feder niedergelegt und hat sich mit der Begründung zurückgezogen, dass es ihm unmöglich sei, dieser Sache ferner beizuwohnen, da er fühle, wie der Teufel über ihn Gewalt bekomme und ihm mit unerhörten Versuchungen das Gehirn verwirre.
Hier schließt das zweite Verhör, und da durch den Boten und Lader des Gerichts überbracht worden ist, dass Meister François de Hangest über Land geritten, wurde die Folterung vertagt und auf den anderen Morgen für die Stunde nach der Elf-Uhr-Messe anberaumt.
Diese letzten Zeilen sind von Uns, Hieronymus Cornill, in Abwesenheit von Meister Guillaume Tournebouche dem Protokoll hinzugefügt worden, und also haben Wir unterzeichnet:
Hieronymus Cornill
geistlicher Straf-Oberrichter.

Beschluss

Heute, am Vierzehnten des Monats Februar, sind vor Uns, Hieronymus Cornill, erschienen: die Meister Jehan Ribou, Antoine Jahan, Martin Maupertuis, Hieronymus Maschefer, Jacques de Ville d'Omer und der edle Herr Philippe von Ydré, in Vertretung des gegenwärtig abwesenden Bürgermeisters der Stadt Tours. Diesen Klägern und Beschwerdeführern, in Unserem früheren Protokoll und Verfahren bereits namhaft gemacht, haben Wir, auf Antrag der Blancheflor Bruyn, zuletzt Nonne bei den Karmeliterinnen unter dem Namen Schwester Claire, kundgemacht und zu wissen getan, dass die auf höllische Zauberei angeklagte Nonne Berufung eingelegt und sich anerboten hat, in einem Gottesgericht durch die doppelte Probe des Feuers und des Wassers in Gegenwart des Kapitels und der ganzen Stadt Tours ihre natürliche Weiblichkeit und Unschuld zu beweisen und darzutun. Und sind diesem Ansuchen der genannten Nonne die genannten Kläger beigetreten, als welche unter der Voraussetzung, dass die Stadt Tours Gewähr und Bürgschaft übernehme, sich anheischig gemacht haben, unter Zustimmung der Paten angeklagter Nonne einen geeigneten Platz auszusuchen und den Holzstoß vorzubereiten.
Darauf ist durch Uns, den Richter, als Frist und Ziel der Gottesprobe festgesetzt worden der erste Tag nach dem Frühlingsvollmond, welcher nämlich für dieses Jahr der Tag des heiligen Osterfestes ist, und haben wir als Zeitpunkt bestimmt die Stunde nach der Elf-Uhr-Messe, womit beide Parteien als einer hinreichenden Frist sich einverstanden erklärt und ihre Zustimmung ausgesprochen haben.
Soll darum gegenwärtiger Beschluss in allen Städten, Märkten und Burgen von Touraine wie auch des ganzen Königsreichs auf Wunsch, Kosten und Betreiben der Parteien öffentlich ausgerufen und kundgemacht werden.
Hieronymus Cornill.

 

III. Wie es der Sukkubus angefangen hat, sich der Seele des alten Richters zu bemächtigen, und welches die Folgen waren dieses neuen Hexenzaubers

Das Folgende ist die Beichte in extremis, feierlich und öffentlich abgelegt am Ersten des März im Jahre Eintausendzweihundertundzweiundsiebzig nach Unsres Herrn Geburt, durch den Priester Hieronymus Cornill, Chorherrn im Kapitel der Kathedrale von St-Maurice, geistlichem Ober-Strafrichter, als welcher sich dieser Ämter und Ehren unwürdig erklärte und, wie sein letztes Stündlein herannahte, sich solchergestalt also von seinen Sünden, Übeltaten und Verfehlungen in seinem Gewissen beängstigt fühlte, dass er zur Verherrlichung der Wahrheit, zur größeren Ehre Gottes, zur Rechtfertigung des Gerichtshofs wie auch zur Erleichterung seiner Strafen in der andern Welt mit einem öffentlichen und allgemeinen Sündenbekenntnis Genugtuung zu leisten wünschte. Der genannte Hieronymus Cornill lag auf den Tod danieder in seinem Bett, und waren, um seine Erklärungen entgegenzunehmen, herbeigerufen worden: Jan van dem Haag (de Haga), Vikar vom Münster zu St-Maurice, Pierre Guyard, Schatzmeister des Kapitels, beauftragt von Unserm gnädigen Herrn, dem Erzbischof, die Worte des Beichtenden niederzuschreiben; außerdem Louis Pot, ein Mönch von Marmoustiers, vom Sterbenden zu seinem geistlichen Vater und Beichtiger erwählt; wohnte überdies dem Akt bei der hochgeborene und hochgelehrte Doktor Guilelmo de Censoris, römischer Archidiakonus und gegenwärtig in unsrer Diözese anwesend als Abgesandter (legatus) unsres Heiligen Vaters, des Papstes. Vor den genannten geistlichen Herren und in Gegenwart einer großen Anzahl christlicher Mitbürger, die zum Tode des genannten Hieronymus Cornill herbeigeeilt waren, und nachdem dieser Wunsch und Willen bekanntgegeben, öffentliche Buße zu tun, weil die Fasten zu Ende gingen und seine Worte allen Christen, die auf dem Weg des Verderbens wandelten, die Augen öffnen könnten:

Louis Pot hat vor ihm, dem genannten Hieronymus, als welcher vor großer Schwäche nicht reden konnte, unter großer Bewegung der genannten Versammlung die folgende Beichte vorgelesen:
»Meine Brüder, bis zum neunundsiebzigsten Jahre meines Lebens, in dem ich noch stehe, glaube ich, ausgenommen einige lässliche Sünden, deren sich wohl jeder Christ, so heilig er sein mag, gelegentlich schuldig macht und deren Verzeihung wir durch aufrichtige Reue von Gott erhoffen dürfen, ein christliches Leben geführt und das Los und die Ehrenstellung verdient zu haben, wie sie mir in unsrer Diözese zugefallen sind, wo mir das hohe Amt eines obersten Strafrichters in geistlichen Angelegenheiten übertragen worden ist, dessen ich mich zuletzt so unwürdig gezeigt. In diesem Bewusstsein und in Anbetracht der unendlichen Herrlichkeit Gottes wie in Angst vor dem ewigen Strafgericht, das den Sünder und Übeltäter im Jenseits erwartet, habe ich gedacht, durch einen höchsten Akt der Buße, dessen ich in meiner letzten Stunde fähig bin, die Ungeheuerlichkeit meiner Missetaten abzuschwächen. Zu dem Ende habe ich von unserer heiligen Kirche, deren Rechte und juridische Gewalt ich verkannt und verraten habe, die Gnade erbeten und erlangt, mich öffentlich anklagen und Buße tun zu dürfen, wie die Christen der ersten Zeit es pflegten.
Um noch vollkommener meine Bußhaftigkeit an den Tag legen zu können, möchte ich mir wünschen, noch soviel Leben und Kraft in mir zu haben, um vor dem Portal der Kathedrale, ausgesetzt dem Schimpf und der Verhöhnung aller meiner Brüder und mit bloßen Füßen, eine Kerze in der Hand und einen Strick um den Hals, einen ganzen Tag lang auf den Knien zu verharren zur Sühne meiner ungeheuren Schuld. Aber in diesem großen Schiffbruch meiner zerbrechlichen Tugend, der euch zur Lehre dienen möge, das Laster und die Fallstricke des Satans zu fliehen und euch in den Schutz der Kirche zu flüchten, wo allein Heil und Sicherheit wohnt, bin ich durch teuflischen Zauber so geknickt und vernichtet worden, dass Unser Herr und Heiland Jesus Christus durch euer aller Fürbitten, um die ich flehe, Mitleid haben wird mit mir armen und verführtem Christen, dessen Augen schmelzen in Tränen der Reue und der sich ein neues Leben wünschen möchte, um es ganz hinzubringen in Kasteiung und bußfertiger Zerknirschung. Hört also meine Schuld und zittert!
Erwählt und ausersehen vom versammelten Kapitel zur Einleitung, Sichtung, Instruktion und Durchführung des Prozesses in Sachen eines Dämons, der Weibsgestalt angenommen hat in der Person einer flüchtigen, lasterhaften und gottesleugnerischen Nonne, die im Land der Heiden, woher sie gekommen, mit Namen Zulma geheißen, in unsrer Diözese aber als Schwester Claire vom Kloster der Karmeliterinnen gekannt war, in welcher Gestalt der genannte Dämon viel Wehgeschrei und Klagen über die Stadt brachte und die Seelen einer großen Anzahl Männer den Fürsten der Hölle, als da sind Mammon, Astaroth und Satan, in den Rachen geliefert hat, indem er sie im Stand der Todsünde von dieser Welt in die andre expedierte und sie den Tod trinken ließ am Quell des Lebens selber: bin ich, erwählter Richter, zur Neige meiner Tage selber in seine Schlingen gefallen und habe so ganz und gar den Verstand verloren, dass ich zum Verräter wurde an den Funktionen meines Amts und meines Auftrags, als welche mir in Anbetracht und mit Rücksicht auf mein hohes Alter von dem hochwürdigsten Kapitel in vollem Vertrauen übertragen worden sind. Vernehmt, wie fein die Fallstricke des Teufels sind, und lernt daraus, euch davor zu bewahren!
Indem ich zum ersten Male den obengenannten Sukkubus zum Verhör vorführen ließ, sah ich mit Entsetzen, dass die schweren eisernen Ketten, die er an Händen und Füßen trug, dort nicht die leiseste Spur hinterlassen hatten, und diese geheime Kraft und Gewalt bei so augenscheinlicher Schwäche setzte mich in Erstaunen, von dem ich mich nicht erholen konnte. Mein Verstand verwirrte sich bei dem Anblick so hoher Vollkommenheiten der Natur, unter denen sich der Teufel versteckt hatte, die Musik seiner Stimme entzündete ein unbekanntes Feuer in meinem Blut, und ich hätte jung sein mögen, um wie die andern Unglücklichen mich ihm ohne Besinnen zu übergeben; denn mich dünkte die ganze ewige Seligkeit einen Speichel gegen die andere Seligkeit, die einer finden musste in den schneeigen Armen dieses verhexten und verzauberten Weibes. Alle Festigkeit und Strenge, die ein Richter haben muss, schmolzen bei ihrem Anblick dahin wie Märzschnee in der Mittagssonne. Von mir befragt und in Verhör genommen, antwortete mir der Dämon in Weibsgestalt derart mit Worten und Reden, dass ich mich schon bei dem zweiten Verhör für überzeugt hielt, ein Verbrechen zu begehen, wenn ich die arme kleine Kreatur, als welche weinte wie ein unschuldiges Kind, den Schrecken der Folter und Tortur überantworten ließ. Da wurde ich durch eine Stimme von oben ermahnt, meine Pflicht zu tun und zu bedenken, dass die goldenen Worte und die scheinbar himmlische Musik nichts seien als eine Mummenschanz des Teufels und dass dieser weiße und engelsüße Körper sich eines Tags in ein entsetzliches haariges Tier mit scharfen Krallen, seine sanften Augen in Kohlen aus dem höllischen Feuer, ihr wollustvoller Rücken und Bug sich in einen schuppigen Schwanz, ihre rosigen Lippen und ihr kleiner lieblicher Mund in einen Krokodilsrachen verwandeln müsse.
Und also fasste ich den festen Entschluss, den genannten Sukkubus foltern zu lassen, bis er eingestände, was Wir von ihm wissen wollten, wie es Brauch und Herkommen ist überall in der Christenheit. Als aber dieser Dämon splitterfasernackt vor mir stand, um auf die Folterbank gestreckt zu werden, fühlte ich mich plötzlich von neuem von der Gewalt seines Zaubers überwältigt. Mein Kopf wurde mir heiß, mein Herz schwoll an von Strömen Blutes, ich fühlte mich jung wie mit einem Schlag. Mein langes christliches Leben, das hinter mir lag, war plötzlich vergessen, und ich kam mir vor wie ein Knabe, der der Schule entlaufen ist und süße Trauben stiehlt in den Weinbergen. Ich hatte nicht einmal mehr die Kraft, das Zeichen des heiligen Kreuzes zu machen, und Kirche, Gott und Heiland waren wie ausgelöscht aus meinem Gedächtnis. Wie ein Träumender wandelte ich durch die Straßen, immer die süße Stimme dieser Verdammten im Ohr, immer den satanisch lieblichen Körper dieses Dämons vor Augen, der mir unausgesetzt hässliche und schlechte Gedanken ins Ohr flüsterte.
Und endlich konnte ich dem Antrieb des Teufels nicht mehr widerstehen. Wie angestachelt von seiner glühenden Gabel, trieb es mich hin zum Kerker der Unglücklichen, und es nützte nichts, dass mein heiliger Schutzengel mich von Zeit zu Zeit am Ärmel zupfte und warnte vor den Versuchungen der Hölle. Ungeachtet seiner Mahnungen und seines Beistands fühlte ich mich fortgezogen wie von scharfen Krallen, die sich in mein Herz einbohrten. So kam ich in den besagten Kerker. Die Türe wurde mir aufgetan, aber was ich da sah, glich keinem Gefängnis; denn der Sukkubus hatte mit Hilfe höllischer Geister oder sonstiger Zauberwesen ein Zelt von Purpur und Seide um sich her gebaut, wo es duftete wie auf einer Wiese im Frühling und wo das schöne Weib sich verlustigte, angetan mit köstlichen Kleidern und ohne die Spur einer Fessel an den Händen, am Hals oder an den Füßen. Ich ließ mir meine geistlichen Gewänder abnehmen und mich in ein duftendes Bad führen. Dann bekleidete mich der Dämon mit einem morgenländischen Gewand, ließ mir ein Festmahl anrichten, seltene Gerichte in kostbaren Gefäßen und morgenländischen Wein in goldenen Kannen; dazu ertönte eine bezaubernde Musik, und mit Gesang und süßen Schmeichelreden kitzelte sie meine Seele. Immer hielt sich der genannte Sukkubus an meiner Seite, und ihre satanischen Berührungen entzündeten neue Feuer mir im Herzen und Hirn. Mein heiliger Schutzengel verließ mich. Ich lebte ganz von der Kraft des Lichts, das aus den schrecklich schönen Augen der Mohrin leuchtete, und von der Zaubergewalt, die mit der Wärme ihres Körpers in meinen Körper strömte. Ich wollte ihre roten Lippen fühlen, und ich hatte keine Angst vor den Bissen ihrer Zähne, die in den Schlund der Hölle zerren. Ich war glücklich, ihre weichen, zarten Hände zu fühlen, und dachte nicht daran, dass es in Wahrheit scheußliche Krallen waren; kurz, ich zitterte wie ein Bräutigam, der sich anschickt, zu seiner Braut zu gehen, und vergaß ganz und gar, dass diese Braut der ewige Tod war. Ich vergaß Gott und die Welt und hatte nur die Liebe dieses Weibes im Kopf, die mich wie mit einer Flamme umgab. Und nach nichts brannte ich heißer, als mich in die ewige Höllenpforte zu stürzen, die sie mir auftat. Drei Tage und drei Nächte dauerte das, ohne dass, ich weiß selbst nicht wie, der Strom versiegte in meinen Lenden, in die sich die Hände des Sukkubus wie teuflische Klauen einkrallten. Zuerst war es eine sanfte Wollust, die mir wie süße Milch durch die Adern floss; doch immer heftiger und heftiger wurde sie und wurde wie ein brennender, schneidender Schmerz von scharfen Messern. Ich fühlte ihn in den Knochen, im Mark und Gehirn. Es war zuletzt die wahrhaftige Qual der Hölle. Wie mit glühenden Zangen fühlte ich mich gezwickt. Es war eine unglaubliche, unerträgliche, tödliche Wollust. Ihr üppiges Haar floss über meinen Körper, und es war mir, als ob Feuerströme sich über meine Haut ergössen. Ihre Strähnen brannten mich wie die Eisenstangen eines glühenden Rostes. Sie aber lachte und sagte mir tausend aufreizende Worte: wie, dass ich ihr Ritter wäre, ihr Herr und Gebieter, ihr heller Tag, ihre laute Freude, ihr Blitz und Donner, ihr Leben mit einem Wort. Unter dem Sporn dieser Reden, die mir die Seele aus dem Leibe saugten, tauchte ich immer tiefer unter in den Abgrund der Hölle, in einen grundlosen, bodenlosen Abgrund, bis ich keinen Tropfen Blut mehr in den Adern fühlte, meine Seele ausgelöscht war aus meinem Körper und nichts von mir übrigblieb als ein schwacher Leichnam. Sie aber war immer frisch und blühend, leuchtend von Jugend und Lust.
"Armer Narr", sprach sie lachend, "mich für einen Dämon zu halten. Aber sage doch, wenn ich dich aufforderte, mir deine Seele zu verkaufen für einen Kuß, würdest du sie mir nicht mit Freuden geben?"
"Mit tausend Freuden", antwortete ich.
"Und wenn das Blut Neugeborener dir die Kraft geben könnte, immer am Werk zu sein über meinem weißen Leib und dich auszuströmen in meinen Schoß, würdest du nicht von Herzen die Unschuldigen töten und ihr Blut trinken?"
"Von ganzem Herzen", antwortete ich.
"Und um den Preis, immer mein Ritter zu sein und als ein Mann in der Blüte des Lebens mit vollen Zügen aus dem Becher der Lust zu trinken und immer von neuem unterzutauchen in mir, wie ein Schwimmer untertaucht im Fluss, würdest du um diesen Preis nicht Gott verleugnen und deinem Jesus ins Angesicht speien?"
"Ich würde es", antwortete ich.
"Wenn dir noch zwanzig Jahre eines klösterlichen Lebens gegeben wären, würdest du sie nicht hingeben für zwei Jahre dieser Liebe, deren Feuer dich zugleich verzehrt und erhält?"
"Ja!" antwortete ich.
Da hatte ich ein Gefühl, wie wenn tausend Krallen sich in meine Lenden schlügen und tausend Raubvogelschnäbel sich in meine Brust hackten. Und reitend auf dem genannten Sukkubus, der seine Flügel ausbreitete, fühlte ich mich hingetragen durch die Lüfte, hoch über der Erde.
"Reite, reite, mein Reiter", rief sie mir zu, "halte dich fest auf dem Bug deiner Stute, greif in ihre Mähne, umklammere ihren Hals, reite, mein Reiter, reite! Alles reitet."
Wie einen Nebel sah ich die Städte der Erde unter mir, und durch eine besondere Gabe des Hellsehens sah ich Millionen Menschen zusammen mit weiblichen Dämonen in wilder, wüster Hurerei; ihre Schreie der Lust, ihr Liebesgestöhn erschütterten die Luft. Und immerfort dahinfahrend, an Bergen und Wolken vorüber, lächelte mein Monstrum mit dem lieblichen Angesicht eines Weibes und zeigte mir, wie der Erdball mit der Sonne sich kuppelte und eine Milchstraße von Sternen sie umstiebte in ihrer Vereinigung. Und diese Millionen Sterne und Weltkörper kuppelten sich wieder, jeder männliche mit seinem weiblichen, und ihr Liebesgestöhn waren brausende Stürme von einem Weltufer zum andern, und Blitz und Donner waren ihre Schreie der Lust. Und mein Sukkubus setzte mich in das Zentrum des taumelnden Wirbels, wo ich mir vorkam wie ein verlorenes Sandkorn in der Unendlichkeit des brausenden Ozeans, und immer wiederholte mein weißes Pferd seinen Refrain:
"Reite, mein Reiter, reite!"
Da fühlte ich, wie wenig ein armes Priesterlein ist, in diesem Strom der Welten, in diesem Samenstrom der Schöpfung; ich sah das All in einem ewigen Taumel von Liebe und Begattung, die Steine und die Metalle, Wasser und Luft, Blitz und Donner, die Sonnen und die Planeten, die Tiere, die Menschen und die Geister aller Welten, und mit einem wilden Schwur verleugnete ich meinen Glauben. Und immer weiter ging der Ritt, und mein Sukkubus zeigte mir Millionen Milchstraßen und sagte mir, jede Milchstraße sei ein Samentropfen aus dem großen Strom der zeugenden Weltkräfte. Und immer weiter ging der Ritt bei dem Schein von Millionen und Millionen Sternen, und reitend, immer weiter reitend hätte ich schauen und erkennen mögen die Natur dieser Millionen und Millionen Welten. Aber wie vernichtet in jeder Faser meines Wesens von dieser übermenschlichen Anstrengung, tat ich einen furchtbaren Fall und hörte das entsetzliche Hohnlachen der Hölle.
In meinem Bett fand ich mich wieder. Um mich her waren meine Diener, die unterdessen tapfer mit dem Dämon gekämpft hatten. Unter eifrigem Beten hatten sie einen ganzen Kübel Weihwasser über das Bett gegossen, in dem ich lag. Aber trotz ihres Beistands musste ich noch einen furchtbaren Kampf aushalten mit dem genannten Sukkubus, dessen Klauen sich noch immer in mein Herz krallten, dass ich unsagbare Schmerzen litt.
Ermuntert von meinen Dienern, meinen Verwandten und meinen Freunden, strengte ich mich an, das Zeichen des heiligen Kreuzes zu machen; aber da sah ich den Sukkubus auf meinem Bett, ich sah ihn zu meinem Haupt und zu meinen Füßen, ich sah ihn rings um mich, wie er lachte und Grimassen schnitt, wie er mir tausend Bilder der Unzucht vor die Augen stellte und mir tausend böse Begierden im Herzen weckte. Als aber hierauf Unser gnädiger Herr, der Erzbischof, in seiner Barmherzigkeit mir die Reliquien des heiligen Gatian schickte, da hatte kaum der heilige Schrein mein Bett berührt, als plötzlich der genannte Sukkubus die Flucht ergriff, indem er einen Gestank von Schwefel und andern höllischen Düften hinter sich zurückließ, dass meine Diener, meine Freunde und alle, die anwesend waren, den ganzen Tag nicht aus dem Niesen herauskamen.
Da fiel ein Strahl himmlischen Lichts in meine Seele, und ich sah, dass ich infolge meiner Sünden und der schweren Kämpfe mit dem höllischen Geist dem Tode nahe war; ich flehte aber zu Gott um die besondere Gnade, mir um der Verdienste Jesu Christi willen, der den Tod des Kreuzes erlitten zum Heil aller Christen, noch eine kurze Spanne Zeit das Leben zu schenken, um zu seiner Ehre und zum Ruhm der Kirche Genugtuung leisten zu können für meine schrecklichen Verbrechen. Durch dieses Gebet erhielt ich die Gunst, noch einmal so weit zu Kräften zu kommen, um mich meiner Sünden anzuklagen und den Beistand aller Mitglieder unseres Münsters zu St-Maurice anzuflehen, dass sie mir mit ihren Bitten und guten Werken zu Hilfe kommen in der Not des Fegefeuers, wo entsetzliche Qualen meiner warten.
Zum letzten Ende habe ich noch die Erklärung abzugeben: dass mein richterlicher Beschluss, wonach, auf dessen Berufung, der genannte Sukkubus durch ein Gottesurteil, als da ist durch die doppelte Probe des Feuers und des Wassers, seine Unschuld darzutun ermächtigt und aufgefordert wird, auf einer höllischen List des Dämons beruhte, der auf diese Weise der Strafgewalt des geistlichen Gerichts und Unsres hochwürdigen Kapitels zu entrinnen trachtete, weil er, wie er mir heimlich gestanden hat, an seiner Statt einen andern Dämon in die Probe zu schicken die Macht hatte, als welcher seit langer Zeit in diesen Übungen abgehärtet ist.
Um nun zum Schluss zu kommen, gebe und vermache ich dem Kapitel unsres Münsters zu St-Maurice all meine Habe und Besitztümer jeglicher Art zu dem Zweck, in dem genannten Münster eine Kapelle zu bauen, auszuschmücken und unter die Anrufung des heiligen Hieronymus und des heiligen Gatian zu stellen, deren einer mein Patron, wie der andre der Retter meiner Seele ist.«

Nachdem dies von den Anwesenden gehört worden, hat Herr Jan van dem Haag (Johannes de Haga) die also niedergeschriebene Beichte dem erzbischöflichen Gericht unterbreitet.

Erwählt von der Versammlung des Kapitels zu St-Maurice, nach Brauch und Herkommen dieser Kirche, zum obersten Pönitentiarius und Strafrichter in geistlichen Angelegenheiten und betraut mit der Wiederaufnahme und Fortführung des Prozesses gegen einen bösen Dämon von der Art der Sukkubi, gegenwärtig in den Gefängnissen des Kapitels, haben Wir, Jan van dem Haag (Johannes de Haga), befohlen und angeordnet:
Dass eine neue Untersuchung in dieser Sache eingeleitet und alle Mitglieder der Diözese, als welche davon Kenntnis erhalten, von neuem vorgeladen und vernommen werden sollen. Und erklären Wir für null und nichtig alle andern Prozeduren, Verhöre und Beschlüsse und verdammen sie aus Auftrag und Machtvollkommenheit des versammelten Kapitels unsrer Kirche. Nicht stattgegeben werden soll vor allem der heuchlerischen Berufung des Dämons auf ein Gottesgericht in Anbetracht der Hinterlist und Tücke dieses Teufels, die dabei zu befürchten wären. Und soll dieses Verdikt unter dem Schall der Trompete öffentlich ausgerufen werden überall und an allen Orten der Diözese, wo vorher die falschen Edikte Unsres Vorgängers ausgerufen worden sind, die einzig und allein durch Verführung und Einflüsterung des Dämons zustande gebracht wurden, wie es der verstorbene Hieronymus Cornill selber eingestanden hat.
Mögen alle guten Christen unsrer heiligen Kirche und deren Ordnungen und Geboten ihren Beistand leihen.
Jan van dem Haag.

 

IV. Von der waghalsigen Flucht der Mohrin aus der Rue Chaude und wie sie nur mit großer Mühe verbrannt und lebendigen Leibes gebraten wurde

(Das folgende wurde im Mai des Jahres dreizehnhundertsechzig in Form eines Testamentes niedergeschrieben)

Mein teurer und vielgeliebter Sohn! Wenn du dereinst dieses lesen wirst, so werde ich, dein Vater, nicht mehr unter den Lebenden weilen. Bete alsdann für meine Seele und bedenke, dass ich dieses mein Testament für dich niedergeschrieben habe zu einer Zeit, wo mein Gemüt und mein Geist noch unter dem frischen Eindruck der ungeheuren menschlichen Ungerechtigkeit stand, wovon hier die Rede ist und woraus du dir eine Lehre und ein Beispiel nehmen mögest, wie du weise und in Ruhe und Sicherheit mit den Deinigen leben kannst.
In meinen Jünglingsjahren hatte ich den Ehrgeiz, mich dem geistlichen Stand widmen zu wollen, um mich darin zu den höchsten Würden aufzuschwingen, denn kein andrer Beruf dünkte mich so ehrenvoll wie dieser. Zu diesem Zweck und Ende lernte ich lesen und schreiben und gelangte darauf mit viel Mühe und Fleiß dahin, mich in die geistliche Zunft aufnehmen zu lassen. Aber da ich keine hohen Beschützer hatte, auch sonst mir keinen Rat wusste, wie ich zu meinem Ziel gelangen könnte, fasste ich den Entschluss, mich dem geistlichen Kapitel von St-Martin als Schreiber, Rubrikator und Registrator anzubieten. Da nämlich dieses Kapitel die angesehensten und reichsten Persönlichkeiten der Christenheit zu Mitgliedern zählt und sogar der König von Frankreich ihm als einfacher Chorherr angehört, hoffte ich, mit der Zeit in einem dieser hohen Herren infolge geleisteter Dienste einen Protektor zu finden, durch dessen Macht und Einfluss es mir gelingen könnte, in den höheren geistlichen Stand aufzurücken, mit der Mitra gekrönt zu werden so gut wie irgendein anderer und in einem, ich weiß nicht mehr wo, gerade vakant gewordenen Erzbistum Unterschlupf zu finden.
Aber ich hatte mir mein Ziel zu hoch gesteckt, und meine ehrgeizigen Pläne wurden mir bald genug durch Gott und die Ereignisse in ihrer Eitelkeit offenbar. An meiner Statt wurde Herr Jehan de Villedomer, der inzwischen Kardinal geworden ist, erwählt, und ich wurde zurückgesetzt. Als Pflaster auf die Wunde bekam ich durch die Güte des vortrefflichen Herrn Hieronymus Cornill, geistlichen Ober-Strafrichters von St-Maurice, die Stelle eines Protokollisten des erzbischöflichen Kapitels von Tours, welchem Amt ich mit Ehren vorstand, denn ich wusste die Feder mit großem Geschick zu führen und war dafür bekannt.

In demselben Jahre, wo ich mein Amt antrat, begann der große Hexenprozess der Rue Chaude, von dem heute noch die alten Leute ihren Kindern und Enkeln erzählen, so wie damals in ganz Frankreich von nichts anderem gesprochen wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde ich von meinem guten Meister aufgefordert und angestellt, die Akten des Prozesses zu führen und alle Protokolle und Schreibereien dabei zu übernehmen, weil er der Meinung war, dass ich für diese Unterstützung, die ich dem Kapitel durch meine Schreiberdienste leistete, auf irgendeine höhere Würde für meine Person rechnen und meinen Ehrgeiz hierdurch befriedigen könne.
Nämlich der genannte hochwürdige Herr Hieronymus Cornill, damals sich den Achtzigern nähernd und ein Mann von großem Verstand, Gerechtigkeitssinn und Wohlwollen, witterte von Anfang an in dieser Sache viel Böswilligkeit. Trotzdem er keinerlei Vorliebe für die Weiber hegte, die ihren Leib zur Lust hingeben, und in seinem Leben nur mit heiligen und hochehrbaren Frauen verkehrt hatte (welcher großen Keuschheit er seine Wahl zum obersten geistlichen Richter verdankte), hatte er trotz aller Zeugenaussagen und der eigenen Geständnisse jener Angeklagten allmählich die sichere Überzeugung gewonnen, dass dieses arme Wesen zwar die Grenzen ihres Handwerks überschritten habe, aber von dem Verdachte der Hexerei ganz freizusprechen sei; dass ihr großer Reichtum ihren Feinden und andern Leuten, die ich dir hier vorsichtshalber nicht näher bezeichnen will, in die Nase gestochen (man sprach davon, dass sie damit die ganze Grafschaft von Touraine hätte kaufen können) und dass der Neid ihrer Mitschwestern, der ehrbaren Frauen von Tours, über das arme Ding tausend Lügen und Verleumdungen vergossen, die wie ein Lauffeuer sich verbreiteten und auf die geschworen wurde, wie auf das Evangelium.
Indem genannter Herr Hieronymus Cornill also nicht zweifelte, dass dieses Mädchen von keinem andern Teufel als dem Liebesteufel besessen war, hatte er sie im geheimen aufgefordert, sich gegen ihre Kläger auf das Gottesurteil zu berufen, da er mit Sicherheit voraussetzte, wie es ihm auch von den betreffenden in Aussicht gestellt worden, dass mehrere tapfere, angesehene und sehr reiche Edelleute Gut und Blut daran wagen würden, sie zu erretten. Hiernach sollte sie sich für den Rest ihrer Tage in ein Kloster zurückziehen, nachdem sie vorher, um den bösen Zungen das Maul zu stopfen, all ihr Gut dem Kapitel von St-Martin vermacht habe. Auf diese Weise sollte die süßeste Menschenblume, die je auf dieser Erde erblüht war, dass sie selbst ihre Verfolger verzauberte, und die allein aus allzu großer Schwäche und aus Mitleid gegen die Liebesschmerzen ihrer Verehrer gesündigt hatte, vorm Holzstoß bewahrt bleiben und an Leib und Seele gerettet werden.
Aber jetzt mischte sich der leibhaftige Teufel in der Gestalt eines Mönchs in diese Angelegenheit. Dieser, mit Namen Jan van dem Haag, hatte erfahren, dass das arme Weib in seinem Gefängnis mit der Ehrfurcht einer Königin behandelt wurde, und da er längst darauf ausging, die Tugend, Keuschheit und Ehrenhaftigkeit des Herrn Hieronymus Cornill aus böser Feindschaft zu verdächtigen, erhob er gegen den geistlichen Richter den öffentlichen Vorwurf, die Angeklagte zu begünstigen, weil er selber in ihre Netze und Fallstricke geraten und durch ihre Zauberkünste innerlich zum Jüngling und glücklichen Liebhaber wurde. Auf diese boshafte Verleumdung hin starb der edle Greis aus Kummer in Zeit von vierundzwanzig Stunden nicht ohne das Bewusstsein, dass Jan van dem Haag seinen Untergang geschworen hatte, um seines Amts und seiner Würden teilhaftig zu werden. Wirklich besuchte unser gnädiger Herr Erzbischof die Mohrin in ihrem Gefängnis und fand dieselbe ohne Ketten in einem anständigen Raum mit gutem Lager. Denn es war ihr gelungen, mit Hilfe eines Diamanten, den sie an einem Orte aufbewahrt hatte, wo ihn niemand vermutet und jeder sich gewundert hätte, wie er da habe festhalten können, die Gunst des Gefangenenwärters zu erkaufen. Nach dem Reden der Leute soll dieser Kerkermeister sogar, entweder aus Liebe zu seiner Gefangenen oder aus Furcht vor den edlen Herren, deren Liebhabern, im geheimen ihre Flucht vorbereitet haben. Da nun der gute Hieronymus Cornill am Sterben lag, wusste Jan van dem Haag dem Kapitel einzureden, dass alle richterlichen Akte und Urteile des Oberrichters für null und nichtig zu erklären seien. Dazu sei erforderlich, so demonstrierte Jan van dem Haag, damals noch ein simpler Vikar an der Kathedrale, dass der Sterbende eine öffentliche Beichte ablege auf seinem Totenbett.
Wurde also der gute Herr Hieronymus Cornill auf Betreiben des Jan van dem Haag durch die Herren vom Kapitel zu St-Martin und zu St-Marmoustiers, durch den Herrn Erzbischof und den päpstlichen Legaten, weil es der Vorteil der Kirche erheische, so lange gemartert und gequält, bis er nach langem Widerstreben mürbe wurde und sich zu der verlangten öffentlichen Selbstanklage herabließ, der die angesehensten Leute der Stadt beiwohnten und die eine unbeschreibliche Bestürzung und Aufregung in der Stadt hervorrief. In allen Kirchen der Diözese wurden öffentliche Gebete und Bußandachten abgehalten, um diese Schmach und Schande abzuwaschen. Ein jeder glaubte schon den Teufel bei sich durch den Kamin einreiten zu sehen.
Aber das Wahre an der Sache ist, dass mein guter Herr Hieronymus in wilden Fieberphantasien lag und auf diese Weise das falsche Geständnis von ihm erpresst wurde. Nachdem der Fieberanfall vorüber war und der heilige Mann von mir den üblen Handel erfuhr, vergoss er bittere Tränen. Er starb in meinen Armen in Gegenwart seines Arztes, ganz in Verzweiflung über diesen teuflischen Mummenschanz, und seine letzten Worte lauteten, dass er sich vor dem Throne des Ewigen niederwerfen und Gott anflehen wolle, eine solche unerhörte Ungerechtigkeit nicht geschehen zu lassen. Die arme Mohrin hatte sein Herz durch ihre Tränen und durch ihre Reue sehr gerührt; in ihrer Beichte, die sie ihm vor ihrer Berufung auf ein Gottesurteil abgelegt, hatte sie ihre himmlisch reine Seele, die ihren Körper bewohnte, ganz vor ihm entblößt, und er sprach von dieser Seele als einem Diamanten, der würdig sei, nach beendigter zeitlicher Buße im Jenseits die Krone Gottes zu schmücken.
Als ich nun, mein lieber Sohn, durch das Gerede der Leute und die Aussagen des Sterbenden eingeweiht in das verruchte Treiben, sah, wie die Sachen standen, schützte ich auf Anraten des François de Hangest, des oft genannten Meisters Medicus unsers Kapitels, eine Krankheit vor und verließ den Dienst an der Kathedrale von St.-Maurice, um nicht meine Hand in unschuldiges Blut tauchen zu müssen, das zum Himmel schreien wird bis an den Jüngsten Tag.
Damals wurde der genannte Kerkermeister abgesetzt, und der zweite Sohn des Folterknechts kam an seine Stelle. Dieser warf die Mohrin in einen finsteren Kerker, beschwerte ihr in unmenschlicher Weise Hände und Füße mit fünfzig Pfund schweren Ketten und legte ihr einen hölzernen Gürtel um die Hüften. Das Gefängnis wurde von den Armbrustschützen der Stadt Tours und den Waffenknechten des Erzbischofs bewacht. Die Arme wurde gefoltert, und mit zerbrochenen Gliedmaßen, vom Schmerz überwältigt, sagte sie alles aus, was Herr Jan van dem Haag von ihr zu hören wünschte. Sie wurde verurteilt, unter dem Portal der Kirche, mit einem Hemd vom Schweltuch bekleidet, drei Tage öffentlich am Pranger zu stehen und hierauf am Hügel von Saint-Étienne auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden.
Ihre ganze Habe sollte dem Kapitel anheimfallen et cetera.

Dieser Urteilsspruch verursachte großen Aufruhr und Kriegslärm in der Stadt. Drei junge Ritter von Touraine schwuren, im Dienste des armen Weibes zu sterben und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln ihre Befreiung zu erlangen. Sie kamen in die Stadt mit einer großen Schar von Kriegsleuten, begleitet von Tausenden alter Soldaten, Handwerkern, Kranken und Leidenden, die die besagte Mohrin vom Tode, vom Hunger errettet, die sie gepflegt, gekleidet, getröstet, denen sie in jeder Art Missgeschick beigestanden. Immer größer wurde deren Anzahl, aus allen Winkeln der Stadt kamen sie hervor, denen die Mohrin sich einst hilfreich erwiesen, und unter der Führung der genannten Edelleute und ihrer Krieger versammelten sie sich eines Morgens und zogen, vermehrt durch eine große Menge Gesindels, das auf zwanzig Meilen im Umkreis zusammengelaufen war, auf die Höhe des heiligen Ludwig, von wo sie sich gegen das erzbischöfliche Gefängnis in Bewegung setzten und zu dessen Belagerung schritten. Stürmisch verlangten sie die Auslieferung der Mohrin, scheinbar, um sie zu töten, in Wahrheit aber, um sie zu befreien und sie auf einem bereitgehaltenen Renner das Weite gewinnen zu lassen; denn sie wussten, dass die besagte Mohrin reite wie ein Stallmeister.
In diesem furchtbaren Aufstand wälzten sich mehr als zehntausend Menschen brüllend und johlend von der Brücke her gegen die Wälle und Gräben des erzbischöflichen Palastes, außer denen, die weithin auf Dächer und Zinnen geklettert waren, um den Spektakel mit anzusehen. Bis hinüber ans andere Ufer der Loire, bei St. Symphorion, konnte man das schreckliche Geschrei der Menge hören, von denen die einen in gutem Glauben den Tod der Hexe verlangten, die andern das Gefängnis stürmen wollten, um die Arme entkommen zu lassen. Das Stoßen und Drängen war so fürchterlich in diesem wütenden und von dem zu vergießenden Blut der armen Mohrin bis zur Raserei aufgepeitschten Volkshaufen (die, wenn sie das Glück gehabt hätten, das wundersame Weib zu sehen, alle zu ihren Knien gesunken wären), dass sieben Kinder, elf Frauen und acht Bürger zerdrückt, unter die Füße getreten und wie zu Brei zerstampft wurden. Ganz entsetzlich waren die Schreie dieses schrecklichen Ungeheuers, dieses Leviathans, den man Volk nennt, dessen brüllende Stimme bis auf die Dörfer hinaus gehört wurde:
»Heraus mit der Hexe!« schrie es, »liefert sie uns aus! -- Reißt sie in Stücke! -- Hierher! -- Ich will ein Viertel von ihr! -- Ich will ihr Haar! -- Mir einen Fuß von ihr! -- Mir den Kopf! -- Mir ihr Ding! Ist es rot? -- Darf man es sehen? Wird es gebraten werden? -- Zum Tod mir ihr! -- Zum Tod!« Jeder sagte sein Sprüchlein.
Aber der Ruf: »Gerechtigkeit Gottes! In den Tod mit dem Sukkubus!« wurde so einstimmig und in so wilder Raserei von der tobenden Menge herausgeschrien, dass einem das Herz hätte bluten können vor Erbarmen und dass vereinzelte Rufe um Gnade völlig erstickt wurden. Um diesen furchtbaren Sturm, der alles niederzufegen drohte, zu besänftigen, hatte der Erzbischof den Einfall, in großer und feierlicher Prozession das Allerheiligste durch die Straßen zu tragen. Damit rettete er das Kapitel vor seinem Untergang. Denn das fahrende Volk wie auch die Junker hatten geschworen, alles zu zerstören, das Kloster niederzubrennen und die Chorherren zu erwürgen. Vor dem Venerabile aber wich die Menge zurück, die Anstauung der Masse löste sich auf, die meisten trieb der Hunger nach Hause.

In der Nacht darauf aber hielten die Klöster, Bürger und adligen Geschlechter, die eine wilde Plünderung für den andern Tag befürchteten, eine Versammlung ab und erklärten ihre Zustimmung zu den Beschlüssen des Kapitels. Zugleich wurde mit Stadtsoldaten, Bogenschützen, Rittern und Bürgern eine improvisierte Stadtmiliz zusammengebracht und alles niedergestochen und niedergeschlagen, was sich an Straßenräubern, Buschkleppern, Landstreichern und Vagabunden, von dem Gerücht des Aufruhrs angelockt, in der Stadt zusammengezogen und die Masse der Missvergnügten vermehrt hatte.
Der edle Herr Harduin von Mayen, ein ehrwürdiger Greis, nahm sich die losen Junker ad coram, die die Mohrin unter ihren Schutz genommen, und stellte ihnen mit ruhigen Worten vor, ob sie denn um der schönen Augen einer Frau willen ganz Touraine mit Feuer und Schwert verheeren wollten? Ob sie sich denn getrauten, wenn sie wirklich zu ihrem Ziele gelangten, des räudigen Gesindels wieder Herr zu werden, das sie herbeigerufen hätten, und nicht vielmehr befürchteten, dass der unbotmäßige wilde Haufen, nachdem er die Schlösser ihrer Feinde zerstört, sich an die ihrer Rädelsführer machen würde? Überdies gab er ihnen zu bedenken, dass sie wenig Hoffnung hätten, sich der Kirchenregenten von Tours zu bemächtigen, da nun der erste Ansturm niedergeschlagen, die Stadt gesäubert und genügend Zeit gewonnen sei, die Hilfe des Königs anzurufen.
Auf solche und tausend ähnliche Reden der Weisheit antworteten die Junker, dass es dem Kapitel ja ein leichtes wäre, das schöne Weib bei Nacht heimlich entkommen zu lassen, womit dem Aufruhr aller Grund und Vorwand genommen sei. Der päpstliche Legat aber, jener obengenannte De Censoris, widerstrebte solchen humanen Vorschlägen, er erklärte, dass die Kirche in Sachen der Religion nicht um ein Haarbreit nachgeben dürfe, und also musste das beklagenswerte Frauenzimmer für alle bezahlen, denn es wurde beschlossen, dass keine Untersuchung wegen des Aufruhrs eingeleitet werden sollte.
Nun hatte das erzbischöfliche Kapitel freie Hand und konnte die Hinrichtung des armen Weibes zum Vollzug bringen. Auf zwölf Meilen im Umkreis erschienen die Menschen zu dieser Zeremonie, und an dem Tage, wo die Hexe, nachdem der göttlichen Gerechtigkeit genüge getan, der Gewalt des weltlichen Richters überliefert werden sollte, um auf einem Scheiterhaufen öffentlich verbrannt zu werden, würde niemand mehr eine Wohnung in der Stadt Tours gefunden haben, und wenn er auch einen ganzen Goldgulden dafür geboten hätte, wenn er sogar ein mächtiger Abt gewesen wäre. Schon die Nacht vorher schlief eine große Menge auf freiem Feld, unter Zeltdächern und Strohhütten. Die Lebensmittel reichten bei weitem nicht hin, und viele, die mit vollem Magen gekommen waren, kehrten mit leerem zurück und hatten doch nichts gesehen als den Schein des Feuers aus der Ferne. Den meisten Gewinn aber von der ganzen Sache hatten wieder die Wegelagerer und Schnapphähne längs der Heerstraße. Das unglückselige Weib war quasi tot. Ihre Haare waren gebleicht, sie war nur noch Haut und Knochen, und ihre Ketten wogen schwerer als sie selber. Wenn sie überreichlich die Lust der Welt genossen hatte in ihrem Leben, an diesem Tage musste sie sie teuer bezahlen.

Diejenigen, die sie sahen, als sie vorüber geführt wurde, erzählten, wie so herzzerreißend sie weinte und jammerte, dass sie ihren erbittertsten Feinden hätte Mitleid einflößen müssen. In der Kirche musste man ihr einen Knebel in den Mund stecken, den sie zerbiß wie einen Strohhalm. Dann band sie der Henker an einen Pfahl, da sie sich nicht aufrecht halten konnte und alle Augenblicke aus übergroßer Schwäche zur Erde fiel. Plötzlich aber erhielt ihr Peiniger einen Faustschlag ins Gesicht. Das arme schwache Weib hatte, so erzählte man sich, die Stricke, mit denen sie gebunden war, wie morschen Zunder zerrissen und von sich abgeschüttelt. Ehe man sich's versah, war sie entschlüpft. In Erinnerung an ihr früheres Handwerk war sie mit unglaublicher Geschicklichkeit an den Säulen und Steinbildern der Kathedrale bis zu den obersten Galerien emporgeklettert und an den zackigen Kapitellen und Friesen wie ein Vogel hingehuscht. Schon war sie auf dem Dach angelangt, als ein Soldat ihr einen Pfeil nachsandte, der ihr den Fußknöchel zertrümmerte. Aber trotz unsäglicher Schmerzen lief das arme Weib wie besessen, mit blutenden Wunden und zerschmettertem Fuß noch immer das Dach entlang, so entsetzlich war ihre Angst vor den Flammen des Holzstoßes. Sie wurde schließlich ergriffen, gebunden, auf einen Karren geworfen und zum Richtplatz geführt, ohne dass noch ein Laut aus ihrem Munde gekommen wäre.
Ihre unbegreifliche und fast wunderbare Flucht aus der Kirche aber trug nur noch mehr zu dem Teufelsglauben des Volks bei, und viele sagten, sie sei in Wahrheit durch die Lüfte davongeflogen und habe nur einen elenden Leichnam an ihrer Stelle zurückgelassen.
Als der städtische Henker sein Opfer in die Flammen warf, machte sie noch zwei oder drei verzweifelte Sprünge, dann brach sie über den lodernden Scheiten zusammen, die noch Tag und Nacht weiterbrannten. Am nächsten Abend ging ich hin, um zu sehen, ob von dem schönen, süßen Weib noch etwas übriggeblieben war, aber ich fand nichts als ein paar Knochen von ihr, und ihr Schambein, das sich trotz des Feuers noch feucht anfühlte und zu zittern schien. Ich kann dir nicht sagen, mein Sohn, denn es ist in Worten nicht auszudrücken, was für eine finstere und dumpfe Traurigkeit während ganzer zehn Jahre auf meiner Seele lastete. Immer stand vor meinen Augen dieser Engel, den die verruchten Menschen also geschunden und zugerichtet hatten, immer sah ich voll Schmerz und Liebe ihre schönen Augen auf mich gerichtet: kurz, die übernatürliche Schönheit dieses liebreizenden Wesens umgaukelte mich als eine holdselige Erscheinung bei Tag und bei Nacht, und oft lag ich stundenlang in der Kirche, wo sie gemartert worden ist, und betete für ihre Seele. Nie konnte ich ohne Zittern und Beben den Großmeister und Ober-Strafrichter Jan van dem Haag ansehen, der später bei lebendigem Leibe von Würmern gefressen wurde. Der Aussatz hat diesen Richter gerichtet. Außerdem verzehrte eine Feuersbrunst sein Haus; seine eigne Frau und alle, die Hand an den Holzstoß der Mohrin gelegt, starben in den Flammen.

Dieses, mein vielgeliebter Sohn, hat mich nachdenklich gemacht, und ich habe meine Gedanken niedergeschrieben, damit sie für alle Zeiten in unsrer Familie als Regel und Richtschnur des Lebens dienten.

Ich verließ den Dienst der Kirche und heiratete deine nachmalige Mutter, die mich unaussprechlich glücklich machte und mit der ich alles teilte, mein Leben, mein Gut, meinen Leib und meine Seele. Sie stimmte auch vollkommen mit mir überein in den folgenden Lehren und Regeln der Weisheit. Diese aber sind:
Um glücklich zu leben, ist es vor allem nötig, dass man nichts zu schaffen habe mit den Mitgliedern der Geistlichkeit. Erweise ihnen alle schuldige Ehrfurcht, aber lass sie nie dein Haus betreten, sowenig wie alle diejenigen, die aus irgendeinem Grund, gerechtem oder ungerechtem, deine Vorgesetzten oder an Stand höher sind als du.
Als zweites merke dir und mache dir zur unverbrüchlichen Regel, einen bescheidenen Stand zu wählen, darin zu verharren und allen Schein des Reichtums und der Wohlhabenheit zu vermeiden, um keines Menschen Neid herauszufordern. Hüte dich, irgendeinem Menschen zu nahe zu treten; denn man muss eine Eiche sein an Kraft und Stärke, die alle geringeren Pflanzen zu ihren Füßen tötet, um nicht das Opfer des Neids zu werden, den man erregt, und dann noch müsste man unterliegen, denn menschliche Eichen sind ein gar seltenes Gewächs, und kein Tournebouche soll sich jemals schmeicheln, eine Eiche zu sein, schon aus dem einfachen Grund, weil er ein Tournebouche, also ein Schlinggewächs ist.
Zum dritten merke dir: niemals mehr als ein Viertel deines Einkommens auszugeben, den Stand deines Vermögens zu verschweigen, deine Pläne und Absichten nicht an die große Glocke zu hängen und niemals Amt und Würden anzunehmen. Mache es dir zur Gewohnheit, in die Kirche zu gehen wie die andern und deine Gedanken für dich zu behalten, da sie ansonsten nicht mehr dir, sondern den andern gehören, die Verleumdungen daraus spinnen und sich einen Mantel daraus machen, den sie nach dem Winde drehen.
Viertens lass dir gesagt sein, im Gewerbe der Tournebouche zu verharren, als welche Tuchmacher sind und Tuchmacher bleiben sollen, jetzt und immerdar. Verheirate deine Töchter an ehrliche Tuchmacher und schicke deine Söhne in die Tuchmachereien der andern Städte des Königreichs. Gib ihnen diese weisen Vorschriften auf den Weg, daß sie sich redlich nähren in der Tuchmacherei und jeden ehrgeizigen Gedanken weit von sich weisen. »Tuchmacher wie ein Tournebouche« muss ihre Losung und ihr Ruhm sein, ihr Wappen und ihre Ehre, ihre Devise und ihr Leben. Indem sie also immer Tuchmacher sein und bleiben werden, kann es den Tournebouche nicht fehlen, vergnüglich im verborgenen sich hinzuschlingen und im Schatten ein Leben zu führen gleich den kleinen fleißigen Insekten, die, wenn sie sich in einem Balken eingenistet haben, ihre Löcher bohren und mit aller Sicherheit den Faden ihres Knäuels abspinnen, bis er zu Ende ist.
Fünftens sollst du nie eine andre Sprache reden als die der Tuchmacherei und niemals Reden führen über Religion und Regierung. Lass die Regierung des Staats und der Provinz, lass Gott und die Religion sich im Kreise drehen oder nach links oder rechts abbiegen, wenn sie die Laune ankommt, und halte dich in deiner Eigenschaft als Tournebouche still hinter deinen Ballen Tuch.
Also werden die Tournebouche, von niemand in der Stadt weiter bemerkt, in Frieden leben mit ihren jungen Tournebouche, werden ihren Zehnten und ihre Abgaben bezahlen wie alles, was sie Gott und dem König, der Kirche und der Gemeinde zu bezahlen mit Gewalt gezwungen werden; denn mit diesen Mächten soll niemand Streit und Händel anfangen. Darum ist es nötig, das Vermögen der Familie zusammenzuhalten, weil man sich damit die Sicherheit seiner Existenz gewährleistet, niemand etwas schuldig bleibt, immer Korn auf seinen Speichern hat und hinter geschlossenen Türen und Läden seines Lebens froh werden mag. Dann wird weder der Staat noch die Kirche, noch die hohen Herren den Tournebouche etwas anhaben können. Wenn es gar nicht anders geht, mögt ihr diesen Herrschaften gelegentlich einige Taler leihen, doch ohne die Hoffnung zu nähren, sie, ich meine die Taler, je wiederzusehen.
Dergestalt werden die Tournebouche sich beliebt machen zu allen Zeiten und bei aller Welt, und spotten werden über die Tournebouche nur die Taugenichtse und Habenichtse. Sie werden euch die krummbeinigen Tournebouche, die struppigen Tournebouche, die widerborstigen Tournebouche nennen. Lasst sie reden, die Dummköpfe. Die Tournebouche werden nicht verbrannt und gehängt werden zum Vorteil des Königs, der Kirche und der andern; die klugen Tournebouche werden heimlich ihre Säcke voll Geld und ihre Wohnungen voll Glück haben, ohne dass es die andern auch nur ahnen.
Und also, mein teurer und vielgeliebter Sohn, befolge meine Ermahnungen zu einem unauffälligen und bescheidenen Leben. Bewahre diese Schrift in deiner Familie und halte sie heilig wie eine Charta magna. Als das heilige Evangelium der Tournebouche möge sie jeder auf seinem Totenbett seinem Nachfolger vermachen, bis es Gott dem Allmächtigen gefallen wird, das Geschlecht und den Namen der Tournebouche auszulöschen auf dieser Erde...

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Dieser Brief wurde aufgefunden in der Hinterlassenschaft des François Tournebouche, Schlossherr von Verretz, Kanzler des königlichen Herrn Thronfolgers, der bei der Auflehnung dieses Prinzen gegen seinen Oberherrn und König durch Beschluss des Pariser Parlaments zum Tode und zur Konfiskation aller seiner Güter verurteilt worden ist. Später wurde der genannte Brief als historische Kuriosität dem Gouverneur von Touraine übergeben und von mir, Pierre Gaultier, dem Gerichtsschöffen und Vorsitzenden der Zunftmeister, den Prozessakten des erzbischöflichen Archivs einverleibt.
Nachdem der Autor die Hieroglyphen und Paraphrasien dieser Pergamente aus ihren lateinischen Schnörkeln in unsere Muttersprache übersetzt und dem Eigentümer zurückgegeben hatte, hat ihm dieser gesagt, dass die Brenzelgasse von Tours nach einigen also genannt werde, weil dort die Sonne mehr brenne und senge als irgendwo sonst. Dieser Version zum Trotz werden alle Leute von einer höheren Einsicht geneigt sein zu glauben, dass der genannte Straßenname gewiss irgendwie mit der brenzligen Geschichte zusammenhängt, die wir hier erzählt haben. Diesen kann der Autor nur beistimmen.
Diese Historie lehrt uns, mit unserm Körper keinen Missbrauch zu treiben, sondern ihn allein anzuwenden zu unsrem zeitlichen und ewigen Heil.

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2 - Le Succube -  1837

bibliothèque: Der vorliegende Text folgt der Veröffentlichung bei Garnier frères, . (2017)

Prologue

Aulcuns du noble pays de Touraine, feablement édifiez de la chaloureuse poursuite que faict l’Autheur des antiquitez, adventures, bons coups et gentillesses de ceste benoiste constrée, cuydant que, pour le seur, il debvoit tout sçavoir, s’enquirent de luy, ains après boire s’entend, s’il avoyt descouvert la raison étymologicque dont toutes les dames de la ville estoyent bien curieuses, et par laquelle une rue de Tours se nommoyt la rue Chaulde. Par luy feut respondu que il s’estomyroyt fort de veoir les anciens habitans avoir mis en oubly le grant numbre de convens sis en ceste rue, où l’aspre continence des moynes et des nonnains avoyt deu faire tant arser les murailles, que aulcunes femmes de bien s’estoyent veues engrossées pour s’y estre pourmenées ung peu trop lentement à la vesprée. Ung hobereau, voulant trencher du sçavant, dit que iadis tous les clappiers de la ville estoyent acculez en ce lieu. Ung aultre se entortilla dedans les menus suffraiges de la science et parla d’or, sans estre comprins, qualifiant les mots, accordant les mélodies de l’anticquaille et nouveautez, congreageant les usaiges, distillant les verbes, alquémisant les languaiges, du depuys le déluge, les Hebrieux, Chaldéans, Ægyptiacques, Grecs, Latins, puis Turnus qui funda Tours ; puis fina le bon homme par dire que Chauld, moins le H et le L, venoyt de Cauda, et que il y avoyt de la queue en ceste affaire ; mais les dames n’y entendirent rien aultre chouse que la fin.
Ung vieil dit que dedans cestuy endroict estoyt iadis une source d’eau thermale, de laquelle avoyt beu son trisayeul. Brief, en moins de temps que une mousche ne auroyt mis à colleter sa voisine, il y eut une pochée d’étymologies où le vray de la chouse eust esté moins tost treuvé que ung pou en la sorde barbe d’ung capucin. Mais ung homme docte et cogneu pour avoir mis ses bottes en divers monastères, bien despendu de l’huile en ses nuicts, desfoncé plus d’ung volume, et plus entassé de pièces, morceaulx dypticques, layettes, chartriers ou registres sur l’histoire de Touraine qu’ung mestivier n’engrange de brins de feurre au mois d’aoust, lequel, vieulx, cassé, podagre, beuvoyt en son coin sans mot dire, feit ung soubrire de sçavant en fronssant ses badigoinces, lequel soubrire se résolut en ung : Foing ! … bien articulé, que l’Autheur entendit et comprint debvoir estre gros d’une adventure historialement bonne, dont il pourroyt œuvrer les délices en ce gentil Recueil.
Brief, lendemain, cettuy podagre luy dit : — Par vostre poesme qui a pour titre le Péché véniel, vous avez à iamais conquesté mon estime, pour ce que tout y est vray de la teste aux pieds, ce que ie cuyde estre une superabundance prétieuse en pareilles matières. Mais vous ne sçavez sans doubte ce qui est advenu de la mauricaulde, mise en religion par ledict sieur Bruyn de la Roche-Corbon ? Moy, bien sçay-ie. Doncques, si ceste étymologie de rue vous poind, et aussy vostre nonne ægyptiacque, ie vous presteray ung curieux et anticque pourchaz, par moy rencontré dedans les Olim de l’Archevesché, dont les bibliothèques feurent ung peu secouées en ung moment où ung chascun de nous ne sçavoyt le soir si sa teste luy demoureroyt lendemain. Ores, par ainsy, ne serez-vous point en parfaict contentement ?
— Bien ! feit l’Autheur.
Ores ce digne collecteur de véritez bailla aulcuns iolys pouldreux parchemins à l’Autheur, que il ha, non sans grant poine, translatez en françoys, et qui estoyent pièces de procédures ecclésiasticques bien vieilles. Il ha cru que rien ne seroyt plus drotalicque que la réalle résurrection de ceste anticque affaire où esclate l’ignarde naïfveté du bon vieulx temps. Adoncques, oyez. Vécy en quel ordre estoyent ces escripteures dont l’Autheur ha faict usaige à sa guyse, pour ce que le languaige en estoyt diabolificquement ardu.

 

I - ce que estoyt d’ung succube

In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti, Amen.

L’an de nostre Seigneur mil deux cent septante et ung, pardevant moy, Hierosme Cornille, grant pénitencier, iuge ecclésiasticque, à ce commis par messieurs du chapitre de Sainct-Maurice, cathédrale de Tours, ayant de ce délibéré en présence de nostre seigneur Iean de Monsoreau, archevesque, sur les douloirs et quérimonies des habitans de la ville, dont la requeste sera ci-dessoubz ioincte : sont comparus aulcuns hommes nobles, bourgeoys, vilains du diocèze, lesquels ont dict les gestes ensuyvans sur les desportemens d’ung démon soupçonné d’avoir prins visaige de femme, lequel afflige moult les ames du diocèze, de présent clouz en la geole du Chapitre ; et, pour arriver à la vérité desdicts griefs, avons ouvert le présent verbal, ce lundy unze décembre, après la messe, à ceste fin de communicquer les dires de ung chascun au dict démon, en l’interroguant sur lesdicts faicts à luy imputez et le iuger suyvant les lois portées contra dæmonios.
En ceste enqueste, me ha, pour escribre le tout, assisté Guillaume Tournebousche, rubricquateur du Chapitre, homme docte.
Premier, est venu devers nous Iehan, ayant nom Tortebras, bourgeoys de Tours, tenant, avecques licence, l’hostellerie de la Cigoygne en la place du Pont, lequel ha iuré sur le salut de son ame, la main en les saincts Évangiles, ne proférer aultre chouse que ce que par lui-mesme ha esté veu et ouy. Puis ha dict ce qui suit :
— Ie declaire que, environ deux ans avant la Sainct-Iehan où se font les feux de ioye, ung gentilhomme, en prime abord à moy incogneu, mais appartenant, pour le seur, à nostre seigneur le Roy, et lors en nostre pays retourné de la Terre Saincte, est venu chez moy me prouposer de luy bailler à loyer une maison des champs par moy bastie en la censive du Chapitre, prouche le lieu dict de Sainct-Estienne, et que ie la luy ay laissée pour neuf ans moyennant trois besans d’or fin.
En ladicte maison, ha mis ledict seigneur une belle gouge à luy, ayant apparence de femme, vestue à la méthode estrangiere des Sarrazines et Mahumetisches, laquelle il ne vouloyt par aulcun laisser veoir ne approucher plus d’ung gect d’arc, ains à laquelle ay veu de mes yeulx ung plumaige bigearre en la teste, ung tainct supernaturel et yeux plus flambans que ie ne sçauroys dire, desquels sourdoyt ung feu d’enfer.
Le deffunct chevalier, ayant menacé de mort quiconque feroyt mine de flairer ledict logiz, i’ay, par grant paour, livré ladicte maison, et i’ay, iusqu’à ce iour, secrettement guardé en mon ame aulcunes présumptions et doubtes sur l’apparence maulvaise de ladicte estrangiere, laquelle estoyt si frisque, que nulle femme pareille n’avoyt esté encores veue par moy.
Plusieurs gens de toute sorte, ayant lors réputé ledict sieur chevalier pour mort, et disant luy demourer en ses pieds par la vertu d’aulcuns charmes, philtres, envousteries et sorcelleries diabolicques de ceste semblance de femme, laquelle vouloyt se logier en nostre pays, ie déclaire avoir tousiours veu le sieur chevalier si tellement pasle, que ie souloys æquiparer son visaige à la cire d’un cierge paschal ; et au sceu de tous les gens de l’hostellerie de la Cigoygne, cettuy chevalier ha esté mis en terre neuf iours après sa venue. Au dire de son escuyer, le deffunct se estoyt chaloureusement couplé avecques ladicte moresque pendant sept iours entiers, clouz en ma maison, sans estre sorty d’elle, ce que ie luy ay entendu advouer horrificquement en son lict de mort.
Aulcuns, en ce temps, ont dict cette diablesse avoir accollé sur elle ledict gentilhomme par ses longs cheveux, lesquels seroyent guarnis de propriétez chauldes par lesquelles sont communicquez aux chrestiens les feux de l’enfer soubz forme d’amour, et les faict besongner iusques à ce que leur ame soit, par ainsy, tirée de leur corps et acquise à Satan. Mais ie déclaire de ce n’avoir rien veu, si ce n’est ledict chevalier mort, esreiné, flatry, ne pouvant bougier, soubhaitant, maulgré son confesseur, encores aller à sa gouge, et ha esté recogneu pour estre le seigneur de Bueil, lequel s’estoyt croisé, et se trouvoyt, au dire de aulcuns de la ville, soubz le charme d’ung démon duquel il avoyt faict la rencontre ez pays asiaticques de Damas, ou aultres lieux.
Ores doncques, ay laissé ma maison à ladicte dame incogneue suivant les clauses déduictes en la chartre du bail. Ledict seigneur du Bueil deffunct, ay néantmoins esté en ma maison à ceste fin de sçavoir de ladicte estrangiere si elle soubhaitoyt demourer en mon logiz ; et, avecques grant poine, devers elle feus mené par ung estrange homme my-nud, noir et à yeulx blancs. Lors ay veu ladicte Morisque en ung pourpriz reluysant d’or et de pierreries, esclairée par force lumières, iuz ung tapis d’Asie, où elle estoyt vestue de legier, avecques ung aultre gentilhomme qui ià perdoyt son ame, et n’ay point eu le cueur assez ferme pour la resguarder, veu que ses yeulx m’eussent incité à m’adonner à elle aussytost, pour ce que desià sa voix me grezilloyt au ventre, me remplissoyt la cervelle et me desbauchioyt l’ame. Oyant cela, par crainte de Dieu, et aussy de l’enfer, ay laschié pied soubdain, luy quittant ma maison autant que elle la cuyderoyt guarder, tant dangereux estoyt de veoir ce tainct moresque d’où sourdoyent diabolicques chaleurs, oultre ung pied plus menu que n’est licite à femme vraye de l’avoir, et d’entendre sa voix qui virvouchioyt au cueur ; et, de ce iour, n’ay plus eu cure d’aller à ma maison, en grant paour de cheoir en enfer. I’ay dict.

Au dict Tortebras avons lors représenté un sieur Abyssinien, Æthiopien ou Nubien, lequel, noir de la teste aux pieds, s’est treuvé desnué des chouses viriles dont sont habituellement fournis tous chrestiens, lequel ayant persévéré en son silence après avoir esté tormenté, gehenné à plusieurs foys, non sans moult geindre, ha esté convaincu de ne sçavoir parler le languaige de nostre pays. Et ledict Tortebras ha recogneu ce dict Abyssinien héréticque pour avoir esté en sa maison, de compaignie avecques ledict esperit démoniacque, et soupçonné d’avoir presté son ayde aux sortilèges.
Et ha ledict Tortebras confessé sa grant foy catholicque et déclairé ne sçavoir aultre chouse, si ce n’est aulcuns dires, lesquels estoyent cogneus de tous aultres, et desquels il ne avoyt esté nullement tesmoing, si ce n’est pour les avoir entendus.

Sur citation à luy donnée s’est approuché lors Mathieu, dict Cognefestu, iournalier, en la culture Sainct-Estienne, lequel, après avoir iuré ez saincts Évangiles de dire vray, nous ha confessé avoir tousiours veu grant lumière au logiz de ladite femme estrangiere, entendu force rires extravagans et diabolicques aux iours et nuicts de festes et de ieusnes, notamment les iours de la sepmaine Saincte et de Nouël, comme si bon numbre de gens estoyent en ce logis. Puis ha dict avoir veu, ez croisées dudict logiz, verdes flouraisons de toute sorte, en hyver, poulsées magicquement, espécialement des roses par un temps gelif, et aultres chouses pour lesquelles estoyt besoing de grant chaleur ; mais de ce ne s'estomyroit nullement, veu que ardoyt si fort la dicte estrangiere, que, alors que elle se pourmenoyt à la vesprée au long de son mur, il treuvoyt lendemain ses salades montées, et, que, aulcunes foys, elle avoyt, par le froslement de sa iupe, faict partir la séve aux arbres et hasté les poulses. En fin de tout, nous ha ledict Cognefestu déclairé ne rien sçavoir de plus, attendu qu’il laboroyt de matin et se couchioyt en l’heure où se iuchioyent les poules.
Puis la femme dudict Cognefestu ha par nous esté requise de dire, ains après serment, les chouses venues à sa cognoissance en ce procez, et s’est bendée à ne rien advouer aultre chouse que louanges de ladicte estrangiere, pour ce que depuys sa venue son homme la traictoyt mieulx par suite du voisinaige de ceste bonne dame qui espanchioyt l’amour dedans l’aër, comme le soleil ses rais, et aultres bourdes incongreues que nous ne avons point consignées icy.
Au dict Cognefestu et à sa femme avons représenté ledict Africquain incogneu, lequel ha esté veu par eulx, ez iardins de la maison, et réputé par eulx, pour seur, estre au dict démon.

En troisiesme lieu, s’est advancé messire Harduin V, seigneur de Maillé, lequel, par nous révérencieusement prié d’esclairer la religion de l’Ecclise, ha respondu le bien vouloir et ha, d’abundant, engagié sa foy de preux chevalier de ne rien dire aultre chouse que ce qu’il ha veu.
Lors, ha dict avoir cogneu en l’armée des Croisez le démon dont s’agit. Puis, en la ville de Damas, ha veu le sieur de Bueil deffunct se battre en champ clouz pour en estre l’unicque tenant. La dessus dicte gouge ou démon appartenoyt en cettuy temps au sire Geoffroy IV, seigneur de la Roche-Pozay, lequel souloyt dire l’avoir amenée de Touraine, encores que elle feust Sarrazine ; ce dont les chevaliers de France s’estomiroyent moult, autant que de sa beaulté, qui faisoyt grant bruit et mille scandaleux ravaiges au camp. Durant le voyaige, ceste gouge feut occasion de plusieurs meurtres, veu que la Roche-Pozay avoyt ià desconfict aulcuns Croisez qui soubhaitoyent la guarder à eulx seuls, pour ce que elle donnoyt, suyvant certains seigneurs guerdonnez en secret par icelle, des ioyes à nulles aultres pareilles. Mais finablement le sire de Bueil, ayant occis Geoffroy de la Roche-Pozay, devint seigneur et maistre de ceste guaine meurtrière et la mussa dedans ung convent ou harem à la fasson sarrazine. Par avant ce, souloyt-on la veoir et l’entendre desbagouler en ses festoyemens mille patoys d’oultre-mer, arabesque, grec de l’empire latin, moresque, et d’abundant le françoys comme pas ung de ceulx qui sçavoient au mieulx les languaiges de France en l’ost des christians, d’où vint ceste créance que elle estoyt prou démoniacque.
Le dict sire Harduin nous ha confessé n’avoir point iouxté pour elle en Terre Saincte, non par paour, nonchaloir, ou aultre cause ; ains il cuydoyt que cet heur lui estoyt advenu pour ce qu’il portoyt un morceau de la vraye Croix, et aussy avoyt à lui une noble dame du pays grec, laquelle le saulvoyt de ce dangier en le desnuant d’amour, soir et matin, veu qu’elle lui prenoyt substantiellement tout, ne luy laissant rien au cueur, ni ailleurs pour les aultres.
Et nous ha ledict seigneur acertené la femme logiée en la maison des champs de Tortebras estre réallement la dicte Sarrazine venue ez pays de Syrie, pour ce que il avoyt esté convié en ung regoubillonner chez elle par le ieune sire de Croixmare, lequel trespassa le septiesme iour après, au dire de la dame de Croixmare, sa mère, ruyné de tout poinct par la dicte gouge, dont les accointances avoyent consumé tous ses esperitz vitaulx, et les phantaisies bigearres despendu ses escuz.
Puis, questionné, en sa qualité d’homme plein de prudhomie, sapience et d’authorité en ce pays, sur le pensier que il avoyt de ladicte femme, et sommé par nous de se descouvrir la conscience, veu que il s’en alloyt d’ung cas trez-abominable, de la foy chrestienne et de iustice divine, ha esté respondu par ledict seigneur :
Que par aulcuns en l’ost des Croisez luy avoyt esté dict que tousiours ceste diablesse estoyt pucelle à qui la chevaulchioyt, et que Mammon estoyt, pour le seur, en elle, occupé à luy faire ung nouveau pucelaige pour ung chascun de ses amans, et mille aultres follies de gens yvres, lesquelles n’estoyent point de nature à faire un cinquiesme Évangile. Mais, pour le seur, luy vieulx chevalier sur le retour de la vie, et ne sçaichant plus rien du déduict, se estoyt sentu ieune homme en ce darrenier souper dont l’avoyt resgallé le sire de Croixmare ; que la voix de cettuy démon luy estoyt advenue droict au cueur paravant de se couler par les aureilles, et luy avoyt bouté si cuysante amour au corps, que sa vie s’en alloyt toute en l’endroict par où elle se donne ; et que finablement, sans le secours du vin de Chypre dont il avoyt beu pour se clore les yeux et se couchier soubz les bancs, à ceste fin de ne plus veoir les yeulx flambans de l’hostesse diabolicque, et ne se point navrer en elle, sans doubte aulcun eust-il desconfict le ieune Croixmare à ceste fin de iouir une seule foys de ceste femme supernaturelle. Depuis ce, avoyt eu cure de se confesser de ce maulvais pensier. Puis, par advis d’en hault, avoyt reprins à son espouse sa relicque de vraye Croix et estoyt demouré en son manoir, où, nonobstant ces prévoyances chrestiennes, la dicte voix luy fretilloyt aulcunes foys en la cervelle, et, au matin, avoyt souvent en remembrance ceste diablesse mammalement ardente comme mesche. Et pour ce que la veue de ceste gouge estoyt si chaulde, que elle le faisoyt arser comme ung homme ieune, luy quasi mort, et pour ce qu’il luy en coustoyt lors force transbordemens d’esperitz vitaulx, nous ha requis le dict seigneur de ne point le confronter avecques ceste emperière d’amour, à laquelle, si ce n’estoyt le diable, Dieu le Père avoyt octroyé d’estranges licences sur les chouses de l’homme. Puis s’est retiré après lecture de ces dires, non sans avoir recogneu le dessus dit Africquain pour estre le serviteur et paige de la dame.

En quatriesme lieu, sur la foy baillée par nous, au nom du Chapitre et de nostre seigneur l’archevesque, de n’estre tormenté, gehenné ne inquiété en aulcune chouse, ni manière, ne estre plus cité après ses dires, attendu les voyaiges de son négoce, et sur l’asseurance de pouvoir soy retirer en toute liberté, est advenu un iuif ayant nom Salomon al Rastchild, lequel, maulgré l’infamie de sa personne et son iudaïsme, ha par nous esté ouy, à ceste unicque fin de tout sçavoir concernant les déportemens du dessus dict démon. Ains ne ha esté requis de donner aulcun serment ledict Salomon, veu que il est en dehors de l’Ecclise, séparé de nous par le sang de nostre Saulveur (trucidatus Salvator inter nos).
Interrogué sur ce que il comparoissoyt sans le bonnet verd en la teste et la roue iaune en la place du cueur apparente en son vestement, suyvant les ordonnances ecclésiasticques et royales, ledict al Rastchild nous ha exhibé lettres patentes de dispenses octroyées par nostre seigneur le Roy et recogneues par le senneschal de Touraine et de Poictou.
Puis nous ha déclaré le dict iuif avoir, pour la dame logiée en la maison de l’hostelier Tortebras, faict grant négoce, à elle vendu chandelliers d’or à plusieurs branches mignonnement engravez ; plats d’argent vermeil ; hanaps enrichis de pierres, esmeraugdes et rubiz ; avoir pour elle tiré du Levant numbre d’estoffes prétieuses, tapis de Perse, soyeries et toiles fines ; enfin, chouses si magnificques, que aulcune royne de la chrestienté ne pouvoyt se dire si bien fournie de ioyaulx et d’ustensiles de mesnaige ; et que il y estoyt, pour sa part, de trois cent mille livres tournoys receues d’elles pour les raretez à l’achapt desquelles il se estoyt employé, comme fleurs des Indes, papeguays, oyseaulx, plumaiges, espices, vins de Grèce et diamans.
Requis par nous iuge de dire s’il luy avoyt fourny aulcuns ingrédiens de coniuration magicque, sang de nouveau-nez, grimoires, et toutes chouses généralement quelconques dont font usaige les sorcières, luy donnant licence d’advouer son cas, sans que, pour ce, il soit iamais recherché ne inquiété, ledict al Rastchild a iuré sa foy hebraïcque de ne faire aulcunement cettuy commerce. Puis ha dict estre engarrié en trop haults interests pour s’adonner à telles miesvreries, veu que il estoyt l’argentier de aulcuns seigneurs trez puissans, comme les marquis de Montferrat, roy d’Angleterre, roy de Chypre et Hiérusalem, comte de Provence, Messieurs de Venice et aultres gens d’Allemaigne ; avoir à luy des galéasses merchantes de toutes sortes, allant en Ægypte, soubz la foy du Soudan, et estre en ung traffic de chouses prétieuses d’or et d’argent, qui l’amenoyt souvent en la Monnoye de Tours. D’abundant, il ha dict tenir ladicte dame dont s’agit pour trez-léale, femme naturelle, la plus doulce de formes et la plus mignonne que il ayt veue. Que, sur son renom d’esperit diabolicque, mu par imagination farfallesque, et aussy pour ce que il estoyt féru d’elle, il luy avoyt, en ung iour où elle estoyt veufve, prouposé d’estre son guallant, ce qu’elle avoyt bien voulu.
Ores, quoique de ceste nuictée il se feust longtemps sentu les os disioincts et les reins conquassez, il ne avoyt point expérimenté, comme aulcuns disoyent, que qui tomboyt une foys là n’en revenoyt point, et s’y fondoyt comme plomb en ung creuset d’alquemistes.
Puis ledict Salomon, auquel nous avons laissé la liberté, suyvant le sauf-conduict, maulgré ce dire, lequel prouve d’abondant ses accointances avecques le diable, pour ce que il ha esté sauf là où tous les chrestiens succomboyent, nous ha soubmis ung accord au subiect dudict démon. A sçavoir : que il faisoyt offre au Chapitre de la cathédrale de donner de ladicte apparence de femme une ransson telle, si elle estoyt condamnée à estre cuicte vifve, que la plus haulte des tours de l’ecclise Sainct-Maurice de présent en construction pourroyt se parachever.
Ce que nous avons noté, pour, de ce, estre en temps opportun délibéré par le Chapitre assemblé. Et ha tiré le pied ledict Salomon, sans vouloir indicquer son logiz, et nous ha dict pouvoir estre informé de la délibération du Chapitre par ung iuif de la iuiverie de Tours ayant nom Tobias Nathaneus. Au dict iuif ha, paravant son partement, esté représenté l’Africquain, que il ha recogneu pour estre le paige du démon. Et ha dict les Sarrazins avoir coustume de desnuer ainsy leurs serfs pour les commettre à la guette des femmes, par ung anticque usaige, ainsy qu’il appert des historiens profanes en l’endroict de Narsez, général de Constantinopolis, et aultres.

Lendemain, après la messe, est pardevers nous comparue, en cinquiesme lieu, trez noble et inclyte dame de Croixmare. Laquelle ha iuré sa foy ez Saincts Évangiles, et nous ha dict, avecques larmes, avoir mis en terre son fils aisné, mort par le faict de ses extravaguantes amours avecques ung démon femelle. Lequel homme noble avoyt d’aage vingt-trois ans, estoyt parfaictement complexionné, trez viril, moult barbu comme son deffunct père. Nonobstant sa grant mouelle, en nonante iours, avoyt petitement blesmy, ruyné par ses accointances avecques le succube de la voye Chaulde, suyvant le dire du menu populaire ; et que nulle avoyt esté sa materne authorité sur ce fils. Finablement, en ses darreniers iours, sembloyt-il quasiment ung paouvre ver seichié dont les mesnaigieres font la rencontre en ung coin alors que elles balyent les salles du logiz. Et tousiours, tant qu’il eut force d’aller, alloyt se parachever de vivre chez ceste mauldicte où se vuydoyt aussi son espargne. Puis, alors que, couchié en son lict veit advenir son extresme heure iura, sacra, menassa, dit à tous, à sœur, frère, et à elle, la mère, mille iniures ; s’esmutit au nez du chapelain ; renia Dieu et voulut mourir en damné ; ce dont, du tout, feurent navrez les serviteurs de la famille, qui, pour saulver son âme et la tirer de l’enfer, ont fundé deux messes annuelles en la cathédrale. Puis, pour avoir sépulture d’icelluy en terre saincte, la maison de Croixmare s’est engagiée à donner au Chapitre, durant cent ans, la cire des chapelles et de l’ecclise, au iour de Pasques fleuries. En fin de tout, sauf les maulvaises paroles entendues par la révérende personne de Dom Loys Pot, religieux de Marmoustiers, venu pour assister, en son extresme heure, le dessus dict baron de Croixmare, ladicte dame afferme ne avoir oncques entendu proférer aulcunes paroles au deffunct touchant le démon qui le poignoyt.
Et se est retirée la noble et inclyte dame en grant deuil.

En sixiesme lieu, pardevers nous est comparue, sur adiournement, Iacquette, dicte Vieux-Oing, souillarde de cuisine, allant ez logiz torcher les plats, demourant de présent en la Poissonnerie, laquelle, après avoir iuré sa foy de ne dire aulcune chouse que elle ne tinst pour vraye, ha déclaré ce qui suyt. A sçavoir que, ung iour, elle, estant venue en la cuisine dudict démon, dont elle ne avoyt nullement paour, pour ce que il souloyt ne se repaistre que de masles, elle avoyt eu loisir de veoir au iardin cettuy démon femelle superbement vestu, marchant en la compaignie d’ung chevalier avecques qui elle rioyt comme femme naturelle. Lors, elle avoyt recogneu en cettuy démon la vraye ressemblance de la Morisque mise en religion au moustier de Nostre-Dame de l’Esgrignolles par le deffunct senneschal de Touraine et de Poictou messire Bruyn, comte de la Roche-Corbon, laquelle moricaulde avoit esté laissée au lieu et place de l’imaige de Nostre Dame la Vierge, mère de nostre benoist Servateur, robbée par des Ægyptiacques, environ dix-huit ans auparavant. En ce temps duquel, à cause des troubles advenus en Touraine, nul ne est record, ceste garse, aagée de douze ans environ, feut saulvée du buschier où elle debvoyt estre cuicte, en recepvant le baptesme, et les dits deffunct et deffuncte senneschalle avoyent lors esté parrain et marraine de ceste fille de l’enfer. En cettuy temps, estant lavandière au convent, elle qui tesmoingne avoyt soubvenir de la fuite que feit, vingt mois après son entrée en religion, ladicte Ægyptiacque, si subtilement que iamais ne ha esté sceu par où ne comment elle se estoyt déportée. Lors par tous feut existimé que, avecques l’ayde du démon, elle avoyt volé en l’aër, veu que, obstant les recherches, nulle trace de sa chevaulchée ne se trouvoyt dedans le moustier, où chaque chouse estoyt demourée en son ordre accoustumé.
Le sieur Africquain, ayant esté représenté à ladicte souillarde, elle ha dict ne l’avoir point veu, encores que elle en feust curieuse, pour ce que il estoyt commis à la guarde de l’endroict où s’esbattoyt la Morisque avecques ceulx que elle grugioyt par le douzil.

En septiesme lieu, par devers nous ha esté traduict Hugues du Fou, fils du sieur de Bridoré, lequel aagé de vingt ans ha esté mis ez mains de messire son père, soubz caution de sa seigneurie ; et par luy représenté en ce pourchaz, duquel il despend, pour estre deuement atteint et convaincu d’avoir, assisté de plusieurs maulvais garsons incogneus, assiégé la geole de l’archevesque et du Chapitre, et de s’estre bendez à destourber la force de la iustice ecclésiasticque en faisant évader le démon dont s’agit. Maulgré son maulvais vouloir, avons com- fU, mandé audict Hugues du Fou de témoingner véridicquement touchant les chouses que il doibt sçavoir dudict démon, avecques lequel il est véhémentement réputé d’avoir accointance, luy obiectant que il s’en va de son salut et de la vie de ladicte démoniacque. Lequel, après serment, ha dict :
— Ie iure par mon salut éternel et par les Saincts Évangiles, cy présentez soubz ma main, tenir la femme soupçonnée d’estre ung démon pour ung ange, pour femme parfaicte, et plus encores d’ame que de corps ; vivant en toute honnesteté ; pleine de mignonneries et superfinesses d’amour ; nullement maulvaise, ains généreuse, aydant moult les paouvres et souffreteux. Ie déclaire que ie l’ay vue plourant de véritables larmes au trespas de mon amy le sire de Croixmare. Et, pour ce que, en ce iour elle avoyt faict vœu à Nostre Dame la Vierge de ne plus recepvoir à mercy d’amour des ieunes hommes nobles, trop foybles à son service, elle me ha constamment et avec grant couraige desnié la iouissance de son corps, et ne me ha octroyé que l’amour et possession de son cueur, dont elle me ha faict suzerain. Depuis ce don gracieux, obstant ma flamme croissante, ha demouré seulette en son logiz, où i’ay despendu la plus grant part de mes iournées, heureux de la veoir et l’entendre. Ores, si mangioys-ie bien près d’elle, partageant l’aër qui entroyt en son gozier, la lumière qui esclairoyt ses beaulx yeulx, treuvant à ce mestier plus de ioye que n’en ont les seigneurs du paradiz. Esleue par moy pour estre à tousiours ma dame ; choisie pour estre, ung iour eschéant, ma colombe, ma femme et unicque amye, moy, paouvre fol, n’ay receu d’elle aulcun à-compte sur les ioyes advenir, ains, au contraire, mille vertueux advis : comme quoy debvoys acquérir renom de bon chevalier, devenir ung homme fort, beau, ne rien craindre, fors Dieu ; honorer les dames, n’en servir que une, et les aymer en mémoire d’icelle ; puis, alors que seroys afforty par les travaulx de la guerre, si son cueur plaisoyt tousiours au mien, en ce temps seulement elle seroyt à moy, pour ce que elle sçauroyt m’attendre en m’aymant trez fort…
En ce disant, ha plouré le ieune sire Hugues, et ha, plourant, adiouxté :
Que, pensant à ceste gracieuse et foyble femme dont les bras luy sembloyent naguères trop mignons pour soustenir le légier poids de ses chaisnes d’or, il ne avoyt sceu se contenir en songiant aux fers qui la meurdrissoyent et aux misères dont elle estoyt traistreusement enchargiée ; et que, de ce, estoyt venue sa rebellion. Et que il avoyt licence de dire son douloir en face la Iustice, pour ce que sa vie estoyt si bien liée à celle de ceste délicieuse maistresse et amye, que, le iour où il luy adviendroyt mal, il mourroyt pour le seur.
Et ha ledict ieune homme noble vociféré mille aultres louanges dudict démon, lesquels tesmoignent la véhémente envousterie praticquée à son esguard et prouvent d’abundant la vie abominable, immunde, incurable, et les frauduleuses sorcelleries auxquelles il est présentement soubmis, ce dont iugera nostre seigneur l’archevesque, à ceste fin de saulver, par exorcismes et pénitences, ceste ieune ame des piéges de l’enfer, si le diable ne ha esté trop avant en icelle.
Puis avons remis ledict ieune homme ez mains du noble seigneur son père, après que par ledict Hugues ha esté recogneu l’Africquain estre le serviteur de l’accusée.

En huictiesme lieu, devant nous, ont les estaffiers de nostre seigneur l’archevesque, en grant honneur, amené trez-haulte et révérende dame Iacqueline de Champchevrier, abbesse du moustier de Nostre-Dame, soubz l’invocation du Mont-Carmel, au gouvernement de laquelle ha esté soubmise, par le feu sieur senneschal de Touraine, père de monseigneur le comte de la Roche-Corbon, présentement avoué dudict couvent, l’Ægyptiacque, nommée sur les fonts du baptesme Blanche Bruyn.
A ladicte dame abbesse avons argumenté sommairement la présente cause, où il s’en va de la saincte Ecclise, de la gloire de Dieu, de l’heur éternel des gens de ce dioceze affligez d’ung démon, et aussy de la vie d’une créature qui, possible, seroyt du tout innocente. Puis, la cause élaborée, avons requis ladicte seigneure abbesse de tesmoingner ce qui estoyt à sa cognoissance sur la disparition magicque de sa fille en Dieu, Blanche Bruyn, espousée par nostre Saulveur soubz le nom de sœur Claire.
Lors, ha dict la trez noble, trez haulte et trez puissante dame abbesse, ce qui suit :
La sœur Claire, d’origine à elle incogneue, ains soupçonnée d’estre de père et de mère héréticques et gens ennemys de Dieu, avoir esté vrayement mise en religion au moustier dont le gouvernement luy estoyt canonicquement escheu, maulgré son indignité ; ladicte sœur avoir fermement accomply son noviciat et faict ses vœux suivant la saincte règle de l’Ordre. Puis, les vœux dicts, estre cheue en grant tristesse et avoir moult blesmy. Par elle, abbesse, interroguée sur sa maladie mélancholieuse, avoyt esté respondu par ladicte sœur avecques larmes que elle ne en sçavoyt aulcunement la cause ; que en elle s’engendroyent mille et ung pleurs de ne plus se sentir ses beaulx cheveulx en la teste ; que, en oultre de ce, avoyt soif d’aër, ne pouvoyt résister à ses envies de saulter ez arbres, grimper, faire ses tourdions suyvant les usaiges de sa vie à plein ciel ; que elle passoyt ses nuicts en larmes, resvant aux forests soubz la feuillée desquelles iadis elle couchioyt ; et, en remembrance de ce, elle abhorroyt la qualité de l’aër claustral qui gehennoyt son respirouère ; que, en dedans d’elle, sourdoyent des vapeurs maulvaises, et que par foys elle estoyt intérieurement divertie en l’ecclise par des pensiers qui lui faisoyent perdre contenance. Lors ay rebattu la paouvrette des saincts enseignemens de l’Ecclise, luy ay remis en mémoire le bonheur éterne dont les femmes sans péché iouissoyent en paradiz, et combien estoyt transitoire la vie d’icy-bas et certaine la bonté de Dieu, lequel, pour aulcunes liesses amères perdues, nous gardoyt ung amour sans fin. Maulgré ces saiges advis maternels, l’esprit maulvais ha persisté en ladicte sœur. Et tousiours regardoyt-elle le feuillaige des arbres, les herbes des prées par les fenestres de l’ecclise pendant les offices et temps des prières ; puis s’obstinoyt à paslir comme linge par malice, à ceste fin de demourer couchiée en son lict, puis aulcunes foys courattoyt par le cloistre comme chievre desliée du picquet. Finablement, ha maigry, perdu sa beaulté trez grant, et est tournée en ung rien. Ores, en cet estrif, nous l’abbesse, sa mère, redoubtant la veoir mourir, par nous feut mise en la salle aux malades. Par ung matin d’hyver, ladicte sœur ha fuy sans laisser aulcuns vestiges de ses pas, sans bris de portes, ni locquets desmanchiez, ni croisées ouvertes, ni quoy que ce soit où son passaige feut attesté : adventure espouvantable, laquelle feut existimée avoir eu lieu par le secours du démon qui la gehennoyt et tormentoyt. Au demourant, feut conclud par les authoritez de l’ecclise métropolitaine que ceste fille d’enfer avoyt eu mission de divertir les nonnes de leurs sainctes voyes, et, tout esblouie de leur belle vie, estoyt retournée par les aërs au sabbat des sorciers qui l’avoyent laissée, par mocquerie de nostre saincte religion, en la place de la vierge Marie.
Ayant dict, la dame abbesse ha esté en grant honneur, et suyvant l’ordonnance de N. S. archevesque, accompaignée iusques au moustier du Mont-Carmel.

En neufviesme lieu, devers nous est venu, Joseph, dit Leschalopier, changeur, demourant en amont du pont à l’enseigne du Besant d’Or, lequel, après avoir iuré sa foy catholicque de ne rien dire aultre chouse que le vray, sceu par lui touchant le procez devant le tribunal ecclésiasticque, ha tesmoingné comme suyt :
— Ie suis ung paouvre père, moult affligé par la sacre voulenté de Dieu. Paravant la venue du succube de la voye Chaulde, ie avoys pour tout bien ung fils beau comme ung homme noble, sçavant comme ung clerc, ayant faict des voyaiges plus de douze en pays estranges ; au demourant, bon catholicque ; se tenant à l’escart des aiguillons de l’amour, pour ce que il refrongnoyt au mariaige, se voyant le baston de mes vieulx iours, l’amour de mes yeulx et la resiouissance constante de mon cueur. Ce estoyt ung fils dont ung roy de France eust esté fier, ung bon et couraigeux homme, la lumière de mon négoce, la ioye de mon toict, et, en fin de tout, une richesse inestimable, veu que ie suis seul en ce monde, ayant eu le maulvais heur de perdre ma compaigne et d’estre trop vieil pour faire ung aultre moy-mesme. Ores, monseigneur, ce threzor sans pair me ha esté prins et mis en l’enfer par le démon. Oui, seigneur iuge, alors que par luy ha esté veue ceste guaisne à mille coulteaulx, cette diablesse en qui tout est atelier de perdition, ioincture de liesse, délectation, et que rien ne peut assouvir, mon paouvre enfant s’empestra dedans la glue de son amour, et depuis ne vesquit qu’entre les columnes de Vénus, et n’y vesquit pas un long temps, pour ce que en ce lieu gist si grant chaleur, que rien ne désaltère la soif de ce goulphre, quand mesmes vous y bouteriez les germes du monde entier. Las ! doncques, mon paouvre garson, son escarcelle, ses espérances génératifves, son heur éterne, tout luy, plus que luy, s’est engoulphré en ce pertuys comme ung grain de mil en la gueule d’ung taure. Par ainsy, devenu vieulx orphelin, moy qui parle, n’auray plus d’aultre ioye que de veoir cuire ce démon nourry de sang et d’or, ceste Arachné qui ha entortillé, sugcé plus d’hymenées, plus de familles en herbe, plus de cueurs, plus de chrestiens qu’il n’y ha de ladres en toutes les ladreries de la chrestienté. Bruslez, tormentez ceste goule, ce vampire qui paist des ames ; ceste nature tigre qui boit du sang ; ceste lampe amoureuse où bout le venin de toutes les vipères. Fermez cet abysme où ung homme ne peut trouver de fund… I’offre mes deniers au Chapitre pour le buscher, et mon bras pour y bouter le feu. Veiglez, seigneur iuge, à bien detenir ce diable, veu que elle ha feu plus flambant que tous aultres feux terrestres : elle ha tout le feu de l’enfer en son giron, la force de Samson en ses cheveulx et apparences de musicques célestes en la voix. Elle charme pour tuer le corps et l’ame en ung coup ; elle soubrit pour mordre ; elle baise pour dévorer ; brief, elle engiponneroyt ung sainct et luy feroyt renier Dieu ! Mon fils ! mon fils ! Où est, à ceste heure, la fleur de ma vie, fleur coupée par cet estuy féminin comme par ciseaulx ! Ha, seigneur, pourquoy m’avoir appelé ? Qui me rendra mon fils, dont l’ame ha esté absorbée par ung ventre qui donne la mort à tous et la vie à aulcun ? Le diable seul fraye et n’engendre point. Cecy est mon tesmoingnaige, que ie prie maistre Tournebousche d’escribre sans omettre ung iota, puis m’en bailler cédule pour que ie le dise à Dieu tous les soirs en mes prières en ceste fin de tousiours faire crier à ses aureilles le sang de l’innocence et obtenir de sa miséricorde infinie le pardon de mon fils.

Suyvent vingt et sept aultres dires dont la transcription, en leur vraye objectivité et en toutes leurs qualités d’espace, seroyt prou fastidieuse, tireroyt moult en longueur et divertiroyt le fil de ce curieux pourchaz ; histoire qui, selon les préceptes anticques, doit aller droict au faict comme ung taureau en son office principal. Et doncques, vécy, en peu de mots, la mouelle de ces tesmoingnaiges :

Par ung grant nombre de bons chrestiens, bourgeoys, bourgeoyses, habitans de la noble ville de Tours, feut dict : ce démon avoir faict tous les iours nopces et festins royaulx ; ne iamais avoir esté veue en aulcune ecclise ; avoir mauldict Dieu ; s’estre mocquée de ses prebstres, ne s’estre signée en aulcun lieu ; parler tous les languaiges de la terre, ce qui ne ha esté octroyé par Dieu qu’aux saincts Apostres ; avoir esté maintes fois rencontrée par les champs, montée sur ung animal incogneu, lequel alloyt devant les nuées ; ne point vieillir et avoir le visaige tousiours ieune ; avoir deslié sa ceincture pour le père et le fils en ung mesme iour, disant que sa porte ne péchoyt point ; avoir de visibles influences malignes qui fluoyent d’elle, pour ce que ung talmellier, assis en son banc à sa porte, l’ayant aperceue ung soir, receut telle halenée de chaulde amour, que, rentrant, s’estoyt mis au lict, avoyt, en grant raige, beliné sa mesnaigiere et feut trouvé mort lendemain, besongnant tousiours ; que les vieulx hommes de la ville alloyent despendre le demourant de leurs iours et de leurs escuz à son ouvrouer, pour gouster la ioye des péchez de leur ieunesse, et qu’ils mouroyent comme mousches, tous à contre-fil du ciel, et que aulcuns mourans noircissoyent comme des Mores ; que ce démon ne se laissoyt point veoir à disner, ni à desieuner, ni à souper, ains mangioyt seule, pour ce qu’elle vivoyt de cervelle humaine ; que plusieurs l’avoyent veue, durant la nuict, aller ez cimetieres, y gruger de ieunes morts, pour ce que elle ne pouvoyt assouvir aultrement le diable qui trépignoyt dedans ses entrailles et s’y demenoyt comme ung oraige ; et que de là venoyent les bauracineux, ascres, mordicans, nitreux, lancinans, précipitans et diabolicques mouvemens, estraintes, tourdions d’amour et de voluptez, d’où plusieurs hommes revenoyent bleuis, tordus, mordus, desbiffez, conquassez ; et que, depuis la venue de nostre Saulveur, qui avoyt emprisonné le maistre diable au corps des gorets, aulcune beste maligne n’avoyt esté veue en aulcun lieu de la terre si malfaisante, si veneneuse, gryphante, et tant que, si on gectoyt la ville de Tours en ce champ de Vénus, elle s’y transmuteroyt en graine de cités, et cettuy démon l’avalleroyt comme fraize.
Puis, mille aultres dires, proupos et dépositions d’où sourdoyt en toute claireté la génération infernale de ceste femme, fille, sœur, ayeule, espouse, garsette ou frère du diable, oultre les preuves abundantes de sa malfaisance et des calamitez espandues par elle en toutes les familles. Et, si licence estoyt donnée de les mettre icy conformément au roole conservé par le bonhomme auquel en est deue la descouverte, sembleroyent ung eschantillon des cris horrificques que poulsèrent les Ægyptiacques au iour de la septiesme playe. Aussy ce verbal ha-t-il faict grant honneur à messer Guillaume Tournebousche, par lequel en sont quotez tous les cayers.
En la dixiesme vacquation, feut ainsy clouze ceste enqueste arrivée en sa maturité de preuves, guarnie de tesmoingnaiges authenticques, suffisamment engrossée de particularitez, complainctes, interdicts, contredicts, charges, assignations, recolemens, confessions publicques et particulières, iuremens, adiournemens, comparitions, controverses, auxquels debvoyt respondre le démon. Aussy dirent partout les bourgeoys que, feust-elle réallement diablesse et munie des cornes intérieures mussées en sa nature, avecques lesquelles elle beuvoyt des hommes et les brisoyt, ceste femme debvoyt nagier longtemps en ceste mer d’escripteures, paravant d’atteindre, saine et saulve, l’enfer.
 

II - comment feut procédé en l’endroict de cettuy démon femelle

In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

L’an de nostre Seigneur mil deux cent septante et ung, par-devant nous, Hiérosme Cornille, grant pénitencier, iuge ecclésiasticque, à ce commis canonicquement, sont comparus :
Le sire Philippe d’Ydré, baillif de la ville, cité de Tours et province de Touraine, demourant en son hostel, rue de la Rostisserie, en Chasteauneuf ; maistre Iehan Ribou, prevost de la confrairie et maistrise des Drapiers, demourant sur le quay de Bretaingne, à l’imaige de Sainct-Pierre-ez-liens ; messire Antoyne Iahan, eschevin, chief de la confrairie des Changeurs, demourant sur la place du Pont, à l’imaige de Sainct-Marc-comptant-des-livres-tournoys ; maistre Martin-Beaupertuys, capitaine des archers de la ville, demourant au chasteau ; Iehan Rabelais, goildronneur de navires, faisant bateaulx, demourant au port de l’isle Sainct-Iacques, threzorier de la confrairie des Mariniers de la Loire ; Marc Hiérosme, dict Maschefer, chaussettier, à l’enseigne de Saincte-Sébastienne, président des Preudhommes, et Iacques dict de Villedomer, maistre cabaretier, vigneron demourant en la grant rue, à la Pomme de Pin ; auquel sire d’Ydré, baillif, et auxquels bourgeoys de Tours avons lu la Requeste suyvante, par eulx escripte, signée et délibérée pour estre mise soubz les yeulx du tribunal ecclésiasticque.

REQUESTE

Nous soubs signez, tous bourgeoys de Tours, sommes venus en l’hostel de nostre seigneur le sire d’Ydré, baillif de Touraine, en l’absence de nostre Maire, et l’avons requis d’entendre nos plainctes et quérimonies sur les faicts ensuyvans, dont nous nous portons forts devant le tribunal de l’archevesque, iuge des crimes ecclésiasticques, auquel doibt estre defferré le pourchaz de la cause que nous exposons.
Depuis ung long temps est venu en ceste ville ung maulvais démon soubz visaige de femme, laquelle demoure en la coulture Sainct-Estienne, dedans la maison de l’hostelier Tortebras, sise en la censive du Chapitre, et soubz la iurisdiction temporelle du domaine archiépiscopal. Laquelle femme estrangiere faict le mestier de fille de ioye en fasson proditoire, abusive, et en telle empirance de malfassons, que elle menasse de ruyner la foy catholicque en ceste ville, pour ce que ceulx qui vont à elle en reviennent l’ame perdue de tout poinct, refusent l’assistance de l’Ecclise avecques mille scandaleux discours.
Ores, considérant que ung grant numbre de ceux qui s’adonnent à elle sont morts, et que, advenue en nostre ville sans aultres biens que sa nature, elle ha, suyvant la clamour publique, des richesses infinies, threzors royaulx dont l’acquest est véhémentement soupçonné de sorcellerie ou sinon de vols commis à l’ayde des attraicts magicques de sa personne supernaturellement amoureuse ;
Considérant que il s’en va de l’honneur et sécurité de nos familles ; que iamais en ce pays ne s’est veue femme folle de son corps, ou fille d’amour, faisant avecques tel détriment sa besongne de galloise, et menassant si apertement et asprement la vie, les espargnes, les mœurs, chasteté, religion, et le tout des habitans de ceste ville ;
Considérant que besoing est d’une enqueste de sa personne, de ses biens et de ses déportemens, à ceste fin de vérifier si ces effects de l’amour sont légitimes et ne procèdent point, ainsy que le démonstrent ses gestes, d’ung maléfice de Satan, lequel vient souvent visiter la chrestienté soubz forme femelle, ainsy qu’il appert des livres saincts, où il est dict que nostre benoist Saulveur feut emporté iuz ung mont d’où Lucifer ou Astaroth luy monstra des fertiles domaines en Iudée, et que, en plusieurs endroicts, ont esté veus des succubes ou démons, ayant visaige de femme, lesquels, ne voulant point retourner en enfer et guardant en eulx ung feu insatiable, tentent de se rafreschir et substanter en aspirant des ames ;
Considérant que au cas de ladicte femme se rencontrent mille tesmoingnaiges de diablerie, dont aulcuns habitants parlent ouvertement, et que il est utile pour le repos de ladicte femme que la chouse soit vuydée, à ceste fin qu’il ne soit point couru sus par aulcunes gens ruynez par le train de ses maulvaisetez ;
A ces causes, nous supplions que il vous plaise soubmettre à notre seigneur spirituel, père de ce dioceze, le trez-noble et sainct archevesque Iehan de Monsoreau, les douloirs de ses ouailles affligées, à ceste fin qu’il y advise.
En ce faisant, vous remplirez les debvoirs de vostre charge, ainsy que nous celluy de servateurs de la sécurité de ceste ville, chascun suyvant les chouses dont il ha cure en son quartier.
Et avons signé le présent, l’an de nostre Seigneur mil deux cent septante et ung, le iour de tous les Saincts, après la messe.
Maistre Tournebousche ayant parachevé la lecture de ceste requeste, par nous, Hiérosme Cornille, ha esté dict aux requérans :
— Messires, auiourd’huy, persistez-vous dans ces dires, avez-vous preuves aultres que celles venues à nostre cognoissance, et vous engaigez-vous à soutenir la vérité de cecy devant Dieu, devant les hommes et devant l’accusée ?
Tous, fors maistre Iehan Rabelais, ont persévéré dans leur créance, et le dessus dict Rabelais ha soy retiré du pourchaz, disant tenir ladicte Morisque pour femme naturelle, pour une bonne gouge qui n’avoyt aultre deffault que de conserver une trez-haulte température d’amour.
Doncques, nous, iuge commis, après meure délibération, avons treuvé matière à suyvre sur la requeste desdits bourgeoys, et ordonnons qu’il sera procédé à l’encontre de la femme mise en la geole du Chapitre, par toutes voyes de droict, escriptes ez canons et ordonnances contra dæmonios.
Ladicte ordonnance commutée en assignation sera publiée par le crieur de la ville en tous les quarroys, et à son de trompe, à ceste fin d’estre cogneue de tous, et pour ce que ung chascun tesmoingne suyvant sa conscience, puisse estre confronté avecques ledict démon, et en fin de tout ladicte accusée estre pourveue d’ung deffenseur suyvant les usaiges, puis les interroguations et le procez estre congruement faicts.
Signé : Hiérosme Cornille.
Et plus bas :
Tournebousche.

In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

L’an de nostre Seigneur mil deux cent septante et ung, le dixiesme iour de febvrier, après la messe, par ordonnance de nous Hiérosme Cornille, iuge ecclésiasticque, ha esté tirée de la geole du Chapitre et amenée devers nous la femme prinse en la maison de l’hostelier Tortebras, située sur le domaine du Chapitre de la cathédrale Sainct-Maurice, et par ainsy subiecte de la iustice temporelle et seigneuriale de l’archevesché de Tours, oultre que, suyvant la nature des crimes à elle imputez, elle est soubmise au tribunal et relève de la iustice ecclésiasticque, ce que nous luy avons fait cognoistre à ceste fin que elle n’en ignore.
Puis, après lecture sérieuse, entière et bien comprinse par elle : en prime lieu, de la Requeste de la ville ; puis, des dires, plainctes, accusations et procédures qui se treuvent escriptes en vingt-deux cayers par maistre Tournebousche, et sont cy-dessus relatez, nous avons, soubz l’invocation et l’assistance de Dieu et de l’Ecclise, advisé à quérir la vérité, d’abord par interroguatoires faits à ladicte accusée.
En prime interroguation, avons requis ladicte de nous dire en quel pays ou ville avoyt prins naissance. Par elle qui parle ha esté dict : En Mauritanie.
Puis nous sommes enquis si elle avoyt ses père et mère ou aulcuns parens. Par elle qui parle ha esté respondu que elle ne les avoyt iamais cogneus.
Par nous ha esté requise de déclairer quel nom estoyt le sien. Par elle qui parle ha esté dict : Zulma, en langue arabe.
Par nous ha esté demandé pourquoy parloyt-elle nostre languaige. Par elle qui parle ha esté dict : Pour ce que elle est venue en ce pays.
Par nous ha esté demandé : En quel temps ? Par elle qui parle ha esté dict : Environ douze ans.
Par nous ha esté demandé en quel aage lors estoyt-elle. Par elle qui parle a esté dict : Quinze ans, ou peu s’en fault.
Par nous ha esté dict : Doncques vous recognoissez avoir vingt et sept années ? Par elle qui parle ha esté dict : Oui.
Par nous ha esté dict à elle que elle estoyt doncques la Morisque treuvée en la niche de madame la Vierge, puis baptizée par l’archevesque, tenue sur les fonts par le feu seigneur de la Roche-Corbon et la damoiselle d’Azay son espouse ; puis, mise par eulx en religion au moustier du Mont-Carmel, où par elle auroyent esté faicts vœux de chasteté, paouvreté, silence et amour de Dieu, soubz la divine assistance de saincte Claire. Par elle qui parle ha esté dict : Cela est vray.
Par nous luy ha esté demandé si lors elle tenoyt pour évidentes les déclarations de la trez noble et inclyte dame abbesse du Mont-Carmel, et aussy le dire de la Iacquette, dite Vieulz-Oing, souillarde ez cuisines. Par elle qui parle ha esté dict : Leurs paroles estre vrayes pour la plus grant part.
Lors, par nous luy ha esté dict : Doncques vous estes chrestienne ? Et par elle qui parle ha esté respondu : Oui, mon père.
En ce moment, par nous ha esté requise de faire le signe de la croix et de prendre eaue benoiste en ung benoistier mis par Guillaume Tournebousche iouxte sa main ; ce que ayant faict, et par nous ayant esté veu, ha esté admis comme ung faict constant que Zulma la Mauritaine, dicte en nostre pays Blanche Bruyn, moynesse du moustier soubz l’invocation du Mont-Carmel, y nommée sœur Claire et soupçonnée estre une faulse apparence de femme soubz laquelle seroyt ung démon, ha, en nostre présence, faict acte de religion et recogneu par ainsy la justice du tribunal ecclésiasticque.
Lors, par nous luy ont esté dictes ces paroles : Ma fille, vous estes véhémentement soupçonnée d’avoir eu recours au diable en la manière dont vous estes yssue du couvent, laquelle ha esté supernaturelle de tout poinct. Par elle qui parle ha esté dict : Avoir en ce temps naturellement gaigné les champs par l’huys de la rue, après vespres, soubz la robbe de dom Jehan de Marsilis, visiteur du moustier, lequel l’avoyt logiée, elle qui parle, en ung taudis à luy, sis en la ruelle de Cupidon, prouche une tour de la ville. Puis, là, ce dict prebstre avoyt, à elle qui parle, longuement et trez-bien apprins les doulceurs de l’amour, dont, elle qui parle, estoyt lors de tout poinct ignorante ; auxquelles doulceurs elle avoyt moult prins goust, les treuvant de bel usaige. Puis le sire d’Amboise, l’ayant aperceue, elle qui parle, à la croisée de ce retraict, avoyt esté féru pour elle d’ung grant amour. Lors, elle qui parle, l’ayant de bon cueur aymé plus que le moyne, s’estoyt enfuie du bouge où la détenoyt, au prouffict de son plaisir, dom Marsilis. Et lors elle estoyt allée, en grant erre, à Amboise, chastel du dict seigneur, où elle avoit eu mille passe-temps, la chasse, les dances et beaulx vestemens de royne. Ung iour, le sire de la Roche-Pozay ayant esté convié par le sire d’Amboise à venir gobelotter et se resiouir, le baron d’Amboise l’avoyt faict veoir, elle qui parle, à son insceu, alors que elle sortoyt nue du bain. Ores, à ceste veue, ledict sieur de la Roche-Pozay, estant tombé de hault mal d’amour pour elle qui parle, avoyt lendemain desconfict en combat singulier le sire d’Amboise ; et, par grant violence, maulgré ses pleurs, l’avoyt, elle, emmenée en Terre Saincte où elle qui parle avoyt mené la vie des femmes bien aymées et tenues en grant respect à cause de leurs beaultez. Puis, après force adventures, estoyt, elle qui parle, revenue en ce pays, maulgré ses appréhensions de maulvais heur, pour ce que tel estoyt le vouloir de son seigneur et maistre le baron de Bueil, lequel se mouroyt de poine ez pays asiaticques et deziroyt reveoir son manoir patrial. Ores, luy avoyt, à elle qui parle, promis de la saulver de tout estrif. Lors, elle qui parle, avoyt eu foy et créance en luy, d’autant que elle l’aymoyt trez-fort. Ains, à son arrivée en ce pays, le sieur de Bueil feut prins de maladie et trespassa desplourablement sans faire aulcuns remèdes, maulgré les ferventes requestes que luy avoyt adressées elle qui parle, ains sans succès, pour ce que il haïoyt les physicians, maistres myres et apothicaires ; et que cecy estoyt toute la vérité.
Lors par nous ha esté dict à l’accusée que elle tenoyt par ainsy pour vrays les dires du bon sire Harduin et de l’hostelier Tortebras. Par elle qui parle ha esté respondu que elle les recognoissoyt pour évidens pour la plus grand part, et aussy pour maulvais, calumnieux et imbécilles en aulcuns endroicts.
Lors par nous ha esté requise l’accusée de déclairer si elle avoyt eu amour et copulation charnelle avecques tous les hommes nobles, bourgeoys et aultres dont tesmoingnent les plainctes et déclarations des habitants. A quoy par elle qui parle ha esté respondu trez effrontément : Amour, oui ; mais copulation, ie ne sçays.
Par nous lors luy ha esté dict que tous estoyent morts par son faict. Par elle qui parle ha esté dict que leur mort ne sçauroyt estre son faict, pour ce que tousiours se refusoyt à eulx, et tant plus les fuyoyt, tant mieulx venoyent-ils, et la sailloyent, elle qui parle, avecques raiges infinies ; et alors que, elle qui parle, estoyt par eulx prinse, bien y alloyt-elle de tout son mouvement à la graace de Dieu, pour ce que elle sentoyt des ioyes à nulles aultres pareilles en ceste chouse. Puis ha dict, elle qui parle, advouer ses secrets sentimens unicquement pour ce que par nous elle estoyt requise de dire la vérité de tout, et que, elle qui parle, redoutoyt moult les gehennemens des torssionnaires.
Lors par nous luy ha esté demandé de nous respondre, à poine de torteures, en quel pensier estoyt-elle alors que ung homme noble mouroyt par suite de ses accointances avecques elle. Lors par elle qui parle ha esté respondu que elle demeuroyt toute mélancholieuse et vouloyt se deffaire ; prioyt Dieu, la Vierge et les Saincts de la recepvoir en paradis, pour ce que iamais, elle qui parle, n’avoyt faict rencontre que de beaulx et bons cueurs en lesquels n’estoyt nul vice, et que elle tomboyt, les voyant deffuncts, en grans tristifications, se cuydoyt une créature malfaisante ou susbiecte d’un maulvais sort que elle communicquoyt comme peste.
Lors par nous ha esté requise de dire où se faisoyent ses oraisons.
Par elle qui parle ha esté dict que elle prioyt en son oratoire, à genoilz devant Dieu, qui, selon l’Évangile, veoit, entend tout et réside en tous lieux.
Lors par nous ha esté demandé pourquoy elle ne fréquentoyt point les ecclises ni les offices et festes. A ce par elle qui parle ha esté respondu que ceulx qui venoyent pour l’aymer avoyent esleu les iours feriez pour s’esbattre, et que, elle qui parle, faisoyt tout à leurs voulentez.
Par nous luy ha esté remonstré chrestiennement que, par ainsy, elle estoyt en soubmission des hommes plus que des commandemens de Dieu.
Lors par elle qui parle ha esté dict que, pour ceulx qui la bien aymoyent, elle qui parle se seroyt gectée en buschers ardens, n’ayant oncques suyvy en son amour aultre cours que celluy de sa nature, et, pour le monde poisant d’or, n’eust presté ny son corps ny son amour à ung Roy que elle n’eust point aymé de cueur, de pieds, de teste, de cheveulx, de front et de tout poinct. Brief, et d’abundant, elle qui parle n’avoyt iamais faict acte de galloise en vendant ung seul brin d’amour à ung homme que elle n’eust point esleu pour sien, et que cil qui l’avoyt tenue en ses bras une heure, ou l’avoyt baisée ung petit en la bouche, la possédoyt pour le demourant de ses iours.
Lors par nous ha esté requise de dire d’où procédoyent les ioyaulx, plats d’or, argent, pierres prétieuses, meubles royaulx, tapis, et cætera, valant deux cent mille doublons, suyvant expertise treuvée en son logiz, et remis en guarde du threzorier du Chapitre. Par elle qui parle ha esté dict que en nous elle plaçoyt tout son espoir, autant que en Dieu mesme, mais que elle n’osoyt respondre à cecy, pour ce qu’il s’en alloyt des plus douces chouses de l’amour, dont elle avoyt tousiours vescu.
Puis, interpellée de rechief, ha dict elle qui parle que si, nous iuge, cognoissions en quelle ferveur elle tenoyt celluy que elle aymoyt, en quelle obedience le suyvoyt par toute voye bonne ou maulvaise, en quelle estude luy estoyt soubmise, avecques quel bonheur elle escoutoyt ses dezirs et aspiroyt les sacres paroles desquelles sa bouche la gratifioyt, en quelle adoration avoyt sa personne, nous-mesme, vieulx iuge, cuyderions, comme ses bien-aymez, nulle somme ne pouvoir payer ceste grant affection après laquelle courent tous les hommes. Puis ha dict, elle qui parle, n’avoir iamais de nul homme aymé par elle sollicité nul présent ni guerdon, et que elle demouroyt parfaictement contente de vivre en leur cueur ; que elle s’y rouloyt avecques des plaisirs intarissables et ineffables, se trouvant riche de ce cueur plus que de tout, et ne songioyt à rien aultre chouse qu’à leur rendre plus de ioye et de bonheur que elle n’en recevoyt d’eulx. Mais, obstant les deffenses itératives de elle qui parle, ses amoureux se bendoyent à tousiours la gracieusement mercier. Tantost l’ung venoyt, à elle qui parle, avecques ung fermail de perles, disant : « Vécy pour monstrer à ma mye que le satin de sa peau ne me paroissoyt pas à faulx plus blanc que perles ! » Et le mettoyt au cou de elle qui parle en le baisant bien fort. Elle qui parle se choleroyt de ces follies, ains ne pouvoyt reffuser de conserver ung ioyau qui leur faisoyt plaisir à veoir là où ils le mettoyent sur elle. Ung chascun avoyt phantaisie diverse. Tantost ung aultre aymoyt à deschirer les vestemens prétieux dont elle qui parle se couvroyt pour luy agréer : puis ung aultre à la vestir, elle qui parle, de saphirs aux bras, aux iambes, au col ou en ses cheveulx ; cettuy à l’estendre ez tapis, en de longs linceuls de soye ou veloux noir, et demouroyt des iours entiers en ecstase des perfections d’elle qui parle, à qui les chouses dezirées par ses amoureux donnoyent plaisirs infinis pour ce que ces chouses les faisoyent tout aises. Puis ha dict, elle qui parle, que, comme nous ne aymons rien tant que nostre plaisir, et voulons que tout esclatte en beaulté, harmonie, au dehors comme en dedans du cueur, alors tous soubhaitoyent veoir le pourpriz habité par elle qui parle aorné des plus belles chouses ; et en ce pensier tous ses amoureux se plaisoyent autant que elle à y respandre l’or, la soye et les fleurs. Ores, veu que ces belles chouses ne guastoyent rien, elle qui parle n’avoyt nulle force ni commandement pour empescher ung chevalier ou mesmes ung riche bourgeoys dont elle estoyt aymée de faire à sa voulenté ; et, par ainsy, se trouvoyt contraincte d’en recepvoir perfums prétieux et aultres satisfactions dont elle qui parle estoyt affollée, et que telle estoyt la source de ces plats d’or, tapis et ioyaulx prins chez elle par les gens de iustice.
Cy fine la prime interroguation faicte à ladicte sœur Claire, soupçonnée d’estre ung démon, pour ce que nous iuge et Guillaume Tournebousche avoyent trop grant fatigue d’entendre la voix de ladicte en leurs aureilles, et se treuvoyent l’entendement brouillé de tout poinct.
Par nous iuge a esté assigné le second interroguatoire à trois iours d’huy pour estre cherchées les preuves de l’obsession et présence du démon au corps de la dessus dicte ; laquelle, suivant le commandement du iuge, ha esté réintégrée en sa geole soubz la conduicte de maistre Guillaume Tournebousche.

In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

Le treiziesme iour ensuyvant dudict moys de febvrier, pardevers nous, Hiérosme Cornille, et cætera, ha esté traduicte la sœur Claire cy-dessus nommée, à ceste fin d’estre interroguée sur ez faicts et gestes à elle imputez et d’iceulx convaincue.
Par nous iuge ha esté dict à la comparue que, veu les diverses responses par elle données aux interroguats qui précèdent, il constoyt que oncques ne feut au pouvoir d’une simple femme, encores qu’elle feust authorisée, si telles licences estoyent baillées, à mener la vie de femme folle de son corps faisant plaisir à tous, de practicquer tant de morts et accomplir envousteries si parfaictes sans l’assistance d’ung espécial démon logié en son corps et auquel l’ame auroyt esté vendue par ung pacte espécial. Doncques, il estoyt apertement démonstré que soubz son apparence gist et se mouve ung démon autheur de ces maulx, et que elle estoyt présentement sommée de declairer en quel aage elle avoyt receu cettuy démon ; advouer les conditions atermoyées entre elle et luy, puis dire la vérité sur leurs communs maléfices. Par elle qui parle ha esté reparty que elle vouloyt respondre, à nous homme, comme à Dieu, qui doibt estre nostre iuge à tous. Lors, ha prétendu, elle qui parle, n’avoir iamais veu le démon, ne luy avoir point parlé, ne aulcunement soubhaité le veoir ; ne point avoir faict mestier de courtizane, pour ce que oncques elle qui parle n’avoyt practicqué les délices de toute sorte qu’invente l’amour aultrement que meue par le plaisir que le Créateur souverain avoyt mis en ceste chouse, et y avoir tousiours esté incitée, elle qui parle, plus par dezir d’estre doulce et bonne au chier seigneur aymé par elle que par ung vouloir incessamment trepignant. Mais que, si tel avoyt esté son vouloir, elle qui parle nous supplioyt de songier que elle estoyt une paouvre fille africquaine, en laquelle Dieu avoyt mis ung sang trez-chauld, et, en son pensouère, si facile entendement des delices amoureuses, que, alors que homme la resguardoyt, elle sentoyt ung grant esmoy en son cueur. Puis, si par dezir d’accointance ung amoureux seigneur la touchioyt, elle qui parle, en aulcun endroict du corps, en y coulant la main, elle estoyt, maulgré tout, soubz son pouvoir, pour ce que le cueur luy failloyt aussytost. Par ce touchier, l’appréhension et remembrance de toutes les belles ioyes de l’amour se resveigloyent en son centre et y mouvoyent une aspre ardeur, laquelle gaignoyt le hault, flamboyt ez veines et la faisoyt amour et ioye de la teste aux pieds. Et du iour où, premier, dom Marsilis, en elle qui parle, avoyt ouvert la compréhension de ces chouses, elle n’avoyt iamais eu aultre pensier, et recogneut alors que l’amour estoyt chouse si parfaictement concordante à sa nature espéciale, que depuis avoyt esté prouvé à elle qui parle que, par faulte d’homme et arrouzement naturel, elle seroyt morte desseichiée au dict convent. En tesmoingnaige de cecy, elle qui parle nous afferme en toute certaineté que, après sa fuyte dudict moustier, oncques n’eut ung iour ni feut ung seul brin de temps en mélancholie ne tristesse, ains tousiours feut, elle qui parle, ioyeulse, et par ainsy suyvit la sacre voulenté de Dieu à son esguard, de laquelle se cuydoyt avoir esté divertie en tout le temps perdu pour elle en ce moustier.
A cecy feut obiecté par nous Hiérosme Cornille audict démon que, en ceste response, estoyt par luy apertement blasphemé contre Dieu, pour ce que nous avions esté faicts tous à sa plus grant gloire, et mis en ce monde pour l’honorer et le servir ; avoir soubz les yeulx ses benoists commandemens et vivre sainctement à ceste fin de gaigner l’heur éterne, et non estre couchiez à faire tousiours ce que les bestes elles-mesmes ne font qu’en ung temps. Lors par ladicte sœur a esté respondu que elle qui parle avoyt moult honoré Dieu ; que, en tous les pays, avoyt eu cure des paouvres et souffreteux, leur donnant force deniers, vestemens, et plourant au veu et au sceu de leurs misères ; et que, au iour du iugement darrenier, elle qui parle souloyt espérer avoir autour d’elle bonne compaignie des sainctes œuvres plaisantes à Dieu, qui crieroyent mercy pour elle. Puis, que, n’estoyt son humilité, crainte d’estre reprouchée et paour de desplaire à messieurs du Chapitre, elle eust avecques ioye despendu ses biens à parachever la cathédrale de Sainct-Maurice, et y establir des fundations pour le salut de son ame, n’y espargnant point sa ioye ni sa personne ; et que en ce pensier, elle auroyt prins double plaisir en ses nuictées, pour ce que chascun de ses amours auroyt bouté une pierre à l’édification de ceste basilicque. Aussy, d’abundant, pour ceste fin et pour l’heur éterne d’elle qui parle, tous ceulx qui l’aymoyent auroyent-ils donné leurs biens à grant cueur.
Lors, par nous ha esté dict à ce démon que elle ne sçauroyt se iustifier d’estre brehaigne, pour ce que, maulgré tant de copulations, nul enfant n’estoyt né d’elle ; ce qui prouvoyt la présence d’ung démon en son corps. D’abundant, Astaroth seul ou ung apostre pouvoyt parler en tout languaige, et que elle parloyt à la mode de tout pays, ce qui tesmoignoyt la présence du diable en elle. À ce par elle qui parle ha esté dict, pour ce qui est des diversitez de languaige, que de grec elle ne sçavoyt rien aultre chouse si ce n’est : Kyrie eleison ! dont elle faisoyt grant usaige ; de latin, rien si ce n’est : Amen, et le disoyt à Dieu, soubhaitant en obtenir la liberté. Puis que, pour le demourant, elle qui parle avoyt eu grant douleur d’estre orbe d’enfans ; et, si les mesnaigieres en faisoyent, elle cuydoyt que ce estoyt pour ce que elles ne prenoyent que petitement plaisir en la chouse, et elle qui parle, ung peu trop. Mais que tel estoyt sans doubte le vouloir de Dieu, qui songioyt que par trop grant bonheur le monde seroyt en dangier de périr.
Entendant ce et mille aultres raisons qui suffisamment establissent la présence d’ung diable au corps de la sœur, pour ce que le propre de Lucifer est de tousiours treuver arraisonnemens héréticques ayant vraysemblance, avons ordonné que ladicte accusée seroyt appliquée, en nostre présence, à la torteure et moult gehennée, à ceste fin de reduire ledict démon par souffrance et le soubmettre à l’authorité de l’Ecclise. Doncques, avons mandé pour nous faire assistance François de Hangest, maistre myre et médecin du Chapitre, en l’enchargeant, par une cédule si dessoubz transcripte, de recognoistre les qualitez de la nature féminine (virtutes vulvæ) de la dessus dicte femme, pour esclairer nostre religion sur les modes mis en usaige par cettuy démon pour happer les ames en ceste voye, et descouvrir si aulcun artifice y apparoist.
Lors ha moult plouré, geint par advance ladicte Morisque, et, nonobstant ses fers, se est agenouillée, implourant avecques crys et clameurs revocation de ceste ordonnance, obiectant ses membres estre en tel estat de foyblesse et ses os si tendres, que elle se romproyt comme verre. Puis, en fin de tout, elle ha faict offre de se rachepter de ce par le don de ses biens au Chapitre et de vuyder incontinent le pays.
Sur ce, par nous fut requise de déclairer voulentairement soy estre et avoir tousiours ung démon de la nature des succubes, qui sont diables femelles, ayant charge de corrompre les chrestiens par les blandices et flagitioses délices de l’amour. A cecy par elle qui parle ha esté dict que ceste affirmation seroyt ung mensonge abominable, veu que elle se estoyt tousiours sentie trez bien femme naturelle.
Lors, ses fers luy ayant esté tollus par le questionnaire, la dicte ha deffaict sa cotte et nous ha meschamment et à dessein obscurcy, brouillé, adhiré l’entendement par la vue de son corps, lequel exerce de faict sur l’homme des coërtions supernaturelles.
Maistre Guillaume Tournebousche ha, par force de nature, quitté la plume en cet endroict et ha soy retiré, obiectant ne pouvoir, sans tentations incredibles qui luy labouroyent la cervelle, estre temoing de ceste torteure, pour que il sentoyt le diable gaigner violemment sa personne.
Cy fina le secund interroguatoire, et, veu que par l’appariteur et ianiteur du Chapitre ha esté dict maistre Françoys de Hangest estre en campaigne, la gehenne et interroguations sont assignées à lendemain, heure de midy, après la messe dicte.
Cecy ha esté escript au verbal par moy Hiérosme, en l’absence de maistre Guillaume Tournebousche en foy de quoy avons signé
Hiérosme Cornille,
Grant pénitencier.

REQUESTE

Ce iourd’hui, quatorziesme iour du mois de febvrier, en présence de moy Hiérosme Cornille sont comparus les dicts maistres Iehan Ribou, Antoyne Iahan, Martin Beaupertuys, Hiérosme Maschefer, Iacques de ville d’Omer, et sire d’Hydré, au lieu et place du Maire de la cité de Tours, lors absent. Tous plaignans désignez en l’acte du pourchaz faict en l’hostel de la ville, auxquels avons, sur la requeste de la Blanche Bruyn, se recognoissant présentement moynesse au moustier du Mont-Carmel, soubz le nom de sœur Claire, déclairé l’appel faict au iugement de Dieu par la dicte accusée de possession démoniacque et son offre de passer par l’épreuve de l’eaue et du feu, en présence du Chapitre et de la ville de Tours, à ceste fin de prouver ses réalitez de femme et son innocence.
A ceste requeste ont adhéré pour leur part les dicts accusateurs ; lesquels, attendu que la ville se porte fort, se sont engaigiez à préparer la place et ung buscher convenable et approuvé des parrains de l’accusée.
Puis, par nous iuge ha esté assigné pour terme de l’épreuve le prime iour de l’an neuf, qui sera Pasques prochain, et avons indicqué l’heure de midy, après la messe dicte, ung chascun des parties ayant recogneu ce délay estre moult suffisant.
Doncques, sera le présent arrest crié à la diligence de ung chascun, en toutes les villes, bourgs et chasteaulx de Touraine et du pays de France à leurs soubhaits, à leurs cousts et diligence.
Hiérosme Cornille.

 

III - ce que feit le succube pour sugcer l'ame du vieil iuge, et ce que advint de ceste délectation diabolicque

Cecy est l’acte de confession extresme faicte le premier iour du mois de mars de l’an mil deux cent septante et ung après la venue de N. B. Saulveur, par Hiérosme Cornille, prebstre chanoine du Chapitre de la cathédrale de Sainct-Maurice, grant pénitencier, de tout se recognoissant indigne. Lequel, se treuvant en sa darrenière heure, et contrit de ses péchez, malfassons, forfaictures, meffaits et maulvaisetez, ha soubhaité ses adveux estre mis en lumière pour servir à la préconisation de la vérité, gloire de Dieu, iustice du tribunal ; et luy estre une allégeance à ses punitions en l’aultre monde. Ledict Hiérosme Cornille estant en son lict de mort, ont esté convocquez pour ouyr ses declarations Iehan de la Haye (de Haga), Vicaire de l’ecclise Sainct-Maurice ; Pierre Guyard, Threzorier du Chapitre, commis par nostre seigneur Iehan de Monsoreau, Archevesque, pour escribre ses paroles ; puis Dom Louis Pot, religieux du maius monasterium (Mar­mous­tier) esleu par luy pour père spirituel et confesseur ; tous trois assistez du grant et inclyte docteur Guillaume de Censoris, Archidiacre romain, de présent en nostre dioceze envoyé (legatus) par N. S. P. le Pape. Finablement en présence d’ung grant nombre de chrestiens venus pour estre tesmoings du trespassement dudict Hiérosme Cornille, sur son soubhait cogneu de faire acte de publicque repentance veu qu’il s’en va du quaresme et, que sa parole pourra ouvrir les yeulx aux chrestiens en train de soy logier en enfer.
Et devant luy, Hiérosme, qui pour cause de grant foyblesse, ne pouvoyt parler, ha leu Dom Louis Pot la confession ensuyvante au grant esmoy de la dicte assistance :
« Mes frères, iusques en l’an septante-neuf de mon aage, lequel est celluy où ie suis, sauf les menus péchez dont, tant sainct soit-il, ung chrestien se rend coupable envers Dieu, mais qu’il nous est loysible de rachepter par pénitence, ie cuyde avoir mené une vie chrestienne et merité le los et renom qui m’estoyt escheu en ce dioceze, où ie fus eslevé à la trez-haulte charge de grant penitencier, dont suis indigne. Ores, saisy par l’apprehension de la gloire infinie de Dieu, espouvanté des supplices qui attendent les meschans et prévaricateurs en enfer ; i’ay songié d’amoindrir l’énormité de mes forfaicts par la plus grant pénitence que ie puisse faire en l’extresme heure où i’arrive. Lors ay impétré de l’Ecclise, dont i’ay mécogneu, trahi, vendu les droicts et le renom de iustice, l’heur de m’accuser publicquement en la manière des anciens chrestiens. Ie soubhaiteroys, pour tesmoingner plus grant repentance, avoir encores en moy assez de vie pour estre, au portail de la cathédrale, iniurié par tous mes frères, y demourer ung iour entier à genoilz, tenant ung cierge, ayant la chorde au col, les pieds nuds, veu que i’ay moult suyvy les erremens de l’enfer à l’encontre des sacres interests de Dieu. Mais, en ce grant naufraige de ma fragile vertu, ce qui vous soit un enseignement de fuir le vice, les piéges du démon, et vous refugier en l’Ecclise où sont tous secours, i’ay esté si tellement envousté par Lucifer, que N. S. Iésus-Christ prendra, par l’intercession de vous tous dont ie réclame l’ayde et les prières, pitié de moi, paouvre chrestien abuzé, dont les yeulx fondent en eaue. Aussy vouldroys-ie avoir une aultre vie à despendre en travaulx de pénitence. Ores doncques, oyez et tremblez en grant paour ! Esleu par le Chapitre assemblé à ceste fin de faire, instruire et grabeler le procez encommencé à l’endroict du démon qui se est produict soubz la forme féminine en la personne d’une religieuse relapse, abominable et reniant Dieu, ayant nom Zulma au pays infidelle d’où elle est venue ; lequel diable est cogneu dans le dioceze soubz celluy de Claire du Moustier du Mont-Carmel, et ha moult affligé la ville en soy mettant soubz ung numbre infini d’hommes, pour en conquester les ames à Mammon, Astaroth et Satan, princes de l’enfer, en leur faisant vuyder ce monde en estat de péché mortel, en leur donnant le trespas là où se prend la vie, ie suis, moy iuge, tombé sur le tard de mes iours, en ce piége, et i’ay perdu le sens en m’acquittant proditoirement des fonctions commises en grant fiance par le Chapitre à ma vieillesse froide. Oyez comme est subtil le démon, et maintenez-vous contre ses artifices. En entendant la prime response faicte par le susdict succube, ie veis avecques effroy que les fers mis en ses pieds et mains n’y laissoyent aulcunes traces ; et, par ainsy, feus esblouy de sa force absconse et de sa foyblesse apparente. Doncques, mon esperit se troubla soubdain au veu des perfections de nature desquelles s’estoyt vestu le diable. I’escoutoys la musicque de sa voix, laquelle me reschauffoyt de la teste aux pieds et me faisoyt soubhaiter estre ieune pour m’adonner à ce démon, treuvant que, pour une heure passée en sa compaignie, mon heur éterne n’estoyt qu’une foyble solde des plaizirs de l’amour goustez en ces bras mignons. Lors, déposay la fermeté dont doivent demourer guarnis les iuges. Cettuy démon, par moy questionné, m’arraisonna de telles paroles, qu’en son secund interroguatoire ie feus en ferme persuasion que ie feroys ung crime en mulctant et tormentant une paouvre petite créature, laquelle plouroyt comme ung enfant innocent. Lors, adverty par une voix d’en hault de faire mon debvoir et que ces paroles dorées, ceste musicque d’apparence céleste, estoyent momeries diabolicques ; que cettuy corps si gent, si desgourd, se transmuteroyt en beste horriblement poilue, à griphes aguz ; et ses yeux si doulx, en tisons d’enfer ; sa croupe, en queue squammeuse ; et sa iolie bouche roze, à lèvres gracieuses, en gueule de crocodile, ie revins en intention de faire torturer ledict succube iusques à ce qu’il advouast sa mission, ainsi que desià ceste practicque avoyt esté suyvie en la chrestienté. Doncques, alors que cettuy démon se montra nud à moy, pour estre mis à la gehenne, ie feus soubdainement soubmis à sa puissance par coniurations magicques. Ie sentis mes vieulx os craquer ; ma cervelle receut lumière chaulde ; mon cueur transborda du sang ieune et bouillant ; ie feus allaigre en moy-mesme ; et, par la vertu du philtre gecté en mes yeulx, se fondirent toutes les neiges de mon front. Ie perdis cognoissance de ma vie chrestienne, et me creus ung escholier virvouchant en la campaigne, eschappé de la classe et robbant des pommes. Ie n’eus aulcune force de faire ung seul signe de croix, et ne me soubvins ne de l’Ecclise, ne de Dieu le Père, ne du doulx Saulveur des hommes. En proye à ceste visée, i’alloys par les rues, me ramentevant les délices de ceste voix, l’abominable ioly corps de cettuy démon, me disant mille chouses maulvaises. Puis, féru et tiré par ung coup de la fourche du diable qui se plantoyt desià en ma teste comme serpe en ung chesne, ie feus conduict par ce fer agu vers la geole maulgré mon ange guardien, lequel de temps à aultre me tiroyt par le bras et me deffendoyt contre ces tentations ; mais, obstant ses saincts advis et son assistance, i’estoys tiraillé par des millions de griphes enfoncez en mon cueur, et m’en trouvay tost en ceste geole. Alors que l’huys m’en feut ouvert, ie ne vis plus aulcune apparence de prison, pour ce que le succube y avoyt par le secours des maulvais génies ou phées construict ung pavillon de pourpre et de soyeries, plein de perfums et de fleurs, où elle s’esbaudissoyt vestue superbement, sans avoir ni ferremens au col, ni chaisne aux pieds. Ie me laissay despouiller de mes vestemens ecclésiasticques, et feus mis en ung bain de senteur. Puis le démon me couvrit d’une robe sarrazine, me servit ung festin de metz rares, contenus ez vases prétieux, coupes d’or, vins d’Asie, chants et musicques merveilleuses, et mille louanges qui me chatouillèrent l’ame par les aureilles. A mes costez se tenoyt tousiours ledict succube, et sa doulce accointance détestable me distilloyt nouvelles ardeurs ez membres. Mon ange guardien me quitta. Lors ie vivoys par la lueur espouvantable des yeulx de la Morisque, aspiroys à la chaulde estraincte de ce mignon corps, vouloys tousiours sentir ses lèvres rouges que ie cuydoys naturelles, et n’avoys nulle paour de la morsure de ses dents qui attirent au plus profund de l’enfer. Ie me plaisoys à esprouver la doulceur sans pareilles de ses mains, sans songier que ce estoyent des griphes immundes. Bref, ie fretilloys comme ung espoux voulant aller à sa fiancée, sans songier que ceste espousée estoyt la mort éternelle. Ie n’avoys nul soucy des chouses de ce monde, ni des interests de Dieu, ne resvant que d’amour, des bons tettins de ceste femme qui me faisoyent arser, et de sa porte d’enfer en laquelle ie cuysoys de me gecter. Las ! mes frères, durant trois iours et trois nuicts, ie fus ainsy contrainct de besongner, sans pouvoir tarir la source qui fluoyt de mes reins, en lesquels plongioyent comme deux picques les mains de ce succube, lesquelles communicquoyent à ma paouvre vieillesse, à mes os desseichiez, ie ne sais quelle sueur d’amour. En prime abord, cettuy démon, pour m’attirer à elle, feit couler en moy comme une doulceur de laict ; puis vindrent des félicitez poignantes qui me picquèrent, comme ung cent d’esguilles, les os, la mouelle, la cervelle, les nerfs. Lors, à ce ieu s’enflammèrent les chouses absconses de ma teste, mon sang, mes nerfs, ma chair, mes os ; puis ie bruslay du vray feu de l’enfer, qui me causa des tenaillons en mes ioinctures et une incrédible, intolérable, escueurante volupté qui laschioyt les liens de ma vie. Les cheveulx de cettuy démon, de quoi estoyt enveloppé mon paouvre corps, me versoyent une rouzée de flamme, et ie sentoys chaque tresse comme ung baston de gril rouge. En ceste délectation mortelle, ie voyoys le visaige ardent dudict succube, qui rioyt, me disoyt mille paroles aguassantes : comme quoy i’estoys son chevalier, son seigneur, sa lance, son iour, sa ioye, son fouldre, sa vie, son bon, son meilleur chevaulcheur ; et, comme quoy elle avoyt dessein de s’unir à moy encore mieulx, soubhaitant estre en ma peau, ou m’avoir en la sienne. Ce que entendant, soubz l’aiguillon de ceste langue qui me sugçoyt l’ame ie m’enfonçoys et précipitoys plus avant dans l’enfer sans y rencontrer de fund. Puis, alors que ie n’eus plus une goutte de sang en les veines, que l’ame ne me battoyt plus au corps, que ie feus ruiné de tout poinct, le démon me dit, tousiours frais, blanc, rubescant, reluysant et riant :
— Paouvre fol, de me cuyder ung démon ! Hein ! si ie te requeroys de me vendre ton ame pour ung baiser, ne la donneroys-tu point de grant cueur ?
— Oui, feis-je.
— Et si, pour tousiours besongner ainsy, besoing estoyt de te nourrir du sang de nouveaux-nez à ceste fin d’avoir tousiours vie nouvelle à despendre en mon lict, n’en sugceroys-tu pas voulentiers ?
— Oui, feis-je.
— Si, pour estre tousiours en cavalier chevaulchant, guay comme ung homme en son prime temps, sentant la vie, beuvant le plaisir, se plongiant au fund de la ioye, comme ung nageur en Loire, ne renieroys-tu point Dieu, ne cracheroys-tu point au visaige de Iésus ?
— Oui, feis-je.
— Si vingt ans de vie monasticque debvoyent t’estre encores accordez, ne les croqueroys-tu point pour deux ans de ceste amour qui te brusle et pour estre en ce ioly mouvement ?
— Oui, feis-je.
Lors, ie sentis cent griphes aguz, lesquels deschirèrent mon diaphragme comme si mille becs d’oyseaulx de proye y prenoyent leurs becquées en criant. Puis feus enlevé subitement au-dessus de la terre sur ce dict succube, lequel avoyt desployé ses aësles et me disoyt.
— Chevaulche, chevaulche, mon chevaulcheur ! Tiens-toy ferme en la croupe de ta iument, en ses crins, en son col, et chevaulche, chevaulche, mon chevaulcheur ! Tout chevaulche !
Par ainsy, ie veis comme ung brouillard les villes de la terre, où, par espécial don, i’aperceus ung chascun couplé avecques ung démon femelle, et sacquebutant, engendrant en grant concupiscence, tous criant mille paroles d’amour, exclamations de toute sorte, et tous unis, chevillez, triballant. Lors, ma cavale à teste de Morisque me monstra, volant tousiours et galopant à travers les nuées, la terre couplée avecques le soleil, en une coniunction d’où sourdoyt ung germe d’estoilles ; et là chaque monde femelle faisant la ioye avecques ung monde masle. Ains au lieu de paroles comme en disent les créatures, les mondes suoyent d’ahan nos oraiges, lançoyent des esclairs et crioyent des tonnerres. Puis, montant tousiours, ie veis au-dessus des mondes la nature femelle de toutes chouses en amour avecques le prince du mouvement. Ores, par mocquerie, le succube me mit au cueur de ceste saillie horrificque et perpétuelle où ie feus perdu comme ung grain de sable en la mer. Là tousiours me disoyt ma blanche cavale : « Chevaulche, chevaulche, mon bon chevaulcheur, chevaulche ! Tout chevaulche ! » Ores, advisant le peu que estoyt ung prebstre en cettuy torrent de semences de mondes, où tousiours s’accointoyent, se chevaulchoyent avecques raige les métaulx, les pierres, les eaues, les aërs, les tonnerres, les poissons, les plantes, les animaulx, les hommes, les esperits, les mondes, les planettes, ie reniay la foy catholicque. Alors le succube, me monstrant ceste grant tache d’estoilles qui se veoit ez cieulx, me dit : « Ceste voye estre une goutte de semence céleste eschappée d’un grand flux des mondes en coniunction. » Là-dessus, ie chevaulchai derechief le succube en raige, à la lueur de mille millions d’estoilles ; et i’auroys voulu, chevaulchant, sentir la nature de ces mille millions de créatures. Lors, par ce grant effort d’amour, ie tombai perclus de tout poinct, en entendant ung grant rire infernal. Puis ie me veis en mon lict entouré de mes serviteurs, lesquels avoyent eu le couraige de lucter avecques le démon en gectant dedans le lict où i’estoys couchié ung plein seau d’eaue benoiste, et disant de ferventes prières à Dieu. Lors, i’eus à soustenir, maulgré ceste assistance, ung combat horrible avecques ledict succube, duquel les griphes me tenoyent le cueur, en me faisant endurer des maulx infinis. Encores que, ranimé par la voix de mes serviteurs, parens et amys, ie me bendasse à faire le signe sacré de la croix, le succube, posé en mon lict, au chevet, au pied, partout, s’occupoyt à me destendre les nerfs, rioyt, grimaçoyt, me mettoyt mille imaiges obscènes soubz les yeulx, et me donnoyt mille dezirs maulvais. Ce néantmoins, ayant eu pitié de moy, monseigneur l’archevesque feit venir les relicques de saint Gatien, et lorsque la chasse eut touchié mon chevet, ledict succube feut contrainct de fuir, laissant une odeur de soulphre et d’enfer, dont mes serviteurs, amys et aultres, s’esgozillèrent durant ung iour. Lors, la lumière céleste de Dieu ayant esclairé mon ame, ie cogneus que i’estoys, par suite de mes péchez et de mon combat avecques le malin esperit, en grant dangier de mourir. Doncques, i’imploray la graace espéciale de vivre encores ung bout de temps pour rendre gloire à Dieu et à son Ecclise, en obiectant les mérites infinis de Iésus sur la croix, mort pour le salut des chrestiens. Par ceste prière, i’obtins la faveur de recouvrer la force de m’accuser de mes péchez, d’impétrer de tous les membres de l’Ecclise de Sainct-Maurice leur ayde et assistance pour me tirer du purgatoire, où ie vais rachepter mes faultes par des maulx infinis. En fin de tout, ie déclaire que mon arrest, qui en appelle pour ledict démon au iugement de Dieu et à l’espreuve de l’eaue benoiste et du feu, est ung subterfuge deu au meschant vouloir suggéré par ledict démon, lequel auroyt par ainsy les facultez d’eschapper à la iustice du tribunal de l’archevesque et du Chapitre, veu qu’il m’advoua secrettement avoir licence de faire paroistre en sa place ung démon accoustumé à ceste espreuve. En fin de tout, ie donne et lègue au Chapitre de l’ecclise Sainct-Maurice mes biens de toute sorte, pour fonder une chapelle en ladicte ecclise, la bastir et l’aorner, et la mettre soubz l’invocation de sainct Hiérosme et sainct Gatien, dont l’ung est mon patron et l’aultre le saulveur de mon ame.
Cecy ouy de tous les assistans ha esté mis soubz les yeulx du tribunal ecclésiasticque par Iehan de la Haye (Iohannes de Haga).
Nous, Iehan de la Haye (Iohannes de Haga), esleu grand pénitencier de Sainct-Maurice par l’assemblée générale du Chapitre selon l’usaige et coustume de ceste ecclise, et commis à l’effet de poursuyvre à nouveau le procez du démon succube, de présent en la geole du Chapitre, avons ordonné une nouvelle enqueste à laquelle seront entendus tous ceulx de ce dioceze ayant eu cognoissance des faicts à ce relatifs. Déclarons nulles les aultres procédures, interroguatoires, arrests, et les annihilons au nom des membres de l’ecclise assemblez en Chapitre général et souverain, et disons qu’il n’y ha lieu à l’appel à Dieu proditoirement faict par le démon, attendu l’insigne trahison du diable en ceste occurrence. Et sera ledict iugement crié à son de trompe en tous les endroicts du dioceze ez quels ont esté publiez les faulx édicts du mois précédent, tous notoirement deus aux instigations du démon, suyvant les adveux de feu Hiérosme Cornille.
Que tous les chrestiens soyent en ayde à nostre saincte Ecclise et à ses commandemens.
Iehan de la Haye.

IV - comment virvoucha si druement la morisque de la rue chaulde, que a grant poine feut-elle arse et cuicte vifve a l’encontre de l’enfer.

Cecy feut escript au mois de may de l’an 1360, en manière de testament.

Mon trez chier et bien aymé fils, alors que il te sera loysible lire cecy, ie seray, moy ton père, couchié dans la tombe, implourant tes prières et te suppliant de te conduire en la vie ainsy qu’il te sera commandé par ce rescript légué pour le saige gouvernement de ta famille, ton heur et seureté ; car i’ay faict cecy en ung temps où i’avoys mon sens et entendement encores frappez d’hier par la souveraine iniustice des hommes. En mon aage viril, i’eus la grant ambition de m’élever dans l’Ecclise et y atteindre aux plus haultes dignitez, pour ce que nulle vie ne me sembloyt plus belle. Ores, en ce grave pensier, i’apprins à lire et à escribre ; puis, à grant poine, devins en estat de me mettre en clergie. Mais, pour ce que ie n’avoys nulle protection, ni saiges advis pour faire ma traisnée, i’eus l’engin de me prouposer à ceste fin d’estre escripvain, tabellion, rubricquateur du Chapitre Sainct-Martin, où estoyent les plus haults et riches personnaiges de la chrestienté, veu que le roy de France y est simple chanoine. Doncques debvoys-ie rencontrer là, mieux que partout ailleurs, des services à rendre à aulcuns seigneurs, et, par ainsy, treuver des maistres, en estre patronné, puis par leur moyen entrer en religion et arriver à estre mitré comme ung aultre et collocqué en ung siège archiépiscopal, ie ne sçays où. Mais ceste prime visée estoyt oultre cuydante et ung petit trop ambitieuse, ce que Dieu me feit bien veoir par l’événement. De faict, messire Iehan de Villedomer, qui du depuys devint cardinal, feut mis en ceste place, et moy reiecté, desconfict. Lors, en ceste male heure, ie receus une allégeance à mes soulcys par l’advis du bon vieulx Hiérosme Cornille, penitencier de la cathédrale, dont ie vous ay souvent parlé. Ce chier homme me contraignit par sa doulceur à venir tenir la plume pour le Chapitre de Sainct-Maurice et archevesché de Tours : ce que ie feis avecques honneur, veu que ie estoys réputé grant escripvain. En l’année où i’alloys entrer en prebstrise s’esmeut le fameux procez du diable de la rue Chaulde, duquel parlent encores les anciens, et dont ils disent aux ieunes à la vesprée l’histoire, qui, dans le temps, ha esté racontée en tous les foyers de France. Ores, cuydant que ce seroyt à l’advantaige de mon ambition et que, pour ceste assistance, le Chapitre me poulseroyt en quelques dignitez, mon bon maistre me feit commettre à l’effet d’escribre tout ce qui debvoyt estre, en ceste griefve affaire, subiect à escriptures. De prime abord, monseigneur Hiérosme Cornille, homme approuchant octante années, et de grant sens, iustice et bon entendement, soupçonna quelques meschancetez en ceste cause. Encores que il n’aymast point les filles folles de leurs corps et n’eust iamais ronciné de femme en sa vie, laquelle estoyt saincte et vénérable, saincteté qui l’avoyt faict eslire pour iuge, ce néantmoins, aussytost que les dépositions feurent achevées et la paouvre garse entendue, il demoura clair que, bien que ceste ioyeulse galloise eust rompu le ban de son moustier, elle estoyt innocente de toute diablerie, et que ses grans biens estoyent convoitez par ses ennemys et aultres gens que ie ne veulx point te nommer par prudence. En ce temps, ung chascun la cuydoyt munie d’argent et d’or si abundamment que aulcuns disoyent qu’elle pouvoyt achepter la comté de Touraine, si bon luy plaisoyt. Doncques, mille mensonges et calumnieuses paroles dictes sur ceste fille, à laquelle les honnestes femmes portoyent envie, couroyent par le monde et devinrent créances d’Évangile. En ceste coniuncture monseigneur Hiérosme Cornille, ayant recogneu que nul démon aultre que celluy de l’amour ne estoyt en ceste fille, luy feit consentir à demourer en ung convent pour le restant de ses iours. Puis, acertené par aulcuns braves chevaliers, forts en guerre et riches en domaines, que ils feroyent tout pour la saulver, il l’invita secrettement à requérir de ses accusateurs le iugement de Dieu, non sans donner ses biens au Chapitre, à ceste fin de faire taire les maulvaises langues. Par ainsy, debvoyt estre préservée du buscher la plus mignonne fleur que oncques le ciel ayt laissé cheoir en nostre terre ; laquelle fleur de femme ne failloyt que par une excessifve tendreur et compatissance au mal d’amour iecté par ses yeulx au cueur de tous ses poursuyvans. Mais le vray diable, soubz forme de moyne, se mesla de ceste affaire ; vécy comme : ung grant ennemy de la vertu, preudhomie et saincteté de monseigneur Hiérosme Cornille, lequel avoyt nom Iehan de la Haye, ayant sceu que en sa geole la paouvre fille estoyt traictée comme une royne, accusa meschantement le grant penitencier de connivence avecques elle et d’estre son serviteur, pour ce que, disoyt ce maulvais prebstre, elle le faisoyt ieune, amoureux et heureux ; ce dont mourut de chagrin en ung iour le paouvre vieillard, cognoissant à cecy que Iehan de la Haye avoyt iuré sa perte et vouloyt ses dignitez. De faict nostre seigneur archevesque visita la geole et treuva la Moresque en ung lieu plaisant, couchiée trez bien, sans fers, pour ce que, ayant mis ung diamant en ung lieu où nul n’eust cuydé qu’il y pust tenir, elle avoyt achepté la clémence du geolier. En ce temps, aulcuns disent que cettuy geolier estoyt féru d’elle, et que par amour, ou mieulx, en grant paour des ieunes barons amans de ceste femme, il en machinoyt la fuyte. Le bonhomme Cornille estant en train de mourir, et, par le tracas de Iehan de la Haye, le Chapitre iugeant nécessaire de mettre au néant les procédures faictes par le penitencier, et aussy ses arrests, ledict Iehan de la Haye, lors simple vicaire de la cathédrale, démonstra que pour ce il suffisoyt d’ung adveu public du bonhomme en son lict de mort. Lors feut gehenné, tormenté le moribond par les messieurs du Chapitre, ceulx de Sainct-Martin, ceulx de Marmoustiers, par l’archevesque et aussy par le légat du pape, à ceste fin que il se retractast à l’advantaige de l’Ecclise, à quoy ne vouloyt point consentir le bonhomme. Mais, après mille maulx, feut apprestée sa confession publicque, à laquelle assistèrent les plus considérables gens de la ville ; laquelle respandit une horreur et consternation qui feut telle, que ie ne sçauroys dire. Les ecclises du dioceze feirent des prières publicques pour ceste calamiteuse playe, et ung chascun redoubtoyt de veoir le diable dévaller chez soy par le foyer. Mais le vray de cela est que mon bon maistre Hiérosme avoyt les fiebvres et voyoyt des vaches en sa salle, alors que de luy feut obtenue ceste rétractation. L’accez finy, ploura grantement le paouvre sainct, en saichant de moy ce traffic. De faict, il mourut entre mes bras, assisté de son médecin, désespéré de ceste momerie, nous disant qu’il s’en alloyt aux pieds de Dieu le prier de ne point laisser consommer une iniquité déplourable. Ceste paouvre Morisque l’avoyt moult touchié par ses larmes et sa repentance, veu que, par avant de luy faire requérir le iugement de Dieu, il l’avoyt particulièrement confessée, et par ainsy s’estoyt dégagiée l’ame divine qui demouroyt en ce corps, et dont il nous parloyt comme d’ung diamant digne d’aorner la saincte couronne de Dieu, alors que elle auroyt quitté la vie après ses pénitences faictes. Lors, mon chier fils, saichant par les paroles qui se disoyent par la ville et par les naïfves responses de ceste paouvre misérable tout le trac de ceste affaire, ie delibéray, par l’advis de maistre Françoys de Hangest médecin du Chapitre, de feindre une maladie et quitter le service de l’ecclise Sainct-Maurice et de l’archevesché, ne voulant point tremper la main dans le sang innocent qui crie encores et criera iusques au iour du iugement darrenier devant Dieu. Lors feut banny le geolier ; puis feut mis en sa place le second fils du torssionnaire, lequel gecta la Morisque en ung cachot, et luy mit inhumainement aux mains et aux pieds des fers poisant cinquante livres, oultre une ceincture de bois. Puys, la geole fut veiglée par les arbalestriers de la ville et les gens d’armes de l’archevesque. La garse feut tormentée, gehennée, eut les os brisez ; vaincue par la douleur, feit ses adveux aux soubhaits de Iehan de la Haye et feut tost condamnée à estre bruslée en la coulture Sainct-Estienne, après avoir esté mise au portail de l’ecclise, vestue d’une chemise de soulphre ; puis ses biens acquis au Chapitre, et cætera. Cet arrest feut cause de grans troubles et prinses d’armes par la ville, pour ce que trois jeunes chevaliers de Touraine iurèrent de mourir au service de la paouvre fille et la délivrer par toutes les voyes quelconques. Lors ils vindrent en ville accompaignez d’ung millier de souffreteux, gens de poine, vieux souldards, gens de guerre, artisans et aultres que ladicte fille avoyt secourus, saulvez du mal, de la faim, de toute misère ; puis fouillèrent les taudis de la ville où gisoyent ceulx auxquels elle avoyt bien faict. Lors, tous s’estant esmeus et convocquez au rez de Mont-Louis sous la protection des gens d’armes desdicts seigneurs, ils eurent pour compaignons tous les maulvais garsons de vingt lieues à la ronde et vindrent ung matin faire le siege de la prison de l’archevesque, en criant que la Morisque leur feust livrée, comme s’ils vouloyent la mettre à mort, mais dans le faict pour la délivrer et la bouter secrettement sur ung coursier pour lui faire gaigner le large, veu que elle chevaulchioyt comme ung escuyer. Lors, en ceste effroyable tempeste de gens avons-nous veu entre les bastimens de l’archevesché et les ponts plus de dix mille hommes grouillans, oultre tous ceux qui estoyent iuchiez sur les toicts des maisons et grimpez en tous estaiges pour veoir la sédition. Brief, il estoyt facile d’entendre, par delà la Loire, de l’aultre costé de Sainct-Symphorien, les cris horrificques des chrestiens qui y alloyent à bon escient et de ceulx qui serroyent la geole en intention de faire évader la paouvre fille. L’estouffade et oppression des corps feut si grande en ceste foule populaire altérée du sang de la paouvre, aux genoilz de laquelle ils seroyent tombez tous, s’ils eussent eu l’heur de la veoir, que sept enfans, unze femmes et huict bourgeoys y feurent écrasez, pilez, sans que l’on ayt pu les recognoistre, veu qu’ils estoyent comme des tas de boue. Brief, si ouverte estoyt la grant gueule de ce Leviathan populaire, monstre horrible, que les clameurs en feurent ouyes des Montilz-les-Tours. Tous crioyent : « A mort le succube ! — Livrez-nous le démon ! Ha ! i’en veulx ung quartier ! — I’en veulx du poil ! — A moy le pied ! — A toy les crins ! — A moy la teste ! — A moy la chouse ! — Est-il rouge ? — Le verra-t-on ? — Le cuyra-t-on ? A mort ! à mort ! » Chascun disoyt son mot. Mais le cry : « Largesse à Dieu ! A mort le succube » estoyt gecté en un seul temps par la foule si druement et si cruellement, que les aureilles et les cueurs en saignoyent ; et les aultres criaillemens s’entendoyent à poine ez logiz. L’archevesque eut l’imagination, pour calmer cet oraige qui menassoyt de renverser tout, de sortir en grant pompe de l’ecclise, en portant Dieu, ce qui délivra le Chapitre de sa ruyne, veu que les maulvais garsons et les seigneurs avoyent iuré de destruire, brusler le cloistre et tuer les chanoines. Doncques, par ce stratagesme, ung chascun feut contrainct de se dissouldre, et, faulte de vivres, revint chez soy. Lors, les moustiers de Touraine, les seigneurs et les bourgeoys, en grant appréhension de quelque pillaige pour lendemain, feirent une assemblée nocturne, et se rangierent à l’advis du Chapitre. Par leurs soings, les hommes d’armes, archers, chevaliers et bourgeoys, en numbre infiny, feirent la guette et tuèrent ung party de pastoureaux, routiers, malandrins, lesquels, saichant le remue-mesnaige de Tours, venoyent grossir les mescontens. Messire Harduin de Maillé, vieulx homme noble, arraisonna les ieunes chevaliers qui estoyent les tenans de la Morisque et devisa saigement avecques iceulx, leur demandant si pour ung minon de femme ils vouloyent mettre la Touraine à feu et à sang ; si, encores qu’ils feussent victorieux, ils seroyent maistres des maulvais garsons appelez par eulx ; que ces dicts pillards, après avoir ruyné les chasteaulx de leurs ennemys, viendroyent à ceulx de leurs chiefs ; mais que, la rébellion encommencée n’ayant eu nul succez de prime sault, pour ce que quant à présent la place estoyt nette, pouvoyent-ils avoir le dessus sur l’Ecclise de Tours, qui invocqueroyt l’aide du Roy ? Puis mille aultres proupos. A ces raisons, les ieunes chevaliers dirent que il estoyt facile au Chapitre de faire évader nuictamment la fille, et que par ainsy la cause de la sédition seroyt tollue. A ceste saige et humaine requeste respondit monseigneur de Censoris, légat du pape, que besoing estoyt que force demeurast à la religion et à l’Ecclise. Là-dessus la paouvre garse paya pour le tout, veu que il feut convenu que nulles recherches ne seroyent faietes sur ceste sédition.
Lors, le Chapitre eut toute licence de procéder au supplice de la fille, auquel acte et cérémonie ecclésiasticque on vint de douze lieues à la ronde. Aussy, le iour où, après les satisfactions divines, le succube deubt estre livré à la iustice séculière, à ceste fin d’estre publicquement arse en ung buscher, pour une livre d’or ung villain, ne mesmes ung abbé, n’eust-il treuvé de logiz en la ville de Tours. La veille, beaucoup campèrent hors la ville soubz des tentes ou couchiez en la paille. Les vivres manquèrent, et plusieurs venus le ventre plein s’en retournèrent le ventre vuyd, n’ayant rien veu que flamber le feu de loing. Puis les maulvais garsons feirent de bons coups par les chemins.
La paouvre courtizane estoyt quasi morte. Ses cheveulx avoyent blanchy. Ce ne estoyt à vray dire que ung squelette à poine couvert de chair, et ses fers poisoyent plus qu’elle. Si elle avoyt eu de la ioye en sa vie, elle le payoyt moult en cettuy moment. Ceux qui la veirent passer disent que elle plouroyt et cryoyt à faire pitié aux plus acharnez après elle. Aussy, en l’ecclise, feut-on contrainct de luy mettre en la bouche ung baillon, que elle mordoyt comme ung lezard mord ung baston. Puis, le bourreau l’attacha à ung pieu pour la soustenir, veu que elle se laissoyt couler par momens et tomboyt faulte de force. Puis soubdain récuperoyt ung vigoureux poignet : car, ce néantmoins, elle put, ha-t-on dict, secouer ses chordes et s’évader en l’ecclise, où, en remembrance de son ancien mestier, elle grimpa trez agilement ez galeries d’en hault, en volant comme ung oyseau le long des colonnettes et frizes menues. Elle alloyt se saulver ez toicts, alors que ung souldard la visa de son arbalestre et luy planta sa flesche dedans la cheville du pied. Maulgré son pied demy-coupé, la paouvre fille courut encores par l’ecclise lestement sans en avoir cure, allant sur son os brisé, espandant son sang, tant grant paour elle avoyt des flammes du buscher. Enfin feut prinse et liée, et gectée en ung tombereau et menée au buscher, sans que aulcun l’ayt depuis entendue crier. Le conte de sa course dans l’ecclise aydoyt le menu populaire à croire que ce feust le diable, et aulcuns disoyent que elle avoyt volé par les aërs. Alors que le bourreau de la ville la gecta dedans le feu, elle feit deux ou trois saults horribles et tomba au fund des flammes du buscher, qui brusla le iour et la nuict. Lendemain soir, i’allay veoir s’il demouroyt quelque chouse de ceste gente fille si doulce, si aymante ; mais ie ne trouvai plus qu’ung paouvre fragment d’os stomachal, en lequel, maulgré ce grant feu, estoyt resté quelque peu d’humide, et que aulcuns disoyent tressaillir encores comme femme au déduict. Ie ne sçauroys, mon chier fils, dire les tristifications sans numbre et sans égales qui, durant environ dix ans, poisèrent sur moy. Tousiours estoys record de ceste ange froissée par de meschans hommes, et tousiours en voyoys les yeulx pleins d’amour ; brief, les dons supernaturels de ceste enfant naïfve estoyent brillans iour et nuict devant moy et ie prioys pour elle en l’ecclise où elle avoyt esté martyrisée. Enfin, ie n’avoys point la force ni le couraige de envisaiger, sans frémir, le grant penitencier Iehan de la Haye, qui mourut rongié par les poux. La lèpre feit iustice du baillif. Le feu brusla le logiz et la femme de Iehan, et tous ceulx qui mirent la main en ce buscher en retirèrent de la flamme.
Cecy, mon fils bien aymé, feut cause de mille pensiers que i’ay mis icy par escript pour estre à iamais la règle de conduite en nostre famille.
Ie quittay le service de l’Ecclise, et me mariay à vostre mère, de laquelle ie receus des doulceurs infinies, et avecques elle ie partageay ma vie, mon bien, mon ame et tout. Aussy feut-elle de mon advis en ces préceptes suyvans. A sçavoir : premièrement, pour vivre heureux, besoing est de demourer loing des gens d’Ecclise, les honorer beaucoup sans leur bailler licence d’entrer ez logiz, non plus qu’à tous ceulx qui, par droict, iuste ou iniuste, sont censez estre au-dessus de nous. Deuxiesmement, prendre ung estat modicque, et s’y tenir, sans iamais vouloir paroistre aulcunement riche. Avoir soing de n’exciter l’envie de personne, ni férir qui que ce soit en aulcune sorte, pour ce que besoing est d’estre fort comme ung chesne qui tue les plantes en ses pieds, pour briser les testes envieuses. Encores y succomberoyt-on, veu que les chesnes humains sont espécialement rares, et que aulcun Tournebousche ne doibt se flatter d’en estre ung, attendu qu’il sera Tournebousche. Troisiesmement, ne iamais despendre que le quart de son revenu, taire son bien, musser sa chevance, ne se mettre en aulcune charge ; aller en l’ecclise comme les aultres, et tousiours guarder ses pensiers en soy, veu que alors ils sont à vous, et non à d’aultres qui s’en revestent, s’en font des chappes et les tournent à leur guyze, en forme de calumnies. Quatriesmement, tousiours demourer en la condition des Tournebousches, lesquels sont à présent et à tousiours drapiers. Marier ses filles à bons drapiers, envoyer ses garsons estre drapiers en d’aultres villes de France, munis de ces saiges préceptes, et les nourrir en l’honneur de la draperie, sans leur laisser aulcun songe ambitieux en l’esperit. Drapier comme ung Tournebousche doibt estre leur gloire, leurs armes, leur nom, leur devise, leur vie. Ores, estant tousiours drapiers, par ainsy seront tousiours les Tournebousches, incogneus, et vivotteront comme de bons petits insectes, lesquels une foys logiez en une poultre, font leurs trous et vont en toute sécurité iusques au bout de leur peloton de fil. Cinquiesmement, ne iamais parler aultre languaige que le languaige de la draperie ; ne point disputer de religion, de gouvernement. Et, encores que le gouvernement de l’Estat, la province, la religion et Dieu virassent ou eussent phantaisie de aller à dextre ou à senestre, tousiours en qualité de Tournebousche demourer en son drap. Par ainsy, n’estant aperceus d’aulcun en la ville, les Tournebousches vivront en calme avecques leurs petits Tournebouschons, payant bien les dixmes, les imposts et tout ce qu’ils seront requis de donner par force, soit à Dieu, soit au Roy, à la ville ou à la paroësse, avecques lesquels ne fault oncques se desbattre. Aussy, besoing est de réserver le patrimonial threzor pour avoir paix, achepter la paix, ne iamais rien debvoir, avoir du grain au logiz, et se rigoler les portes et les croisées closes.
Par ainsy, nul n’aura prinse ez Tournebousches, ny l’Estat, ny l’Ecclise, ny les seigneurs, auxquels, le cas échéant, s’il y ha force, vous presterez quelques escuz sans iamais nourrir l’espérance de les revoir, ie dis les escuz. Ainsy tous, en toute saison, aymeront les Tournebousches ; se mocqueront des Tournebousches, gens de peu ; des Tournebousches à petits pieds ; des Tournebousches de nul entendement. Laissez dire les ignares. Les Tournebousches ne seront ni bruslez, ni pendus, à l’advantaige du Roy, de l’Ecclise ou de tous autres ; et les saiges Tournebousches auront secrettement argent en leurs fouillouzes et ioye au logiz, à couvert de tout.
Doncques, mon chier fils, suys ces adviz de médiocre et petite vie. Maintiens cecy en ta famille, comme charte de province. Que, toy mourant, ton successeur le maintienne comme sacre Evangile des Tournebousches, iusqu’à ce que Dieu ne veuille plus qu’il y ayt de Tournebousches en ce monde.
Ceste lettre ha esté treuvée lors de l’inventaire faict en la maison de Françoys Tournebousche, seigneur de Veretz, chancelier de Monseigneur le Dauphin, et condamné, lors de la rebellion dudict seigneur contre le Roy, à perdre la teste et veoir tous ses biens confisquez par arrest du parlement de Paris. Ladicte lettre a esté remise au gouverneur de Touraine par curiosité d’histoire, et ioincte aux pièces du procez en l’Archevesché de Tours, par moy Pierre Gaultier, Eschevin, Président des Preudhommes.

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L’Autheur ayant achevé les transcriptions et deschiffraiges de ces parchemins en les restituant de leur languaige estrange en françoys, le donateur d’yceulx luy ha dict que la rue Chaulde de Tours estoyt, suyvant aulcuns, ainsy nommée pour ce que le soleil y demouroyt plus qu’en tous aultres endroicts. Mais, maulgré ceste version, les gens de hault entendement treuveront en la voye chaulde dudict succube la vraye cause dudict nom. A quoy acquiesce l’Autheur. Cecy nous apprend à ne point faire abus de nostre corps, ains à en user saigement en veue de nostre salut.

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Autor

Honoré de Balzac - * 1799,  † 1850. Er gehört zu den großen Realisten der französischen Literatur. - Frankreich.

Übersetzung: Benno Rüttenauer

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Titelgalerie

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weiterführende Links

erschienen u.a. in: 17 Dämonenstories. - Hrsg: Manfred Kluge - 1978

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Handlungsort

Tours (Frankreich)

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Sukkubus

Zulma -  Nach ihren eigenen Angaben stammt sie aus Mauretanien und kommt mit etwa 12 Jahren nach Frankreich. Dort wird sie vor dem Scheiterhaufen gerettet und auf den Namen Blanche Bruyn getauft. Sie wird in ein Kloster aufgenommen und als Schwester Claire (bzw. Klara) geweiht. Sie fühlt sich dort jedoch nicht wohl und entkommt dem Kloster mit Hilfe eines Priesters, der sie anschließend in die Liebe einweiht. Weitere Verehrer folgen, denen sie sich nur hingibt, wenn sie diese auch wahrhaftig liebt. Geschenke ihrer Verehrer lehnt sie nicht ab, um die Herren nicht zu beleidigen. Damit bringt es Zulma zu einigem Reichtum. Sie bestreitet stets, ein Freudenmädchen, eine Dirne zu sein und stets nur christlichen Umgang gepflegt zu haben. In der Bevölkerung nährt sich der Vorwurf, Zulma ein Succubus, die die Männer um ihr Geld und ihr Leben bringt. Ihr wird nachgesagt, dass sie sich von der Seele ihrer Liebhaber, von Hirn und/oder den Leibern frisch Verstorbener nähre. Nicht zuletzt, dass sie im Alter von 27 Jahren trotz ihrer unbestrittenen vielfältigen intimen Momente mit den unterschiedlichsten Männern immer noch kinderlos ist, bringt ihr im Jahre 1271 einen Prozess vor dem kirchlichen Gericht ein. Zuerst wird dort, nach Abwägung aller Umstände, ein Gottsurteil angeordnet. Dieses Urteil wird aber nach der Veröffentlichung des dämonischen Treibens des Succubus mit dem vorsitzenden Richter in Verbrennung umgewandelt und Ostern 1271 vollstreckt. Dass Zulma eventuell doch kein Succubus in Frauengestalt war, legt eine Jahre später gefundene Schrift nahe, die die unmittelbaren Vorteile für Kirche und Beteiligte als Auslöser für die Anklage aufdeckt.