GELEHRTE VERHANDLUNG DER MATERI, VON ERSCHEINUNGEN DER GEISTERN, UND DENEN VAMPIREN IN UNGARN, MAHREN etc.

(Dissertations sur les apparitions des anges, des démons et des esprits. Et sur les revenans et vampires de Hongrie, de Boheme, de Moravie et de Silerie
aus deren Anlass auch darin von Zaubereyen und Hexereyen, von Besessenen und Bezauberten, von denen alten heydnischen Draculis, oder Götzen-Bescheiden, vom Wahrsagen und Offenbaren verborgener oder künftigen Dingen, von Wirkungen und Blendungen des Stans, von Erscheinungen so wohl Verstorbener, als auch noch Lebender, die anderen weit entfernten Menschen geschehen seynd etc. gehandelt wird.)

Augustin(us) Calmet

1746

erste deutschsprachige Ausgabe: Augsburg 1749

Inhalt der Seite

1 - Gelehrte Verhandlung der Materi, ... - Augustinus Calmet - 1746
1.1  - Inhaltsverzeichnis

2 - Bearbeitungen / Neuausgaben
2.1 - Von den sogenannten Vampiren ... - Augustinus Calmet - Neuauflage des Zweiten Teils der "Gelehrten Verhandlung ..." durch N. Equiamicus - 2013

2.2 - Gelehrte Verhandlung der Materie ... - Augustinus Calmet - Bearbeitung durch A. und I. Silberschmidt - 2006

2.3 - Von denen sogenannten Vampiren ... - Augustinus Calmet - Herausgegeben durch Wolfgang Bauer - 1976

3 - Titelgalerie

4 - Autor / Herausgeber

5 - weiterführende Links

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Gelehrte Verhandlung der Materi, von Erscheinungen der Geistern, und denen Vampiren un Ungarn, Mähren etc. - Augustin Calmet

bibliothèque: Eine theologische Studie über die Abgründe der Menschlichkeit und Ketzerei wider der wahren (katholischen) Lehre.
Die zweiteilige "Gelehrte Verhandlung" gilt heute als eines der Standardwerke zum Vampirglauben - wenngleich sich tatsächlich nur der zweite Teil direkt mit den Vampiren auseinandersetzt. Es war lange Zeit das umfassendste Werk zu diesem Thema.
Calmets Meinung (die die Meinung der katholische Lehre wiedergibt) zum uns hier interessierenden Thema hätte auch gut und gerne auf eine Seite gepasst: Es gibt keine Vampire und es kann auch keine Vampire geben! Er benennt die Upire oder Vampire als einen "geschichtlichen Anhang" - heute würde es wohl Mode genannt - eine Einbildung, eine "eitle, grundlose und unnütze Sache", die eine gelehrte Verhandlung eigentlich gar nicht verdient. Und das muss Calmet ja auch. Allein die Tatsache, dass er sich mit dem Thema überhaupt akribisch auseinandersetzte (und durch die Zensur bekam), ist für einen katholischen Mönch und Klostervorsteher seiner Zeit schon bemerkenswert. Ein Hauptargument in Calmets Argumentation besteht in der Tatsache, dass es unerklärlich ist, wie Vampire ihr Grab verlassen bzw. darin zurückkehren ohne am Grab Spuren zu hinterlassen. Ein weiteres Hauptargument besteht darin, dass Gott solches, nur auf Vernichtung gezieltes, Wandeln der Toten nicht zulassen kann. Auch die Einwirkung des Teufels lehnt Calmet ab, da selbst dieser nichts ohne Zustimmung Gottes tun kann. Calmet verbannt damit folgerichtig die Berichte über die Vampire ins Reich der Märchen und sieht eine massive Hysterie unter der Bevölkerung ausgelöst von Aberglauben, Ketzerei und den Berichten lebendig Begrabener als Ursache.
Doch lassen wir den gesamten theologischen Hintergrund und Überbau mal beiseite, dann hat Calmet hier eine Sammlung von Anekdoten, Erzählungen, Fabeln, Märchen, Sagen und Ereignissen zusammengetragen, die in ihrer Gesamtheit einen runden Überblick verschaffen. Hier finden sich neben uralten Werwolfberichten auch Beweise für Zauberei aus dem gesamten eurasischen Raum. Es wird von Faun, Satyrn und Geistern, dem angeblichen und tatsächlichen Treiben des Teufels und dem Wirken Gottes berichtet, ebenso wie von lebendig Begrabenen und den Erscheinungen Verstorbener und noch Lebender. Dabei entstammen die Berichte der Bibel genauso wie aus den Überlieferungen z.B. der alten Römer und Ägypter oder aus entfernten Gegenden wie Lappland und Peru.
Was macht das Werk also heute noch interessant? - Natürlich zum einen der historische Blick auf die dogmatische Theologie des 18. Jahrhunderts. Für jene, die damit allerdings nichts anfangen können, bleiben die bereits erwähnten Berichte und Geschichten.
Für mich besonders nachhaltig bleiben
- die (für mich ältesten) Belege für Werwesen,
- die Beispiele für Schadenwirkung mittels Wachsfiguren (was ich bislang ausschließlich als Voodoomerkmal kannte),
- ein Bericht (den Calmet nur vom Hörensagen wiedergibt), der durch Goethes "Totentanz" literarisch unsterblich wurde
- und das unstete Pendeln zwischen Lektüre, Bücherregal, PC und Internet (mal zum einen behandelten Thema, mal zu literarischen Quellen).
(2006)

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Inhaltsverzeichnis "Gelehrte Verhandlung ..."
(hier halten wir uns weitgehend an die Übertragung von A. + I. Silberschmidt)

Teil 1

Erlaubnisse der Zensur / Vorrede
01. Die Erscheinungen der guten Engel werden aus den Büchern des Alten Testaments bewiesen
02. Beweis derselben aus dem Neuen Testament
03. In was für einer Gestalt sie erschienen seinen?
04. Meinung der Christen, Juden, Mohammedaner, und der orientalischen Völker, über die Erscheinungen der guten Engel
05. Meinung der alten Griechen und Römer, über die Erscheinungen der guten Geister, die sie Genios nannten
06. In was für einer Gestalt die bösen Engel erschienen seien?
07. Von der Zauberei
08. Einwendungen wider die Zauberei
09. Widerlegung derselben
10. Zauberei der alten Ägypter und Chaldäer
11. Zauberei der alten Griechen und Römer
12. Zauberei wird durch Beispiele bewiesen
13. Was für eine Wirkung die Poeten der Zauberei zugeeignet haben?
14. Vom Götzenspruch der Heiden
15. Der Erfolg dessen, was vorhergesagt worden ist, ist nicht jederzeit ein Beweis, dass die Weissagung von Gott gekommen ist
16. Ursachen, warum zu glauben ist, dass die meisten Sprüche oder Auskünfte der alten Götzen ein bloßer Betrug der Priester und Priesterinnen derselben gewesen sind
17. Von der Hexerei
18. Beispiel von der samstägigen Versammlung der Hexen
19. Geschichte des Louis Gaufridy und der Madeleine de la Palud
20. Ursache, warum das Ausfahren der Hexen am Samstag möglich sei
21. Von den vom Teufel Besessenen
22. Beweis derselben aus der Schrift
23. Wahrhafte Beispiele derselben
24. Einwendungen dagegen widerlegt
25. Von Gespenstern und Hausgeistern
26. Andere Beispiele der Gespenster oder Poltergeister
27. Von guten und bösen Geistern, welche die Schätze bewahren
28. Andere Beispiele darüber
29. Von Gespenstern, welche verborgene und künftige Dinge voraussagen
30. Von Gespenstern, welche die Häuser beunruhigen
31. Andere Beispiele darüber
32. Verwunderliche Wirkung der Einbildung in denen, welche glauben, sie haben fleischliche Gemeinschaft mit dem Teufel
33. Erscheinung der Seelen nach dem Tod ihrer Leiber wird aus der Schrift bewiesen
34. Erscheinung der Geister aus der Geschichte bewiesen
35. Andere Beispiel darüber
36. Geister drücken ihre Hände auf Kleider oder Holz
37. Geschichte von einer Weibsperson, Nicole von Reims genannt, die einen Blendgeist gehabt hat
38. Meinung der Juden, Griechen und Lateiner über die Toten, die unbegraben bleiben
39. Was von den Verstorbenen zu halten sei, welche wieder zurückkommen, und etwas von den Lebendigen begehren, oder jenen offenbaren
40. Noch Lebende erscheinen Lebenden
41. Anmerkungen über die Erscheinungen
42. Einwendungen widerlegt
43. Andere Einwendungen und Antworten
44. Beschluss der Materie von den Erscheinungen
45. Wie man jene auslegen und erklären könne?
46. Zweifel über die Art und Weise, mit welcher die Erscheinungen geschehen. Einige Meinungen darüber

Zweiter Teil

Vorrede
01. Gott allein kann einen Toten zum Leben erwecken
02. Geglaubte Auferstehung gewisser Leute, die nicht wirklich gestorben waren
03. Auferstehung eines Toten, den der heilige Bischof Stanislaus von Krakau in Polen nach drei Jahren wieder zum Leben erweckt hat
04. Ob ein wahrhaft Verstorbener mit seinem Leib erscheinen könne?
05. Auferstehung oder Erscheinung einer ledigen Weibsperson, welche seit einigen Monaten verstorben war
06. Ein Weib wird lebendig aus dem Grabe gezogen
07. Von den Vampiren in Mähren. Kurzer Inhalt des Buches , welches den Titel führt: Magia posthuma
08. Tote in Ungarn, welche den Lebendigen das Blut aussaugen
09. Erzählung der sogenannten jüdischen Sendschreiben von einem Vampir
10. Andere Beispiele der Beispiele der Vampire von einem holländischen Kritiker
11. Was der Verfasser der jüdischen Sendschreiben von den Vampiren halte?
12. Was der holländische Kritiker davon urteile?
13. Erzählung der Monatszeitung 'Mercurius' aus dem Jahre 1693 von den Vampiren
14. Mutmaßung des holländischen Kritikers aus dem Jahre 1733
15. Sendschreiben über die Vampire
16. Vermutliche Beispiele des Altertums von jenen
17. Zurückkommende Tote im Norden
18. Zurückkommende Tote in England
19. Zurückkommende Tote in Peru
20. Zurückkommende Tote in Lappland
21. Geschichte eines seit einigen Monaten Verstorbenen
22. Tote Exkommunizierte gehen aus der Kirche
23. Andere Beispiele von Exkommunizierten, welche von der geweihten Erde ausgeworfen worden sind
24. Beispiel eines so ausgeworfenen exkommunizierten Märtyrers
25. Beispiel eines von der Kirche herausgeworfenen, welche verweigerte, den Zehnten zu entrichten
26. Beispiele Verstorbener, welche nach dem Tode Lebenszeichen von sich gegeben, und anderen, würdigeren ihren Platz überlassen haben
27. Verstorbene, die nach dem Tode wallfahren
28. Anmerkungen über die Exkommunizierten, welche aus der Kirche gehen
29. Ob die Exkommunizierten in den Gräbern verwesen?
30. Beispiel, dass die Exkommunizierten nicht in den Gräbern verwesen, und den Lebendigen erscheinen
31. Ein Beispiel darüber
32. Ein Brucolak wird in Gegenwart des Herrn Tournefort aus dem Grabe gezogen
33. Ob der Teufel einen Menschen töten und ihn wieder lebendig machen könne?
34. Untersuchung der Meinung derjenigen, die solches glauben
35. Fluch der Heiden, jemanden zu töten
36. Beispiele solchen Fluches unter den Christen
37. Beispiel von Personen, die versprochen haben, ihren Zustand nach dem Tode zu offenbaren
38. Verschiedene Meinungen, wie die Rückkehr der Verstorbenen erklärt werden könnte
39. Beispiele von Personen, welche lebendig begraben worden sind
40. Beispiele von ersäuften Personen, welche wieder gesund geworden sind
41. Beispiele von Weibern, die man für tot gehalten hat, und die wieder zu sich gekommen sind
42. Wie sich solche Beispiele auf die ungarischen Vampire reimen?
43. Tote, die in ihrem Grabe wie Schweine schmatzen, und ihr eigenes Fleisch verzehren
44. Besonderes Beispiel von einem zurückgekommenen Toten in Ungarn
45. Anmerkungen darüber
46. Ob die Vampire wirklich tot seien?
47. Beispiel von einem, Curma genannt, welcher wieder auf die Welt gesandt worden ist
48. Beispiel von entzückten Personen, welche ohne Empfindung bleiben
49. Wie diese Beispiele sich auf die Vampire reimen?
50. Untersuchung der Meinung derer, welche glauben, der Teufel blende die Augen derjenigen, welche die Vampire erscheinen
51. Beispiele von Auferweckten, welche erzählen, was sie in der anderen Welt gesehen haben
52. Die Heiden haben das, was sie vom anderen Leben glaubten, von den Hebräern und Ägyptern gelernt
53. Beispiele verstorbener Christen, welche wieder auf die Welt verwiesen sind / Gesicht Vetinus', eines Mönches der Insel Reichenau
54. Gesicht Bertholdus'
55. Gesicht des heiligen Furseus
56. Gesicht des Predigers zu York in England
57. Abschluss dieser Verhandlung
58. Dass die Vampire aus ihren Gräbern aufstehen sollen, ist auf menschliche Weise nicht möglich
59. Was man vom Hinausgehen der Exkommunizierten aus der Kirche, und dem Zauberfluch erzählt, ist sehr zweifelhaft
Bericht und Gutachten aus der Sorbonne, Paris

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Bearbeitungen

Von den sogenannten Vampiren oder zurückkommenden Verstorbenen in Ungarn und Mähren - Überarbeitete Neuauflage der Bearbeitung von Nicolaus Equiamicus

Books on Demand, Norderstedt 2013
ISBN: 978-3-7322-5055-4

 bibliothèque: Der zweite Teil von Clamets "Gelehrter Verhandlung .." in einer Neuauflage. Diese entspricht mit einigen Anpassungen der unter dem Namen 'Silberschmidt' im Jahr 2006 erschienen Fassung. Die Neuauflage war dem Herausgeber wichtig, da er die Verfügbarkeit wichtiger Texte zum Vampirismus sicher gestellt haben möchte (die Gesamtübetragung ist zwischenzeitlich offiziell vergriffen). Eine Meinung, die in der 'bibliothèque' für viel Freude sorgt. (2013)

 

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Gelehrte Verhandlung der Materie von den Erscheinungen der Geister, und der Vampire in Ungarn und Mähren - Bearbeitet und mit Anmerkungen versehen von Abraham und Irina Silberschmidt

Edition Roter Drache, Rudolstadt 2006
ISBN:
9783939459033

 bibliothèque: Vielleicht geht es einigen wie mir: Bei der Beschäftigung mit Vampiren taucht fast zwangsläufig Calmets Werk auf. Also kurz mal gegoogelt und siehe da über die Uni-bib Kiel erhält der Interessent Zugriff auf die deutsche Urfassung. Doch dies hat einen Haken: Es ist die deutsche Urfassung aus dem 18. Jahrhundert. Mal abgesehen davon, dass sich das Schriftbild seitdem etwas gewandelt hat, auch der Sprachgebrauch veränderte sich deutlich. Ohne zumindest ein gutes Wörterbuch ist also dem Text kaum beizukommen. Nun, ist ja auch nicht mehr nötig ... Abraham und Irina Silberschmidt waren so freundlich!
Die Übertragung gelang mit aller dabei beachteten Vorsicht und bleibt dabei so nah es irgend geht am Original. Zusätzlich wurden in fast 300 Anmerkungen nicht nur "unübersetzbare" Worte, Phrasen und Fachbegriffe erklärt, sondern zudem auch noch zu fast allen auftauchenden historischen Personen Beschreibungen hinterlegt, die diese in den Kontext einordnen.
Über Calmets Werk kann trefflich diskutiert, über die Silberschmidtsche Bearbeitung kann sich heutzutage nur gefreut werden.
(2006)

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Von denen sogenannten Vampiren oder zurückkommenden Verstorbenen - Herausgegeben von Wolfgang Bauer

Merlin Verlag, Hamburg 1976
ISBN:
978-3-875361001

bibliothèque: Erschienen in der Reihe "Merlins Bibliothek der geheimen Wissenschaften und magischen Künste". (2013)

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Titelgalerie

   

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Autor

Augustin(us) Calmet - 1672 - 1757. französischer Mönch und Abt aus Lothringen. Veröffentlichte mehrere theologische Werke.

Nicolaus Equiamicus - geboren 1974. Deutschsprachiger Forscher, Sammler und Übersetzer verschiedener historischer Werke zu Themen wie Vampire, Hexen, Dämonen und/oder Geister. Neben den historischen Bearbeitungen veröffentlicht er auch Kurzgeschichten und wissenschaftliche Beiträge. Ein Teil seiner Veröffentlichungen erschien unter dem Namen Abraham Silberschmidt.

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weiterführende Links

Auszüge u.a. in Von denen Vampiren oder Menschensaugern - Dieter Sturm / Klaus Völker (Hrsg.) - 1968 - Sach-Lese-Buch
 
13x Frankenstein - Edward Reavis (Hrsg.) - 1968 - Anthologie

Dunkle Kulturgeschichte - Sammlung Nicolaus Equiamicus in der bibliothèque des vampires

Blog N. Equiamicus Dunkle Kulturgeschichte (extern)

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Diese Seite entstand in enger Zusammenarbeit mit Abraham Silberschmidt / Nicolaus Equiamicus. Dafür noch einmal meinen Dank.

bibliothèque des vampires