SCHARLACHROTER WINTER

(Crimson Winter)

USA, 2011

ca. 100 min, FSK: 16 Jahre

Regie, Produzent, Story, Drehbuch, Hauptrolle: Bryan Ferriter
Co-Produzent, Drehbuch, Darsteller: David Noell
Drehbuch, Hauptrolle: Ryan Pfeiffer
Co-Produzent, Hauptrolle: Nick Milodragovich
Co-Produzent, Darsteller: Brandon Day.

Maritim Pictures: Menschen schlachteten ihre Art ab, tilgten sie aus den Geschichtsbüchern und drängten sie ab ins Reich der Mythen und Legenden. Doch nun, inmitten eines Bürgerkriegs der Vampire, ist ein Vampirprinz in die Berge der Neuen Welt geflohen, wo er im Geheimen eine Armee aufbaut, um sich an seiner Familie zu rächen. Jahre später beginnt eine Gruppe von jungen Forschern die Gründe zu untersuchen, warum in den Bergen das Wildleben verschwunden ist. Als sie der Wahrheit nahekommen, beginnt für sie ein gnadenloser Kampf ums Überleben. Der Kampf eskaliert und der Vampirprinz ist gezwungen, sich in diesen Konflikt einzumischen, wohl wissend, dass er sich damit auch seiner Vergangenheit stellen muss ... (2014)

bibliothèque: Die Prophezeiung des Orakels: „Es gibt drei, die den Kurs unseres Schicksals bestimmen. Einer, der uns führen wird, einer, der uns herausfordern wird und einer, der unseren größten Traum erfüllen wird - die Vereinigung von Vampiren und Menschen.“ - Vier junge Forscher begeben sich in die Berge, in denen das Wild knapp wird, um nach der Ursache zu forschen. Dort werden sie von Vampiren angegriffen und plötzlich auftauchende Vampirjäger können zunächst weitere Verluste vermeiden. Erik, Anführer der versteckten Vampirarmee, will sich nun endlich einem seit Jahrhunderten schwelenden Bruderkrieg stellen. Denn sein Bruder Auberon hat bei den Menschen mit einem Pamphlet dafür gesorgt, dass die Menschen Erik für den Erzfeind halten. Doch Erik will nichts sehnlicher als die Vereinigung von Vampir und Mensch.
Durch Trailer und Titel wird ein actiongeladener, vielleicht auch blutiger Trash-Film angedeutet, was der Umsetzung allerdings nicht unbedingt entspricht (nach der 80. Minute geht es aber für etwa 10 Minuten tatsächlich ab). Das langatmige Epos um Liebe und Verrat basiert hauptsächlich auf Emotionen, deren Darstellung durch Gestik, Mimik und Stimme leider meist daneben geht. Dass Zeitsprünge und Schwelgen in Erinnerung oft in Textform funktioniert heißt nicht, dass häufige Perspektiv- und Zeitwechsel im Film ebenso passend sind. Irgendwie sind in der Story auch zwei Liebesgeschichten untergebracht, deren Ausarbeitung auf halber Strecke stecken blieb. Zudem sabbern die Vampire ständig beim Trinken, was die anschließend formulierten Racheschwüre oder anderes finstere Gerede ziemlich albern aussehen lässt (ohne lustig zu werden). Auch insgesamt lässt die schauspielerische Leistung der durchweg bemüht wirkenden Darsteller mindestens zu wünschen übrig, ist aber dabei auch nicht schlecht genug, um wenigstens dadurch Kultpunkte zu sammeln. Vielleicht waren die Verantwortlichen schlichtweg überfordert - die Hauptdarsteller führten häufig nebenbei noch Regie, traten als Produzent auf und/oder schrieben an der Story bzw. dem Screenplay aktiv mit.
Mit etwas Abstand und nach Änderung der Erwartungshaltung in Richtung Epos bleibt eine emotionsgeladene traurige Parabel, die durch die Hauptakteure im Schnee versinkt. Schade.
(2014)

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