EDENS ASCHE

Monika De Giorgi

bibliothèque: Eine homoerotische Liebesgeschichte in drei (?) Teilen und Zugaben. (2011)

Edens Asche

Freunde (Zugabe)

Schmetterlingsküsse (Zugabe)

Oktobernacht (Zugabe)

Edens Asche: Engel der Rosen

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Leseprobe und Kurzgeschichten mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
(c) Monika de Giorgi.

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Autorin

mehr M. de Giorgi:

L'angelo custode

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Handlungsorte

Vampire

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Dead Soft Verlag

Bd. 1: ISBN: 978-3-93444-235-1

Read A Book

Bd. 2: ISBN: 978-3-98127-851-4

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Edens Asche

2007

dead soft: Damian ist jung, attraktiv und erfolgreich. Er denkt die Fäden seines Lebens fest in der Hand zu halten, wird aber schnell eines Besseren belehrt. Von einer Nacht zur anderen, wird er in ein Labyrinth aus verwirrenden Emotionen, Alpträumen, Hass, Rache und Tod geworfen. Nur eine Person kann ihm helfen, diesem Strudel zu entgehen. Joshua, der geheimnisvolle Nachtschatten der ihm als dunkler, aber schützender, Engel zur Seite steht. Der Gefährte verwirrt und verletzt Damians Gefühle zugleich und hinzu kommen die mysteriösen Umstände, die Joshua in sein Leben führten. (2007)

Kerel: Das Buch endet mit den Worten: "Ende des ersten Teils". Doch bis die Autorin uns mit der weiteren Geschichte versorgt, hat sie genug Stoff zum Träumen dagelassen. Oder wir fahren einfach alle nächstes Wochenende ins "Midnight" oder nach Italien und erleben es hautnah ... (2007)

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Leseprobe aus Edens Asche 1

Kim drehte den Zündschlüssel herum. Die wütenden Gitarrenklänge, die eben noch aus den Boxen des Autoradios geschrien hatten, erstarben. Er stieg aus der schwarzen Corvette und knallte die Wagentür ins Schloss. Schlurfend begab er sich zum Schalter für das Garagentor. So sehr er auch dagegen ankämpfte, er konnte das bohrende Angstgefühl in sich nicht besiegen.
'Beweg deinen Arsch sofort wieder ins Auto und fahr zu ihr!', brüllte es in seinem Geist, mit einer Schärfe, die einem Armee-General alle Ehre gemacht hätte.
"Du bist albern", schallt er sich selbst laut. "Ich versuche ausnahmsweise Mal auf meinen gesunden Menschenverstand zu hören", rechtfertigte er sich vor dem General und begab sich bestimmten Schrittes durch die Verbindungstür in das dunkle Wohnzimmer.
Kaum durch die Tür befiel ihn ein Zustand der Erschöpfung. Er fühlte sich wie erschlagen.
"Heute werde ich wohl nicht mehr hinter der Bar stehen können."
Eigentlich wäre er heute als Barkeeper im MIDNIGHT, dem Nachtclub seines Bruders Damian eingesprungen, das sich im Keller des Hauses befand.
Gähnend ging er in die Küche. Sein Magen knurrte vernehmlich. Eine Weile stöberte er im Schrank, die warnende Stimme in sich noch immer geflissentlich ignorierend.
'Geh zu Joanna, du hirnverbrannter Vollidiot. Jede Sekunde zählt.'
Die Schachtel Cornflakes, die er gerade aus dem Schrank nahm, rutschte ihm beinahe aus den Fingern. Ärger stieg in ihm auf. Ärger auf Joanna, dass sie seine Sorgen für vorgetäuscht gehalten hatte. Auch wenn sie vielleicht unbegründet waren...
'Vielleicht? Ganz sicher!'
... ganz sicher unbegründet waren, so war es doch echte Sorge, die ihn auch jetzt noch quälte wie ein mittelalterlicher Folterknecht. Er griff nach der Milchtüte. Sie entglitt seinen Fingern. Mit einem lauten Platschen prallte sie auf dem schwarz-gelb gefliesten Küchenboden auf.
"Ich muss zu ihr", sagte er laut in den Raum. "Auch wenn sie zu Neunundneunzig Prozent schlafend in ihrem Bett liegt. Ich halte das nicht mehr aus."
Er würde lediglich noch runter ins MIDNIGHT gehen und Beatrice, die Freundin von Joannas Bruder dazubitten, damit sie erkannte, dass seine Sorge wirklich war.

Joshua stand neben Damian. An die Regalwand hinter der Bar gelehnt, nutzte er eine ruhige Minute, um eine Zigarette zu rauchen. Durch halbgeschlossene Lider beobachtete er seinen Freund. Ein besorgter Ausdruck lag um seinen Mund. Damian sah schlecht aus.
"Mein Tipp bezüglich der Kleinen war wohl nicht so ganz das Wahre", vermutete er.
Er hatte seinem Schützling kurz zuvor empfohlen, wenn es doch mal mit dem kleinen Bluttrank, bei einer Besucherin, des MIDNIGHT, zu versuchen.
Dams Gesicht wirkte verschlossen und die Behandlung, die er den Gästen zukommen ließ, lief knapp an der Unhöflichkeit vorbei.
Joshua spürte die Anspannung, die von Damian ausging, beinahe schon körperlich. Sein Blick glitt prüfend über dessen schlanken, gutgebauten Körper. Auch dieser ließ deutliche Zeichen, die von starken, unterdrückten Emotionen sprachen, erkennen. Damians Bewegungen hatten etwas Gezwungenes und übermäßig Vorsichtiges, als müsse er jeden Handgriff überlegen und aufpassen durch seine neuen Kräfte nicht etwas kaputt zu machen. Joshua trat zu Damian und legte ihm eine Hand auf den Arm. Der fuhr zusammen, als hätte er einen elektrischen Schlag bekommen. Ein Glas mit Fanta, das er in der Hand gehalten hatte, fiel zu Boden und zersprang dort klirrend.
"Verdammte Scheiße!", fluchte Damian.
Er ging in die Hocke um die Scherben aufzusammeln. "Was willst du?" fuhr er Joshua an, doch würdigte er ihn keines Blickes.
"Wir müssen reden", stellte Joshua bestimmt fest.
"Du willst reden?" Damian schnaubte verächtlich. "Mal etwas ganz neues. Aber jetzt will ich nicht."
Damian warf die Scherben in den Papierkorb unter der Theke. An seiner schlanken blassen Rechten blutete ein feiner Schnitt. Er drehte den Wasserhahn an der kleinen Spüle auf und hielt seine Hand darunter. Das kalte Wasser spülte das Blut hinfort. Der Schnitt war schon spurlos verheilt. Scheinbar gleichmütig betrachtete er seine Handfläche, doch Joshua sah das kindliche Staunen in seinen Augen aufleuchten. Seinen fluoreszierend leuchtenden, wunderschönen dunkelblauen Augen.
"Wir werden reden. Morgen Abend."
Joshuas Tonfall besagte deutlich, dass er keine Widerrede dulden würde. Eindringlich sah er Damian an. Dieser hob den Blick zu seinem Freund und Lehrer und fletschte kurz die Zähne. Eiskalt bohrten sich seine Augen in Joshuas. Es offenbarte sich der Jäger der Nacht. Dann wandte er sich ab und griff nach der Fantaflasche.
Damian war wütend. Er war erzürnt über sich selbst und über Joshua. So sehr er sich auch vorgenommen hatte, menschlichen Wesen, die er nicht kannte und die ihm folglich auch nichts bedeuteten, gleichgültig gegenüber zu stehen - es gelang ihm einfach nicht wirklich.
'Gott, ich hätte das Mädchen beinahe getötet. Ich konnte mich kaum zurückhalten. Ich hätte sie ausgesaugt, bis auf den letzten Tropfen. Dann hätten wir eine Leiche hier im MIDNIGHT gehabt!' dachte er und unterdrückte den Drang Joshua zu packen, um ihm ins Gesicht zu schreien: "Und du hast mir diesen Scheiß-Rat gegeben. Fuck! Du hast gesagt, es könne nichts passieren. Du stellst alles so leicht hin, so problemlos. Du sagst, ich dürfe nicht zulassen, dass mich das Leid über den Tod der Sterblichen überwältigt..."
Doch das Schlimme für Damian war, dass er eigentlich nicht daran litt, dass das Mädchen beinahe gestorben wäre, sondern dass es ihn mehr aufregte, wo sie fast den Tod gefunden hätte. Etwas in ihm störte sich daran, dass es ihm gelang sich von alten Moralvorstellungen so schnell zu verabschieden. Er vermutete, dass Joshua hier seine Finger im Spiel hatte, wusste er doch um die Fähigkeit der Hypnose, die ihnen gegeben war. Und wirklich, Joshua hatte auch hier damals nachgeholfen, als er Damian sein Blut zu trinken gab. Aber nur ein wenig, denn die Gefahr einen kalten Killer zu erschaffen, war zu groß.
'Ganz recht', dachte Joshua, der sich nicht zurückhalten konnte Damians gedanklichen Monolog mitzuverfolgen, vergaß dieser doch stetig die Tür zu schließen, nicht ahnend, dass er es diesmal selbst vergaß. 'Freiwillig würde er mir das ja im Moment kaum anvertrauen', rechtfertigte er sich vor sich selbst.
Auch das ärgerte Damian. Hielt Joshua ihn nicht für fähig mit sich selbst ins Reine zu kommen? Den Anflug von Dankbarkeit, dafür, dass Joshua ihm zusätzliches Leid ersparen wollte, unterdrückte er schnell. Er knallte das Glas mit dem Fanta-Orange auf den Tresen.
"Drei Mark Fünfzig", sagte er knapp.
"Okay, okay."
Perplex starrte Daniel Damian an. Damian zuckte zusammen als er die Stimme erkannte.
"Oh, sorry. Tut mir Leid." Verlegen zog Damian die Schultern ein und versuchte ein schwaches Lächeln.
"Schon gut. Was fehlt dir denn?", erkundigte sich Daniel.
Damian schüttelte nur stumm den Kopf.
'Antworten', dachte er. 'Antworten auf Fragen, die ich selbst nicht kenne.'
Manchmal erschien ihm alles so klar. Die Antworten schienen zum Greifen nahe und dann brach alles wieder in einem verwirrenden Gefühls-und Gedankenchaos zusammen. Er seufzte. Nicht nur seine Sinne und Instinkte hatten sich durch sein neues Dasein verstärkt. Auch sein emotionales Empfinden war stärker geworden. Er nahm die Bestellung eines anderen Gastes auf und drehte sich herum, um eine Flasche Warsteiner aus dem Kühlschrank zu nehmen. Dabei prallte er direkt gegen Joshua. Er sah auf und blickte in zwei besorgte schwarze Augen.
"Pass doch auf", murmelte er.
'Doch, es gibt zwei Fragen, die kenne ich. Warum bringt er meine Gefühle so in Wallung? Warum stürzt er meine Gedanken in so ein Chaos?' Auch dies schürte seine Wut. Er fluchte. Beinahe wäre ihm auch die Bierflasche durch die Finger geglitten. Er wich zurück.
'Reiß dich gefälligst zusammen', schimpfte er mit sich selbst in Gedanken.
Joshua fing seinen Blick. Damian konnte ihm nicht entwischen. Wie gebannt starrte er den älteren Vampir an. Er stöhnte leise auf. Ein Lächeln lag um Joshuas schönen Mund. Ein Bild stieg vor Damians geistigen Auge auf. Wie es wohl wäre...? Nein. Er wollte diesen Gedanken nicht zuende denken.

Der Eindringling schaltete den Fernseher aus.
"Tja, du kannst dir sicherlich denken, dass ich nicht nur hier bin um einen amüsanten TV-Abend mit dir zu verbringen, oder?", sagte er mit der Stimme eines Lehrers, der hofft, dass wenigstens ein Schüler verstanden hat, wie man die Ableitung einer e-Funktion durchführt.
"Was...?", schluchzte Joanna. 'Jetzt wird es ernst Mädchen', schien eine Stimme in ihrem Kopf zu sagen. Eine Stimme, die sehr viel mutiger klang, als sie sich fühlte.
"Erzähl mir von Damian Krieger."
Er klang freundlich, doch in seinen Augen stand der Befehl, nicht die Bitte. Joanna war verwirrt.
"Damian? Wieso Damian? Was wollen Sie von Damian?", brachte sie heiser hervor. Zur Panik in ihrem Blick gesellte sich nun auch die Sorge um den Freund.
'Oh, Dam in was hast du dich da hineingeritten?' dachte sie.
"Ach, sagen wir: Damian und ich sind Bekannte. Und jetzt beantworte meine Frage!"
Drohend funkelte er sie an. Um seine Lippen spielte ein bösartiges Lächeln. Er weidete sich an ihrer Angst. Er genoss es zu beobachten wie sich ihre Brüste unter den heftigen Atemzügen hoben und senkten, wie sie versuchte mit bebenden Lippen Worte zu finden, die verbargen, dass sie ihm kaum etwas über Damian Krieger verraten wollte. Es erregte ihn ihren Körper von Schauern der Angst geschüttelt zu sehen. Er lauschte ihrem tobenden Herzschlag, genoss dies ebenso sehr wie die süßen Klänge der "Kleinen Nachtmusik", seinem Lieblingsstück. Er roch ihren Angstschweiß und fand diesen Geruch betörender als jegliches Parfum. Er schien beinahe schon ihr süßes Leben zu schmecken. Mit der Zunge netzte er seine plötzlich trockenen Lippen und beugte sich nahe an ihr Gesicht. Joannas fliehender Atem streifte sein Gesicht.
"Sprich, dann wirst du leben", log er mit heiserer Stimme.
Er spürte wie sie bei diesen Worten zusammen zuckte. Die starre Maske, die das Gesicht des jungen Mädchens die ganze Zeit entstellt hatte, zerfiel und er konnte sehen, wie die panische Todesangst gegen die sie die ganze Zeit so tapfer angekämpft hatte, über sie hereinbrach wie eine Sturmflut. Schluchzend sank sie in sich zusammen.
'Sprich, dann wirst du leben', hallten die Worte in ihrem Geiste nach und dann sprudelte alles aus ihr hervor.
'Dam, es tut mir Leid, so Leid. Ich weiß, dass ich dich damit in Gefahr bringe, aber ich bin keine Heldin. Verstehst du?', flehte sie in Gedanken um Vergebung. François seufzte, denn was Joanna ihm erzählte, waren nicht gerade die Informationen, die er sich erhoffte. Es war eher eine Ode an einen Jugendhelden, und doch ließen sich einige, möglicherweise nützliche Informationen ableiten. Er wusste nun, wollte er Damian am härtesten treffen, musste er sich derer bedienen, die Damian liebte. Seiner Freunde. Seine Rache wäre nicht halb so vollkommen, würde er Damian Krieger direkt angreifen. Er musste ihn erst leiden lassen. Abgrundtiefe Pein für Damian Krieger. François grinste und blickte zu Joanna.
'Dieses war der zweite Streich und der dritte folgt sogleich', dachte er und lächelte das Mädchen an.

Joanna saß zusammengesunken auf der Couch. Der Eindringling stand vor ihr und blickte fröhlich auf sie hinab. Stumm, doch mit tränenverschmiertem Gesicht blickte sie schließlich zu ihm auf, als hätte sie einen stummen Befehl erhalten. Mit beiden Händen umfasste er ihr Gesicht und wischte mit den Daumen in beinahe schon fürsorglicher Weise ihre Tränen weg.
"Ich möchte dir danken, mein Herz. Zwar weiß ich noch nicht, inwiefern mir deine Auskünfte von Nutzen sein werden, doch kann man nie genug von seinem Feind wissen, nicht wahr? Schließlich weiß man nie, bei welcher Gelegenheit man sein Wissen anwenden kann." Er streichelte sanft ihre Wange. "Erhebe dich", befahl er dann rau.
Der Ausdruck in seinen Augen hatte sich schlagartig geändert. Die spöttische Fröhlichkeit darin war purem Begehren gewichen. Mechanisch erhob sie sich. Sie würde sich nicht gegen ihn wehren. Ihr Widerstand war gebrochen. Joanna hatte sich ihrem Schicksal ergeben. Sein Blick glitt über ihre Gestalt. Es hatte ihm Spaß gemacht sie zu brechen. Sich an ihrer Angst zu weiden. Sie zu beobachten, während sie sich ausmalte, was ihr alles blühen könnte. Zu sehen, wie sich ihre Gedanken, ihre zerplatzten Hoffnungen, die Panik, das Leid in ihren wunderschönen Augen spiegelte und dabei den Paukenschlägen ihres, von der Angst getriebenen, Herzschlages zu lauschen. All dies hatte ihn bis zur Unerträglichkeit erregt. Jetzt wollte er sie. Bis auf den letzten Tropfen ihres heißen, süßen, jungen Lebens, der durch ihre Adern strömte, wollte er sie aussaugen. Doch noch zögerte er es hinaus, begnügte sich damit sie zu betrachten.
'Michelle war genauso jung', schoss es ihm durch den Kopf.
Wut erwachte in ihm, vermengte sich mit seinem Begehren. Fauchend riss er sie an sich. Seine Finger gruben sich in ihren Rücken, als er sie an sich presste. Sein Mund suchte ihren Puls. Entfernt hörte er sie leise wimmern. Das heizte seine Lust noch an. Aufstöhnend senkte er seine Zähne in ihr weiches Fleisch, als seine Zunge das heftige Pulsieren ihrer Halsschlagader ertastete. Gierig nahm er das Blut, das über seine Zunge sprudelte auf und saugte fordernd an den Wunden um dessen Fluss zu beschleunigen. Joanna wehrte sich nicht. Sie hatte die Gnade der Bewusstlosigkeit erhalten. François bemerkte dies nicht, er war in seinem karmesinroten Rausch gefangen. Erst als ihr Herzschlag in seinen Ohren zu ersterben begann, riss er sich von ihr los.
"Danke für die schöne Nacht", flüsterte er leise und küsste ihre warmen Lippen, aus denen gerade der letzte Atemzug entwichen war.
Er hob sie auf seine Arme und bettete das tote Mädchen auf die Couch. Noch einmal beugte er sich über sie und ergriff ihre schlanke Hand. Kurzentschlossen nahm er den Ring an sich, der an ihrem Mittelfinger steckte. Dann schlüpfte er in seine Jacke und machte sich auf den Weg in die Küche, wo ein weit geöffnetes Fenster sich als wunderbarer Einstieg erwiesen hatte, und nun auch als Ausstieg dienen würde.

Damian stand auf dem Hinterhof des MIDNIGHT und rauchte eine Zigarette. Tief inhalierte er den Rauch und musste plötzlich lächeln.
"Seltsam, dass mir das geblieben ist. Dabei hat es gar keine Wirkung mehr", murmelte er und blickte auf die orange leuchtende Glut seiner Lucky Strike.
Versonnen hob er sein Gesicht zum Halbmond und fühlte wie dessen Licht ihm Kraft gab. So wie die ersten Strahlen der Frühlingssonne es nach dem langen Winter getan hatten, bevor er verwandelt wurde. Ihm war als würden prickelnde Schauer der Energie durch seinen Körper strömen, von dort aus, wo das Mondlicht seine Haut traf. Er konnte sie wahrhaftig spüren, die Strahlen des Mondlichts. Es war ein atemberaubendes, magisches Gefühl. Dann schob sich eine Wolke vor den Mond. Mit einem leisen Gefühl der Enttäuschung ließ er sich in einen weißen Plastikstuhl sinken, der ein einsames Dasein, neben einem alten Blechteller, das als Aschenbecher diente, direkt neben der Metalltür des Notausgangs, fristete. Seine Gedanken kehrten zu dem Mädchen zurück, das er beinahe getötet hätte und er bemühte sich seine aufgewühlten Emotionen zur Ruhe zu bringen.
'Ich habe wohl wirklich übertrieben reagiert', gestand er sich ein. 'Schließlich bin ich noch nicht lange ein Vampir. Ein paar Tage erst führe ich ein Leben, das für mich bisher jenseits der Realität lag. Ich bin praktisch ein Neugeborener. Ich sollte mich wohl bei Joshua entschuldigen.'
"Ja, sieh zu, dass du dir Joshua nicht vergraulst. Du wirst jede Hilfe gebrauchen können."
Damian fuhr herum. Doch konnte er niemanden sehen.
"Hier oben, du Trottel."
Er blickte hoch. Auf dem Plexiglasdach, das über die Stufen, die vom Notausgang hinauf in den Hinterhof führten, ragte, saß er, François, dem sein ganzer Hass galt und ließ gemütlich die Beine baumeln. Damian unterdrückte einen kleinen Anflug der Bewunderung, denn der andere Vampir hatte es geschafft sich ihm lautlos, und von seinen neuen geschärften Sinnen unbemerkt, zu nähern. Was er nicht unterdrückte waren die Warnsignale seines Instinkts, in Zukunft besser aufzupassen.
"François", zischte er.
"Der bin ich." Der Vampir warf Damian eine Kusshand zu. "Wie fühlt man sich so, als Kind des Mondlichts, Damian Krieger?", fragte er dann.
"Schieb’ dir deinen Small Talk in den Arsch! Ich werde dich töten, François!", schrie Damian mit hassverzerrten Zügen zu seinem Feind hinauf.
Damians dunkelblaue Augen leuchteten fluoreszierend und seine Eckzähne funkelten bedrohlich. Sein Körper schien unter Strom und war gespannt wie eine Stahlfeder. Er war zum Angriff bereit.
"Na, na, na, wer wird denn gleich?" François schüttelte missbilligend den Kopf. "Dir scheint es gut zu gehen. Das freut mich. Es macht viel mehr Spaß, wenn man einen gesunden und entschlossenen Spielgefährten hat. Und es ist ein lustiges Spiel, das ich mir ausgedacht habe. Glaub mir. Du kannst deinen Bruder fragen. Der steht gerade an der zweiten Station."
Die Erwähnung Kims traf Damian wie ein Faustschlag. Von plötzlicher Angst gepeinigt starrte er den anderen Vampir an.
"Was hast du Kim angetan, du Schwein?" Seine Stimme klang dunkel und bedrohlich, doch konnte er das panische Beben darin kaum verhehlen.
"Bis jetzt noch nichts. Pass gut auf deine Freunde auf, Damian", warnte François.
Unverhohlen schwang die Drohung in seiner Stimme mit. Er warf Damian einen kleinen, glitzernden Gegenstand vor die Füße, sein Mantel wirbelte auf und der Feind war in der Nacht verschwunden. Damian bückte sich nach dem Gegenstand, den François hinterlassen hatte. Es war ein Ring. Ein einfacher, schmaler Silberreif, dessen einzige Zierde ein tropfenförmig geschliffener Granat war. Damian sank in die Knie. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Blitzschlag. Er kannte diesen Ring und der Umstand, dass dieser jetzt vor ihm im Schmutz lag konnte nur eines bedeuten...
"Joanna....!", wisperte er tonlos. 'Ich werde dich in die Hölle schicken, François, und sollte es bedeuten, dass ich dich persönlich auf deinem Weg dorthin begleite. Das schwöre ich!', sandte er seinen Schwur stumm in die Nacht hinaus. Er wusste, François hörte ihn. Eine Weile saß er noch, Tränen der Wut und Trauer vergießend, auf dem Betonboden des Hinterhofes und versuchte sich nicht die Schuld am Tod der Freundin zu geben.

Schluchzend saß Kim auf der Couch, den toten Körper seiner Freundin an sich gepresst.
"Warum? Herr im Himmel, warum sie? Beatrice warum?", wiederholte er immer wieder die verzweifelten Worte, wie ein Mantra, während er den Leichnam Joannas in seinen Armen wiegte.
Beatrice beendete das Gespräch an ihrem Handy. Sie hatte die Polizei verständigt. Auch über ihr Gesicht rannen stetige Tränenbäche. Mascara und Lidschatten hinterließen schwarze Spuren auf ihren Wangen.
"Kim...", wisperte sie nur, unfähig ihn zu trösten und sank dann laut aufschluchzend in den Sessel.
Sie brachte es nicht über sich Kim darauf aufmerksam zu machen, dass sie vielleicht gerade wichtige Spuren verwischten. Mit vom Weinen geröteten Augen starrte Kim zu ihr. Rachegelüste standen in seinen Augen. In Gedanken schwor er dem Mörder Joannas Rache, ohne zu ahnen, dass Damian gerade denselben Eid ablegte. Beatrice griff erneut nach ihrem Mobiltelefon.
"Ich muss Stefan verständigen", sagte sie heiser und begann Damians Handynummer in ihrem Verzeichnis zu suchen. Zu wählen wäre sie im Moment nicht fähig gewesen, so sehr bebten ihre Finger. Sie entschied sich bewusst für diese Nummer, da Stefan kein Handy hatte und sie sicher sein wollte, dass sie gleich Damian am Apparat hatte. Sie wusste, sie würde losschluchzen sobald jemand abnahm. Kaum wurde das Gespräch angenommen, brach sie auch schon vollkommen zusammen.
"Damian... Beatrice hier. Etwas Furchtbares ist geschehen. Joanna... tot... sie wurde er… ermordet."
Kim bekam nichts davon mit. Er starrte ausdruckslos in die Unendlichkeit. Sein Gesicht war zu einer Maske erstarrt. Kein Ton drang über seine Lippen. Joannas Leichnam hielt er noch immer mit aller Kraft fest an sich gepresst.

Am nächsten Nachmittag, als er bemerkte, dass er immer noch nicht schlafen konnte, verließ Damian das Haus und lief zu Joshuas Wohnung. Er war zu unruhig zuhause zu bleiben, er wollte raus und er wollte zu Joshua. Zu einem Freund… Er musste mit Joshua reden, die ganze Geschichte durchsprechen, vielleicht konnte er sich dann beruhigen. Aber im Moment fühlte er sich, wie das reinste Wrack und so war er niemandem eine Hilfe. Weder Kim noch sich selbst. Gestern waren er und Joshua einfach nicht mehr dazu gekommen, miteinander zu sprechen. Er hatte sich um Kim kümmern müssen, was nicht leicht gewesen war, fühlte er selbst sich doch auch vollkommen verstört. Damian war losgefahren, nachdem Beatrice ihn angerufen hatte. Er wusste nicht mehr, wie er den Weg bewältigte hatte, oder die restliche Nacht, auf der Polizeiwache, abwechselnd Beatrice und Kim tröstend, die wiederum versuchten auch für Stefan und seine Eltern da zu sein. Die ganze Situation erschien im Nachhinein wie ein surrealer, verzehrender Alptraum. Er bemerkte, wie ihm die Kehle eng wurde und ihn ein leichtes Beben befiel, als wäre ihm kalt.
Bald hatte er das Haus erreicht. Er nahm die Sonnenbrille ab und lief die Treppe schnurstracks in Joshuas Stockwerk hinauf. Vor der Wohnungstür seines Freundes angekommen, hatte er kaum die Klingel gedrückt, als Joshua schon öffnete.
Der andere Vampir hatte wohl auch nicht geschlafen…
"Hallo!", begrüßte Damian Joshua, plötzlich verlegen.
"Hi!", erwiderte der den Gruß erstaunt.
"Ich konnte nicht schlafen, da…. Nun, ich bin vollkommen durch den Wind. Schon wieder… und, nun ja. Die ganze Situation wächst mir einfach über den Kopf und ich muss….", stammelte der Jungvampir hastig los.
"Komm doch erstmal rein.", unterbrach Joshua die wirre Rede fürsorglich und führte Damian ins Wohnzimmer.
Dort angekommen ließ Damian sich sofort auf das Sofa fallen. Joshua setzte sich neben ihn. Erwartungsvoll aber nicht drängend studierte er den anderen.
Eine Weile schwieg Damian, starrte einfach vor sich hin, ein Sofakissen an sich gedrückt, wie ein kleines Kind seinen Teddybären… Immer wieder machte er den Mund auf, so als wolle er etwas sagen, um dann doch zu schweigen…
Doch schließlich brach es aus ihm hervor:
"Gestern, als ich draußen war und Pause machte, kam François zu mir. Er brachte mir diesen Ring", flüsterte er tränenschwer und holte das Schmuckstück aus der Hosentasche.
"Er gehörte Joanna. Dass er sie ermordete, war ein weiterer Spielzug wie er es nannte."
Joshua stieß fauchend den Atem aus. Nicht, dass er nicht gewusst hätte, wer der Urheber dieses Verbrechens war.
"Ich kann nicht mehr, Joshua. Jetzt wird alles zuviel. Erst Michelle, dann Frank und jetzt Joanna. Sie war Kims und meine Freundin. Wer ist der nächste, Joshua?! Ich werde irre. Und dann noch dieses Vampirleben und zuhause Kim, vor Kummer am Durchdrehen. Alle meine Freunde, Kim, sie sind in Gefahr und ich kann es ihnen nicht mal sagen oder sie warnen. Ich will sie beschützen, aber wie?!"
"Wir müssen es ihnen sagen…", murmelte Joshua. "Das ist die einzige Möglichkeit. Zuerst sagst du es am besten Kim und wenn er dir glaubt, dann können wir gemeinsam den Rest einweihen", überlegte der ältere Vampir.
Es war das erste Mal in seinem Leben, dass er einen Vampir in dieser Situation erlebte, so hatte er auch keine Musterlösung parat. Davon abgesehen, dass es eine solche wahrscheinlich gar nicht gab.
Damian blickte Joshua mit großen Augen an. Damit hatte er nicht gerechnet. Mit tröstenden Worten, einem Ausweichmanöver, ja. Aber nicht damit!
Joshua bemerkte, wie ihm der Hals eng wurde bei diesem Anblick! Plötzlich wirkte Damian so unwahrscheinlich jung und so unwahrscheinlich verletzlich. Ehe er sich versah, hatte er Dam in die Arme geschlossen.
Und Damian ließ sich einfach fallen. Dankbar sank er gegen Joshua, barg sein Gesicht an dessen Schulter und plötzlich bemerkte Joshua, dass Damian weinte.
Stumm und ruhig, aber die Feuchtigkeit die plötzlich durch sein T-Shirt drang war eindeutig.
Sacht strich er über Damians Rücken, der keine Anstalten machte sich zu bewegen, sondern seine Finger in Joshuas T-Shirt grub und erstickt fragte:
"Und wie soll es dann weiter gehen?"
Joshua seufzte. Darauf wusste er auch keine Antwort. Was er dafür wusste, war, dass es sich gut anfühlte Damian in den Armen zu halten. Er würde den jungen Vampir am liebsten nie wieder los lassen und für immer dort verstecken. Damit er nie wieder so weinen musste wie heute. Es berührte ihn, zu sehen, wie Damian versuchte stark zu sein, alle seine Freunde, seine Familie zu beschützen und dafür sogar so stark sein konnte, seinen Stolz zu überwinden und um Hilfe zu bitten, wenn er nicht mehr weiter wusste. Jede Sekunde, die er mit Damian verbrachte, machte es ihm schwerer, ihn nur als Freund zu lieben. Sich einzureden, dass er Damian nur als Freund liebte…
Damian dagegen genoss das Gefühl, sich einfach bei Joshua verstecken zu können.
Er schämte sich nicht, hier an Joshua zu hängen und sich einfach auszuweinen. Er brauchte das jetzt und Joshua schien das zu verstehen und nicht von ihm zu erwarten, der starke und verlässliche Damian zu sein. Für Joshua war er einfach der verzweifelte Damian, und das war er jetzt im Moment: Verzweifelt. Und er brauchte die verständnisvolle Nähe eines Freundes. Es fühlte sich gut an, so gehalten zu werden. Verdammt gut. Es war schön und am liebsten hätte er sich noch enger an Joshua geschmiegt wie eine Katze.
Er bemerkte, dass Joshua den Griff um seine Mitte verstärkte und Damian gab nach, kuschelte sich nun wirklich enger an den Vampir, ohne sich dabei zu fragen, was er da tat. Was zählte, war, dass er es wollte… Weiche Lippen streiften seinen Hals.
Damian seufzte nur, es fühlte sich schön an… Er blickte auf. Ein sachter Kuss strich über seine Lippen, Damian erschrak. Damit hatte er nicht gerechnet. Es war nicht schlimm, nur er hatte einfach nicht damit gerechnet.
"Tut mir leid", sagte Joshua dann.
Damian runzelte die Stirn, unfähig etwas zu sagen, zu reagieren.
"Du wirst wohl lieber gehen", fuhr Joshua fort. Er klang erschrocken, doch Dam bemerkte das nicht.
Damian erhob sich, gehorchend wie ein Zombie. Hatte Joshua ihn wirklich gerade geküsst?
Ja, Joshua hatte ihn geküsst. Und es war eigentlich ein schönes Gefühl gewesen, oder? Ja, es war schön gewesen.
Er fand es schön, von Joshua geküsst zu werden?! Nun ja, es war nur ein "Bussi" gewesen, aber es hatte ihn doch ziemlich… verwirrt.
Bevor Damian sich versah, war er zuhause. Und relativ durcheinander. Warum war er gegangen? Auf seine Art hatte Joshua es geschafft, Damian zumindest für eine Weile abzulenken.

Zwei Abende später hatte Kim sich noch nicht wirklich beruhigt. Kein bisschen. Sein kleiner Bruder hatte einen zu großen Schock erlitten.
Traurig blickte Damian auf Kim, der sich eben erst neben ihm auf dem Sofa in den Schlaf geweint hatte. Kim litt fürchterlich. Er aß kaum, trank gerade genug - weil Damian darauf achtete - und weinte sehr, sehr viel. Ablenken oder trösten ließ er sich nur ganz schwer und immer nur für kurze Zeitspannen und danach war alles meistens noch schlimmer.
Es war so unfair und gemein! Kim und er hatten so viele geliebte Menschen verloren. Ihm machte es ironischerweise der Umstand leichter, dass er so viele Dinge hatte, über die er sich zusätzlich Gedanken machen musste.
Aber Kim, der arme Kim war ganz in seiner Trauer gefangen.
Gerade hatte der Jüngere seine erste große Liebe gefunden, als sie ihm das Schicksal in der Gestalt von François wieder entriss.
Sachte fuhr Damian Kim durch das Haar.
"Liebe und Tod wandeln Hand in Hand", wiederholte er die Worte Joshuas tonlos, die ihm dieser erst vor wenigen Tagen gesagt hatte. Doch Damian war trotzdem weit entfernt davon, Joshua zuzustimmen, dass die Liebe deshalb vermieden werden sollte. Im Gegenteil. Eher hatte er gelernt, wie kostbar jede Minute war, die man zusammen verbringen konnte.
Darum war ein Entschluss in ihm erwacht, als er erkannte, was ihn da die letzte Zeit immer so durcheinander brachte, wenn Joshua um ihn war, warum ihn ein bestimmter Jemand immer wieder so in Aufruhr versetzte. Darum hatte er eine Entscheidung getroffen, als er erkannte, weshalb er Joshua so vermisste und jeden Tag darauf hoffte, dass er hier auftauchen würde.
Und darum hatte er gelächelt, als er bemerkte, warum es ihm so weh tat, dass Joshua sein Handy ausgeschaltet hatte… Mehrere Punkte, die alle eine Antwort erhielten.
Nun ja, wenn er ehrlich war, hatte ihn dieses Gefühl am Anfang ziemlich erschreckt und schockiert! Er war ja schließlich ein Mann und er hatte sich eigentlich immer für vollkommen heterosexuell gehalten. Eine Nacht lang und einen halben Tag lang hatte er nicht stillhalten können, war durch das Haus gewandert wie ein gefangener Tiger und hatte mit sich selbst diskutiert, wenn er sich nicht gerade um Kim kümmerte. Aber nun… die Antwort darauf hatte er schon gegeben. Die Zeit, die einem geschenkt wurde, war zu wertvoll, um sie an Zweifel zu verschwenden. Und er machte sich vielmehr Sorgen darum, was seine Freunde sagen würden, wenn sie erfuhren, dass er ein Vampir war, als was sie zu seiner neu entdeckten Bisexualität anmerken könnten. Den meisten würde letzteres egal sein, schätzte er - vor allem wenn sie von ersterem erfuhren. Er grinste ironisch.
Aber zurück zum Kern der Sache, ermahnte er sich selbst:
Er wollte eine Chance für dieses zart in ihm erblühende Gefühl. Er wollte es aufblühen lassen und sehen, was sich daraus entwickelte.
Dafür musste er aber erst einmal herausfinden, ob in Joshua derselbe Keim spross. Natürlich. Nur wie sollte er das anstellen? Direkt ansprechen konnte er Joshua ja schlecht! Er wollte nicht, dass er vielleicht aus Versehen alles kaputt machte.
Das musste er sich überlegen… Wenn nicht alles schon kaputt war? Aber nein, das glaubte er nicht.
"Flirt with me…", sangen Zeromancer leise aus der Stereoanlage. Kim und er ertrugen völlige Stille derzeit nicht.
"Warum eigentlich nicht?", murmelte Damian. Wenn er etwas wirklich konnte, war es flirten.
Wenn Joshua darauf einging, dann war… es gut. Und wenn nicht? Darüber wollte er sich Gedanken machen, wenn es so weit war. Er war eigentlich nie der Typ gewesen, der abwartete und hoffte, dass das begehrte Wesen sich entschloss aktiv zu werden. Damian war aber auch kein gebranntes Kind und nur diese scheuen bekanntlich das Feuer.

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Freunde

2001

bibliothèque: Als Hausaufgabe in der Schulzeit, als die Veröffentlichung des Romans noch in weiter Ferne lag, entstanden, ist dies die erste Kurzgeschichte um Damian. (2011)

Sein Blick wanderte durch die Räumlichkeiten des überfüllten Nachtclubs und suchte die fröhlichen, vom Tanzen geröteten Gesichter der Menschen. Einer von ihnen würde heute Abend zum letzten Mal diese Fröhlichkeit erleben. Er wusste es genau, denn er würde derjenige sein, der dieses Leben beendete. Der Grund dafür? Der Traum der Menschheit: Die Unsterblichkeit. Doch noch hatte er sein Opfer nicht gewählt. Noch hatte er es nicht verspürt, das Gefühl das ihm verriet, wer diese Nacht sterben würde, das die Erregung und den Hunger zu einer infernalischen Flamme auflodern lies.

Damian biss sich auf die Unterlippe, schmeckte Blut als sich seine spitzen Eckzähne in die zarte Haut seiner blassen aber dennoch vollen Lippen bohrten. Ein melancholischer Zug lag darum, doch verhüllte dieser nicht, deren sinnlichen Schwung der fast schon feminin anmutete.
"Ist es das wert? Menschen zu töten, um dafür selbst ewig zu leben?" fragte er sich, wie schon Tausende Male zuvor.
Doch beantwortete er sie nie, denn er fürchtete sich vor seiner Antwort. Er nahm einen Schluck aus dem Rotweinglas das er in seiner Hand hielt und griff nach seinen Zigaretten. Auch heute bedauerte er wieder, dass weder Alkohol noch Nikotin bei Vampiren ihre Wirkung nicht entfalteten. Der einzige Rausch der ihnen vergönnt war, war der des Blutes und des Geschlechtes. Er seufzte. Wieder wanderte sein Blick zur Tanzfläche.

Seine einzige Entschuldigung war vielleicht, dass er nie eine Wahl hatte. Zuerst Michelle, die ihn zu dem machte was er jetzt war, zu einem Geschöpf der Nacht. Trauer trat in seine dunkelblauen Augen als er sich an sie erinnerte und die kurze Zeit die ihnen nur zusammen vergönnt gewesen war. François hatte sie ermordet aus Wut weil sie ihn, ihren Schöpfer verlassen hatte. Danach hatte er begonnen Dam zu jagen und Kim, seinen Bruder, alles was er noch an Familie hatte und seine Freunde bedroht. Dam musste am Leben bleiben, sie beschützen. Er musste stark sein, für Kim und sie. Die ihn liebten und nicht verurteilten was er war. Er liebte sie und konnte sie nicht verlassen. Konnte ein Wesen wirklich schlecht sein, wenn es zur Liebe fähig war?

Er erinnerte sich an ein Gespräch, das er mit Daniel, seinem besten Freund, geführt hatte, als ihn wieder ihn einmal alte Verzweiflung, von der er glaubte sie schon längst überwunden zu haben, wieder überwältigte. Nach Joshuas Tod, war das sehr oft geschehen und in einer schwachen Nacht, hatte er nach dem Handy gegriffen und Danny angerufen.
"Gib nicht auf, Damian. Du musst Leben, für Kim du bist die einzige Familie die er noch hat, für Beatrice die du geschaffen hast, unser aller Freundin seit der Kinderzeit, um ihr Leben zu retten. War das eine schlechte Tat? Ist diese Macht nur böse? Sie würde es ohne dich nicht bewältigen. Für mich und Sophie, du bist unser bester Freund. Wir könnten es nicht ertragen, nach Stefan und Joanna, die dieser François auf dem Gewissen hat, noch einen Freund zu verlieren. Für Joshua, der dich liebte. Er würde nicht wollen, dass du aufgibst.
Du, Kim und Beatrice - ihr braucht einander wie das Blut, von dem du dich nun mal ernährst. Es liegt in deiner Natur, wie in meiner kleine kuschelige Kälbchen zu essen und glaub mir ich finde das schon fast schlimmer. Eure Opfer leiden wenigstens nicht. Wenn es stimmt was Kim mir erklärt hat damals als du es uns und ihm erzähltest empfinden sie bei ihrem Tod dieselbe Lust wie ihr. Sie sterben, in Lust. Außerdem gibt es sicher mehr böse Menschen, als böse Kälbchen."

Danach war Daniel in Lachen ausgebrochen und hatte Damian einfach angesteckt mit seiner Lebensfreude. Es war ihm nicht vergönnt im Leiden zu verweilen. Jeden Tag wurde ihm von seinen Freunden und Kim gezeigt was das Leben lebenswert machte. Sie trieben ihn hinein ins Leben, bis er selbst wieder leben wollte und bemerkte, dass seine Reue weniger wurde. Dafür bewahrten sie ihm den wichtigsten Teil der menschlichen Seele. Die Fähigkeit, einen Menschen zu lieben.
Manchmal wollte etwas in ihm wieder versinken im Leid, doch dann blickte er in ihre Gesichter, spürte ihre Liebe und er begann wieder an sich zu arbeiten. Zuerst hatte etwas in ihm sich dagegen gewehrt. Doch nun … er wollte sie nicht mehr verlieren und verlassen. Er wollte dem Tod nicht mehr die Hand reichen zum letzten Reigen.

Nur noch ein Zwang griff in sein Leben ein. Der Dunkle. Die Begierde nach Blut. Sie trieb ihn jede Nacht hinaus, hielt ihn am Leben. Doch diese Begierde schenkte ihm auch das Zusammensein mit denen die er liebte.

Nein, Damian wollte die Frage wirklich nicht beantworten. Zwei Seiten bestimmten sein Leben. Die Dunkle und die Helle. Keine konnte die Überhand gewinnen, so dass es ihm bestimmt war im Zwielicht zu wandeln. So fürchtete er nur eines, den Tag an dem die Dunkle die Überhand gewinnen und er ihr vollkommen anheim fallen würde. Denn dann wäre die Schönheit seines Lebens dahin und er würde ein Monster werden, wie François es gewesen war. Träumend von der Liebe, aber nur fähig den Tod zu bringen.

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Schmetterlingsküsse

2010

bibliothèque: Ebenfalls eine Kurzgeschichte, die uns Einblicke in die homoerotische Traumwelt Damians gewährt. (2011)

Damian blinzelte faul in die Sonne und lächelte wohlig, bevor er sich seufzend auf den Bauch rollte. Abwesend riss er einen Grashalm aus der Wiese auf der er lag und sog tief den Duft der Pfingstrosen ein, den die leichte Brise zu der Decke trug, die er im Schatten der Kirschbäume, im Garten des Hauses ausgebreitet hatte, das er von seiner Großmutter erbte.
Ahhh, er liebte den Duft dieser Blumen, die sinnliche Süße mit der die heiße Frühsommerluft erfüllte. Er wandelte die warmen Sonnenstrahlen auf der nackten Haut seines Rückens in zärtliche Berührungen und den kühlenden Windhauch in Liebkosungen. Genießerisch schloss er die Augen und räkelte sich wie eine Katze. So ein freier Sommertag konnte nur Sünde sein, so gut wie er sich anfühlte. Er wusste, bald würde er einschlafen. Die Nächte im MIDNIGHT waren lang.

Da legte sich eine kühle Hand auf seinen Rücken und Damian fuhr auf.
"Schscht.", flüsterte eine dunkle Stimme heiser an seinem Ohr. Eine Stimme die er immer und überall erkannt hätte.
"J…!"
"Nein! Pssst!", schnitt ihm sein Besucher das Wort ab. "Bleib so und halte die Augen geschlossen", forderte er dann mit einem sinnlichen Unterton und Damian gehorchte. 
Der kühle Atem des anderen strich wie ein süßes Versprechen über seinen Hals.
"Du darfst mich nicht ansehen", erklärte dieser sanft und ließ gleichzeitig seine Fingerspitzen Damians Rückgrat hinauf gleiten. "Sonst … ich weiß nicht, ob ich sonst …".
Damian erschauerte lustvoll unter der zarten Berührung und doch schienen ihm die Worte geheimnisvoll.
"Dreh dich herum", lenkte ihn eine heiser und drängend ausgesprochene Bitte ab. Dann griffen die Finger seines Geliebten sacht in Damians Haar, glitten zärtlich durch die schwarze Seide, bevor sich dessen kühle, aber zärtliche Lippen auf die seinen legten. 
Damian war es, als sei dies ihr erster Kuss. Ein Beben durchlief ihn und sein Herz schien ihm in der Brust zu zerspringen, als er den Atem des anderen trank, doch als er sich unwillkürlich aufsetzte und die Arme hob, um den anderen fester an sich zu ziehen entzog sich ihm dieser. Mit sanfter Gewalt wurde er zurück auf die Decke gedrängt. 
Seines Sehsinnes beraubt, wurde ihm sogar der sanfte der Druck der Hände seines Geliebten auf seiner Brust zum sinnlichen Erlebnis.
Bisher bestand dieser Nachmittagsbesuch für ihn nur aus liebkosenden Fingerspitzen, Lippen, streichelndem Atem und Worten und doch war es für ihn schon jetzt eines seiner unvergleichlich intensivsten Erlebnisse.
"Überlasse dich ganz mir!", wisperte sein Liebster nun gegen Damians Lippen. 
Worte so sanft und durchdringend, wie ein Kuss. Und schon küsste er Damian erneut. Doch nur kurz, bevor Damian den Kuss erwidern konnte, löste er sich von ihm, um sachte Küsse, wie Falterflügel entlang Damians Wange, Kehle und Schlüsselbein zu hauchen, um dann seinen Weg über Damians Brust und Bauch fortzusetzen. Damians Haut begann zu kribbeln, wo immer der Atem des Geliebten über sie strich, seine Lippen ihn streichelten. Sein Körper wurde von einer Hitze erfüllt und zugleich von Schauern durchrieselt. Er stöhnte auf. 
Zu gerne hätte er seine Arme um den anderen gelegt, ihre Nähe verstärkt und ihn an seinem ganzen Körper gespürt. Doch er zwang sich zur puren Hingabe, wie sein Liebster es wünschte und ließ sich in die Sensationen sinken, die Atem und Lippen seines ungesehenen Besuchers seiner Haut und ihm schenkten. Sacht strich eine Zungenspitze über seine Brustspitze, er seufzte auf, ein kühler Lufthauch strich über sie, sanftes Pusten. Fauchend entfloh ihm sein Atem … 
Dieses Erlebnis liebkosenden Atems, zarter, beinahe unschuldig wirkender Küsse auf seiner Haut … es war …. so eindringlich …. ihm schien es so ungleich …
Dieses Erlebnis trieb ihn an ungekannte Grenzen süßer Qual, die ihm das Gefühl gaben zu zerfließen, zu vergehen … wenn …
Als ein zarter Atemkuss in seinen Bauchnabel strich, entrann ein nahezu flehendes Wimmern seinen Lippen. Sein Flehen wurde erhört, doch nur viel zu kurz gaben des anderen Lippen ihm nach.
Doch dann spürte Damian ein sachtes Zupfen am Bund seiner Hose.
"Dam …", wurde sein Name bittend gegen seine Hüfte gehaucht. 
Gehorsam hob er das Becken. 
Viel zu langsam schoben streichelnde Fingerspitzen den Stoff über seine Lenden und befreiten die fiebernde Haut aus ihrem Gefängnis. 
Doch der Erleichterung folgte bittersüße Marter, denn jeden Millimeter, den sein Geliebter befreite, eroberte er dafür mit seinen Lippen für sich. 
"Bitte …", entfloh Damian der einzige Gedanke, zu dem er noch fähig war, über seine Lippen. 
Seine Finger tasteten halt suchend über die Decke, klammerten sich in die Falten dieser, obwohl sie sich lieber in weiches Haar oder die glatte Haut eines Rückens gegraben hätten.
Aber dieses Mal wurde sein Flehen nicht erhört. Des Geliebten Fingerspitzen, dessen Lippen strichen nun über seine bebenden Oberschenkel, in sich nur zögerlich langsamen Kreisen dem glühenden Zentrum von Damians heißen Verlangen nähernd.
Dam hatte inzwischen das Gefühl sein Glühen überträfe das der Frühsommersonne und er würde bald in einer weißflammenden Supernova vergehen.
Er hörte nichts mehr außer seinem eigenen fliehenden Atem, seinem tosenden Herzschlag, er fühlte nichts mehr außer ihm. Er war nur noch pure Lust.
Sein Körper wand sich wie eine Schlange unter den Sinneseindrücken. Seine Haut war durch dieses quälend zärtliche Liebesspiel so sensibel wie nie zuvor und im Moment hatte er das Gefühl die nächste Stufe dieser nie gekannten Wollust seien Wahnsinn oder Tod und doch … war es wunderschön. 
Als die ersehnte Berührung, ein suchender Mund, tastende Fingerspitzen, schließlich doch ihr Ziel fanden, durchfuhr es Damian wie ein Donnerschlag. Mit einem schluchzenden Aufstöhnen wurde er über die Grenze gestoßen und er verlor sich in einer Eruption aus Hitze und … Rosenduft. Seine Finger tasteten halt suchend nach Joshua und … griffen ins Leere.

Damian erwachte bebend, schluchzend und schweißgebadet zwischen zerwühlten Laken in seinem dämmrigen, einsamen Zimmer. 
Er würde Joshua nie wieder in den Armen halten können, genauso wenig wie er je wieder in der Sonne liegen würde. 
Es war alles nur ein Sommernachtstraum … 

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Edens Asche: Engel der Rosen

2010

Read A Book: "Egal wie alt wir auch werden, vor der Ewigkeit sind wir nicht mehr als ein paar Staubkörner, die irgendwann verwehen. Vieles überlebt auch uns, die Sterne, der Mond. Doch selbst sie wird es vielleicht eines Tages nicht mehr geben."
Von tiefer Trauer und Verzweiflung erfüllt, flieht der Vampir Damian nach dem Tod seines Lehrers und Geliebten, vor seinem bösartigen Gegenspieler François nach Italien. Zuerst scheint es, als ob er uns seine Freunde endlich Frieden finden. Doch nicht nur Damians Albträume kehren zurück, sondern auch andere Nachtschatten. Sind sie wirklich die einstigen Freunde Joshuas, für die sie sich ausgeben oder Gesandte von François? Auch der rachsüchtige Vampir selbst spürt Damian schließlich auf. Der Kampf auf Leben und Tod beginnt, ebenso zum Leidwesen von Damians Geliebten. Doch nicht nur die Bedrohung durch François schwebt wie ein dunkler Schatten über Damian, sondern auch die Geheimnisse vergangener Vampirgenerationen.
(2010)

bibliothèque: Damian und seine Familie flüchtet nach dem Tod Joshuas nach Italien. Dort wird er von Alessandra angesprochen, die ihm ein halbes Jahr Vorbereitungszeit für den Showdown gegen François verschafft und ihn nach Schottland einlädt, um zu üben und zu lernen. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle um Liebe und Selbstbestimmung erwartet ihn da und eine große Prophezeiung, die ihm gar nicht schmeckt ...
Dieser Teil beginnt mit den Worten "Drittes Kapitel" und bringt damit in Erinnerung, dass es sich um eine Fortsetzung handelt. Der Strudel der Verliebtheit ist dabei ein wesentlicher Teil dieses Buches, doch bevor ich mich darüber aufregen konnte, dämmerte mir, dass ich zuletzt - deutlich älter als Damian - mindestens ähnlich pubertär war. Ach ja und seufz. Den passenden Soundtrack zum Buch liefert die Autorin ganz nebenbei gleich mit.
Irgendwas ist immer: Die teilweise "interessante" Absatzgestaltung sollte, wenn sich daran gewöhnt wurde, kaum noch stören; genauso wenig wie ein kleinerer Rechenfehler, der wahrscheinlich nur Leuten auffällt, die alles mit Stift und Zettel nachrechnen.
(2011)

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Autorin

Monika de Giorgi - geboren 1981, lebt in Rosenheim. Veröffentlichte 2007 ihren ersten Roman.

Homepage der Autorin

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Handlungsorte

Rosenheim (BRD), Edinburgh (Schottland), Torre Lapillo (Italien), Florenz (Italien), London (England)

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Vampire

Damian Krieger - "Phoenix". Alter: 24; geb.: 22.12.1976; Größe: 1,86m; Augen: dunkelblau; Haare: schwarz; Gestalt: Überschlank, langbeinig. So war mein geliebter Hauptcharakter am Anfang angelegt und sein Aussehen hat sich auch kaum geändert, außer dass hier nicht steht, dass er Ohrlöcher und ein sehr schönes Tattoo in Form einer schwarzen, blutigen Rose hat.... Und sich über seine Stupsnase ärgert. ^^ Damian ist sehr "Goth", allerdings nicht Mittelalter. Er kleidet sich sehr sexy und greift auch gerne mal zu schwarzem Kajal und Nagellack. Sein Kleiderschrank ist schier unerschöpflich. Er mag vor allem leichte und angenehme Stoffe und bevorzugt kalte Farben. Die einzige Ausnahme ist kräftiges Rot, das seine Lieblingsfarbe ist. Allerdings sind ihm Markenklamotten egal, Hauptsache sie sehen gut an ihm aus. ^^ Darauf achtet er immer sehr. Er hat eine Vorliebe für Süßigkeiten, was man ihm allerdings nicht so anmerkt, da er ja Vampir ist. Allerdings mag er ja auch süße Menschen. Hehe. Außerdem hat er schon Unmengen Strafzettel für zu schnelles Fahren kassiert. Er liebt schnelle Autos und rast für sein Leben gern über die Autobahn. Er ist aber ein guter Fahrer. Damian ist des Weiteren begeisterter Hobbymusiker. Er spielt Klavier und Gitarre. Er war früher in der Band "Angel of Sin", in dieser allerdings der Sänger, bis zu seinem Ausstieg. Doch übernimmt Dam, wie er auch von seinen Freunden genannt wird, bis heute Teile des Songwritings. Ich finde Steckbriefe von Hauptcharakteren immer interessant... Sie stören die Fantasie nicht und trotzdem hat man das Gefühl mehr zu erfahren. (Monika De Giorgi)
Er wurde von Michelle Jardin am 27. Juli verwandelt und verliebt sich in Joshua Craven. Sein erklärter Feind wird Francois de Noire, der seine Schöpferin und einige seiner Freunde und Bekannten tötete. Nach dem Tode seines Geliebten Joshua zeiht er sich mit seinem Bruder Kim und Beatrice nach Italien zurück. Dort findet ihn Alessandra, die mit Francois eine Schonzeit von einem halben Jahr aushandelt. Gemeinsam gehen Dam und Alessandra nach Schottland, wo sich Dam auf den Kampf gegen Joshua vorbereiten soll und sich in Jamie verliebt. Von Alessandra erfährt Damian, dass er genau einer alten Prophezeiung entspricht, die ihn zu einem "Dunklen Engel" macht.

François de Noire - Alter: 492; Größe: 1,91 m; Augen: grau; Haar: lang und blond; Gestalt: schlank, durchtrainiert. Francois de Noire, der Bösewicht in meiner Geschichte. Menschen verachtet er. Für ihn, sind die Sterblichen nicht mehr als Blutspender. Francois liebt Musik, besonders Klassik und die Discohits der 70er. Er nimmt nie menschliche Nahrung zu sich von Getränken abgesehen. Er mag am Liebsten Cappuchino, Kakao und Bier. Genauso vermeidet er es ans Tageslicht zu gehen wenn immer er kann. In seinem Besitz befinden sich mehrere Grundstücke auf der ganzen Welt und der Vampir ist im Grunde immer auf Achse.  Er umgibt sich für sein Leben gern mit geschmackvollem, nie protzigem Luxus und Antiquitäten, z.B. besitzt er diverse Oldtimer. Er schreibt nur mit Füller und Tinte, wenn es irgendwie geht und bevorzugt auf edles Schreibpapier in Creme. Er trägt bevorzugt weiße, figurbetont geschnittene Kleidung aus edlen Stoffen von italienischen Designern und sein Haar offen. (Monika De Giorgi)
Francois wurde 1516 von Elisabeth gewandelt und trat noch im selben Jahrhundert unter dem Namen
Jerome de Nancy auf. Er verwandelte Michelle Jardin und Joshua Craven und vernichtete Michelle zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Alessandra - ursprünglich: Ellen Winters. Die älteste Tochter eines Marquis wird in ihrer Heimatstadt London von Joshua im Alter von 18 Jahren gewandelt. In den beiden Weltkriegen war sie als Spionin für England tätig. Um 1990 tötet sie zur Nahrungsaufnahme eine junge Frau in Edinburgh, die von ihrem Freund verlassen worden war. Dass sie ein Kind hatte, vergaß sie gegenüber Alessandra zu erwähnen. Aus Reue nimmt diese den Jungen auf. Im 21. Jahrhundert schreibt sie gelegentlich Liebesromane.  Knapp zwanzig  Jahr später gelingt es ihr, François ein halbes Jahr Vorbereitungszeit für Damian abzuhandeln. Ebenso soll er für alle Zeiten dessen Freunde in Ruhe lassen.

Beatrice Sander - Alter: 19, Größe: 1,63 m, Haare + Augen: braun, Gestalt: schlank aber weiblich. Beatrice ist ein ganz normales, unkompliziertes und freundliches Mädchen. Sie ist Goth, allerdings weiß man nicht, ob sie sich wirklich sehr für die Szene interessiert oder eher ein Mitläufer ist, da sie sich sehr an ihren Freund bzw. ihre Freunde anpasst. Was Ihr "Selbst" angeht scheint sie nicht sehr selbständig zu sein. Sie wird erst im Laufe der Geschichte munterer und aktiver - was sie hauptsächlich Dam und Kim verdankt. (Monika De Giorgi)
Beatrice lebt in Rosenheim und war Stammgast im "Midnight", schließlich gehört sie zu Damians besten Freundinnen. Als Damian geschwächt ist, bietet sie ihm ihr Blut an. Doch Damian trinkt zuviel und rettet sie mit seinem Blut vor dem Tod.

Elisabeth - Gefährtin Tristans und Anführerin der "Todesanbeter", die sich die Menschen untertan machen wollen. Als "Kinder des Todes" ziehen sie in den Krieg gegen den "Orden der schwarzen Rose", den sie 1516 verlieren.

Jamie - eigentlich James Mc Rows. Mitte der 1950er geboren, Ende der 1970er gewandelt. Seinen damaligen Liebhaber tötet er im Blutrausch versehentlich. Tatsächlich ist er, als er Damian kennenlernt, bereits 53 Jahre alt, erscheint aber immer noch wie ein 23jähriger. Er verliebt sich in Damian und sieht seine Liebe erwidert.

Joshua Craven - Alter: 422; Größe: 1,89; Augen: schwarz; Haar: schwarz, seidig, kurz; Gestalt: schlank, durchtrainiert. Joshua ist von der Figur her ganz Kämpfer. Schnurrrrrr - wenn ich das mal ganz unprofessionell anmerken darf. Er kleidet sich am liebsten in Jeans und irgendein T-Shirt oder Hemd und legt vor allem auf eines Wert, dass seine Klamotten praktisch, bequem und zweckdienlich sind - was nicht heißt, dass er sich [nicht] schick machen kann. Was seinen Charakter angeht so hat er eine hohe Mauer um sich aufgebaut oder einen Stacheldrahtzaun. Er wurde mal ziemlich verletzt und hält das nun für sicherer. Allerdings schafft es Damian immer mal wieder ihn hinter dieser Mauer vorzulocken oder eine Tür darin zu öffnen - ob bewusst oder unbewusst. So kommt schnell heraus, dass er eigentlich sehr sensibel, humorvoll und gutmütig ist, nur recht unsicher im Umgang mit anderen. Zu lange hielt er sich von "Gefühlen" fern. Ich persönlich mag Joshua sehr gerne und halte ihn für einen echten Schatz. Da Joshua sich sehr bedeckt hält, sind mir auch wenige Details über ihn bekannt. Ich könnte euch nicht mal sagen, was er für ein Parfüm benutzt oder er gerne isst - außer Blut natürlich. (Monika De Giorgi)
Der Schotte wurde - als er noch Duncan Fraser gerufen wurde - von Francois de Noire 1576 verwandelt. Francois beraubte Joshua seiner größten Liebe und machte sich dadurch einen Feind. Doch zu Beginn des 21. Jahrhunderts trifft Joshua auf seinen Feind, gerade als er sich endlich selbst wieder die Liebe erlaubte.
Er trat auch unter dem Namen Juan Martinez auf.

Michelle Jardin - Alter: "danach fragt man eine Dame nicht"; Größe: 1,59 m; Augen: saphirgrün; Haar: Kastanie; Gestalt: elfenhaft, zart. Über Michelle ist nicht allzu viel bekannt. Sie hält sich sehr bedeckt und gefällt sich in ihrer Rolle als Sphinx. Als sie Damian erblickte, war es Liebe auf den ersten Blick und sie wollte ihn als Gefährten. Ihn oder keinen. Tja. Ich kann hier auch nicht viel mehr über sie schreiben, außer dass sie Damians Schöpferin ist, ohne Euch zu viel über die Handlung zu verraten. Sie wurde einst von Francois zur Gefährtin erwählt und sie waren bis zu einem unseligen Abend sehr glücklich zusammen. Dieser Abend tötete ihre Liebe genauso wie die eines anderen. Danach hat sie sich von Francois getrennt. Doch er verließ sie nie wirklich... (Monika De Giorgi)

Nicholas Angelheart - geboren 1180 als Nicholas Wise. "Willow" lebte und arbeitete mit 18 Jahren Stallbursche in der Dorfschenke seines Onkels, als ihn Sebastian von dort wegholte und ihn wandelte. Den Namen Angelheart erhält er von Sebastian. Er ist ein Vampir der alten Generation und als "Dunkler Engel" legendäres Mitglied des "Ordens der schwarzen Rose", einer Vereinigung, die über die Taten der Vampire wacht. Er nutzt auch den Namen Julian Angel.

Sebastian -  Der "schöne Sebastian" soll bereits Kleopatra gekannt haben. Er gehörte zum "Orden der schwarzen Rose", dessen Anführer er eine zeitlang war und hält sich heute eher im Hintergrund, so dass er zu einer legendären Gestalt selbst unter den Vampiren wurde. Seinem Aussehen nach könnte man ihn leicht für einen Mitte zwanzigjährigen halten. Zum Jahreswechsel 1958/59 hält er sich in den USA unter dem Namen Juska Syreeni auf.

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