BERENICE

Edgar Allan Poe

1835

bibliothèque: Egaeus wächst mit seiner lebensfrohen Cousine Berenice wie Geschwister im elterlichen Schloss auf. Der kränkelnde junge Mann entrückt der Welt dabei mehr und mehr  in Betrachtungen von Einzelheiten. Berenice wird von einer epileptischen Erkrankung heimgesucht. Als der Hochzeitstermin des Egaeus mit seiner Cousine näher rückt, entdeckt er Berenicens schöne weiße Zähne. Berenice wird nach einem Anfall lebendig begraben, doch man findet ihr Grab geöffnet, sie gerade noch lebend und aller Zähne beraubt. (2008)

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dt. Volltext

zitiert nach: Edgar Allan Poe: „Geschichten von Schönheit, Liebe und Wiederkunft. - Gesamtausgabe der Dichtungen und Erzählungen, Bd. 2“, Theodor Etzel (Hrsg.)
Propyläen Verlag. Berlin,
1921 (2. Auflage)
in der Übersetzung von
Gisela Etzel.

"Dicebant mihi sodales, si sepulcrum amicae visitarem, curas meas aliquantulum fore levatas." Ebn Zaiat
("Meine Freunde sagten mir, ich würde Erleichterung meines Unglücks finden, wenn ich das Grab meiner Liebsten aufsuche.")

 

Mannigfach sind Trübsal und Not. Unglück und Gram sind vielgestaltig auf Erden. Gleich dem Regenbogen spannt sich das Unglück von Horizont zu Horizont, und gleich den Farben des Regenbogens sind seine Farben vielfältig und scharf abgegrenzt und dennoch innig miteinander verwoben. Wie kommt es, dass Schönheit mir zum Kummer wurde, dass selbst aus Friedsamkeit ich nur Gram zu schöpfen wusste? Doch wie die Ethik lehrt, dass das Böse eine Konsequenz des Guten sei, so lehrt uns das Leben, dass die Freude die Trauer gebiert. Entweder ist die Erinnerung vergangener Seligkeit die Pein unseres gegenwärtigen Seins, oder die Qualen, die sind, haben ihren Ursprung in den Wonnen, die gewesen sein könnten.

Mein Taufname ist Egäus, meinen Familiennamen will ich verschweigen. Doch gibt es keine Burg im Lande, die stolzer und ehrwürdiger wäre als mein Geburtshaus, mit seinen düstern grauen Hallen. Man hat unser Geschlecht ein Geschlecht von Hellsehern genannt. Und dieser Glaube wurde bestärkt durch allerlei Sonderlichkeiten im Baustil des Herrenhauses, in den Fresken des Hauptsaales, in den Wandteppichen der Schlafgemächer, in den Ornamenten einiger Gewölbepfeiler der Waffenhalle, besonders aber in der Galerie alter Gemälde, in Form und Ausstattung des Bibliothekzimmers und schließlich auch in seinen äußerst seltsamen Bücherschätzen selbst.

Die Erinnerung an meine frühesten Lebensjahre ist mit jenem Zimmer und seinen Büchern, von denen ich nichts Näheres mehr sagen will, innig verknüpft. Hier starb meine Mutter. Hier wurde ich geboren. Doch es ist überflüssig, zu sagen, dass ich schon früher gelebt, dass meine Seele schon ein früheres Dasein gehabt hatte. Ihr leugnet es? Nun, wir wollen nicht streiten. Selbst überzeugt, suche ich nicht zu überzeugen. Jedoch - ich habe ein Erinnern an luftzarte Gestalten, an geisterhafte, bedeutsame Augen, an harmonische, doch trauervolle Laute; ein Erinnern, das sich nicht bannen lässt, ein Erinnern, das einem Schatten gleich sich nicht von meiner Vernunft loslösen lässt, solange ihr Sonnenlicht bestehen wird.

In jenem Zimmer also wurde ich geboren. Da ich solcherweise, aus der langen Nacht des scheinbaren Nichts erwachend, in ein wahres Märchenland eintrat, in einen Palast von Vorstellungen und Träumen, in die wunderlichen Reiche klösterlich einsamen Denkens und Wissens, so ist es nicht erstaunlich, dass ich mit überraschten, brennenden Blicken in diese Welt starrte, dass ich meine Knabenjahre im Durchstöbern von Büchern vergeudete, meine Jünglingszeit in Träumen verschwendete. Erstaunlich aber ist es, welch ein Stillstand über die sprudelnden Quellen meines Lebens kam, als die Jahre dahingingen und auch mein Mannesalter mich noch im Stammhaus meiner Väter sah, erstaunlich, welch vollständige Umwandlung mit meinem Wesen, mit meinem ganzen Denken vor sich ging. Die Realitäten des Lebens erschienen mir wie Visionen, während die wunderlichen Ideen aus Traumlanden nicht nur meinem täglichen Leben Inhalt gaben, sondern ganz und gar zu meinem täglichen Leben selber wurden.

*

Berenice war meine Kusine, und wir wuchsen zusammen in den Hallen meiner Väter auf. Doch wir entwickelten uns sehr verschieden: ich schwächlich von Gesundheit und dem Trübsal verfallen, sie ausgelassen, anmutig und von übersprudelnder Lebenskraft; ihrer warteten die spielenden Freuden draußen in freier Natur, meiner die ernsten Studien in klösterlicher Einsamkeit. Ich lauschte und lebte nur meinem eignen Herzen und ergab mich mit Leib und Seele dem angestrengtesten und qualvollsten Nachdenken; sie schlenderte sorglos durchs Leben und achtete nicht der Schatten, die auf ihren Weg fielen, und nicht der rabenschwarzen Schwingen, mit denen die Stunden schweigend entflohen. Berenice! Ich beschwöre ihren Namen herauf - und aus den grauen Trümmern des Gedenkens erheben sich jäh tausend ungestüme Erinnerungen! Ah, leibhaftig steht ihr Bild jetzt vor mir, so wie in jungen Tagen ihrer Leichtherzigkeit und ihres Frohsinns! O wundervolle, himmlische Schönheit! O Sylphe, die durch die Gebüsche Arnheims schwebte! O Rajade, die seine Quellen und Bäche belebte! Und dann, dann wird alles grauenvolles Geheimnis, wird zu seltsamer Spukgeschichte, die verschwiegen werden sollte. Krankheit, verhängnisvolle Krankheit befiel ihren Körper; plötzlich - vor meinen Augen fast - brach die Zerstörung über sie herein, durchdrang ihren Geist, ihr Gebaren, ihren Charakter und vernichtete mit schrecklicher, unheimlicher Gründlichkeit ihr ganzes Wesen, ihre ganze Persönlichkeit! Weh! Der Zerstörer kam und ging! Und das Opfer - wo blieb es? Ich kannte es nicht mehr - erkannte es nicht mehr als Berenice!

Unter der Gefolgschaft dieser ersten verderbenbringenden Krankheit, die eine so grässliche Umwandlung in Körper und Seele meiner Kusine herbeiführte, ist als quälendste und hartnäckigste Erscheinung eine Art Epilepsie zu nennen, die nicht selten in Starrsucht endete - in Starrsucht, die endgültiger Auflösung täuschend ähnlich war. Das Erwachen aus diesem Zustand war in den meisten Fällen erschreckend jäh.

Inzwischen nahm meine eigne Erkrankung - denn als solche, sagte man mir, sei mein Zustand anzusehen - mehr und mehr Besitz von mir und entwickelte sich zu einer neuartigen und äußerst seltsamen Monomanie, die von Stunde zu Stunde an Stärke zunahm und schließlich unerhörte Macht über mich gewann. Diese Monomanie - wenn ich so sagen muss - bestand in einer krankhaften Reizbarkeit jener geistigen Eigenschaft, die man mit Auffassungsvermögen bezeichnet.

Es ist mehr als wahrscheinlich, dass ich nicht verstanden werde; aber ich fürchte in der Tat, dass es ganz unmöglich ist, dem Verständnis des Durchschnittlesers einen auch nur annähernden Begriff davon zu geben, mit welcher nervösen interessierten Hingabe bei mir die Kraft des Nachdenkens (um Fachausdrücke zu vermeiden) sich eifrig betätigte, sich verbiss und vergrub in die Betrachtung sogar der allergewöhnlichsten Dinge von der Welt.

Ich konnte stundenlang von der belanglosesten Textstelle oder Randglosse eines Buches gefesselt werden; ich konnte den größten Teil eines Sonnentages damit zubringen, irgendeinen schwachen Schatten zu beobachten, der über eine Wand oder den Fußboden hinzog; ich konnte eine ganze Nacht lang das stille Lampenlicht betrachten oder dem Flammenspiel des Kaminfeuers zuschauen; ganze Tage verträumte ich über dem Duft einer Blüte, oder ich sprach irgendein monotones Wort so lange vor mich hin, bis es keinen Sinn mehr hatte und nur noch Klang zu sein schien; ich verlor jedes Bewusstsein meiner physischen Existenz, indem ich mich vollkommener Ruhe hingab, mich nicht rührte und regte und halsstarrig stundenlang so verweilte. Dies sind einige der häufigsten und harmlosesten Grillen, die mich plagten - die Folge eines Geisteszustandes, der vielleicht gar nicht so selten ist, sicherlich aber jeder Analyse oder Erklärung spottet.

Doch man darf mich nicht missverstehen. Die an so nichtige Dinge gehängte, tief ernste, krankhaft übertriebene Aufmerksamkeit ist nicht mit jenem Hang zu Grübeleien zu verwechseln, den mehr oder weniger wohl alle Menschen besitzen und der besonders Leuten von starker Einbildungskraft eigentümlich ist. Es war nicht einmal, wie man leichthin hätte annehmen können, ein besonders übertriebenes Stadium dieses Hinträumens, sondern etwas ganz und gar anderes. Jene Träumer und Phantasten, die von irgendeinem meist wirklich interessanten Gegenstande angezogen werden, verlieren dieses ursprüngliche Objekt bald aus den Augen, weil sein Anblick eine ganze Gedankenkette in ihnen aufrollt und eine Unzahl von Folgerungen und Betrachtungen in ihnen erweckt; und wenn sie dann aus solchen - meist angenehmen - Träumereien erwachen, so ist der Gegenstand, der diese Träumereien veranlasste, ihrem Bewusstsein völlig entschwunden. In meinem Falle jedoch war es stets ein ganz nichtiger Gegenstand, an den meine Betrachtung sich knüpfte, wenngleich er infolge meines krankhaft intensiven Anschauungsvermögens vielfältige und übertriebene Bedeutsamkeit bekam. Meine Gedanken schweiften nur wenig ab und kehrten stets eigensinnig wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Diese Grübeleien waren niemals angenehm, und wenn sie endeten, so hatte der Gegenstand, von dem sie ausgingen, für mich ein unnatürlich gesteigertes Interesse bekommen, und eben dies war es, was den charakteristischen Zug meines Übels ausmachte. Kurz gesagt: in meinem Fall handelte es sich um ein abnorm konzentriertes Anschauungsvermögen, während das Wachträumen normaler Menschen auf ein Analysieren und Folgern hinausläuft.

Wenn auch die Bücher, mit denen ich mich damals beschäftigte, diesen krankhaften Zustand nicht gerade hervorgerufen hatten, so trug ihr phantastischer und oft unlogischer Inhalt immerhin viel dazu bei, mein Leiden so eigenartig auszubilden. Ich erinnere mich unter anderem noch gut der Abhandlung des edlen Italieners Coelius Secundus Curio „De Amplitudine Beati Regni Die,“ des großen Werkes des heiligen Augustinus „Die Stadt Gottes“ und ferner des Tertullian „De Carne Christi,“ in welchem der paradoxe Satz: „Mortuus est Die filius; credibili est quia ineptum est; et sepultus resurexit; certum est quia impossibile est,“ mich zu tiefem, fruchtlosem Nachsinnen veranlasste und viele Wochen lang meine Zeit gänzlich in Anspruch nahm.

So konnte mein Verstand, den nur die trivialsten Dinge aus dem Gleichgewicht brachten, mit jenem Meeresfelsen verglichen werden, von dem Ptolomäus Hephästion sagt, dass er allen menschlichen Angriffen widerstand, ja selbst der heftigsten Wut von Wind und Wellen trotzte, der aber erbebte, sobald er mit der Blume Asphodelos berührt wurde. Ein oberflächlicher Beurteiler möchte wohl nun mit Bestimmtheit annehmen, dass die Veränderung, die Berenices unglückselige Krankheit in ihrem Seelenzustand hervorgerufen hatte, mir häufig Gelegenheit für dies intensive und anormale Nachsinnen gegeben hätte, das ich soeben nach bestem Können zu beschreiben versucht habe - aber nein, dies war in keiner Weise der Fall. In meinen klaren Stunden bereitete mir ihr Leiden allerdings Schmerz, denn dieser völlige Zusammenbruch ihres heiteren und edlen Lebens ging mir tief zu Herzen, und ich fragte mich oft bekümmert, welch grauenhafte Mächte einen so unerhörten Umsturz hatten herbeiführen können. Aber solche Betrachtungen hingen mit meiner Idiosynkrasie nicht zusammen, sie waren ganz so, wie sie unter analogen Umständen weitaus die meisten Menschen angestellt haben würden. Es ist vielmehr bezeichnend für die Eigenart meines Übels, dass mich die unwichtigere, doch augenfälligere Wandlung in Berenices physischem Zustand - diese sonderbare und grauenhafte Vernichtung ihrer wirklichen, sichtbaren Persönlichkeit - weit mehr fesselte.

Sicherlich habe ich sie in den strahlenden Tagen ihrer unvergleichlichen Schönheit nie geliebt. Infolge meiner seltsamen Anomalie waren meine Gefühle nie vom Herzen - waren meine Neigungen stets vom Verstand ausgegangen. Im frühen Morgengrau - im schattigen Gitterwerk des mittäglichen Waldes - nächtens in der Stille meines Studierzimmers - wann und wo sie mir je vor Augen trat, immer war es mir, als sei sie nicht die lebende, atmende Berenice, sondern eine Traumgestalt; sie erschien mir nicht als ein irdisches Geschöpf, sondern als die Abstraktion eines solchen - nicht als etwas, das man bewundern, sondern als etwas, dem man nachsinnen müsse - nicht als ein Wesen zum Lieben, sondern als ein Thema zum tiefgründigen Erforschen. Und jetzt - jetzt schauderte ich bei ihrem Nahen und erbleichte bei ihrem Anblick. Aber ich beklagte ihren Verfall bitter, und ich erinnerte mich, dass sie mich seit langem liebte, und so kam es, dass ich ihr in einer schlimmen Stunde von Heirat sprach.

Und als die Zeit nahte, da wir Hochzeit halten wollten, saß ich an einem Winternachmittag eines jener wunderbar warmen, stillen und umschleierten Tage, die man die Amme des schönen Eisvogels nennt, (Denn da Jupiter während der Winterzeit zweimal sieben Tage Wärme schenkt, so haben die Menschen diese milde und gemäßigte Zeit die Amme des schönen Eisvogels genannt. - Simonides.) wie ich vermeinte ganz allein im innern Gemach der Bibliothek; aber als ich aufblickte, sah ich Berenice vor mir stehen.

War es meine eigne fiebernde Einbildungskraft oder eine Wirkung der dunstigen Atmosphäre oder das trübe Dämmerlicht im Zimmer oder der Faltenfluss ihres grauen Gewandes, was ihr so verschwommene Konturen gab? Ich konnte es nicht sagen. Sie sprach kein Wort; und ich - nicht um alles in der Welt hätte ich ein Wort hervorbringen können. Ein eisiger Frost durchrieselte mich; eine unerträgliche Angst befiel mich; eine verzehrende Neugier durchdrang meine Seele, ich sank in meinem Sitz zurück und verharrte regungslos und hielt den Atem an und heftete meine Augen durchdringend auf ihre Gestalt. Ach, sie war entsetzlich abgemagert! Nicht eine einzige Linie, nicht eine einzige Kontur verriet noch eine Spur ihrer früheren Persönlichkeit. Meine brennenden Blicke fielen schließlich auf ihr Antlitz.

Die Stirn war hoch und sehr bleich und sonderbar starr und war über den hohlen Schläfen von zahllosen Löckchen des einst pechschwarzen Haares beschattet, das jetzt von lebhaftem Gelb war und dessen phantastische Ringel mit der souveränen Melancholie des Antlitzes seltsam kontrastierten. Die Augen waren ohne Leben und ohne Glanz und anscheinend ohne Pupillen; und ich schauderte unwillkürlich vor ihrem glasigen, starren Ausdruck zurück und wandte mich der Betrachtung der dünnen und eingesunkenen Lippen zu. Sie teilten sich zu einem sonderbar bedeutungsvollen Lächeln und enthüllten meinem Blick langsam der veränderten Berenice Zähne. Wollte Gott, dass ich sie nie gesehen hätte oder dass ich, nachdem ich sie sah, gestorben wäre!

*

Das schließen einer Tür schreckte mich auf, und aufblickend bemerkte ich, dass meine Kusine das Gemach verlassen hatte. Aber in der wüsten Kammer meines Gehirns war etwas zurückgeblieben: das weiße Gespenstbild ihrer Zähne - und das ließ sich nicht mehr vertreiben. Das flüchtige Lächeln von Berenices Lippen hatte genügt, jedes Schattenfleckchen auf dem schimmernden Email, jede Einkerbung der Schneiden - kurz jedes kleinste Merkmal ihrer Zähne tief in mein Gedächtnis einzubrennen. Ich sah sie jetzt sogar deutlicher als vorhin, da ich sie wirklich vor Augen hatte. Die Zähne! - Die Zähne! - Sie waren hier, sie waren dort, sie waren überall - sichtbar, greifbar vor mir; lang, schmal und übermäßig weiß, umwunden von den bleichen Lippen - ganz so wie in jenem Augenblick, da jenes verhängnisvolle Lächeln sie zuerst enthüllte.

Dann kam meine Monomanie mit voller Wucht über mich, und ich wehrte mich vergeblich gegen ihre unerklärliche, bezwingende Gewalt. Alle Gegenstände und Ereignisse um mich her schienen zu versinken - ich hatte nur noch Gedanken für diese Zähne. Nach ihnen trug ich ein wahnsinniges Verlangen. Die Welt und alles, was mich mit ihr verband, schwand dahin vor diesem einen, einzigen Bild. Sie, die Zähne, sie allein waren meinem geistigen Auge gegenwärtig - und sie, in ihrer ausgesprochenen Individualität, wurden zum einzigen Gedanken meines Geistes. Ich hielt sie in jede Beleuchtung. Ich betrachtete sie von allen, allen Seiten. Ich studierte ihren Charakter. Ich verweilte bei ihren einzelnen Eigentümlichkeiten. Ich vertiefte mich in die Übereinstimmungen und Abweichungen, die die Zähne in ihrer Formbildung aufwiesen. Ich entsetzte mich, als ich ihnen in Gedanken die Fähigkeit sinnlichen Empfindens und, auch ohne dass die Lippen sie unterstützten, seelisches Ausdrucksvermögen zuschrieb. Von Mademoiselle Salles hat man mit Recht gesagt: „que tous ses pas étaient des sentiments,“ und von Berenice glaubte ich weit überzeugter: que tous ses dents étaient des idées. Des idées! - ah, war dies der idiotische Gedanke, der mich zugrunde richten sollte? Des idées - ah, das war es, weshalb ich diese Zähne so wahnsinnig begehrte! Ich fühlte, dass einzig ihr Besitz mir Frieden bringen - mich der Vernunft zurückgeben konnte.

Und so wurde es Abend - und Nacht kam und verweilte und ging - und wieder dämmerte der Tag - und die Nebel einer zweiten Nacht sammelten sich rings - und immer noch saß ich regungslos in jenem einsamen Zimmer - und immer noch saß ich in Betrachtungen vergraben - und immer noch übte das Gespenst der Zähne, das da mit lebhafter und grässlicher Deutlichkeit im Wechsel von Licht und Schatten durchs Zimmer schwebte, seine schreckliche Gewalt.

Da brach in meine Traumversunkenheit ein Ruf voll Grausen und Bestürzung; und nach einer Pause vernahm ich Geräusch banger Stimmen, untermischt mit Klagelauten des Schmerzes. Ich erhob mich von meinem Sitz, und als die Tür zum Vorzimmer aufwarf, fand ich dort eine Magd, die mir in Tränen aufgelöst berichtete, dass Berenice nicht mehr sei! Sie war am frühen Morgen einem Anfall von Epilepsie erlegen, und jetzt, beim Hereinbrechen der Nacht, wartete das Grab auf seinen Bewohner; alle Vorbereitungen zur Bestattung waren beendet.

*

Ich fand mich im Bibliothekszimmer sitzend - und wieder allein dort sitzend. Es schien, als sei ich wiederum aus einem wirren und aufregenden Traum erwacht. Ich wusste, dass jetzt Mitternacht war, und ich wusste recht gut, dass man Berenice bei Sonnenuntergang in die Erde gebettet hatte. Doch von den nachfolgenden dunklen Stunden hatte ich keine bestimmte und klare Erinnerung. Dennoch gedachte ich ihrer voll Grauen - einem Grauen, das um so entsetzlicher war, als ich es nicht an bestimmte Vorgänge zu binden vermochte. Es war in den Aufzeichnungen meines Lebens das furchtbarste Blatt, über und über mit dunklen, grässlichen und unfassbaren Erinnerungen bekritzelt. Ich versuchte, sie zu entziffern, aber es war unmöglich, und zwischendurch - wie das Gespenst eines verklungenen Rufes - gellte hin und wieder der schrille und durchdringende Schrei einer weiblichen Stimme mir in die Ohren. Ich hatte irgendetwas getan - was war es? Ich stellte mir laut diese Frage, und die flüsternden Echos des Zimmers antworteten mir - „was war es?“

Auf dem Tisch neben mir brannte eine Lampe, und daneben lag eine kleine Schachtel. Sie hatte durchaus nichts Auffallendes, und ich hatte sie schon manchmal gesehen, denn sie war Eigentum des Hausarztes; wie aber kam sie hier auf meinen Tisch, und warum schauderte ich, wenn ich sie ansah? Diese Fragen wollten sich in keiner Weise beantworten lassen. Meine Blicke fielen schließlich auf den unterstrichenen Satz eines offen vor mir liegenden Buches. Es waren die sonderbaren , doch einfachen Worte des Dichters Ebn Zaiat: „Dicebant mihi sodales, si sepulcrum amicae visitarem, curas meas aliquantulum fore levatas.“ - Warum nur standen mir die Haare zu Berge, als ich dies las, warum erstarrte mir das Blut in den Adern?

Es wurde leise an die Tür geklopft, und bleich wie der Tod trat ein Diener auf Zehenspitzen herein. Seine Blicke waren voll wahnsinnigen Entsetzens, und er sprach bebend zu mir mit gedämpfter, heiserer Stimme. Was sagte er? Einige abgerissene Sätze hörte ich. Er sprach von einem wilden Schrei, der das Schweigen der Nacht gebrochen habe - dass das Hausgesinde zusammengeströmt sei - dass man in der Richtung des Schreies auf Suche gegangen sei; und dann wurde seine Stimme unheimlich deutlich, als er von Grabschändung redete - von einem aus dem Sarg gerissenen, entstellten Körper, der noch atmete - noch pulste - noch lebte!

Er deutete auf meine Kleider; sie waren von Erde beschmutzt und mit Blut bespritzt. Ich sagte nichts, und er ergriff sanft meine Hand: sie trug frische Kratzwunden von Fingernägeln. Er lenkte meine Aufmerksamkeit auf einen an die Wand gelehnten Gegenstand: es war ein Spaten. Mit schrillem Aufschrei sprang ich an den Tisch und riss die Schachtel an mich, die dort lag. Aber es wollte mir nicht gelingen, sie zu öffnen. Und sie entglitt meinen zitternden Händen und schlug hart zu Boden und sprang in Stücke. Und heraus rollten klappernd zahnärztliche Instrumente und zweiunddreißig kleine, weiße, elfenbeinschimmernde Dinger und verstreuten sich rings auf dem Fußboden ...

 

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Volltext (engl. Original)

Dicebant mihi sodales, si sepulchrum amicae visitarem, curas meas aliquantulum forelevatas. (Ebn Zaiat)

Misery is manifold. The wretchedness of earth is multiform. Overreaching the wide horizon as the rainbow, its hues are as various as the hues of that arch - as distinct too, yet as intimately blended. Overreaching the wide horizon as the rainbow! How is it that from beauty I have derived a type of unloveliness? - from the covenant of peace, a simile of sorrow? But as, in ethics, evil is a consequence of good, so, in fact, out of joy is sorrow born. Either the memory of past bliss is the anguish of to-day, or the agonies which are, have their origin in the ecstacies which might have been.

My baptismal name is Egaeus; that of my family I will not mention. Yet there are no towers in the land more time-honored than my gloomy, gray, hereditary halls. Our line has been called a race of visionaries; and in many striking particulars - in the character of the family mansion - in the frescos of the chief saloon - in the tapestries of the dormitories - in the chiselling of some buttresses in the armory - but more especially in the gallery of antique paintings - in the fashion of the library chamber - and, lastly, in the very peculiar nature of the library's contents - there is more than sufficient evidence to warrant the belief.

The recollection of my earliest years are connected with that chamber, and with its volumes - of which latter I will say no more. Here died my mother. Herein was I born. But it is mere idleness to say that I had not lived before - that the soul has no previous existence. You deny it? - let us not argue the matter. Convinced myself, I seek not to convince. There is, however, a remembrance of aerial forms - of spiritual and meaning eyes - of sounds, musical yet sad - a remembrance which will not be excluded; a memory like a shadow - vague, variable, indefinite, unsteady; and like a shadow, too, in the impossibility of my getting rid of it while the sunlight of my reason shall exist.

In that chamber was I born. Thus awaking from the long night of what seemed, but was not, nonentity, at once into the very regions of fairy land - into a palace of imagination - into the wild dominions of monastic thought and erudition - it is not singular that I gazed around me with a startled and ardent eye - that I loitered away my boyhood in books, and dissipated my youth in reverie; but it is singular that as years rolled away, and the noon of manhood found me still in the mansion of my fathers - it is wonderful what stagnation there fell upon the springs of my life - wonderful how total an inversion took place in the character of my commonest thought. The realities of the world affected me as visions, and as visions only, while the wild ideas of the land of dreams became, in turn, not the material of my every-day existence, but in very deed that existence utterly and solely in itself.

Berenice and I were cousins, and we grew up together in my paternal halls. Yet differently we grew - I, ill of health, and buried in gloom - she, agile, graceful, and overflowing with energy; her's, the ramble on the hill-side - mine the studies of the cloister; I, living within my own heart, and addicted, body and soul, to the most intense and painful meditation - she, roaming carelessly through life, with no thought of the shadows in her path, or the silent flight of the raven-winged hours. Berenice! -I call upon her name - Berenice! - and from the gray ruins of memory a thousand tumultuous recollections are startled at the sound! Ah, vividly is her image before me now, as in the early days of her light-heartedness and joy! Oh, gorgeous yet fantastic beauty! Oh, sylph amid the shrubberies of Arnheim! Oh, Naiad among its fountains! And then - then all is mystery and terror, and a tale which should not be told. Disease - a fatal disease, fell like the simoon upon her frame; and, even while I gazed upon her, the spirit of change swept over her, pervading her mind, her habits, and her character, and, in a manner the most subtle and terrible, disturbing even the identity of her person! Alas! the destroyer came and went! - and the victim -where is she? I knew her not - or knew her no longer as Berenice.

Among the numerous train of maladies superinduced by that fatal and primary one which effected a revolution of so horrible a kind in the moral and physical being of my cousin, may be mentioned as the most distressing and obstinate in its nature, a species of epilepsy not unfrequently terminating in trance itself - trance very nearly resembling positive dissolution, and from which her manner of recovery was in most instances, startlingly abrupt. In the mean time my own disease - for I have been told that I should call it by no other appelation - my own disease, then, grew rapidly upon me, and assumed finally a monomaniac character of a novel and extraordinary form - hourly and momently gaining vigor - and at length obtaining over me the most incomprehensible ascendancy. This monomania, if I must so term it, consisted in a morbid irritability of those properties of the mind in metaphysical science termed the attentive. It is more than probable that I am not understood; but I fear, indeed, that it is in no manner possible to convey to the mind of the merely general reader, an adequate idea of that nervous intensity of interest with which, in my case, the powers of meditation (not to speak technically) busied and buried themselves, in the contemplation of even the most ordinary objects of the universe.

To muse for long unwearied hours, with my attention riveted to some frivolous device on the margin, or in the typography of a book; to become absorbed, for the better part of a summer's day, in a quaint shadow falling aslant upon the tapestry or upon the floor; to lose myself, for an entire night, in watching the steady flame of a lamp, or the embers of a fire; to dream away whole days over the perfume of a flower; to repeat, monotonously, some common word, until the sound, by dint of frequent repetition, ceased to convey any idea whatever to the mind; to lose all sense of motion or physical existence, by means of absolute bodily quiescence long and obstinately persevered in: such were a few of the most common and least pernicious vagaries induced by a condition of the mental faculties, not, indeed, altogether unparalleled, but certainly bidding defiance to anything like analysis or explanation.

Yet let me not be misapprehended. The undue, earnest, and morbid attention thus excited by objects in their own nature frivolous, must not be confounded in character with that ruminating propensity common to all mankind, and more especially indulged in by persons of ardent imagination. It was not even, as might be at first supposed, an extreme condition, or exaggeration of such propensity, but primarily and essentially distinct and different. In the one instance, the dreamer, or enthusiast, being interested by an object usually not frivolous, imperceptibly loses sight of this object in a wilderness of deductions and suggestions issuing therefrom, until, at the conclusion of a day dream often replete with luxury, he finds the incitamentum, or first cause of his musings, entirely vanished and forgotten. In my case, the primary object was invariably frivolous, although assuming, through the medium of my distempered vision, a refracted and unreal importance. Few deductions, if any, were made; and those few pertinaciously returning in upon the original object as a centre. The meditations were never pleasurable; and, at the termination of the reverie, the first cause, so far from being out of sight, had attained that supernaturally exaggerated interest which was the prevailing feature of the disease. In a word, the powers of mind more particularly exercised were, with me, as I have said before, the attentive, and are, with the day-dreamer, the speculative.

My books, at this epoch, if they did not actually serve to irritate the disorder, partook, it will be perceived, largely, in their imaginative and inconsequential nature, of the characteristic qualities of the disorder itself. I well remember, among others, the treatise of the noble Italian, Coelius Secundus Curio, "De Amplitudine Beati Regni Dei;" St. Austin's great work, the "City of God;" and Tertullian's "De Carne Christi," in which the paradoxical sentence "Mortuus est Dei filius; credible est quia ineptum est: et sepultus resurrexit; certum est quia impossibile est," occupied my undivided time, for many weeks of laborious and fruitless investigation.

Thus it will appear that, shaken from its balance only by trivial things, my reason bore resemblance to that ocean-crag spoken of by Ptolemy Hephestion which steadily resisting the attacks of human violence, and the fiercer fury of the waters and the winds, trembled only to the touch of the flower called Asphodel. And although, to a careless thinker, it might appear a matter beyond doubt, that the alteration produced by her unhappy malady, in the moral condition of Berenice, would afford me many objects for the exercise of that intense and abnormal meditation whose nature I have been at some trouble in explaining, yet such was not in any degree the case. In the lucid intervals of my infirmity, her calamity, indeed, gave me pain, and, taking deeply to heart that total wreck of her fair and gentle life, I did not fall to ponder, frequently and bitterly, upon the wonder-working means by which so strange a revolution had been so suddenly brought to pass. But these reflections partook not of the idiosyncrasy of my disease, and were such as would have occurred, under similar circumstances, to the ordinary mass of mankind. True to its own character, my disorder revelled in the less important but more startling changes wrought in the physical frame of Berenice - in the singular and most appalling distortion of her personal identity.

During the brightest days of her unparalleled beauty, most surely I had never loved her. In the strange anomaly of my existence, feelings with me, had never been of the heart, and my passions always were of the mind. Through the gray of the early morning - among the trellised shadows of the forest at noonday - and in the silence of my library at night - she had flitted by my eyes, and I had seen her - not as the living and breathing Berenice, but as the Berenice of a dream; not as a being of the earth, earthy, but as the abstraction of such a being; not as a thing to admire, but to analyze; not as an object of love, but as the theme of the most abstruse although desultory speculation. And now - now I shuddered in her presence, and grew pale at her approach; yet, bitterly lamenting her fallen and desolate condition, I called to mind that she had loved me long, and, in an evil moment, I spoke to her of marriage.

And at length the period of our nuptials was approaching, when, upon an afternoon in the winter of the year - one of those unseasonably warm, calm, and misty days which are the nurse of the beautiful Halcyon, - I sat, (and sat, as I thought, alone,) in the inner apartment of the library. But, uplifting my eyes, I saw that Berenice stood before me.

Was it my own excited imagination - or the misty influence of the atmosphere - or the uncertain twilight of the chamber - or the gray draperies which fell around her figure - that caused in it so vacillating and indistinct an outline? I could not tell. She spoke no word; and I - not for worlds could I have uttered a syllable. An icy chill ran through my frame; a sense of insufferable anxiety oppressed me; a consuming curiosity pervaded my soul; and sinking back upon the chair, I remained for some time breathless and motionless, with my eyes riveted upon her person. Alas! its emaciation was excessive, and not one vestige of the former being lurked in any single line of the contour. My burning glances at length fell upon the face.

The forehead was high, and very pale, and singularly placid; and the once jetty hair fell partially over it, and overshadowed the hollow temples with innumerable ringlets, now of a vivid yellow, and jarring discordantly, in their fantastic character, with the reigning melancholy of the countenance. The eyes were lifeless, and lustreless, and seemingly pupilless, and I shrank involuntarily from their glassy stare to  he contemplation of the thin and shrunken lips. They parted; and in a smile of peculiar meaning, the teeth of the changed Berenice disclosed themselves slowly to my view. Would to God that I had never beheld them, or that, having done so, I had died!

The shutting of a door disturbed me, and, looking up, I found that my cousin had departed from the chamber. But from the disordered chamber of my brain, had not, alas! departed, and would not be driven away, the white and ghastly spectrum of the teeth. Not a speck on their surface - not a shade on their enamel - not an indenture in their edges - but what that period of her smile had sufficed to brand in upon my memory. I saw them now even more unequivocally than I beheld them then. The teeth! - the teeth! - they were here, and there, and everywhere, and visibly and palpably before me; long, narrow, and excessively white, with the pale lips writhing about them, as in the very moment of their first terrible development. Then came the full fury of my monomania, and I struggled in vain against its strange and irresistible influence. In the multiplied objects of the external world I had no thoughts but for the teeth. For these I longed with a phrenzied desire. All other matters and all different interests became absorbed in their single contemplation. They - they alone were present to the mental eye, and they, in their sole individuality, became the essence of my mental life. I held them in every light. I turned them in every attitude. I surveyed their characteristics. I dwelt upon their peculiarities. I pondered upon their conformation. I mused upon the alteration in their nature. I shuddered as I assigned to them in imagination a sensitive and sentient power, and even when unassisted by the lips, a capability of moral expression. Of Mademoiselle Salle it has been well said, "Que tous ses pas etaient des sentiments," and of Berenice I more seriously believed que toutes ses dents etaient des idees. Des idees! - ah here was the idiotic thought that destroyed me! Des idees! - ah therefore it was that I coveted them so madly! I felt that their possession could alone ever restore me to peace, in giving me back to reason.

And the evening closed in upon me thus - and then the darkness came, and tarried, and went - and the day again dawned - and the mists of a second night were now gathering around - and still I sat motionless in that solitary room - and still I sat buried in meditation - and still the phantasma of the teeth maintained its terrible ascendancy, as, with the most vivid hideous distinctness, it floated about amid the changing lights and shadows of the chamber. At length there broke in upon my dreams a cry as of horror and dismay; and thereunto, after a pause, succeeded the sound of troubled voices, intermingled with many low moanings of sorrow or of pain. I arose from my seat, and throwing open one of the doors of the library, saw standing out in the ante-chamber a servant maiden, all in tears, who told me that Berenice was - no more! She had been seized with epilepsy in the early morning, and now, at the closing in of the night, the grave was ready for its tenant, and all the preparations for the burial were completed.

I found myself sitting in the library, and again sitting there alone. It seemed that I had newly awakened from a confused and exciting dream. I knew that it was now midnight, and I was well aware, that since the setting of the sun, Berenice had been interred. But of that dreary period which intervened I had no positive, at least no definite comprehension. Yet its memory was replete with horror - horror more horrible from being vague, and terror more terrible from ambiguity. It was a fearful page in the record my existence, written all over with dim, and hideous, and unintelligible recollections. I strived to decypher them, but in vain; while ever and anon, like the spirit of a departed sound, the shrill and piercing shriek of a female voice seemed to be ringing in my ears. I had done a deed - what was it? I asked myself the question aloud, and the whispering echoes of the chamber answered me, - "what was it?"

On the table beside me burned a lamp, and near it lay a little box. It was of no remarkable character, and I had seen it frequently before, for it was the property of the family physician; but how came it there, upon my table, and why did I shudder in regarding it? These things were in no manner to be accounted for, and my eyes at length dropped to the open pages of a book, and to a sentence underscored therein. The words were the singular but simple ones of the poet Ebn Zaiat: - "Dicebant mihi sodales si sepulchrum amicae visitarem, curas meas aliquantulum fore levatas." Why then, as I perused them, did the hairs of my head erect themselves on end, and the blood of my body become congealed within my veins?

There came a light tap at the library door - and, pale as the tenant of a tomb, a menial entered upon tiptoe. His looks were wild with terror, and he spoke to me in a voice tremulous, husky, and very low. What said he? - some broken sentences I heard. He told of a wild cry disturbing the silence of the night - of the gathering together of the household - of a search in the direction of the sound; and then his tones grew thrillingly distinct as he whispered me of a violated grave - of a disfigured body enshrouded, yet still breathing - still palpitating - still alive!

He pointed to garments; - they were muddy and clotted with gore. I spoke not, and he took me gently by the hand: it was indented with the impress of human nails. He directed my attention to some object against the wall. I looked at it for some minutes: it was a spade. With a shriek I bounded to the table, and grasped the box that lay upon it. But I could not force it open; and in my tremor, it slipped from my hands, and fell heavily, and burst into pieces; and from it, with a rattling sound, there rolled out some instruments of dental surgery, intermingled with thirty-two small, white and ivory-looking substances that were scattered to and fro about the floor.

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Autor

Edgar Allan Poe - amerikanischer Altmeister des Horror (1809 - 1849), erzählte aber auch meisterliche Abenteuergeschichten. Zudem schuf er noch die Vorlage des Meisterdetektive. Neben der dichterischen Arbeit machte er sich auch einen Namen als Kritiker, Literaturtheoretiker und Lyriker und Erzähler. Seine unklaren Todesunmstände geben bis heute Anlass zu Spekulationen und Legendenbildung.

Übersetzung: Gisela Etzel ( s.o.), Hedda Eulenberg

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weiterführende Links

erschienen u.a. in:
Geschichten von Schönheit, Liebe und Wiederkunft. - Gesamtausgabe der Dichtungen und Erzählungen, Bd. 2
Vampire

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in der 'gallery': Edgar Allan Poe von W.S. Hartshorn, 1848.

Dunkle Kulturgeschichte - Sammlung Nicolaus Equiamicus in der bibliothèque des vampires

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