VON DENEN VAMPIREN ODER MENSCHENSAUGERN

 - Dichtungen und Dokumente -

Dieter Sturm / Klaus Völker

1968

 

Bechtermünz-Verlag: Wappnen Sie sich, denn dieses Buch ist bevölkert von nachtschwarzen Blutsaugern: Vampiren, Werwölfen und lebenden Toten! Gesammelt sind hier nicht nur bluttriefende Vampirgeschichten, sondern auch furchterregende alte Dokumente über den Vampirismus.
Das Gelichter der Vampire und Werwölfe, der Gorgonen und lebenden Toten taucht in der Menschheitsgeschichte bei allen Völkern der Erde auf. Von den frühesten Anfängen bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts haben die Schriftsteller das größte Interesse an den nachtschwarzen Blutsaugern bezeugt, und noch die moderne Dichtung zeigt sich von ihnen fasziniert. Dieter Sturm und Klaus Völker haben dem Phänomen der Blutsaugerei diese ungewöhnliche Anthologie gewidmet, deren Hauptteil eine umfangreiche Sammlung vampirischer Dichtung bildet. Neben bekannten Arbeiten von Goethe, Novails und Heine bis zu Stefan George und Johannes Bobrowski stehen in Deutschland bislang unbekannte Texte wie etwa LeFanus Carmilla und Polidoris Der Vampir. Im zweiten Teil sind die wichtigsten Dokumente über Vampirismus versammelt: von Martin Luthers Tischrede, Voltaires Traktat über die wahren Vampire bis zu Joseph Görres Über Vampyren und Vampyrisierte. Diese Belege für "vitale Menschenleichen" und "aufhockende Tote" zeigen, wie nachhaltig der Vampirismus zumal die Kirche und die Wissenschaft beschäftigt hat. Ein literarischer und ein historischer Essay der Herausgeber leiten den dritten Teil ein, der mit einer ausführlichen Bibliographie sowie einer Filmographie dieses einmalige und originelle Handbuch des Vampirismus abschließt.
(1968)

Wolfgang Kühn: ... In komprimierter Form werden zunächst [in Teil 2] kurze historische Dokumente über den Vampirismus und benachbarter Gebiete [...] geboten, die insgesamt ergötzlich, aber stellenweise schwer lesbar sind. In chronologischer Anordnung reicht die Auswahl von Luther bis ins Jahr 1840, wobei gläubige, sehr kritische aber auch ablehnende Stimmen zum Thema zu Wort kommen. Beachtlich scheint vor allem der Abschnitt von Voltaire, verzichtbar wegen seiner unausgewogenen Konfusität für Laien der von v. Görres. Mehr als die Hälfte des Gesamttextes nehmen »redaktionelle« Beiträge der Herausgeber ein. Der »historische Bericht« von K. Völker ist sehr umfassend und ausführlich und bringt eine summarische Interpretation der Dokumente. Völker streift auch Phänomene wie Hämatophilie und -dipsie und drückt sich bisweilen recht drastisch und makaber aus [...] Der »literarische Bericht« von D. Sturm dagegen geriet m. E. stellenweise zu philosophisch und fließt über von exaltierten Ausdrücken. Es ist mehr eine »Kultur-« als eine Literaturgeschichte des Vampirismus; Wert wird weniger auf einen literarischen Überblick als vielmehr auf Deutung und Bedeutung des Explicandums gelegt. Besonders ausführlich und bemerkenswert fielen hingegen die Anmerkungen über LeFanu'S Carmilla und über Stker's Dracula aus. Beide enthalten brillante Verdeutlichungen der spezifischen Stoffproblematik. Abgerundet wird das Taschenbuch durch ein brauchbares, sehr ausführliches Literaturverzeichnis sowie durch eine ebenfalls akzeptable Filmographie, die Filme des Zeitraums 1913 - 1968 (leider mit einigen Lücken und Auslassungen) anführt. Alles in allem eine »Pflichtlektüre« für alle Freizeit-Vampire, die auf angenehme Art noch unbekannte Details vermittelt! (1975)

Buch 1

Die Beschwörung

Die Braut von Korinth

Carmilla

Cyprians Erzählung

Doch du Ungläub'ger

Draculas Gast

Gespenster

Heimweg

Helena

Hinüber wall ich

Die liebende Tote

Mein liebes Mägdchen glaubet

Der Vampir (Baudelaire)

Der Vampir (Tolstoi)

Der Vampyr (Polidori)

Die Verwandlung des Vampirs

Der Wij

 

Buch 2

Dialog über das Schmatzen der Todten

Die Geschichte von Asvitus und Asmundus

Visum et Repertum

Vampire (Voltaire)

Vom Erscheinen der Geister und denen Vampyren

Wunderbarliche Historie vom Teufel, der die Leut betrug und würgte

 

Volltext:

Die Beschwörung (Heine)

Die Blume des Bösen (Baudelaire)

Die Braut von Korinth (Goethe)

Carmilla (LeFanu)

Cyprians Erzählung (Hoffmann)

Draculas Guest (Stoker)

Gespenster (Turgenjew)

Der Giaur (Byron)

Helena (Heine)

Hinüber wall ich (Novalis)

Mein liebes Mägdchen glaubet (Ossenfelder)

Die liebende Tote (Gautier - franz.)

Der Vampir (Baudelaire)

Der Vampyr (Polidori)

Die Verwandlung des Vampirs (Baudelaire)

Wunderbarliche Historie vom Teufel, der die Leut betrug und würgte (Luther)

 

Unterredungen aus dem Reiche der Geister

Dialog über das Schmatzen der Todten

Die Geschichte von Asvitus und Asmundus

 

mehr Carmilla:

Carmilla

 

auch Draculas Gast:

Dracula

 

auch Die liebende Tote:

Die liebende Tote

 

auch Der Vampyr (Polidori):

Der Vampyr

 

auch Der Vampir (Tolstoi):

Der Vampir

 

mehr A. Calmet

Gelehrte Verhandlung der Materi ...

 

mehr N. Gogol:

Die Johannisnacht

 

mehr A. Stoker:

Dracula

Draculas Gast

Im Schatten der Vampire

 

mehr A. Tolstoi:

Die Familie des Wurdalak

 

 Buch 1:

Phlegon: Die Braut von Amphipolis

Die Empuse
Flavius Philostratos 217-238
aus: Vita Apollonii

Mein liebes Mägdchen glaubet
Heinrich August Ossenfelder 1748
Zuerst erschienen in der Zeitschrift "Der Naturforscher". (Hartmut)

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Die Braut von Korinth
Johann Wolfgang von Goethe

1797 erschienen, stieß es zuerst auf deutliche Ablehnung, da hier nach dem Tode die „alten Götter“ über die Zwänge des Christentums triumphieren. Angelehnt ist das Werk an das ebenfalls in diesem Band abgedruckte Werk Phlegon's. (Kerel)

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  Hinüber wall ich
Novails 1797
aus: Hymnen an die Nacht

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Cyprians Erzählung
E.T.A. Hoffmann 1819-1821
aus der Sammlung: Die Serapionsbrüder

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Helena
Heinrich Heine
1852
Lyrik

Die Beschwörung
Heinrich Heine 1844
Lyrik
Wenn auch hier nicht eindeutig von Vampiren die Rede ist, so kann diese Totenbelebung doch durchaus in der Nähe der Vampirliteratur bleiben. Nicht wenige nachfolgende Autoren, bedienten sich des hier skizzierten Bildes und bauten es in ihren Vampirmythen aus.
(Kerel)

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Doch du, Ungläub'ger
Lord Byron 1813
aus: Der Giaur (The Giaour)

Lord Byron: Ein Fragment

Der Vampyr
William Polidori
1816

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Prosper Mérimée: Gussle oder Ausgewählte illyrische Dichtungen (La Guzzla)

Die liebende Tote (La morte amoureuse)
Théophile Gautier 1836
Der alte Priester Romuald gibt hier seine ganz und gar unheilige Lebensbeichte ab. Nur dem entschiedenen Durchgreifen seines Beichtvaters, Bruder Serapion, kann er es verdanken, dazu noch in der Lage zu sein. (Kerel)

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Der Vampir
Charles Baudelaire

aus: Die Blume des Bösen

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Die Verwandlung des Vampirs
Charles Baudelaire
aus: Die Blume des Bösen

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Aus dem ersten Gesang Maldorors
(Die Gesänge des Maldoror - Les Chants de Maldoror)
Comte de Lautréamont 1868

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Marcel Schwob: Die Vampire

Der Wij
Nikolai Gogol 1835
Ferien - die Reisezeit der Kiewer Seminaristen. Doch dieses Mal trifft der Philosoph Coma Brut dabei auf eine Hexe und Vampirin, deren vorzeitiges Ende die Hölle mit allen Mitteln zu rächen versucht. (Kerel)

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Der Vampir
Graf Alexej K. Tolstoi

Verflucht wird Martha für den Verrat an ihrem Gatten. (Kerel)

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Gespenster
Iwan Turgenjew
1863
Eine Phantasie, die die Grenzen innerhalb des Genres des Unheimlichen einreißt: Ellis - Phantom, arme Seele, unheimlicher Geist, Sylphe oder Vampyr - reist mit einem russischen Adligen durch Europa. (Kerel)

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Algernon Charles Swinburne: Satia Te Sanguine

Carmilla
Sheridan Le Fanu
1872
Der lesbische Vampirklassiker.
1868 in einer einsamen Gegend der Steiermark: Vor dem Schloss eines pensionierten Generals verunglückt eine Kutsche. Wirklich nur ein Unfall ..? Die mysteriöse Insassin ist gezwungen, ihre junge Tochter in der Obhut der Schlossbewohner zurückzulassen. Die ätherisch schöne Carmilla übt auf alle, aber besonders auf Laura, die gleichaltrige Tochter des Generals, eine starke Faszination aus. Ein undefinierbarer Zauber umgibt das Mädchen. Noch ahnt niemand, dass Carmilla ein dunkles Geheimnis hütet ...
(titania)
Die seit 150 Jahren untote Gräfin Carmilla (alias Millarca und Mircalla) von Karnstein hat es wieder auf ein Opfer abgesehen. Die junge, unschuldige Laura wird in einem erotisch-zärtlich-raffinierten Spiel umgarnt und entgeht dem Verderben nur mit knapper Not.
(Kerel)

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Draculas Gast (Draculas Guest)
Bram Stoker

Diese Erzählung entstand in Zusammenhang mit der Schaffung des Romans Dracula, fand aber letztendlich keine Aufnahme darin. (Kerel)

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Lawrence Durrell: Pursewardens Erzählung

Stefan George: Darfst du bei nacht und bei tag

Gertrud Kolmar: Troglodytin

Heimweg
Ingeborg Bachmann
Gedicht

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Johannes Bobrowski: Im leeren Spiegel

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  Buch 2:

Wunderbarliche Historie vom Teufel, der die Leut betrug und würgte
Martin Luther
Luther's Tischrede 6823

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Martin Böhm: Vom Schmätzen im Grabe

Philippus Rohr: De Masticatione Mortuorum

Die Gespenster von Freundenthal

Der polnische Upier

Die aufbockenden Toten von Hozeploz

Das Sterben zu Gross Mochbar

Die Geschichte von Asvitus und Asmundus
Otto zum Stein 1730
Berichte über Leichenzehrer, die aus ihren Gräbern steigen und sich an den Sterblichen laben. (Hartmut)

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Dialog über das Schmatzen der Todten
Otto zum Stein 1730
"Ins Gras beißen" - der Ursprung der Redewendung wird hier erklärt und begründet, sowie die Ursache für die Schmatzlaute unter den Toten durch Für und Wider untermauert. Heutzutage könnte ein ähnliches Gespräch wohl zwischen einem - sagen wir mal - BILD-Zeitung-Leser und - von mir aus - ZEIT-Leser geführt werden, wahrscheinlich sogar zum gleichen Thema ... (Hartmut)

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Visum et repertum. Über die sogenanten Vampirs, oder Blut-Aussauger, so zu Medvegia in Servien, an der Türckischen Granitz, den 7. Januarii 1732 geschehen
Bericht über die Untersuchungen zum Vampir Arnod Paole.
(Kerel)

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Gutachten der Könglichen Preußischen Societät derer Wissenschafften von denen Vampyren oder Blut-Aussaugern

Verschiedene Standpunkte zum Phänomen des Vampirismus

Marquis de Argens: Aaron Monceca, an Isaak Onis, einen Caraiten, und ehemaligen Rabbi von Constantinopel

Vom Erscheinen der Geister und denen Vampyren
Augustin Calmet
Auszug aus: Gelehrte Verahandlung der Materi, von Erscheinungen der Geistern, und denen Vampiren in Ungarn, Mahren etc. (1746)

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Weitenkamps Meinung über die serbischen Vampyrs

Vampire
Voltaire
Die wahren Vampire sind nicht die schrecklichen Gestalten der Nacht. Die Blutsauger aus Politik und Wirtschaft sind grässlicher und blutrünstiger als es sich die Phantasie eines Menschen ausmalen kann. Voltaire entwickelt hier einen Gedanken, dessen leicht nachvollziehbare Symbolik auch bei Marx/Engels auftaucht und auf ein Gesellschaftssystem übertragen und erweitert wird.  (Kerel)

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Carl von Knoblauch zu Hatzbach: So groß ist unsere Torheit

Charles Nodier: Vampirismus und romantische Gattung

Josef von Görres: Über Vampyre und Vampyrisierte

 Klaus Völker: Historischer Bericht

Dieter Sturm: Literarischer Bericht

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