DIE GEHEIMNISSE DER BLUTGRÄFIN ELISABETH BÁTHORY

Ihr Leben mit Fotografien aus der Slowakei, Österreich und Ungarn

Gerald Axelrod

2011

Die größte Serienmörderin aller Zeiten (aus dem Inhalt):

Die Geburt einer Legende / Elisabeths Jugendjahre / Elisabeths Ehe / Die blutigen Jahre / Die letzten Lebensjahre / Das Geheimnis des Grabes / Die Abgründe der Psyche

Gerald Axelrod / Stürtz: Sie ist zwar nicht so berühmt wie Dracula, hat es aber immerhin zu Titeln wie "Gräfin Dracula" und "The World Champion Lady Vampyr of All Time" gebracht. Die höchste Ehre wurde ihr aber zweifellos durch den Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde von 1988 zuteil: Mit 650 Opfern gilt sie als die größte Serienmörderin aller Zeiten! Die Rede ist von Elisabeth Báthory (1560-1614), auch bekannt als Blutgräfin.
Ihre Bekanntheit verdankt sie allerdings nicht den Morden, die sie tatsächlich verübt hat, sondern einer Legende: Sie habe im Blut der Jungfrauen gebadet, um ewige Jugend und Schönheit zu erlangen! Bis zum heutigen Tage taucht diese Szene regelmäßig in Horrorfilmen auf, zuletzt beispielsweise in „Hostel 2“. Aber handelt es sich dabei wirklich nur um eine Legende oder steckt ein Körnchen Wahrheit in den Blutbädern? Dieses Buch begibt sich auf Spurensuche nach den Quellen und Originaldokumenten, die den Jesuitenpater László Turóczi und zahlreiche weitere Autoren zu ihren Werken über die Blutgräfin inspiriert haben.
Anhand der neuesten historischen Forschungen wollen wir das Leben der Blutgräfin rekonstruieren und die vielen Mythen, die sich um die grausame „Lady Dracula“ ranken, einer kritischen Prüfung unterziehen.
Das Werk zeichnet das Leben Elisabeth Báthorys nach und zeigt  in beeindruckenden Aufnahmen die Orte ihres Wirkens in der Slowakei, Österreich und Ungarn. Die Fotografien in diesem Buch zeigen erstmals ausnahmslos alle Burgen, Schlösser und Orte, an denen sich die Blutgräfin nachweislich aufgehalten hat. Dadurch bekommt der Leser einen einzigartigen Einblick in das Leben der sagenumwobenen Mörderin und die Schauplätze ihrer Verbrechen.

Elisabeth Báthory entstammte einer der mächtigsten ungarischen Adelsfamilien. Ihr Onkel war König von Polen, ihr Bruder der Fürst von Transsylvanien. Als sie elf Jahre alt war, arrangierten ihre Eltern die Verlobung mit Franz Nádasdy, vier Jahre später folgte die Heirat. Doch Elisabeths starker und selbstbewusster Charakter passte so gar nicht ins Rollenklischee des 16. Jahrhunderts. Anstatt ihre Zeit mit Nähen und Sticken totzuschlagen, wie es sich für eine adelige Dame geziemt hätte, übernahm sie die Verwaltung der riesigen Ländereien, während ihr Mann gegen die Türken kämpfte.
Im Alter von 25 Jahren fing sie an, ihre Dienstmädchen wegen der kleinsten Vergehen drakonisch zu bestrafen. Mit 30 beging sie ihre ersten Morde. Nach dem Tod ihres Mannes, als ihr niemand mehr Einhalt gebieten konnte, eskalierte die Situation und sie veranstaltete regelrechte Blutorgien. Dabei biss sie ihre Opfer auch und riss ihnen Fleisch aus dem Gesicht. War die Blutgräfin gar ein Vampir? Als die ersten Berichte über blutsaugende Untote ab 1732 an die Öffentlichkeit drangen, hielt man Elisabeth Báthory jedenfalls für eine Vampirin.
Zwei Jahrzehnte lang konnte sie ungestraft ihr Unwesen treiben, bis der Lauf der Gerechtigkeit sie schließlich ereilte. Vor und nach ihrer Verhaftung wurden 306 Zeugen befragt. Die Verhörprotokolle sind bis zum heutigen Tage erhalten geblieben und enthüllen die schaurige Wahrheit über die größte Serienmörderin aller Zeiten. Was hat sich wirklich in den geheimen Kammern abgespielt, in denen so viele Jungfrauen den Tod fanden? Warum wagte es niemand, der Blutgräfin schon früher das Handwerk zu legen? Abschließend wollen wir die Abgründe ihrer Seele mit Hilfe der modernen Psychologie analysieren und versuchen, eine Antwort auf die Frage zu finden: Warum hat sie das getan?
 (2011)

bibliothèque: Dieses Buch empfiehlt sich mindestens zwei Mal durchzublättern. Ob sich nun im ersten Durchlauf dem Text gewidmet wird oder direkt die Fotos ihre Wirkung tun sollen, bleibt natürlich den persönlichen Vorlieben überlassen. Beides Gleichzeitig - daran bin zumindest ich gescheitert. Beginnen wir hier mit den den Fotos: Landschaften, Ruinen und Burgen, Friedhöfe und Kirchen mal als klassisches Panoramafoto, mal geisterhaft im Nebel verschleiert wirken auf den Betrachter und lassen die Grenzen zwischen dem heutigen Anblick und dem Blick in das 17. Jahrhundert verschwimmen. Wer diesen Bildband nur ersteht, um sich die Mühen der Reise zu sparen, könnte leicht enttäuscht werden und sich unter Umständen mit einem gewissen Fernweh konfrontiert sehen ...
Die Texte sind dabei nicht einfache wortreiche Umrahmungen für die Fotos, sondern könnten auch selbstständig und ohne Qualitätsverlust in einem unbebilderten Sachbuch mit der Fülle der Informationen zum Leben und Wirken Elisabeth Báthorys und der Zeit ihres Treibens erschienen sein. Dabei räumt der Autor gleich mit mehreren Legenden auf, die sich durch Literatur und Internet in das Leben der dokumentierten - aus welchen Gründen auch immer - eingeschlichen haben.
Damit haben wir in diesem Foto-Sachbuch also eigentlich gleich zwei Bücher gelungen verbunden: das eine informativ, das andere zum immer wieder Anschauen.
(2011)

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Kurzbiographie E. Báthorys

 

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Autor

mehr G. Axelrod

Transsylvanien

Dracula 2011

Dracula 2012

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Stürtz-Verlag

ISBN: 978-3-8003-4603-5

 

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Galerie

mehr Fotos

Kurzbiographie E. Báthory

Die "Blutgräfin" wurde 1560 geboren. Sie entstammt dem ungarischen Hochadel und war weitläufig vielleicht mit Vlad Tepes, genannt Dracula, verwandt. Zumindest war einer der Vorfahren Elisabeths ein Freund des berühmt berüchtigten Woiwoden. Mit 11 Jahren wurde sie mit Ferenc Nádasdy verlobt, den sie mit 15 heiratete. In der Umgebung ihres Wohnsitzes erhielt sie zuerst unter dem einfachen Volk unter der Bezeichnung "Werwolf" bekannt. 1604 wurde sie Witwe und doch frönte sie auch schon vorher ihrer Leidenschaft Mädchen und junge Frauen zu strafen, quälen, foltern, morden. Vermutlich fielen ihr auf Schloss Cachtice über hundert Mädchen zum Opfer. Da sich aber ihre Mordlust später nicht nur auf das einfache Volk beschränkte, konnte der Adel dies nicht länger ignorieren und musste 1610 eingreifen. Dass dabei auch politische Motive eine Rolle spielten, darf unterstellt werden. 1611 wurde sie verurteilt und lebte bis zu ihrem Ende 1614 unter Hausarrest. Ob sie dabei tatsächlich bei zugemauerten Fenstern in ihrem Schlafzimmer eingesperrt war oder etwas mehr Bewegungsfreiheit hatte, ist auch unter Wissenschaftlern heute strittig. Ihre Helfer wurde auf grausame Art sofort getötet.
Der Mythos besagt, sie solle in Jungfrauenblut gebadet haben, um jung zu bleiben. Dies soll mindestens 650 Jungfrauen das Leben gekostet haben. Bewiesen konnte diese Anschuldigung nie werden. Die Opferzahl an sich könnte aber durchaus der Realität entsprechen und macht sie laut Guinness-Buch der Rekorde zur größten Serienmörderin aller Zeiten. Weitere Beinamen die ihr "verliehen" wurden sind u.a. "Gräfin Dracula" und "The World Champion Lady Vampyr of All Time".

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Autor und Fotograph

Gerald Axelrod - geb. 1962 in Hard (Österreich). Begann im Alter von 13 Jahren, seine ersten Schwarz-Weiß-Fotos selbst zu vergrößern. Erlernte das Fotografieren ohne Schulen und Kurse. 1997 veröffentlichte er den Fotoband "... als lebten die Engel auf Erden", der sich rasch zu einem Kultbuch entwickelte und dem zahlreiche weitere Publikationen folgten. Mit über einem Dutzend Ausstellungen in Europa und den USA (u.a. in der Leica Gallery in New York) gehört Gerald Axelrod heute zu den international renommierten Fotografen. - Lebt in Wien.

Zur Homepage des Autors und Fotographen:

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Fotos aus dem Buch

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