BLASS SEI MEIN GESICHT

- Vampirgeschichten -

Barbara Neuwirth (Hrsg.)

1988

Suhrkamp: Seit der Antike hat der Vampir die Phantasie der Menschen angeregt: Blut ist die Farbe des Lebens. Der jungfernmordende Vampir, zumeist als lichtscheuer, knoblauch- und kreuzesfeindlicher Geselle mit beachtlich vorstehenden Eckzähnen, zumeist als Graf Dracula mit wehendem Mantel bekannt, ist nicht nur in transsylvanischen Gemäuern, sondern auch in modernen Städten heimisch. Zuweilen romantisch-ritualisiert, symbolträchtig und mit spitzen Zähnen treibt er sein Unwesen, zuweilen erweist er sich auch als Sinnbild für die Leere und Entfremdung der Beziehungen zwischen den Geschlechtern und die Situation der modernen Frau. Und gibt es nicht auch Parallelen zwischen Psychiatrie und Vampirismus? Und wie steht es mit den Daseinssorgen einer freiberuflichen Blutsaugerin, die gezwungen ist, von "Biss zu Biss" zu leben? Schon Herbert Rosendorfer hat sich über die soziale Situation des Vampirs den Kopf zerbrochen, aber wie steht es wirklich um die Notstandshilfe für Vampire?
In romantischen, gruseligen, ironisch-amüsanten und nachdenklich stimmenden Geschichten gehen 24 Autorinnen in diesem facettenreichen Band der Problematik des Vampirs nach und zeigen dabei einen guten Biss.

Wiener Frauenverlag: Der Vampir erscheint dem Menschen auf verschiedenen Ebenen: 1) im Aberglauben und in der Folklore. 2) in der Dämonologie. 3) in offiziellen Berichten. 4) in der Psychiatrie als eine sexuelle Verirrung, die Personen dazu verleitet, sich als Vampir zu fühlen. 5) in der Kunst: Prosa, Lyrik, Malerei, Bildhauerei, Drama, Film, Computergraphik.
Deutschsprachige Frauen schrieben Vampirgeschichte(n).

Auf dem Lande

B.rausch

Balzflüge

Betrifft: Notstandshilfe für Minderheiten

Der Blutsauger

böse miene zum bösen spiel ...

Eine von IHNEN

Die Farbe der Liebe

Herr von Salik am Rubikon ...

In der Burg des Vampirs

In einer anderen Stadt

Der junge Mann und seine Lehrerin

Löwenmäulchen

Mara und die Fremde

Miriam

... der Sage nach auf Santorin

Scherben

Seelenblut

Der Tiermensch

Tod einer Tänzerin

Vollmondnächte

Von Biss zu Biss

Wenn du einen siehst

Die Zählung

 

mehr Barbara Büchner:

Die Nahrung der Toten

 

Seelenblut

Barbara Büchner

bibliothèque: Dem Untersuchungsrichter wird an den sterblichen Überresten des Opfers von der Täterin erklärt, warum es kein Mord sondern höchsten sein Totschlag war.

Dr. Anna Elisabeth Wehle - die als Psychotherapeutin getarnte Vampirin tötete der winzige Stich mit einen silbernen Messer.

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Der Tiermensch

Maria Elisabeth Brunner

bibliothèque: Sargverkäufer - Tiermenschen - Monster der Stadt.

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Der junge Mann und seine Lehrerin

Karin Rick

bibliothèque: Ein Intensivkurs zum Erlernen der französischen Sprache soll es sein. Doch das Lernen fällt dem jungen Mann bei dieser Lehrerin immer schwerer und auch sie hat anderes im Sinn.

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Löwenmäulchen

Margarethe Herzele

bibliothèque: Abseits entdeckt sie an einem verwitterten Grab das Portrait eines Jünglings. Das Gesicht lässt ihre Gedanken nicht mehr los und als die Einsamkeit übermächtig wird, hält der junge Mann auf einer Harley vor ihrer Tür.

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Wenn du einen siehst

Margarete Windsperger-Polsterer

bibliothèque: Käfer, Ratten, Überfall, Vergewaltigung, Dunkelheit, D - die Angst ist überall.

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Miriam

Christine Pinetz-Hochedlinger

Auszug: "Miriam kommt mit der Nacht.
Sie steht draußen im Garten und sieht mich an, es gibt da etwas, das sie von mir will ...
Sie wartet still. Ich sehe sie nicht. Ich fürchte mich."

Miriam - die Verstorbene kommt mit dem Mond zurück. Ihr Mann Erwin ist ihr erstes Opfer.

Erwin - von seiner Frau Miriam verwandelt.

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Scherben

Marianne Schönbeck

bibliothèque: Im Buffet zerspringt das Glas, da kann man nichts machen.

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...der Sage nach auf Santorin

Eva Anna Welles

bibliothèque: Vier Mädchen machen Urlaub auf Santorin. Nur Johanna erinnert sich an die Sage vom Vampir.

Aelanor - erwacht aus seinem Dunkeltraum und verliebt sich für eine Nacht, bevor er wieder in totenähnlichen Schlaf fällt.

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Tod einer Tänzerin

Gisela Nemeček

bibliothèque: Die Balletttänzerin Tamila Yaska entflieht ihrer rumänischen Heimat und ihrem schattenlosen Freund.

Ion Iwanescu - angeblich arbeitet er in einem Naturschutzpark mitten in den Karpaten.

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böse miene zu bösen spiel
oder wie man vampire tötet

Heidi Pataki

a) die welt ist ein vampir, und sie merkt es nicht!
b) müßiggang ist aller laster anfang!
c) dringende nachrichten sind meist schlechte vampire!
d) je später der abend, desto schöner der vampir!
e) morgenstund hat vampir im mund!

bibliothèque: 5 Vorschläge zum endgültigen Umgang mit einem Vampir.

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Vollmondnächte

Edith Kneifel

bibliothèque: Sie braucht einen jungfräulichen Mann für den Erhalt ihrer Jugend und Schönheit. Bald schon scheint auch ein geeignetes Opfer gefunden.

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Eine von IHNEN

Barbara Neuwirth

bibliothèque: Manchmal bekommt man mehr als man erwartet, zum Beispiel beim Besuch eines Antiquariats.

Schlemil - die Künstlerin trägt unwissentlich den Vampirismus zwischen Buchdeckeln in ihr Leben. Ein fingierter Selbstmord kann die Polizei von ihrem Ableben überzeugen.

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Mara und die Fremde

Renate Schaider

bibliothèque: In einem einsam gelegenen Dorf strandet die Fremde. Dort lernt sie Mara kennen und fast lieben.

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B.rausch

Susanna Bach

bibliothèque: Besser ist es, das B-Wort nicht zu erwähnen. Sicherer ist es, das fließende B. zu verstecken. Überall dieses Rot erinnert schon viel zu viel an B.

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Auf dem Lande

Susan Cheap

bibliothèque: Das geerbte Haus auf dem Land erschien Evelin und Hattie wie ein Glück als es in der Stadt zu teuer für sie wurde.

Theresa - bietet ihre Hilfe bei der Landarbeit an.

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In der Burg des Vampirs

Johanna Nowak

bibliothèque: Sofia zieht aus dem Heimatdorf in die Ferne. Ihre erste Prüfung findet sie in einer Burg, die in der Gewitternacht plötzlich vor ihr auftaucht.

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Der Blutsauger

Dorothea Schafranek

bibliothèque: Parabel von Ehe und Liebe und den Vampiren dieses Spiels.

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Die Farbe der Liebe

Karin Ivancsics

bibliothèque: Für eine Reportage über "echte Vampire" reist er nach Amerika. In Wien bleibt sie zurück und wartet auf seinen Hals.

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In einer anderen Stadt

Sylvia Treudl

bibliothèque: Ein Markttag und die darauffolgende Nacht.

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Von Biss zu Biss

Edith Thabet

bibliothèque: Als freiberufliche Vampirin ist das Leben auch nicht leicht und wird selbst vom Arbeitsamt nicht geachtet.

Romana Romanescu - nachdem sie arbeitslos und vom Arbeitsamt unter "Sozialschmarotzer" abgelegt wurde, arbeitet sie unter diesem Künstlernamen als freiberufliche Vampirin.

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Betrifft: Notstandshilfe für Minderheiten

Christine Haidegger

bibliothèque: Aufrüttelnder Brief mit der Bitte um existenzielle Unterstützung.

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Die Zählung

Eleonore Zuzak

bibliothèque: Warum es keine offizielle und statistisch einwandfreie Aussage zur Anzahl der Vampire gibt.

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Balzflüge

Waltraud More

Prof. Frauenfels - Der Schönheitschirurg liebt die Hässlichen. Sein Zahn sitzt an der Stelle des sonst gebräuchlichen männlichen Geschlechtsteils. (Hartmut)

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Herr von Salik am Rustikon
oder Das Gastmahl zur Mitte der Nacht

Gertrud Sberlo

bibliothèque: Der berühmte Literat ist auf dem Weg ein neues Kapitel seinem neuesten Roman hinzuzufügen.
Natürlich will ich nicht abstreiten, dass der Vampir auch ein Synonym für Macht und Unterwerfung ist. Mit Sicherheit ist auch der Biss oftmals leicht als besitzergreifende Penetration zu interpretieren. Und dass sich in mancher Ehe der soziale Vampirismus auf Kosten der Frau auslebt, streite ich auch nicht ab.
Was mir jedoch nicht in den Kopf will, ist die Tatsache, dass (neben dem Trivial-populär-Literaten an sich) auch Vampirliteratur abgelehnt und die Leserin dieser Erzählung vorgeführt wird: "
Auch du Leserin solltest Zeit und Geld das dich dieses Buch gekostet hat lieber investieren in ein Frauenhaus." Nichts gegen Frauenhäuser, doch andere Geschichten dieses Bandes haben recht gut bewiesen, dass sich auch diese Literaturgattung zum Transport von (auch feministischen) Aussagen eignet. Aber vielleicht kann ich das auch nicht komplett verstehen - schließlich bin ich männlich ... (und bereute bisher den Kauf dieses Buches noch immer nicht.)

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